Wie bekämpft man Giardien bei Katzen?
Also erstmal vorweg:
Giardien sind nicht so schlimm wie in einschlägigen Foren immer vermittelt wird. Sie sind die zweithäufigsten Magen-Darm-Parasiten die bei Katzen und Hunden vorkommen.
Giardien werden durch kontaminierte Nahrung oder kontaminiertes Wasser in Form von Zysten aufgenommen. Dies Zysten werden Millionenfach mit dem Kot der Katze ausgeschieden
Diese Zysten sind sehr überlebensfähig, sie bleiben in kaltem Wasser und feuchter Umgebung monatelang infektiös.
Was mich gleich zu der oft empfohlenen Putzaktion mit dem Dampfreiniger bringt.
Giardien sterben erst bei 70 Grad ab, vermehren sich aber rasant in feuchter Umgebung !!!
Die meisten haushaltsüblichen Dampfreiniger erreichen aber keine 70 Grad und selbst wenn, Katzen die Kotreste mit Giardien im Fell hab, verteilen diese in der ganzen Wohnung........ Wer kann schon von sich aus sagen, dass er alles, wirklich alles mit dem Dampfreiniger über 70 Grad erwischt und nicht stattdessen die Vermehrung begünstigt?
Wahrscheinlich niemand. Und dazu kommt, das eine komplett sterile Umgebung Krankheiten begüstigt, weil das Immunsystem dadurch träge wird.
Einige kleine Hygienemaßnahmen sollte man allerdings befolgen.
- Schlafplätze mit kochbaren Handtüchern abdecken und diese im 2-Tagesrythmus tauschen und
waschen
- Klos mit billigem Streu befüllen und ca alle 2 - 3 Tage komplett wechseln und das Katzenklo heiß
(über 70 Grad) ausspülen.
Kot immer möglichst zeitnah raus sammeln.
- Wasser und Trinknäpfe mit kochendem Wasser reinigen.
- Popos der Katzen möglichst sauber halten.
- Händewaschen um die Giardienzysten abzuspülen.
Medikamente
Als allererstes sollte ein großes Kotprofil erstellt werden, kein Schnelltest, da dieser nur die Giarden aber nicht die Höhe des Befalls nachweist.
Dazu sammelt man 3 Tage den Kot aller Katzen und lagert diesen bis zur Abgabe beim Tierarzt im Kühlschrank. Man muß nicht den ganzen Durchfallhaufen einsammeln, kleine Mengen reichen.
Katzstreu kann ruhig dranbleiben.
Tierärzte verschreiben leider oftmals Panacur, ein Entwurmungsmittel, in der Dosierung 5 / 3 / 5 Tage.
D.h. 5 Tage geben, 3 Tage Pause ( Giardien ziehen sich bei Bekämpfung in die Gallengänge zurück und sind für das Medikament nicht mehr zu erreichen) und wieder 5 Tage geben.
Panacur muß zwingend überdosiert gegeben werden, sonst hilft es nicht....
..... was es unserer Meinung sowieso nicht tut, da Erfahrungsgemäß die Behandlung mehrmals wiederholt werden muß.
Zudem kommt, das Panacur schlimme Nebenwirkungen hat. Eine davon ist Durchfall.... ja richtig Durchfall, der ja eigentlich behandelt werden soll !
Panacur zerstört zudem nachhaltig die Darmflora, welches unter Umständen zu langanhaltenden Durchfällen bis zu 6 Monaten führt. Die Darmflora muß medikamentös wieder aufgebaut werden.
Es gibt auch Tierärzte die Metrodinazol verschreiben. Dies ist ein Antibiotikum welches die Giardien an der Fortpflanzung hindert, nicht tötet. Dafür hat dieses Medikament sehr viele Nebenwirkungen wie
z.B. Durchfall, Erbrechen, Ataxie und Fieber. Zudem schmeckt es scheusslich und muß über mindestens 10 Tage in die Katzen gebracht werden.
Die wenigstens Tierärzte geben ein wirklich wirksames Mittel mit.
Kommen wir nun zu Spartrix, ein Medikament welches für Tauben entwickelt wurde und zu 99% bei einmaliger Gabe gegen Giardien hilft!
Tierärzte verschreiben es ungern, weil es nicht für Katzen zugelassen ist. Man kann es aber in vielen Onlineshops kaufen.
Bei einem geringen bis mittelmässigem Befall (großes Kotprofil) reicht eine einmalige Gabe.
Man gibt pro Kilo Katzengewicht 2 Tabletten Spartrix innerhalb einer Stunde. Bitte darauf achten das es im Magen bleibt, ansonsten wiederholen.
Bei einem größeren Befall wiederholt man die Gabe nach eine Woche.
Unsere Tierschutzerfahrungen zeigen, das dies der einfachste und wirksamste Weg ist!
Noch ein paar Tipps:
- Bitte nur Getreidefrei füttern, achtet auch auf Leckerlies ( Giardien "ernähren" sich von
Kohlenhydraten)[/SIZE][/FONT]
[FONT=Verdana, sans-serif]- Schonkost ( gekochtes oder rohes Huhn/ Pute) füttern.
- Die Darmflora während der Behandlung stärken ( z.B. Heilerde ultrafein, 1 Messerspitze zu jeder
Mahlzeit ) und nach der Behandlung gegebenenfalls medikamentös wieder aufbauen.
- Kratzbäume und nicht kochbare Bettchen etc. mit Disifin desinfizieren.
- Ruhig bleiben, Unruhe und Panik überträgt sich auf die Tiere und ein gestresstes Tier kann nicht
gesund werden!
Ich hänge absichtlich keine Quellen an, da dies gesammelte Erfahrungswerte sind, die ich selber erlebt habe, durch meine Tierschutzarbeit kenne und die meine Tierärztin teilweise auch so handhabt.