Gedanken zu Einzelkatzenhaltung

Diskutiere Gedanken zu Einzelkatzenhaltung im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo… Ich weiß, dass Thema ist eigentlich durchgekatscht (wie Jagdwurst mit Wurmtablette drin) und sorgt hier immer wieder für erhitzte Gemüter...
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #1
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goldi

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Hallo…

Ich weiß, dass Thema ist eigentlich durchgekatscht (wie Jagdwurst mit Wurmtablette drin) und sorgt hier immer wieder für erhitzte Gemüter *Baldriantee ausschenk*, aber ich muss einfach mal ein paar Gedanken loswerden.
Da ich niemanden persönlich ansprechen will, mach ich mal was Neues auf. Falls jemand denkt, dass es besser wäre, das irgendwo ranzuhängen, macht ruhig.

Vorweg: Ich habe 3 Katzen. Die Geschwister Samson & Layla kamen im Juni 2010 und Rufus vom Tierschutz im Februar diesen Jahres.
Ich hatte mich damals für das Geschwisterpärchen entschieden, weil ich voll auf Arbeit gehe (damals auch noch ziemlich weit weg vom Wohnort) und sie mir leid getan hätten… fast den ganzen Tag alleine und ich mich natürlich auch hier im Forum eingelesen hatte usw ….
Ich hatte mir nie besondere Gedanken gemacht, ob sie sich brauchen oder zusammen glücklicher oder artgerechter oder was auch immer sind. Sie waren halt immer zusammen und es so gewöhnt. Es war für mich selbstverständlich, dass auch Tierarzttermine zusammen gemacht wurden. Mittlerweile ist Samson aufgeschmissen, wenn er sich nicht bei seiner Schwester unterm Bauch verstecken kann in der Transportbox :shock:.

Als Rufus dazu kam, machte ich mir langsam ein paar mehr Gedanken.
Am Anfang war es besonders für Layla schwer. Die beiden haben sich nicht sonderlich gut verstanden. Und Rufus hat darunter gelitten. Er kam aus ner größeren Katzengruppe und braucht auch die Gesellschaft anderer Katzen.
Mittlerweile verstehen sie sich alle super… putzen sich auch und so. Ich merke, dass Rufus glücklicher ist, wenn er eingequetscht zwischen Layla und Samson im Bett schlafen „muss“… ich sehe wie er sich an sie rankuschelt und sie auch an ihn. Und mir fallen immer mehr Kleinigkeiten auf. Sie suchen sich gegenseitig. Als Rufus mal ein Wochenende beim Tierarzt bleiben musste, hat Samson 2 Stunden geschrieben und ihn gesucht. Als Samson jetzt krank war und alleine zum Tierarzt musste… es war der Horror… und Rufus hat ihn den ganzen Abend nicht mehr aus den Augen gelassen. Sie schlafen nachts immer im selben Raum… und wechseln auch zusammen….

An alle Einzelkatzenhalter: Euch will ja hier keiner was Böses. Auch wenn ihr euch durch den Ton manchmal angegriffen fühlt (bei geschriebenen Worten ist das halt schwieriger).
Die Sache ist ja die… ihr habt eine Katze. Ihr wisst nicht, wie mehrere Katzen zusammenleben (nicht wie ihr mit mehreren Katzen zusammenlebt sondern sie untereinander). Die, die euch Ratschläge um die Ohren hauen, wissen das aber und sehen es jeden Tag. Manche hatten vielleicht auch schon mal eine Einzelkatze und kennen den Unterschied ganz genau.

Ihr habt sicher Recht, wenn ihr sagt, dass eure Katze glücklich ist… dass es ihr gut geht… dass sie nichts vermisst. Aber darum geht es doch gar nicht. Was ihr nämlich nicht wisst: Wäre eure Katze vielleicht glücklicher mit Kumpel? Würde es ihr vielleicht noch besser gehen? Würde sie sich anders verhalten? Vermisst sie vielleicht Gesellschaft?

Vielleicht kann man das ein bisschen verstehen, wenn man mal ein Beispiel hernimmt. Hat mal irgendjemand hier im Forum geschrieben, weiß nicht mehr wer. Ich klau das jetzt mal.
Eine einzelne Katze unter Menschen ist so, als würdest du alleine unter Riesen leben, die weder von deiner Art sind noch deine Sprache sprechen und noch nicht mal deine Körpersprache richtig verstehen.
Wenn ich nur dran denke, wie lange Samson manchmal braucht mir zu verklickern, was er meint… und dann alle 3 mit einem Blick vor mir sitzen der deutlich sagt „maaaaaaaaaaan bist du bescheuert“…

So das wars im Groben. Danke fürs Lesen...

Ich bin am Wochende off... also bitte nicht wundern.

Wünsche euch allen ein sonniges WE (ohne Schnee)
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #2
Hallo goldi,

schönen Beitrag hast du da geschrieben ;-)
Ich wollte einfach nur mal kurz das mit dem "einander suchen" bestätigen. Das ist mir in letzter Zeit auch bei unseren Zwei aufgefallen und ich finde es total putzig! Jedes Mal, wenn die zwei sich in unterschiedlichen Räumen für mehr als 1 Minute befinden, wird sofort nacheinander gerufen. und wenn sie sich dann wieder gefunden haben fangen sie an zu Schwänzeln und sich aneinander zu schmiegen. Dann ist ihre kleine Welt wieder heil :-D Ich finde das jedes Mal so toll anzusehen und mir bricht es schon das Herz, wenn ich nur dran denke, wie es wäre, wenn sie alleine wären.
Bis vor 9 Jahren hatten wir auch noch zwei Siam-Kätzinnen und sie waren wirklich ein Herz und eine Seele. Das merkten wir vor allem, als Guinnes mit 16 Jahren eingeschläfert werden musste. Ihre Schwester Jacky war laut Tierarzt wieder kern gesund und sollte am nächsten Tag wieder von uns abgeholt werden. (sie waren beide ein paar Tage stationär beim Tierarzt). Am morgen nach dem Einschläfern von unserer Guinnes, kam der Anruf vom Tierarzt, dass unsere Jacky nachts einfach gestorben ist. Und selbst der Tierarzt nannte als Grund einfach nur die Trauer um ihre Schwester. Physisch war sie völlig gesund.....und DAS ist der absolute Beweis für mich, dass sich Katzen, die miteinander aufwachsen und alles teilen sich wirklich lieben.
Und deswegen wünsche ich wirklich jeder Katze mind. einen tierischen Freund fürs Leben zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #3
ich sehe das genauso, bis auf Katzen die wirklich nicht mit andern klar kommen. Katzen brauchen sich wie wir Menschen andere Menschen brauchen und das vorallen wenn man den ganze Tag arbeiten geht. Bei uns ist so ne 2 Kompination, die aber auch mal zu dritt beim schmuseln gehen kann. Unser Herr Krause der Freigänger war bis wir hier her gezogen sind, der tobt und kampelt mit den anderen, nur mit den schmuseln hat er nicht viel im Sinn.
Als unsere Sammy damals ins Regenbogenland gegangen ist, haben wir das daheim machen lassen, als die Spritzen ihre Wirkung hatten, haben wir Sammy auf die Couch gelegt udn alle anderen sind wie bei einer Beerdigung an ihm vorbei haben geschnüffelt und sind gegangen. Gustav der beste Kumpel von Sammy ist hochgesprungen, hat ihn geputzt, sich neben ihn gelegt seinen Pfoten über ihn und ist fast eine habe Stunde so liegen geblieben, als wenn er ihm damit zeigen wollte, das er seinen letzten Weg nicht alleine gehen muss. Uns hat es das Herz fast zerissen, dann ist er weggangen und wollte werder trinken noch fressen, wir hatten solche Angst um ihn.
Obwohl die anderen da waren fehlte was und wir haben usn schnell entschlossen für Gustav wieder einen passenden Kumpel zu holen, es wurden dann zwei und so haben wir wie ich schon sagte mal ne zweier mal ne dreier Kuschelvormation.
Niemals hätte ich gedacht das auch Katzen so trauern können.
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #4
ich habe deinen tollen beitrag gelesen und finde du hast einen wunderbaren ton getroffen :). nun möchte ich mich als *bekehrte* auch einmal dazu äussern und hoffe das es dazu beiträgt andere auch zu überzeugen.

als ich mich hier angemeldet habe, nachdem wir unsere Luna *gerettet* haben, musste ich erstmal ob der vielen kritik (bezüglich kitten alleine) schlucken. im ersten moment war ich bedient und finde manch beiträge schon recht ruppig und für einen neuling auch abschreckend. allerdings kann ich es voll und ganz verstehen das die alteingesessenen irgendwann auch keine lust mehr haben auf jeden einzelnen nett einzugehen.
naja, ich hatte mir bei der errettung keine gedanken darüber gemacht das Luna alleine nicht glücklich sein könne. im ersten moment war für mich erstmal wichtig das sie von dem 10 jahre alten jack russel wegkam, der permanente drohte ihr richtig böse etwas anzutun und sie aus ihrer einzelhaft in einem abgetrennten raum zu holen.
fakt war jedenfalls das mein mann total gegen eine 2. katze war, wollte er doch die 1. eigentlich schon nicht wirklich... seine aussage dazu... ich bin kein katzenmensch. aufgrund der vielen plötzlichen privaten kosten ( wir hatten viele hohe ausgaben durch autoreparaturen usw. ), konnte ich es auch nicht gut rüberbringen das eine 2. katze kein problem darstellt. die wende kam als mein mann eine katze von einem kollegen aufnehmen wollte, da er seine beiden dringend abgeben musste ( das 1. jährige kind hat fies allergisch reagiert ). die beiden konnten aber gott sei dank zusammen vermittelt werden und ich habe die gelegenheit beim schopfe gepackt und nicht mehr locker gelassen ;). Unser Dexter ist ein schatz und auch ihm hat man scheinbar keinen schönen start ins leben gegeben, er kam vor 1,5 wochen als fundtier zu uns und was soll ich sagen...

selbst mein mann sagt jetzt, es war die beste entscheidung für unsere süße einen spielgefährten zu suchen. sie ist wie ausgewechselt, ich würde zwar nicht sagen das es ihr die 8 wochen davor schlecht bei uns gegangen ist, denn sie war ja nie länger als 1 stunde alleine, aber sie ist nicht mehr so fixiert auf mich. es ist totaaaaal schön den beiden zuzusehen und ich kann nur jedem dazu raten... niemals ein kitten alleine. ich hatte die letzten wochen ein superschlechtes gewissen... das war nicht schön :/.
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #5
Also ich kann das auch nur bestätigen und möchte noch was zum thema "gegenseitig suchen" sagen:) wenn eine mal ausversehen in die küche huscht und da kurz eingesperrt is (da wir die küchentür immer zumachen) schreit die schwester auf der anderen seite die komplette wohnung zusammen... das war sogar schonmal so schlimm dass unsere nachbarn die polizei rufen wollten (ich war kurz um die ecke was einkaufen) und cora ist mal wieder in die küche geflitscht, aber nicht mehr raus als ich raus bin... naja, da kam ich nach haus und meine nachbarin stand mit telefon in der hand im flur,wollte die polizei rufen weil sie dachte oben schreit ein kind, gsd konnt ichs noch erklären :-D als ich sie dann wieder rausgelassen hab, lagen die 2 den rest des tages wie aneinandergeklebt auf dem sofa :lol: Meine beiden würdens nicht lang ohne einander aushalten...
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #6
Huhu,

ich möchte mich jetzt auch äußern. Achtung, könnte etwas länger werden.

In den letzten Beiträgen zu diesem Thema, die ja teilweise sehr hitzig waren, wurde unter anderem kritisiert, dass sich kaum Einzelkatzenhalter zu Wort gemeldet haben. Das möchte ich hiermit nachholen. Wir haben jetzt den vierten Einzelkater und das ergab sich so:

Zu meinem neunten Geburtstag (vor 38 Jahren also, als die Erde noch eine Scheibe und sowieso alles viel besser war) habe ich meinen ersten Kater bekommen. Tinka, 8 Wochen alt (er konnte noch nicht einmal richtig miauen). Leider haben wir es damals nicht besser gewusst und nach heutigen Maßstäben ein absolutes "No Go" (zu Recht, wie ich heute besser weiß. Er war zu jung und wurde einzeln abgegeben. Ich würde es heute ander machen). Meine Mutter, brave Hausfrau war immer zu Hause und Tinka so gut wie nie allein. Sogar in Urlaub haben wir ihn damals mitgenommen, obwohl alle den Kopf geschüttelt haben. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass er ganz schöne Macken hatte. Heute weiß ich natürlich warum. Als Tinka ca. 4 war haben wir ihn zum Freigänger gemacht, wodurch er wesentlich ausgeglichener wurde. Leider ist er mit 11 Jahren spurlos verschwunden.

Nachdem Tinka 8 Wochen weg war haben wir uns aus dem Tierheim einen neuen Kater geholt. Mikesch. Mikesch war total dürr und hatte eine dicke Bronchitis, die Gsd nicht chronisch wurde. Auf andere Katzen hat er, nach unserer Beobachtung, sehr aggressiv reagiert. Er war ca. 2 Jahre alt und hatte nach kurzer Eingewöhnungszeit Freigang. Es war auch immer jemand zu Hause. Leider konnte er überhaupt nichts mit Kindern anfangen und hat sich nach der Geburt meines Sohnes (1995) sehr zurückgezogen. 1996 mussten wir ihn einschläfern lassen (Katzenaids). Alles einfach nur furchtbar.

Danach wollten alle keine Katze mehr. Heute weiß ich gar nicht mehr, wie ich die Jahre ohne Katze überstanden habe. Bis Januar 2010 mein Bruder auf der Arbeit von einem Kater als neuer Dosenöffner ausgesucht wurde. Da mein Bruder bereits zwei BKH hatte, haben wir Shanks genommen. Ein absoluter Schoßkater, der unendlich lieb und brav war. Leider war Shanks von Anfang an schwer herzkrank. Die TÄ gaben ihm maximal 6 Monate. Er hat bis zum 12.06.2012 bei uns gelebt. Shanks ist nur in unserem Garten geblieben. Hatte sich allerdings mit einem Nachbarn angefreundet, der zwei Siamesendamen hatte. Diese beiden Siamesen (Kennt ihr die Siamesen aus Susi und Strolchi?) waren in der ganzen Nachbarschaft berüchtigt. Aggressiv und frech. Seltsamerweise nicht zu Shanks. Die ältere der Beiden, Kassandra, entwickelte sogar (zum Entsetzen ihrer Katzenschwester Cosima) eine regelrechte Vorliebe für unseren Kater. Sie wartete auf ihn im Garten und hat auch mit ihm gespielt. Kurz vor ihrem Tod(sie war schwer Nierenkrank) hat sie sich sogar von ihm regelrecht verabschiedet. Es war so unendlich rührend. Shanks hat sie tagelang im Garten gesucht. Obwohl unser Nachbar es mehrfach versucht hat, ließ sich die überlebende Schwester nicht vergesellschaften. Inzwischen ging es Shanks zunehmend schlechter, so dass er die Mauer zum Nachbargarten nicht mehr schaffte. Wenn der Nachbar da war, hat er immer gefragt: "Kann Shanks zum Spielen mit Cosima rüberkommen?":mrgreen: Leider hat Shanks zu Cosima nicht das gleiche Verhältnis gehabt wie zu Kassandra. Er hat sie zwar höflich begrüßt, sie aber ansonsten ignoriert. Wenn er nach Hause wollte, hat er sich vor die Mauer gesetzt und so lange miaut, bis der Nachbar kam, uns anrief, und wieder über die Mauer an uns zurückgegeben hat. Das Grab von Kassandra liegt auf der anderen Seite der Mauer, Shanks haben wir ganz in der Nähe beerdigt. Er fehlt uns unendlich und auch der Nachbar hat sehr getrauert. Im Nachhinein glaube ich, dass sich Shanks noch verabschieden wollte. Er wollte drei Tage vor seinem Tod noch einmal unbedingt über die Mauer, hat aber die 10m durch den Garten kaum noch geschafft. Leider war der Nachbar nicht da...........

Da Shanks Tod absehbar war haben wir uns frühzeitig mit dem Gedanken auseinandergesetzt was wir dann machen werden. Meine Eltern sind beide im fortgeschrittenen Seniorenalter (72 + 75 Jahre alt), mein Vater ist Diabetiker und hat leider Parkinson. Er kam mit dem Gedanken ohne Kater weiterleben zu müssen überhaupt nicht klar. Hat bei jedem Tierarztbesuch (in den letzten Lebenswochen von Shanks leider sehr viele) geweint und sich jedesmal verabschiedet. Also hatte der Familienrat schon frühzeitig den Entschluss gefasst. Wenn Shanks nicht mehr da ist, holen wir uns einen neuen Kater. Es soll ein älteres, einzelnes Tier sein, dass wir in Ruhe aussuchen wollten. Shanks musste am 12.06. eingeschläfert werden, er drohte zu ersticken. Einen Tag später sind wir zu dritt ins Tierheim gefahren. Nur um zu gucken. Mir schwante schon etwas als meine Mutter die Transportbox aus dem Keller holte und liebevoll ausgepolstert hat. "Nur für den Fall der Fälle". (Sie hatte die Box bereits auf der Hinfahrt auf dem Schoß). Die Tierheime quellen im Moment förmlich über. Wir haben zwei Stunden gebraucht um durch die drei Gehege zu gehen. Man stolpert förmlich über Katzen, die (fast) alle schmusen wollten. Leider waren uns aber alle zu jung. Im letzten Gehege schließlich haben wir ihn gesehen. Verletzt im Körbchen liegend (Er war mit einem anderen dominanten Kater aneinander geraten und hatte den Kürzeren gezogen). Er hat sofort Köpfchen gegeben und mit meinem Sohn geschmust. Und was soll ich sagen, alles hat gepasst. Rocky (er hieß im Tierheim Sir Ruby) ist ca. 5 Jahre alt (evtl. auch älter) und es wurde die dringende Empfehlung gegeben, ihn allein zu halten (Zitat: Total unverträglich mit anderen Katzen). Er hatte den Ruf ein Problemkater zu sein und die Tierpfleger waren regelrecht entzückt, als wir uns für ihn interessierten. Es wurde uns sogar eine längere "Umtauschfrist" angeboten, wenn wir ihn mitnehmen. Nun wir haben ihn mitgenommen. Er liegt gerade neben meinem Sohn auf seinem Lammfell.:mrgreen:
Rocky erinnert uns alle sehr an unseren allerersten Kater Tinka. Da er (ich vermute er ist auch immer allein gehalten worden) fast die gleichen Macken hat. Er ist extrem eigensinnig (Die vom Tierheim hatten uns ja schon vorgewarnt), frech und manchmal recht angriffslustig. Er hält sich für den Nabel der Welt und ist bei uns extrem anhänglich und (wenn er will) sehr schmusig.
Eigentlich sollte Rocky Freigänger werden, zu unserer Überraschung will aber nicht alleine raus. Sobald meine Mutter, oder ich, zurück ins Haus gehen, rennt er hinterher. Man kennt ja auch seine Vorgeschichte nicht. Er ist bestimmt ausgesetzt worden. Wir haben zum Glück ein großes Haus und es ist immer jemand da, der mit Rocky tobt, oder spielt.
Unser Nachbar wollte natürlich wieder, dass der Kater über die Mauer zu ihm rübergelassen wird. Höm, Rocky hat auf Teufel komm raus gefaucht und dem netten Nachbarn erst einmal seine Krallen gezeigt. :evil:. Dieser hat zum Glück viel Humor und ist absoluter Katzenliebhaber. :mrgreen:Wir konnten gerade noch verhindern, dass die Siamesendame attackiert wurde. Die Miau- und Knurrgeräusche waren echt unterirdisch.:shock: Cosima hat seitdem Angst vor Rocky, wenn sie allein im Nachbargarten ist und ihn sieht flüchtet sie ins Haus.
In der nächsten Gartensaison werden wir einen neuen Versuch starten, bis dahin abwarten und Tee trinken. Es ist nicht immer einfach, sich mit so einem (leicht verkorksten) Einzelkater auseinanderzusetzen. Zum Glück haben wir mittlerweile genug Katzenerfahrung um seine Macken zu kompensieren und wir haben es ja auch nicht anders gewollt. Auch wenn es manchmal schwierig ist, würden wir ihn um nichts in der Welt wieder hergeben. Er kann ja nichts dafür.

Vielen Dank für Lesen, tut mir leid das es ein Roman geworden ist.

LG
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #7
So dann bin ich jetzt dran mit meinem Roman:mrgreen:

Ich habe damals als ich noch keine Katzen hatte (aber schon immer ein totaler Katzenfan war und unbedingt eine haben wollte) bei einer Vermieterin gewohnt die bei der Katzenhilfe mitgeholfen hatte und PS angeboten hat.
Oft habe ich beim Füttern der Tiere geholfen und bin so mit einem jungen Kater in Kontakt gekommen. Er war sehr ängstlich und hat sie nie gezeigt weshalb er als einzigster aus dem Wurf nicht vermittelt wurde. Ich habe nach und nach sein Vertrauen gewonnen und irgendwann durfte er mit hoch in meine Wohnung. Er war damals mein ein und alles und wir hingen sehr aneinander. Er hatte richtige Menschliche Charakterzüge wie man sie selten bei Katzen sieht.

Unser Ritual bestand darin das ich nach der Arbeit die Wohnungstüre zu mir aufgeschlossen und danach im Keller die Tür zum Katzenzimmer geöffnet habe. Der Kleine Kerl hat mich dann immer freudestrahlend begrüßt und wir haben miteinander ausgiebig geschmust. Danach ist er hoch in meine Wohnung geflizt und ich hinter drein. Anfangs habe ich ihn abend wieder runter gebracht in dem ich wieder beide Türen geöffnet und ihn im Katzenzimmer ausgiebig verabschiedet habe. Später durfte er bei mir übernachten und musste morgens erst wieder runter.

Doch eines Tages war es anders als ich die Tür zum Katzenzimmer geöffnet habe waren andere Katzen ins seinem alter (damals ca. ein halbes Jahr) mit im Zimmer. Also muss meine Vermieterin wohl neue Pflegekitten aufgenommen haben dachte ich. Nun trotzdem war alles beim alten und mein Kleiner Kerl kam wieder mit mir hoch. Das ging ca. eine Woche so bis alle Katzen wieder vermittelt waren. Bis auf ein Kater der sehr ängstlich und aggresiev war, diesen bekam meine Vermieterin erst eine Woche später vermitelt. Leider kam ich an diesen Kater so garnicht ran er blieb auch mir gegenüber sehr aggresiev. Aber dafür kam der kleine Kerl an ihn rann und hatte sich mit ihm angefreundet. So das ich die Türe aufmachte und nach der Begrüsung niemand an mir vorbeiflizte sonder mich 2 Augen flehend und bittend angeschaut haben. Immer wieder blickte er zu seinem Freund und dann zu mir. Mauzte und bettelte. Das war eindeutig und ich lies mich überreden.

Der kleine Kerl mauzte darauf hin seinen Freund auffordernd an und zeigte ihm den Weg nach oben. Dort richtete seie Aggresion und ängstlichkeit ein rießiges Caos an so das der Kater wieder runter musste. Mein kleiner Kerl hat sich dafür sehr geschämt und sich tausend mal entschuldigt (ja das meine ich wie ich es schreibe). Am nächsten Tag musste er sich entscheiden, entweder mit mir hoch oder bei seinem Freund bleiben. Die entscheidung fiel ihm sichtlich schwer aber er kam mit hoch.

Tja und das ende vom Lied war das beide irgendwann erfolgreich vermittelt werde konnten. Ich hätte meinen kleinen Kerl wie ich ihn immer nannte gerne behalten aber Zeit und Finanzen liesen es damals nicht zu. Vergessen werde ich es aber nie und zeigte mir deutlich das Katzen durch aus sehr Soziale Wesen sind die einander brauchen.
 
  • Gedanken zu Einzelkatzenhaltung Beitrag #8
Hey...

schön zu lesen, wie es bei euch war (und ist) und dass ich mir das nicht einbilde.

Klar, es gibt sicher Katzen, die alleine glücklicher sind. Warum sei mal dahingestellt. Und wenn so eine Einzelkatze dann Einzelkatze sein darf, ist das ja auch ok. Aber es ist einfach so, dass Katzen vielleicht sozialer sind, als manche glauben. Selbst Katzen aus dem Tierheim, die als Einzelkatzen ausgewiesen sind, sind das nicht immer. Irgendwer hier im Forum (ihr müsst entschuldigen, dass ist das Alter.. mein Gedächtnis... *hüstel*)... hatte auch einen ausgewiesenen Einzelkater ausm Tierheim, der jetzt glaub ich in ner Gruppe glücklich mit anderen Katzen lebt... schlagt mich, wenn ich was falsches erzähle. Solche Beispiele gibts auch. Es ist halt bei solchen Tieren schwierig, ich mein im Tierheim wollten vielleicht manche Katzen keinen Kontakt zu Artgenossen.... aufgrund von Platzmangel... Futterneid... oder was weiß ich. Vielleicht haben manche auch einfach Problem mit größeren Katzengruppen? Oder es war kein geeigneter Kumpel da? Ich weiß es nicht.... aber ich finde, man sollte es probieren....
 
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