Thema: von den Inselkatzen

Diskutiere im Katzen Forum über von den Inselkatzen im Bereich "Foto Studio". Hallo allerseits! Um nicht weiter andere Threads mit meinen Katzen vollzuspamen, eröffne ich nun endlich einen eigenen für meine drei Fellmonster, für die Streuner und für alle anderen Katzen, die mir hier so ...
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Alt 26.02.2016, 10:53   #1
 
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von den Inselkatzen

Hallo allerseits!

Um nicht weiter andere Threads mit meinen Katzen vollzuspamen, eröffne ich nun endlich einen eigenen für meine drei Fellmonster, für die Streuner und für alle anderen Katzen, die mir hier so überm Weg laufen.

Eigentlich fing alles mit dieser Katze an:

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Sie ist vor ungefähr 3 Jahren draußen auf der Straße aufgetaucht. Damals war sie noch jung, noch kein Jahr alt - vom Aussehen her zumindest - und ich fand sie süß und habe ihr immer mal wieder Futter hingestellt. Klar hab ich auch versucht, sie zu streicheln, aber sie war damals wild und das ist sie auch geblieben.

Und in dieser ganzen Begeisterung Katze-wie-süß-Kätzchen-Kätzchen hab ich mir von ihr nicht nur einige Kratzer eingefangen sondern auch Flohkot. Dieser wiederum war mit Rickettien infiziert und bald drauf hatte ich Fleckfieber. Man wird nicht immun dagegen und könnte das immer wieder bekommen. Das Deutsche Ärzteblatt empfiehlt eine "Expositionsprophylaxe", was so viel heißt wie: Abstand halten. Das heißt für mich, Abstand von allen Streunern halten, weil sie ja mit Sicherheit alle Flöhe haben.
Nach diesem höllischen Schock und zwei Wochen Antibiotikagabe, war ich nicht nur von der Krankheit sondern auch von süßen Katzen geheilt.

Das wollte ich nur mal als Hintergrundinfo schreiben, damit man versteht,
warum ich dann später im Umgang mit "meinen" Streunern und den Kitten draußen so wahnsinnig panisch war und völlig fertig mit den Nerven. Als ich im letzten Sommer meinen Kittenthread hatte, haben bestimmt die meisten nicht nachvollziehen können, warum ich so übertrieben reagiert habe.

Aber weiter in der Geschichte. Damals hatte ich noch nicht die geringste Ahnung von Katzen. Ich habe zwar immer mal wieder auf welche aufgepasst, aber es waren ja nicht meine, daher musste ich mich auch nicht groß mit Katzenhaltung auseinandersetzen. Wie wichtig die Kastration z. B. ist, darüber habe ich nicht nachgedacht. Und irgendwann wurde Effi auch trächtig. Einige Nachbarn im Haus (ich ebenfalls) waren ganz schön aufgeregt, dass "wir" bald Kitten sehen würden. Ein ganz lieber Nachbar war sogar mit Kittenmilch und allem vorbereitet. Irgendwann zog sich Effi dann zurück, tauchte wochenspäter ohne Bauch wieder auf, aber keine Kitten. Nix, nada, niente. Die müssen also allesamt nicht überlebt haben.

Es verging noch eine ganze Weile. Ich war auch nicht immer hier. Von den Nachbarn hörte ich, dass sie zwischendurch wohl wieder trächtig gewesen ist und wieder keine Kitten aufgetaucht sind. Im Sommer 2014 war sie dann schon wieder trächtig. Und sie zog sich wieder zurück und tauchte nach einer Weile wieder ohne Kitten auf. Es war zum Verzweifeln. Meine Fleckfiebererkrankung war zwar schon ein Jahr her, aber ich wollte sie weder anfassen noch in ihre Nähe kommen. Meine Angst saß tief. Langsam aber sicher blutete mir jedoch das Herz für diese junge Katze mit so einem schrecklichen Schicksal. Mitte August 2013 jedoch brachte sie plötzlich ihre 4 oder 5 Kitten (ich weiß es nicht mehr genau) zur Futterstelle vor dem Haus. Endlich hatten sie überlebt! Sie waren wohl 4-5 Wochen alt und so süß, wie nur Kitten sein können. Ich überwand meine Angst und kümmerte mich um die Kleinen so gut ich damals wusste und konnte. Sie bekamen eine Kiste mit Decken und Handtüchern, ich kaufte Unmengen an Flohsprays. Sie waren so verfloht, dass die Handtücher nach einem Tag schon blutbesudelt waren. Effi wollte und konnte ich nicht anfassen, aber an ihre Kitten ließ sie mich ran. Seit wir wussten, dass sie eben doch Kitten hatte, bekam sie auch gaaaanz viel Futter. Und die Kleinen wuchsen und wuselten und waren nur Zucker und ICH? Na ich war so verliebt wie seit meiner Hochzeit nicht mehr.
So vergingen ein paar Wochen. Die Kleinen waren kräftig, sie machten aber zunehmend Probleme. Sie kletterten von unten rein in den Motorraum unseres Autos und in die Autos der Nachbarn. Das war nicht witzig. Morgens um halb 7 Uhr wuselnde Kleinteile aus dem Motorraum rausfischen, ist nicht witzig. Und so starben sie dann auch.
Es war ein Freitag. Frühmorgens zogen wir sie noch alle aus unserem Auto raus, mein Mann fuhr weg. Eine Stunde später ging ich wieder runter, um sie zu füttern. Ein Kitten fand ich plattgematscht, die anderen weg. Ich fing an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Draußen, drinnen, überall, morgens, abends... ich konnte nicht mehr aufhören. Irgendwann meinte mein Mann zu mir, wenn sie wieder auftauchen, dann nimm sie hoch in die Wohnung. Aber sie tauchten nicht mehr auf und ich war völlig am Boden.

Fast auf die Stunde genau eine Woche später, tauchte aber ein anderes Kitten auf. Ein schwarzes Kleinteil, mager, kränklich, infizierte Augen. Und was machte das Kitten? Sich in Autos verstecken. Ich habe Nachbarn zusammengetrommelt, um mir verschiedene Motorhauben aufzumachen. Das Kitten rannte weg, kam wieder zurück usw. Am späten Nachmittag konnte ich das völlig veränstigte Kitten endlich einfangen und mitnehmen. Ich wollte es nicht behalten. Aber ich konnte auch nicht zugucken, wie es draußen stirbt.

Und so kam Bibi zu uns:

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Fortsetzung folgt.
Livi ist offline  
Alt 26.02.2016, 10:53
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Hast du schon mal in Wie sag ich´s meiner Katze nachgelesen?
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem ;-).
__________________
Schäppchen für Fellnasen
Alt 26.02.2016, 11:19   #2
 
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Das wurde auch Zeit!

Du hast sehr schön geschrieben! Ich bin gespannt, wie es weiter geht!
argon ist offline  
Alt 26.02.2016, 11:37   #3
 
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Es war nun inzwischen Freitag Abend und wir besorgten ein Katzenklo, Katzenstreu, Kittenfutter und wieder mal Flohspray.

Nachdem Bibi dann versorgt war, schnappte ich mir mein Laptop und fing an, mich über Kitten zu belesen. In den ersten Tagen fühlte ich mich erschlagen von einer Flut an Informationen und wusste gar nicht, wie ich alles einordnen soll. Ich fand dieses Forum und andere, wollte mich aber nicht anmelden. Infos gibt's ja auch so. Es war klar, dass Bibi zum TA muss. Montag früh standen wir also auf der Matte der Tierklinik. Sie bekam Antibiotika für die Augen, eine Wurmkur und die erste Impfung. Alles gleichzeitig. Ich wusste es nicht besser. Dem TA sagte ich, dass ich sie nicht behalten will, also hat er alles gleichzeitig gemacht. Er hat sie damals auf 7-9 Wochen geschätzt. Wollte sich nicht genauer festlegen, weil sie so mager war.

Es ging ihr dann langsam auch besser und sie war ein kleines Schmuckstück! Meine erste Katze!!! Alle hielten sie für häßlich. Ich verstehe nicht warum. Für mich war sie von Anfang an ganz außergewöhnlich hübsch.

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Sie war aber auch traurig allein.


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Da ich gelesen hatte, dass ein Kitten niemals alleine sein soll, fing ich an, mich umzuschauen und nach einem anderen Kitten zu suchen. Inzwischen stand irgendwie fest, dass Bibi bleiben würde.

Tierheim? Davon will ich gar nicht erst anfangen. Es gibt engagierte Leute, keine Frage, es gibt sogar auch private Tierheime, aber im Großen und Ganzen leben die Katzen hier frei. Angeblich wurden sie im 3. Jahrhundert wegen der Schlagenpopulation hierhergebracht. Das kommt mir unwahrscheinlich spät vor. Aber egal. Die Katzen jagen Schlangen und auch sonst alles, was sich bewegt. Leider vermehren sie sich auch viel zu schnell. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Ich war also auf der Suche nach einer zweiten Katze, am Besten einem Kitten, als mir Emma hinterherlief und nicht mehr von mir wegwollte.
Es war ein Mittwoch. Hmm, diese Tage vergisst man nicht. Abends, mitten im Unterricht, höre ich verzweifelt lautes Kittenmiauen. Ich bin rausgelaufen und habe dort in der Aula ein winziges Kleinteil gefunden. An der Uni lebt eine Katzenkolonie, mal größer, mal kleiner. Sie werden gefüttert. Doch leider (so viel ich weiß) nicht kastriert. Ich nahm das winzige Kitten aufm Arm und ging wieder in den Unterricht. Und so schlief die kleine Maus, gab keinen Mucks von sich, störte nicht. So ist sie bis heute: meine Prinzessin.
In der Pause habe ich sie abgesetzt und wollte dann nach der Mama und den Geschwistern suchen. Doch sie lief mir hinterher. Der Wärter dort erzählte mir, dass sie vor einigen Tagen plötzlich ohne Mama aufgetaucht war und dort alleine lebt und sich von Trockenfutter ernährt.
Ich habe sie also mit nach Hause genommen. In meiner Handtasche, im Auto, 45 Minuten Autobahnfahrt, und die Kleine hat sich nicht beschwert. Zu Hause hielt ich sie erstmal getrennt von Bibi und ging am nächsten Morgen zum TA. Dasselbe Prozedere auch bei ihr. Augentropfen für die Entzündung und Wurmkur. Geimpft wurde sie aber erst, als sie dann gesund war. Geschätzt wurde sie auf etwa 5 Wochen.

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Fortsetzung folgt.
Livi ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:00   #4
 
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großartig!

Wie man Bibi für hässlich halten kann, verstehe ich nicht... Die Leute müssen blind sein!

Sie ist genau so entzückend, wie die Prinzessin!

Wahrscheinlich sehen die Leute nur die kranken Augen, aber das macht doch eine Katze nicht hässlich...
argon ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:05   #5
 
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AW: von den Inselkatzen

Wie Emma zu ihrem Namen kommt.

Sie bekam ihren Impfausweis mit der ersten Impfung, dann ja erst im Oktober. Bis dahin hatten wir noch keinen Namen für sie.
Und wie gesagt, wir hatten alle keeeeeine Ahnung von Katzen. Aber nach diesem Foto...

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hieß es: oh, wie außergewöhnlich! Sie hat ein M auf der Stirn. Wir nennen sie M!!! Als der TA uns fragte, wie die Kleine heißt, antworteten wir unisono und voller Stolz: M! Der TA aber verstand "Emma" und schrieb Emma ins Heft.

Bis dahin waren die zwei kleinen Katzenmädchen auch schon dicke Freunde. Anfangs hatten wir noch Angst, dass Bibi Emma wehtut. Sie war so unvorstellbar glücklich, nicht mehr allein sein zu müssen!

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Sie wuchsen und wuchsen und hatten Durchfallprobleme, Zahnfleischentzündungen (Bibi) und überhaupt. Aber sie waren einfach nur zum Knutschen süß!

Fortsetzung folgt.
Livi ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:25   #6
 
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weiter! Ich möchte noch mehr so tolle Fotos sehen!
argon ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:29   #7
 
Avatar von Puschel_92
 
 
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AW: von den Inselkatzen

Hallo,
ohh..der Threat gefällt mir Schön das die beiden zu dir gefunden haben. Ich möchte noch mehr von euch lesen..und natürlich auch noch mehr Fotos sehen

LG Pia
Puschel_92 ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:40   #8
 
Avatar von Lillifee15042015
 
 
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AW: von den Inselkatzen

Herzerwärmend die Bilder und so spannend geschrieben, mehr, mehr, mehr.
Lillifee15042015 ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:46   #9
 
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AW: von den Inselkatzen

Na ja und so verging der Herbst und ich war super beschäftigt mit meinen zwei Katzengören.

Die Streunerkatze draußen war traurig und sah nicht gut aus... Eine Freundin riet mir damals, sie unbedingt einzufangen und kastrieren zu lassen. Das sah ich ein und wollte das ja auch, aber irgendwie verging die Zeit und ich hatte anderes im Kopf: meine zwei Herzdamen eben.

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Emma startete damals auch ihre Kletterkarriere. Davon lässt sie sich bis heute nicht abbringen.

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und so kommt sie wieder runter:

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Futtermäßig..., was soll ich sagen? Da war ich genauso unbedarft wie jeder Neuling hier im Forum. Viel Fleisch, kein Getreide. Das hatte ich verstanden. Aber hier auf der Insel ist das schwer zu verwirklichen. Zumal einem jeder zu Trockenfutter rät. So stand auch bei uns zusätzlich noch Trockenfutter rum.

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Kratzbäume gibt's hier auch zu kaufen, wenn man auf rosa Plüsch steht. Da waren wir auch egoistisch. Sowas kommt uns nicht ins Haus! Also haben wir selbst etwas gebaut, was irgendwie einem Kratzbaum ähneln sollte.

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Fortsetzung folgt.
Livi ist offline  
Alt 26.02.2016, 12:58   #10
 
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Noch mehr Fotos bitte.
Motzkatze ist offline  
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