Kaufvertrag - wie weit darf es gehen?

  • Ersteller des Themas Kevy
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SoulDream

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@Westpark
Das ist leider sehr, sehr schade das sie Züchter und solche die sich so nennen, quasi nicht die Nohne für eine, wie ich finde, wichtige Sache begeistern können. Ich für mich habe, nachdem ich wußte
das ein solcher Vertrag null und nichtig eigentlich ist, keinen mehr ausgegeben.

Für mich als Züchter und auch Interessent an Tieren ist wichtig:
- das sie aus einer guten Halung kommen (sauber, ordentlich, gepflegt)
- das sie artgerecht versorgt werden
- die Chemie zwischen dem "Ver/Käufer" und mir muss stimmen

Als Züchter kommt noch hinzu, das ich mich persönlich ganz besonders um meine Tiere kümmere, egal ob in Trächtigkeit, krankheit oder auch so, sie sollen sich wohlfühlen. Das zählt für MICH als selbstverständlich! Was genauso wichtig ist, das ich dem Interessenten NACH dem Kauf auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehe und nicht:
Aus den Augen, aus dem Sinn.
 
ZweiZwucks

ZweiZwucks

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In meinem Fall haben das Vertragsprozedere und die Vertragsinhalte mein Vertrauen in die Seriosität der Züchterin 100%ig untermauert.

Die Erstbesitzer von Lucky und Daisy wollten sich aus bestimmten (mir transparent dargelegten) Gründen von beiden Katzen trennen. Sie haben die Züchterin, die das Vorkaufsrecht vertraglich geregelt hat, dementsprechend informiert. Ich war an beiden Katzen interessiert und habe sie gemeinsam mit der Züchterin bei den Erstbesitzern besucht. Und klar, das sollten meine werden!

Die Züchterin hat die Katzen zum im Vertrag verankerten Rückkaufspreis zurückgekauft und mir danach zu demselben Preis wieder verkauft. Meine Vertragspartnerin war und ist also die Züchterin und nicht irgendwelche Privatleute.

Hätten beide Katzen bei ebay (o.ä.) zum Verkauf gestanden – ohne die „Schleife“ zur Züchterin -, hätte ich sie nicht gekauft. Wäre mir zu unsicher gewesen.

Eine Kastrations- und Zuchtverbotsklausel gab es in diesem Fall natürlich nicht, da beide Tiere ja schon lange kastriert waren, ansonsten hätte ich beides selbstverständlich und gerne unterschrieben.
Ansonsten habe ich mich vertraglich zu artgerechter Tierhaltung, medizinischer Kontrolle und einem Verzicht auf ungesicherten Freigang verpflichtet. Der Züchterin räume ich wiederum das Rückkaufsrecht ein und teile ihr einen Wohnortwechsel mit. Sie hat das Recht, sich meine Haltungsbedingungen anzuschauen und hat das auch gemacht, was ich super fand.

Selbstredend nicht unangekündigt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es in Extremfällen durchaus berechtigte Gründe gibt, auch unangekündigt aufzukreuzen, wenn man den Verdacht einer nicht tiergerechten Haltung hat oder es Indikatoren gibt, dass mit einem Tier „vermehrt“ werden soll.
Aber zurück zu mir: Alles fein, das wirkte auf mich keinesfalls einschüchternd, im Gegenteil: Als Katzenanfängerin habe ich mich dadurch gut aufgehoben gefühlt, und dies hat sich in der Folge ja auch voll und ganz bestätigt.

Im Gegenzug verpflichtet sich die Züchterin u.a. vertraglich, mir auch bei Fragen und Problemen unterstützend zur Seite zu stehen. Probleme gab es nicht, Fragen schon, und die zugesagte Unterstützung habe ich bekommen. Besser ging gar nicht.

Verdient hat die Züchterin übrigens nix bei der Aktion. Zeit hat sie jede Menge investiert.

Und nun kommt bald der kleine Quincy – natürlich aus derselben Cattery (gell, Nic?)!


LG

von den zwei Zwucks und mir
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Die Züchterin hat die Katzen zum im Vertrag verankerten Rückkaufspreis zurückgekauft und mir danach zu demselben Preis wieder verkauft. Meine Vertragspartnerin war und ist also die Züchterin und nicht irgendwelche Privatleute.
Und hier ging es der ZÜchterin (nämlich mir) darum, dass ich nur dann eine Chance habe, mir wieder ein Vorkaufsrecht einzuräumen, wenn ich selbst wieder Vertragspartnerin der neuen Besitzerin bin. Hätten jetzt die ersten Dosis einen Vertrag mit ZweiZwucks geschlossen, wäre ich außen vor gewesen.

Ansonsten habe ich mich vertraglich zu artgerechter Tierhaltung, medizinischer Kontrolle und einem Verzicht auf ungesicherten Freigang verpflichtet. Der Züchterin räume ich wiederum das Rückkaufsrecht ein und teile ihr einen Wohnortwechsel mit. Sie hat das Recht, sich meine Haltungsbedingungen anzuschauen und hat das auch gemacht, was ich super fand.
Nun gut - machen wir uns nichts vor - zur artgerechten Tierhaltung verpflichtet schon das Tierschutzgesetz. Sowohl die Verpflichtung zur regelmäßigen medizinischen Kontrolle, wie auch der Verzicht auf unkontrollierten Freigang könnte man nie wirklich durchsetzen (da wäre dann der §903 BGB davor) - und wenn mir ein Wohnungswechsel nicht mitgeteilt wird, mache ich natürlich auch nix. Das muss man schon mal realistisch sehen.

Die Haltungsbedingungen schaue ich mir in der Regel bei der Übergabe an - wobei ich den Käufern dabei auch immer sage, dass es mir nicht nur um "Kontrolle" geht, sondern auch darum Tipps und Hinweise zu geben, die der Sicherheit der Katzen dienen. Gerade Neu-Dosis sind in der Regel immer sehr dankbar dafür.

Und das Vorkaufsrecht ist es in meinen Verträgen so geregelt, dass die Leute von mir das gleiche Geld bekommen, als wenn sie die Katzen selbst im Internet anbieten. Nur eben viel unkomplizierter - ein Anruf genügt. Damit versuche ich einfach sicher zu stellen, dass die Leute sich wirklich zuerst an mich wenden und nicht meine Katzen irgendwo "verramschen".

Selbstredend nicht unangekündigt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es in Extremfällen durchaus berechtigte Gründe gibt, auch unangekündigt aufzukreuzen, wenn man den Verdacht einer nicht tiergerechten Haltung hat oder es Indikatoren gibt, dass mit einem Tier „vermehrt“ werden soll.
Nun - auf die Idee mit "unangekündigt" käme ich jetzt auch nicht wirklich ... wobei natürlich auch das keinesfalls durchsetzbar wäre.

Und nun kommt bald der kleine Quincy – natürlich aus derselben Cattery (gell, Nic?)!

... seit heute sogar seine Papiere hat ;-)
 
K

Katzekratz

Gast
Hallo Leute,
für mich als Züchter auch immer wieder ein sehr interessantes Thema.
Ich schreibe hier nun auch nicht, weil ich Streitpunkte auffrischen will oder ein pro und kontra dazu geben will-nein, es ist wirklich auch für mich noch lehrreich und auch ich habe mich schon in Sachen Verträgen auseinandergesetzt und mit anderen Züchter gesprochen.
Vieles wurde ja schon angeschnitten, was rechtlich durchsetzbar ist, was nicht, was unseriös erscheint usw.

Meine Auffassung dazu:
Reinschreiben kann man natürlich alles, aber alles ist nicht Rechtens.
Und auch ich finde, das einige Verträge echt abschreckend sind und abschrecken nützt gar nichts.
Ich rede mit meinen Käufern, erkläre Ihnen einige Klauseln, warum ich diese habe, wie z.B. warum ein oder 2(z.B. jemand nimmt Geschwisterpärchen, Katze u. Kater) Liebhabertier bis zu einem bestimmten Alter kastriert sein sollte!
Stammbäume gebe ich immer mit, es sei denn ein Tier ist auf Ratenzahlung, dann wird hinzugefügt, das die Katze bis zur vollständigen Bezahlung mein Eigentum ist.
Der Stammi gehört zum Tier einfach dazu, und das nicht herausgeben vor Kastra, gibt mir keine Sicherheit, das nicht doch damit ein Wurf gemacht oder vermehrt wird.

Dann behalte ich mir das Recht vor,angemeldet und zu angemessenen Zeiten nach dem Tier erkundigen zu dürfen, bzw. einen Besuch abzustatten.
Dies kam aber noch nie vor, hatte bis jetzt tolle Leute, man muß nicht mit jedem Freundschaft schließen (wenn es sich ergibt-haben wir auch, dann ist es schön )denn wer will schon den Züchter mit kaufen.
Ich freue mich, von meinen Adoptiveltern und Katzen zu hören, eben so über Bilder und mal ein Telefonat und so sage ich es auch.

ich biete an, das jederzeit ich bei Fragen oder Problemen für meine Adoptiveltern und Katzis da sein werde.

Bei Fragen zum Freigang, erkläre ich, das sie ihr geliebtes Kätzchen doch sicher nicht den gefahren aussetzen wollen, aber das ich gegen eine Katzensichere Terrasse oder gesicherten Balkon und sogar spielen mit Aufsicht in sicherer Umgebung nichts habe, aber verbieten kann man den Leuten es nicht, ich kläre lieber auf, als mit irgendwelchen Klauseln um mich zu werfen und abzuschrecken, was nützt mir das, wenn die Leute denken, ja, ja-sabbel man.

ich hinterfrage auch viel, aber ich quatsche die Leute nicht mit dem voll, was mir nicht passt und hau mit Verboten oder Klauseln um mich und die Leute waren mit meinen Verträgen immer einverstanden und Verträge sind ja eigentlich auch dazu da um einzuhalten, wenn mir ein Vertrag nicht passt, brauche ich ja nicht zu unterschreiben.

Ich glaube auf die Art wie man mit den Leuten spricht, kommt es an, und bin damit bestens gefahren.

Ich denke, in einem sind wir uns aber alle einig: Wenn ich ein Auto kaufe, kann mir der Verkäufer auch nicht vorschreiben, das ich damit nur bis ... ? fahren darf !

LG
 
S

SoulDream

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@katzekratz
So soll es ja auch sein, das man drüber spricht. Nichts finde ich schlimmer als Züchter wie Interessenten, die die Zähne nicht auseinander bekommen. Weder bei der Beratung, noch beim Kauf oder gar auch hinterher falls noch Fragen/Probleme sind.
 
A

Anabelle

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Hallo,
ich schreibe hier mal weiter, obwohl ich gesehen habe, dass die Duskussion schon älter ist.
Aber der Titel passt: Es geht um einen Musterkaufvertrag für eine Katze und da steht:

Der Käufer hat den schriftlichen Anweisungen des Verkäufers über Haltung, Pflege und Fütterung Folge
zu leisten. Die Einhaltung dieser Anweisungen darf vom Verkäufer jederzeit überprüft werden.

https://w9a9h6i6.ssl.hwcdn.net/cmsfiles/vertrag/kaufvertrag_katze.pdf

Und da denke ich: Das kann doch wohl nicht rechtens sein?!?
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Hallo,
Und da denke ich: Das kann doch wohl nicht rechtens sein?!?
Also erst einmal haben wir in Deutschland Vertragsfreiheit, was bedeutet, jeder kann in jeden Vertrag erst einmal reinschreiben was er will.

Was im Zweifelsfall rechtlich durchsetzbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Diesn Vertrag, den du da gepostet hast, ist auf Grund zahlreicher Klauseln nichtig - und da er nicht mal über eine salvatorische Klausel verfügt, auch in Gänze.

Hier hat jemand aber zwei ganz wesentliche Dinge vergessen: erstens sind wir als Züchter als Unternehmer zu sehen und insofern müssen unsere Verträge dem Verbrauchsgüterkauf nach BGB - inkl. zweijähriger Gewährleistung - genügen. Zweitens haben wir noch einen Paragrafen 903 BGB, der das Eigentumsrecht regelt. Und genau an der Stelle hakt ja auch die von genannte Formulieren. Auch die Nummer mit der Rückforderung des Tieres, wenn der Käufer gegen die Anweisungen verstößt ist absolut nicht durchsetzbar. Da hat aber jemand so überhaupt nicht aufgepasst.

Und wie kann man so dumm sein "die vollkommene Gesundheit der Katze" zu GARANTIEREN???

Und bei versteckten Mängeln komme ich mal mit einer 20 Tagesfrist auch nicht hin.
Wer das als Käufer unterschreibt, braucht sich an überhaupt gar nichts halten ... ach ja - doch er kann die Konventionalstrafe einfordern, wenn das Tier doch krank wird - da der Verkäufer ja die "vollkommene Gesundheit" garantiert hat :mrgreen::mrgreen:

Grüße,
Nic

Edit: ich sehe gerade, dass ist ein Kaufvertrag, der von markt.de vorgeschlagen wird. So wie man in anderen Portalen (Immoscout, mobile usw.) auch schon mal Musterverträge bekommt. Nun - da hat aber bei markt.de jemand so ganz richtig gepennt und Null Ahnung.

Es ist ja schon ein Riesenunterschied, ob ich als Züchter oder als Privatperson eine Katze verkaufe ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Westpark-Nic

Westpark-Nic

1.864
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das verstehe ich nicht, mal von abgesehen, das ich denke du weißt deine verträge zu gestalten.
die bist privatperson und kannst deine verluste, durch die katzenzucht, nicht geltend machen.
Jetzt verwechselst du etwas: wie ich meine Verträge gestalte, hat nichts damit zu tun, ob ich Verluste geltend machen könnte oder Gewinne versteuern müsst.

Als Privatperson, die gelegentlich etwas aus ihrem Eigentum verkauft (also z.b. bei Ebay, auf dem Flohmarkt - oder eben der Liebhaber, der seine eigene Katze verkauft) ist man eben tatsächlich reine Privatperson, die einen Vertrag recht frei gestalten kann und vor allem "unter Ausschluss von jeglicher Gewährleistung".

Dass wir als Züchter als Unternehmer gelten hat nichts mit Gewinn oder gewerblicher Zucht zu tun. Aber der Gesetzgeber sagt, dass jemand, der regelmäßig etwas verkauft dem Verbraucher gegenüber im Vorteil ist. Aus diesem Grund gibt es den sogenannten Verbrauchsgüterkauf im BGB. Hier geht es darum, den Verbraucher besonders zu schützen, um den Nachteil der Erfahrung des Verkäufers auszugleichen.

Auch wenn ich als Züchter keine Gewinne mache, geschweige denn davon leben könnte, verkaufen ich (und andere Züchter) doch "regelmäßig". Und wenn es nur ein Wurf alle zwei Jahre ist ... ist ja eine gewisse Regelmäßigkeit zu erkennen.

Und damit sind wir z.B. verpflichtet, ganz andere Bedingungen zu beachten, wenn wir einen Vertrag gestalten.
Wenn dihc das weiter interessiert, dann google doch mal Defintion Unternehmer und Verbrauchsgüterkauf. Gibt da auch ganz interessante Urteile zu.

Grüße,
Nic
 
Zuletzt bearbeitet:
Schischa

Schischa

5.141
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und wie oft kann ich dann so eine katze verbrauchen?

brauche glücklicherweise nicht nach zu sehen,
danke daß du mir auf die sprünge geholfen hast.

grüße,
werner
 
A

Anabelle

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Danke für lange Antwort, Westparc-Nic.
Du scheinst dich ja richtig gut auszukennen.

So einen Vertrag werde ich dann also auf jeden Fall unterschreiben, damit ich die Kohle bekomme, wenn das Tier mal krank wird.:razz:
 
Geek

Geek

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Kicher, ich habe auch mal den Vertrag gelesen und bin ganz bei Wetpark-Nic.
Die "garantierte vollkommene Gesundheit" ist wirklich ein Hammer, da kann man ja sogar noch den Kaufpreis hochhandeln, der doppelte Kaufpreis als Konventionalstrafe deckt dann auch eine teure TA-Rechnung. :mrgreen:
(Ok, die Euros werden nicht so leicht rausgerückt, aber jeder Rechtsanwalt freut sich über so etwas)
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

1.864
100
Danke für lange Antwort, Westparc-Nic.
Du scheinst dich ja richtig gut auszukennen.
Nun - ich züchte inzwischen seit fast 15 Jahren. Und ich war immer der Ansicht, dass es ein MUSS ist, dass sich ein Züchter auch eben mit so einem - für viele eher trockenem - Rechtskram auskennen muss.

Ich mache die Verträge ja in erster Linie zum Schutz meiner Tiere (wenn du in diesem Thread etwas weiter oben gelesen hast, schreibt ja eine meine Kittenkäuferinnen, wie sie das erlebt hat).
Und diese Schutz ist eben nichts wert, wenn ich keinen ordentlichen Vertrag aufsetzte. Wer keine Lust hat, sich damit intensiv auseinanderzusetzten, sollte wenigstens das Geld in die Hand nehmen und sich einen ordentlichen Vertrag beim Anwalt machen lassen.

Wer zu dumm oder zu geizig ist ... sollte sowieso besser nicht züchten.
 

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