Frage an die Züchter

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K

Kunichen

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Hallo,

ich habe mal eine Ernstgemeinte Frage an die Züchter. Eins vorweg, ich will keinen Krach anfangen oder ähnliches. Ich hätte nur mal gerne Antworten.

Eine Bekannte wollte eventuell auch BKH´s haben, daher habe ich mich mal etwas im Internet umgeschaut.

Wie kommen die Preisunterschiede zustande ? Ein Züchter verlangt 300€, ein anderer 750€. Wenn man
sich hier umliest, heißt es ja von den Züchtern immer, dass man eigentlich an der Katze nichts verdient. Wenn ich nun bei jedem Züchter die gleiche "Leistung" bekomme. Also geimpftes, gechipptes Tier usw. Wie rechtfertigt sich dann der Preisunterschied von 400€ ?
Und wenn man angeblich nichts verdient ? Wozu züchten dann soviele ? Und wieso möchten die Züchter keine Tiere abgeben, wenn sie nicht kastriert werden ? Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz ? Wie kommen denn dann die neuen Züchter zu frischem Blut in ihren Linien ? Oder will man so die Konkurrenz vermeiden ?

Und wie sind die ganzen Züchter eigentlich Züchter geworden, wenn man eine Rassekatze ja nur bekommt, wenn man 1000mal versichert, dass man keinen Nachwuchs bekommt ?

Mir ist das alles sehr suspekt. Gut, ich habe meine Katzen bei einem Züchter gekauft und auch ohne Murren bezahlt, weil ich eben diese wollte. Aber mit Lebewesen Geld zu verdienen, gefällt mir nicht wirklich.

Danke schon im voraus :)

Liebe Grüße
Kunichen
 
K

Kunichen

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Danke für die Links.

Aber die Preisunterschiede sind mir noch nicht wirklich so ganz klar. Bevor wir unsere BKH´s zu uns genommen haben, stand auch mal das Thema Norweger im Raum. Die Züchterin wollte damals 750€/Tier. Dass es jetzt die Norweger nicht geworden sind, lag eher an den Katzen an sich als an dem Preis. Wieso können andere Züchter, die ebenfalls mit Stammbaum verkaufen auch Tiere für 500€ abgeben ?

Und wo bekommen die Züchter Ihre Zuchttiere her, wenn doch andere Züchter reinrassige Tiere nur abgeben, wenn sie halt unfruchtbar gemacht werden sollen ?
 
Leviria

Leviria

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Der Preis ist teilweise auch vom Futter, Streu und Co abhängig.
Der Stammbaum ist ja meist das günstigste.

Dazu kommt aber noch die ärzliche Untersuchung der Elterntiere (Schall, Tests auf typische Krankheiten, ect.).
Die kleinen müssen auch geimpft und entwurmt werden bis zur Abgabe.

Brauch ein Züchter ein neues Zuchttier, dann fragt er da speziell an und es wird einen anderen Vertrag mit dem Käufer geben, als mit einem der ein Liebhabertier kaufen will.

Es gibt Züchter, die wollen wenigstens Futterkosten, Streukosten, Impfe, Entwurmung und ärztliche versorgung während der trächtigkeit und danach mit dem Verkauf der Tiere wieder drin haben, um wenigstens auf ein plus minus Null zu kommen.
Andere Züchter verzichten auf diese plus minus Null Rechnung, legen gerne selbst drauf und geben die Tiere so günstiger ab.

Hierbei geht man aber immer davon aus das der Züchter seriös ist, also alle ärztlichen Tests bei den Elterntieren macht, das Muttertier rundum versorgt wird mit hochwertigem Futter und den nötigen ärztlichen Untersuchungen während der Trächtigkeit, das die Jungtiere runum versorgt werden mit ebenfalls hochwertigem Futter und natürlich Impfe und Entwurmung (teilweise sogar Frühkastration) und das die Jungtiere alle bis mind. 12 Woche beim Züchter sind.

"Billigzüchter", unseriöse Züchter geben schonmal kein bis kaum Geld für die ärztliche Untersuchung der Elterntiere aus, geben günstiges Futter, geben die Jungtiere vor der 12 Woche ab und dann auch teilweise ungeimpft ... wenn soclhe Züchter dann 700€ verlangen, dann kann man shcon fast davon ausgehen das sie beim Verkauf aller Kitten gewinn machen.

Seriöse können ihre Ausgaben allerdings damit kaum decken, geschweige denn Gewinn damit erwirtschaften.

Und das Kastrationsverlangen kommt oftmals daher, das die Züchter natürlich sich keine weiteren Konkurenten machen wollen und vorallem wollen sie ihren Schützlingen so einiges an Stress mit einer Trächtigkeit und Geburt bei womöglich unwissenden Liebhabern ersparen. Sie wissen ja oftmals was alles schlimmes passieren kann, welch enorme Verantwortung auf ihnen lastet, das alles gut geht bei der Trächtigkeit und Geburt. Oftmals wollen sie diese Verantwortung nicht an Unwissende weitergeben, die eh nur ein Liebhabertier wollen.

Und viele züchten mit dem Hintergrund des Tierschutzes, um eine Rasse und spezielle Merkmale aufrecht zu erhalten, aber nicht um sinnlos zu vermehren. Es ist also auch eine Sache des Tierschutzes, das sie auf kastration von Lieberhabertieren bestehen.

edit: ich bin auch keine Züchterin, aber das sind so Punkte die ich mir denken kann und vorallem das mit der Kastration ist die Begründung einer befreundeten Züchterin. Sie will die Verantwortung einer Trächtigkeit/Geburt keinesfalls an Unwissende übergeben.
 
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M

Moehrchen79

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Hm also ich bin kein Züchter, aber ich kann mir das relativ leicht erklären. Alleine die Futterkosten können ja arg schwanken, das sieht man ja an den eigenen Katzen. Meine Kleine frisst gerade nur das teuerste Futter (13 Euro pro Kilo :shock: ), was ich ihr gern ein bisschen abgewöhnen möchte, denn bei bald zwei Kitten, die zusammen mindestens 600g am Tag verputzen bin ich da im Monat wär ich dann bei knapp 250 Euro im Monat nur für Nassfutter. Mit schlechtem Billigfutter kann man seine Katze auch für 2 € pro Kilo füttern, dann kommt man bei der gleichen Menge gerade mal auf ca. 40 € für zwei Katzen pro Monat. Schon ein gewaltiger Unterschied.

Ebenso können Tierarztkosten regional sehr schwanken, ebenso gibt es große Unterschiede zwischen Land und Stadt. Einige Züchter geben die Katzen mit Gesundheitszeugnis ab und lassen anhand eines Bluttests auf verschiedene Krankheiten testen, auch das sind zusätzliche Kosten.

Daher würde ich nie eine Katze zu günstig kaufen (500 € für ein Kitten sind bei mir schon Untergrenze, ab 600 € aufwärts habe ich da ein wesentlich besseres Gefühl). Sicher ist ein höherer Preis keine Garantie dafür, dass ein Kitten besser ernährt und versorgt wurde, aber man bekommt ja auch einen guten Eindruck beim Züchterbesuch, sieht wie wohl sich die Kätzchen fühlen, wie gut sie sozialisiert werden, wie gut sie auf den Menschen ansprechen, ob sie einen gesunden Eindruck machen, etc.

Ein zu günstiger Preis ist jedoch für mich auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass irgendwas nicht stimmen kann.

Warum Menschen trotzdem züchten, auch wenn man nichts daran verdient? Nun, es ist für viele vermutlich einfach ein Hobby und ein tolles Gefühl, die Kleinen aufzuziehen, die Rasse zu erhalten und eigene Zuchtziele durchzusetzen. Und Hobbys bringen meistens kein Geld, man fragt ja auch nicht, wieso jemand Tennis spielt, wenn er damit nichts verdient ;-)

Edit: War zu langsam, Leviria hat ja eigentlich alles schon gut erklärt :)
 
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Florence

Florence

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Liebhabertiere werden von SERIÖSEN Züchtern kastriert abgegeben, damit nicht jemand auf die Idee kommt, mal munter mit dem unkastrierten Tier los zu vermehren.
Alleine die Kastration einer Katze kostet ja schon um die 100€, die bei den 700€ dann natürlich mit drin sind.

Züchter verkaufen natürlich durchaus auch an andere Züchter. Das ist doch logisch. Aber das sind dann in der Regel auch wirklich nur Tiere, bei denen alles stimmt und die die Zuchtvoraussetzungen erfüllen.

Gerade die Tiere, die an Liebhaber abgegeben werden, haben schon mal "Makel", die sie eben für den Einsatz in der Zucht unbrauchbar machen. Bei den Siamesen zB Knickschwanz und Schielen. Bei anderen Rassen sind es eben andere "Makel".

Und die Preisunterschiede erklären sich oft wie folgt :

Derjenige, der seine Kitten für 700€ abgibt, spart an nichts. Er nimmt das beste Futter, füttert Rohfleisch, anstatt billiges Trockenfutter und ab und an mal ebenso billiges Nassfutter zu geben. Er benutzt gute und teure Qualitätskatzenstreu und nicht irgend einen staubigen Billigmist, der bei den Kleinen zur Staublunge führt.

Er hat nicht nur ein oder zwei billige, wackelige Kratzbäumchen rumstehen, sondern stabile Qualitätsware, die eben nicht nach dem ersten Wurf ausschaut, als wären schon Hunderte von Kitten über den Baum hergefallen.

Er lässt die beste medizinische Versorgung zukommen. Die Tiere werden tatsächlich mehrfach entwurmt, es wird nicht nur so daher gesagt. Denn nur, weil der "Billigzüchter" angibt, seine Kitten sein mehrfach entwurmt, muss das nicht stimmen. Oder man nimmt anstatt der teuren Milbemax Wurmkur eine große Wurmkur für Pferde und gibt davon jedem kitten mal so nen halben Zentimeter.
Eine Milbemax kostet 7€, eine Wurmkur fürs Pferd etwa 9€. Damit kann ich aber zigmal etliche kitten entwurmen.

Ist das genauso gut und wirkungsvoll wie Milbemax? Nee, ganz sicher nicht.
Und genau das habe ich selbst schon mit ansehen müssen, wie aus einer pferdewurmkurspeitze einer Katze die Paste eingeflößt wurde. :evil:

Und alles in allem verdient er dann eben an den 700€ auch nichts mehr. Er hat eben nur wesentlich mehr in seine Kitten investiert, als jemand, der die Tiere für 350€ abgibt.

Geiz ist Geil beim Kittenkauf ist der größte Fehler den man machen kann.

Denn das, was man beim Kaufpreis spart, hat man nachher doppelt und dreifach an Tierarztkosten zu tragen.

Und ich sage das nicht daher, ich spreche aus leidvoller Erfahrung.

Leidvoll, weil alle drei Tiere vom Vereinszüchter krank waren und schlimm gelitten haben, leidvoll, weil mich die Tierarztkosten bald in den Ruin getrieben haben.

Niemals mehr würde ich beim Kittenkauf sparen.

Und es war auch damals bei mir keine Geiz ist Geil Mentalität, sondern einfach nur Unwissenheit.
 
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saurier

saurier

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[...] Aber die Preisunterschiede sind mir noch nicht wirklich so ganz klar. [...]
Meiner Erinnerung nach wird das in mindestens drei Threads thematisiert, aber ich mag michirren :wink:, dann noch mal das:

https://www.katzen-forum.de/zucht-g...echter-erfahren-ausser-v-zuechter-direkt.html

https://www.katzen-forum.de/katzen/...er-kitten-zucht-showqualitaeten-papieren.html

http://www.blue-bkh.de/preis_einer_rassekatze.htm

@Tanja: Eine Sache würde ich nicht ganz so absolut sehen, ich kenne SEHR seriöse Züchter (und du auch :wink:), die keine Freunde der Frühkastra sind und Kitten auch unkastriert (mit entsprechendem Vertrag) abgeben, das ist für mich nicht zwingend ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein.
 
Florence

Florence

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Heike, ich wollte damit nur sagen, dass unseriöse Züchter/Vermehrer das sicher nicht tun würden.

Blöd formuliert
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Eins vorweg, ich will keinen Krach anfangen oder ähnliches. Ich hätte nur mal gerne Antworten.

Wie kommen die Preisunterschiede zustande ? Ein Züchter verlangt 300€, ein anderer 750€.
Wir brauchen jetzt wohl nicht über die Preisunterschiede von Züchtern und Vermehrern reden ... ich nehme mal an, du meinst jetzt schon Unterschiede für Kitten mit Papieren. Ok - auch das gibt es. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Der häufigste ist oft der, dass ein Züchter sich "verkalkuliert" und dann einen - oder oft auch zwei - Würfe da sitzen hat und keine Käufer. Spätestens wenn die Kitten 8 Wochen alt sind, fangen sie an, richtig teuer zu werden (da stehen dann die Impfungen an und die Zwerge fressen einem echt die Haar vom Kopf). Wenn dann keine Interessenten da sind, verlieren viele die Nerven und fangen an, mit dem Preis runterzugehen, weil sie es sich nicht leisten können, die Kitten länger als bis zur 12. Woche zu behalten.

Ich meine - ob mein bei so einem Züchter kaufen sollte - das muss jeder für sich selbst entschieden.

Wenn man sich hier umliest, heißt es ja von den Züchtern immer, dass man eigentlich an der Katze nichts verdient. Wenn ich nun bei jedem Züchter die gleiche "Leistung" bekomme. Also geimpftes, gechipptes Tier usw. Wie rechtfertigt sich dann der Preisunterschied von 400€ ?
Hier sollte man schon sehr genau hinschauen, ob es wirklich "die gleiche Leistung" ist. Und falls dem so ist, kann das oben erwähnte der Grund sein.

Ich habe mal in einem Online Kurs für Züchter eine Kitten-Kosten-Aufstellung gemacht. Die erste wirklich sinnvolle, die ich in meinem Leben gesehen habe (und nicht den Quatsch, den manche Züchter so auf ihren HPs stehen haben). Da wurde dann die Anschaffung der Zuchtkatze (mit Reisekosten usw.) gerechnet ebenso andere "einmalige Kosten" wie Blutgruppenbestimmung oder Gentests. Dann jährliche Kosten wie Futter, Streu (für eine Zuchtkatze), Tests, Vorsorge. Dann die Kosten pro Wurf (Decktaxe, zusätzliche Tests, Fahrkosten), zusätzliches Aufbaufutter. Dann noch die Kosten pro Kitten (Futter, Streu, Imfpung, Chip). Es wurde das durchschnittliche Kaiserschnittrisiko für die Rasse berechnet und die Kosten umgelegt. Es wurde ein Koeffizient ermittelt, wie viele Würfe eine Zuchtkatze durchschnittlich hat, mit einer durchschnittlichen Kittenanzahl. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon fast 10 Jahre gezüchtet und 16 Würfe gehabt habe, konnte ich mit "echten Zahlen" arbeiten.
Ich kam auf 750 Euro Kosten für ein Kitten ... was bedeutet, dass ich im Schnitt 100 bis 150 Euro pro Kitten drauf zahle.

Bei der ganzen Aufstellung wurde jetzt nicht mitgerechnet, dass auch Kastraten versorgt werden, keine Möbel, die häufiger erneuert werden, nicht mal Anschaffungen wie Wurfbox, Laufstall, Spielzeug. Und nicht ein einziger TA-Besuch, der nicht direkt mit einem Wurf in Zusammenhang stand.

Und wenn man angeblich nichts verdient ? Wozu züchten dann soviele ?
Hm ... mit Golf spielen verdient man auch nichts - trotzdem machen es viel. :mrgreen:
Es ist ein Hobby - und wie jedes andere Hobby, kostet es Geld und bringt nichts ein.

Und wieso möchten die Züchter keine Tiere abgeben, wenn sie nicht kastriert werden ? Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz ?
Wir wollen nicht, dass mit unseren Tieren sinnlos vermehrt wird. In jedem Wurf ist in der Regel ein bis max zwei Tiere, die gut genug sind, um in die Zucht zu gehen. Die würde man auch zur Zucht verkaufen - aber eben nur an Züchter und da wählen die meisten von uns sehr gründlich aus. Ich verkaufe nur an Züchter, die in etwa die selbe Auffassung von Zucht haben, wie ich. Ich würde an niemanden verkaufen, der einfach nur Kitten produziert, ohne ernsthafte Zuchtarbeit zu leisten, an niemanden, der nicht schallt usw.

Wie kommen denn dann die neuen Züchter zu frischem Blut in ihren Linien ? Oder will man so die Konkurrenz vermeiden ?
Es geht wohl in den wenigsten Fällen um Konkurrenz - aber wenn einer kommt, der "mal Babys will" - tja - an den würde ich nun auch nicht verkaufen.

Und wie sind die ganzen Züchter eigentlich Züchter geworden, wenn man eine Rassekatze ja nur bekommt, wenn man 1000mal versichert, dass man keinen Nachwuchs bekommt ?
In dem man offen damit umgeht und sich einen guten Züchter sucht. In dem man von vornherein sagt, dass man selbst züchten möchte. Und indem man dann auch bereit ist, für ein Zuchttier einen höheren Preis zu bezahlen.

Eigentlich ist daran nichts suspekt - und getreu dem Motto: "wer nicht fragt, bleibt dumm" ist es ja gut, dass du deine Fragen hier stellst. Wie gesagt, der etwas provokante Unterton, den deine Fragen haben (das ist nicht nur ehrliches Interesse, sondern gleich das Misstrauen, dass da was nicht stimmen kann und wir alle gequirrlte Scheiße erzählen), wird dich mit Sicherheit auch mal gut anecken lassen. Aber ein seriöser Züchter wird die seine Kosten durchaus offen darlegen können.

Aber mit Lebewesen Geld zu verdienen, gefällt mir nicht wirklich.
Siehst du - das meine ich: das ist eine Unterstellung, die einfach nicht stimmt. Ich weiß, dass Liebhaber das oft glauben, aber das ist defintiv nicht so (wenn man seriös züchtet - keine Frage, es gibt genug andere!!). Aber das ist eben die Kunst, die Guten von den anderen zu Unterscheiden.

Und hier ist ganz klar der Kittenkäufer gefragt: solange Kittenkäufer sich nicht gründlich informieren und auch mal klar "Nein" sagen, solange wird es Züchter geben, die an allem möglichen sparen. Wenn sich z.B. alle Kittenkäufer vernünftig über HCM informieren und einfach kein Kitten von ungeschallten Elterntieren kaufen würden - dann würden alle, die sich diese relativ teure Untersuchung "sparen" sich das schnell anders überlegen.

Aber leider machen sich so viele Käufer überhaupt keine Gedanken im Vorfeld. Da wird mehr nach Informationen recherchiert, wenn ein neuer Fernseher oder ein PC gekauft wird, als wenn man sich ein neues Familienmitglied zulegt.

Ich habe in den letzten Jahren rund 60 Kitten verkauft - und wenn es insgesamt fünf Käufer waren, die schon vorher etwas über HCM wussten, dann sind das viele!!

Grüße,
Nic
 
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K

Kunichen

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wow, vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Und ja, Du hast Recht, ich habe einen skeptischen Unterton.

Um eines vorweg zu nehmen. Ich verwöhne unsere Räuber auch und gebe auch mehr zuviel als zu wenig Geld für die Katzen aus, einfach weil ich oft denke: teuer=besser.

Andererseits, wenn ich das lese, welcher Aufwand betrieben wird. Hier eine Blutuntersuchung, da eine andere. Und hier noch ein Gentest usw. Ist das wirklich nötig ? Normale Wildtiere vermehren sich ja auch ohne Blutuntersuchung oder Gentest.

Ist das alles wirklich nötig, weil die Rassen kaputt gezüchtet werden ? Es sind ja auch schon Rassen zufällig entstanden, weil ein Kater mal wo draufgesprungen ist, wo er eigentlich nicht draufspringen sollte :)

Umgekehrt würde das ja auch heißen, dass alle Katzen in Tierheimen totkrank sind, weil sie halt keinen Kratzbaum für 500€ haben und kein Futter für 3€/100g oder eine Genuntersuchung.

Klar ist es wichtig zu sehen, dass man keine Erbkrankheiten weitergibt - damit gehe ich völlig überein. Nur wenn eine Rasse schon für gewisse Erbschäden bekannt ist, sollte man da dann auch als Züchter nicht mal sagen, o.k. bringt nix. Ich versuche mal was Neues ?

Ich bin ehrlich gesagt schon gespannt. Ich lebe mit Katzen zusammen seit ich auf der Welt bin. Alle sind relativ alt geworden (16 und älter). Und alles waren Wald- und Wiesenkatzen.

Unsere BKH´s sind die ersten Rassetiere und ich bin mal gespannt, wie anfällig die sind bzw. wie alt die werden.
 
Florence

Florence

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Ich bin kein Züchter und kann deshalb auch keine fachlich fundierte Antwort geben.

Aber wenn man Gentests durchführt und schallen lässt und nur mit den wirklich gesunden Tieren züchtet, kann man eine Rasse, die vermehrt zu einer bestimmten Krankheit neigt, auch wieder gesund züchten.

Und jeder möchte doch ein gesundes Tier haben.

Aber das geht nunmal nur mit ganz konsequentem Testen und auch der Konsequenz, ein optisch top geeignetes Tier eben nicht zur Zucht einzusetzen, wenn ein Test negativ ausfällt.
 
Borealis

Borealis

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Andererseits, wenn ich das lese, welcher Aufwand betrieben wird. Hier eine Blutuntersuchung, da eine andere. Und hier noch ein Gentest usw. Ist das wirklich nötig ? Normale Wildtiere vermehren sich ja auch ohne Blutuntersuchung oder Gentest.
richtig, Wildtiere vermehren sich ohne vorherige Untersuchungen, allerdings müssen die auch erst einmal so alt werden, dass sie sich fortpflanzen können. Alle, die auch nur irgendwelche Schwächen haben, krepieren vorher. Diese Art von Selektion gibt es bei Haustieren nicht. Die Natur ist da alles andere als romantisch, sondern sehr hart.

Ist das alles wirklich nötig, weil die Rassen kaputt gezüchtet werden ? Es sind ja auch schon Rassen zufällig entstanden, weil ein Kater mal wo draufgesprungen ist, wo er eigentlich nicht draufspringen sollte :)
Gesundheitliche Probleme treten bei Katzen auf, wenn sie sich einfach vermehren können, ohne dass eine Selektion auf die besten und gesündesten stattfindet. Jedes Lebewesen trägt Krankheitsgene in sich und wenn die von beiden Eltern in den Nachkommen zusammenkommen, gibt es kranken Nachwuchs. Das möchte man mit den vielen Tests vermeiden. Natürlich sollen nur Katzen in die Zucht gehen, die keine versteckten Anlagen für Krankheiten in sich tragen. Da man das einer Katze aber unter den Lebensbedingungen, die hier für Haustiere herrschen, nicht ansieht, lässt jeder verantwortungsvolle Züchter entsprechende Untersuchungen machen.

Klar ist es wichtig zu sehen, dass man keine Erbkrankheiten weitergibt - damit gehe ich völlig überein. Nur wenn eine Rasse schon für gewisse Erbschäden bekannt ist, sollte man da dann auch als Züchter nicht mal sagen, o.k. bringt nix. Ich versuche mal was Neues ?
Auch dann kommt es nach einer Weile zu gesundheitlichen Problemen, wenn man nicht selektiert. Selektion nach äußerlich zu erkennenden Merkmalen reicht leider nicht. Auch bei sich wild vermehrenden Katzen werden Kitten mit gesundheitlichen Problemen geboren. Was meinst Du, warum HCM (schwere, tödlich endende Herzerkrankung, die erblich ist) bei Hauskatzen so häufig ist? Weit häufiger sogar als bei Maine Coons, die immer in Zusammenhang mit HCM gebracht werden.

Unsere BKH´s sind die ersten Rassetiere und ich bin mal gespannt, wie anfällig die sind bzw. wie alt die werden.
Von Einzelfällen kann man nicht auf die Masse schließen. Interessant ist so etwas erst, wenn Tausende von Katzen (Rasse- und Hauskatzen) miteinander verglichen werden.
 
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Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Und ja, Du hast Recht, ich habe einen skeptischen Unterton.
... hm - ich würde das jetzt wirklich weniger skeptisch, als eher provokant nennen. Ganz im Ernst - du hast von der Thematik wenig Ahnung (was ja auch nicht schlimm ist) - aber du stellst eben nicht nur Fragen nach dem Motto "warum ist das so" - sondern behauptest auch gleich noch im Nachsatz, dass doch bestimmt Unsinn ist. (Ich denke jetzt mal, du meinst das vermutlich gar nicht so ... aber es kommt - zumindest für mich - so rüber. )

Andererseits, wenn ich das lese, welcher Aufwand betrieben wird. Hier eine Blutuntersuchung, da eine andere.
Zu den Blutuntersuchungen gehört z.B. die Bestimmung der Blutgruppe. Ich züchte eine Rasse, bei der ca. 35% der Katzen Blutgruppe B haben. Verpaare ich eine solche Katze (weil ich es nicht weiß) mit einem A-Kater, kann es sein, dass alle Babys qualvoll sterben. Das ist ja nun völlig unnötig. Bei Hauskatzen (die sich ohne Untersuchungen vermehren) kommt hauptsächlich die Blutgruppe A vor, so dass das Problem nicht besteht.

Und hier noch ein Gentest usw. Ist das wirklich nötig ? Normale Wildtiere vermehren sich ja auch ohne Blutuntersuchung oder Gentest.
Also: erst mal ist Züchten etwas anderes als "natürliches Vermehren" - in der Natur wird ein gewisser "Ausschuss" in Kauf genommen, denn leider funktioniert sie nur so.
Wenn ich jetzt aber die Möglichkeit habe, das zu kontrollieren, dann mach ich das auch. Wenn ich mit einem Gentest, der 50 Euro kostet feststellen kann, ob die Katze eine vererbbare Krankheit hat, dann mache ich das - und setze nicht kranke Kitten in die Welt. Das verstehe ich auch unter Verantwortung! Hinzu kommt, dass Züchter Gentests auf Farbe und Haarlänge machen, weil sie an einer bestimmte Sache arbeiten ... das ist z.B. der Unterschied, ob ich einfach nur "niedliche" Babys produziere - oder eben gezielt züchte.

Ist das alles wirklich nötig, weil die Rassen kaputt gezüchtet werden ?
Was genau meinst du mit "kaputt gezüchtet"? Es ist ein absoluter Irrglaube, dass Feld-Wald-und-Wiesenkatzen aus Prinzip gesünder wären und Rassekatzen anfälliger wären. Der einzige Fall, wo so etwas gezielt durch Zucht hervor gerufen werden kann, ist wenn z.B. mit zu enger Linienzucht, die Immundepression so groß ist, dass man das Immunsystem geschrottet hat. Einer der Gründe, warum Linienzucht in die Hände von Menschen gehört, die genau wissen, was sie da tun ... (um die negativen Effekte zu vermeiden).

Ansonsten werden in der Zucht nur die gesündesten, kräftigsten und besten Tiere eingesetzt. Die Natur regelt das etwas anders ... da verreckt einfach alles, was nicht gut genug ist. Wenn man sich mal aussrechnet, wie oft und in welcher Zahl sich Katzen vermehren (wenn du von drei Wüfen im Jahr mit ca. 5 Kitten pro Wurf ausgehst - dann bist nach zwei Jahren theoretisch bei 1000 Katzen, die nur aus einem Katzen-Paar hervorgehen können), dann müsste es eigentlich so sein, dass wir vor lauter Katzen nicht mehr treten könnten. Ist es aber nicht - und warum? weil ein ganz großer Teil einfach elendig verreckt .... (Du merkst schon - ich bin ein großer Freund von Kastrationspflicht :D )

Umgekehrt würde das ja auch heißen, dass alle Katzen in Tierheimen totkrank sind, weil sie halt keinen Kratzbaum für 500€ haben und kein Futter für 3€/100g oder eine Genuntersuchung.
Nein ... das sind die, die das harte Auswahlverfahren "Natur" überlebt haben ... also schon das Beste, was bei natürlich Vermehrung so möglich ist .... ein Stammbaum macht ein Katze mal nicht zwingend gesünder, Futter hat eher einen Nebeneffekt und GEnuntersuchungen ... tja - die bei denen es nicht gepasst hat - die leben einfach nicht mehr.

Nur wenn eine Rasse schon für gewisse Erbschäden bekannt ist, sollte man da dann auch als Züchter nicht mal sagen, o.k. bringt nix. Ich versuche mal was Neues ?
Und das wäre dann was? Topflappen häkeln??
Es gibt keine Rasse, in der es keine Erbkrankheiten gibt. Selbst die normale Hauskatze kann z.B. HCM bekommen .... aber ich kann als ZÜchter mein Bestes geben, um diese so weit wie möglich zu eliminieren.

Unsere BKH´s sind die ersten Rassetiere und ich bin mal gespannt, wie anfällig die sind bzw. wie alt die werden.
Wenn du die von einem seriösen Züchter gekauft hast, der alles notwendige getan hat (also: HCM und PKD Schall - HCM nicht nur einmalig, sondern regelmäßig und das über Generationen), der auch sonst ein vernünftiges Cattery-Managment betreibt, seinen Tieren nicht zu viel Stress zumutet ... dann gibt es keinen Grund, warum die nicht genauso alt werden sollten. Ich habe Kittenkäufer, die Katzen aus meinem ersten Wurf haben (also inzwischen fast 10 Jahre alt) - und die waren in den all den Jahren nur zum Impfen beim TA (ok - und zur Kastra).

Grüße,
Nic
 
K

Kunichen

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Nochmal sorry, wenn das so rüber kommt, dass ich dagegen bin.
Ich bin mangels Fachwissen weder für noch gegen eine Zucht / Züchter. Ich möchte halt nur einfach verstehen, sonst hätte ich ja nicht gefragt :)

Und dass dann halt auch mal kritische Fragen kommen, hat nichts damit zu tun, dass jemanden verurteile möchte, der züchtet, sondern weil ich einfach verstehen möchte.

Und damit dann gleich zu nächsten "kristischen" Frage :)

Du schreibst, dass Du die Blutgruppen wissen musst, da 35% aller Tiere die Blutgruppe B haben. Ich stelle mir das jetzt mal so wie bei Menschen vor, wo es Fehlgeburten gibt, weil die Rhesus-Faktoren der Menschen nicht zusammen passen.

Wenn es denn nun so ist, dass soviele Tiere diese eine Blutgruppe haben, kommt dies dann nicht auch durch die Zucht ?

So gut ich Deine Argumente verstehe und auch teilweise nachvollziehen kann - denke ich, dass es wie bei allem im Leben auch zwei Seiten gibt. Es gibt also auch durch die Zucht bestimmt Nachteile, wie vielleicht die Geschichte mit den Blutgruppen.

Und ich habe ja jetzt nur zwei Züchter persönlich kennengelernt und hatte da soweit eigentlich einen guten Eindruck. Man hat mich förmlich mit Blut und Untersuchungsergebnissen bombardiert. Alle Befunde in 10-facher Kopie andreht - interessiert ich ehrlich gesagt nicht. Ich wollte genau DIESE Katzen. Ich habe zwei Kater - Nachwuchs also ausgeschlossen :)

Ich weiß jetzt gar nicht mehr so genau, wer mir das in einer Antwort geschrieben hat, dass der Züchter nur die besten Tiere behält für die weitere Zucht und nur den "Ausschuss" verkauft. Dann würde das ja entweder bedeuten, dass die Züchter früher oder später auf 50 sitzen oder aber nur Ausschuss "produzieren", der dann verkauft wird.

Wie gesagt bei beiden Züchtern, die ich persönlich kennenlernen durfte, hatte ich soweit ein gutes Gefühl, soweit man das als Laie haben kann.

Was mich bei der Norweger-Züchterin allerdings gestört hat war, die wollte mir auch eine erwachsene Katze anbieten. Und das geht in meinem Augen gar nicht. Gut da geht das Verständnis von Züchter und normalem Tierhalter vielleicht auseinander. Ich könnte doch niemals ein Tier abgeben, dass schon zig Jahre bei mir wohnt - einfach weil ich ein neues Weibchen will. Da fehlt mir dann einfach die Liebe zu dem Tier. Da kommt mir dann das Tier wie ein Werkzeug vor.
Ich hingegen schaffe mir ein Tier an und dann gehört es zu der Familie. Egal ob es mal krank wird oder alt wird oder oder oder.

Das ist mir damals wirklich bitter aufgestoßen. Wie man einfach so seine Katze anbieten kann :-(
 
Florence

Florence

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Ich werfe das jetzt absichtlichnmal ganz provokant in den Raum:

Weisst du eigentlich, was Zucht ist und was das bedeutet???
Äich habe nämlich den Eindruck, dass es für dich lediglich heißt, eine Katze und einen Kater zusammen zu stecken und die sich mal munter vermehren zu lassen.

Aber Zucht ist viel viel mehr.

Hast du dir mal die ganzen Links auf der ersten Seite durchgelesen, die saurier gepostet hat?

Wenn nicht, mach das mal bitte.

Ein Züchter muss irgendwann seine erwachsenen Tiere abgeben, wenn er nicht irgendwann 50 Tiere daheim sitzen haben will oder die Zucht wegen Überfüllung schließen muss.

dann kommt natürlich etwas neues nach, denn man möchte ja züchterich auch weiter kommen Und das geht nicht, wenn man immer nur ein und die selbe Verpaarung über Jahre wiederholt. Dann ist man nämlich Vermehrer, und kein Züchter.
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

1.852
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Und dass dann halt auch mal kritische Fragen kommen, hat nichts damit zu tun, dass jemanden verurteile möchte, der züchtet, sondern weil ich einfach verstehen möchte.
Nun - mit kritischen Fragen habe ich (und ich denke, das gilt für die meisten Züchter) kein Problem. Aber wir sind Unterstellungen im Sinne von "das ist alles Blödsinn was ihr macht" und Vorurteile, dass wir uns alle eine goldene Nase verdienen so gewöhnt, dass iwr hier vielleicht auch etwas empfindlicher sind.

Du schreibst, dass Du die Blutgruppen wissen musst, da 35% aller Tiere die Blutgruppe B haben. Ich stelle mir das jetzt mal so wie bei Menschen vor, wo es Fehlgeburten gibt, weil die Rhesus-Faktoren der Menschen nicht zusammen passen.
Nein - das Blutgruppensystem bei Katzen ist anders als die Sache mit dem Rhesus-Faktor beim Menschen. Im Wesentlichen geht es darum, dass Katzen Anti-Körper gegen die andere Blutgruppe haben. Die Probleme treten jetzt erst auf, wenn die Kitten geboren sind und trinken. Hat eine B-Katze nur Kitten mit Blutgruppe A, würden diese von der Mutter Antikörper gegen ihre eigene Blutgruppe bekommen und daran sterben. (Das ist jetzt etwas sehr vereinfacht dargestellt - falls dich näheres dazu interessiert kannst du unten auf mein Banner klicken und auf meiner HP unter "Infos" schauen - da habe ich das ausführlich erklärt.)
Ansonsten ist Blutgruppe B keine Krankheit und führt zu keinerlei Beeinträchtigungen. Nur sollte so eine Katze eben nicht von einem A-Kater gedeckt werden.

Wenn es denn nun so ist, dass soviele Tiere diese eine Blutgruppe haben, kommt dies dann nicht auch durch die Zucht ?
Die Mutation selbst ist von selbst entstanden - und das es so viele Tiere davon gibt, liegt daran, dass eben Züchter immer wieder mit B-Tieren arbeiten (wie gesagt - ist keine Krankheit).

Alle Befunde in 10-facher Kopie andreht - interessiert ich ehrlich gesagt nicht. Ich wollte genau DIESE Katzen. Ich habe zwei Kater - Nachwuchs also ausgeschlossen :)
Nun - es geht ja nicht nur um den Nachwuchs - sondern auch um die Gesundheit DEINER Kater ... schade, dass dich das so wenig interessiert. Und schade, dass du der - offensichtlich gründlichen Arbeit des Züchters, so wenig Wertschätzung entgegen bringst.

Ich weiß jetzt gar nicht mehr so genau, wer mir das in einer Antwort geschrieben hat, dass der Züchter nur die besten Tiere behält für die weitere Zucht und nur den "Ausschuss" verkauft. Dann würde das ja entweder bedeuten, dass die Züchter früher oder später auf 50 sitzen oder aber nur Ausschuss "produzieren", der dann verkauft wird.
Naja - Ausschuss ist jetzt immer relativ. Also in einem Wurf hast du jetzt in der Regel im ein bestest Tier - maximal zwei. Diese sollte man für die Zucht nehmen. Das Zweitbeste ist in der Regel nicht gut genug. Jetzt gibt es aber auch Würfe, wo selbst das schlechtest Tier noch richtig gut ist, so das man auch überlegen, mehr als eins in die Zucht zu verkaufen.

Jetzt ist es aber nicht immer so, dass für jedes Tier der passende Interessent anfragt. Wenn ich ein absolutes Top-Tier habe, von dem ich glaube, dass es Zuchtqualität hat und gerade kein Züchter dieses Tier anfragt, dann geht es auch an einen Liebhaber. (Umgekehrt würde ich jetzt aber ein eindeutiges Liebhabertier nie an einen Züchter verkaufen).
Und das, was ein Tier in den Augen des Züchters von der Zucht ausschließt, sind teilweise Kleinigkeiten, die dem Liebaher nicht mal auffallen - minimal kleiner oder größere Ohren, eine etwas anders gerundetet Kinnlinie, ein paar Millimeter längeres Fell usw ....


Was mich bei der Norweger-Züchterin allerdings gestört hat war, die wollte mir auch eine erwachsene Katze anbieten. Und das geht in meinem Augen gar nicht. Gut da geht das Verständnis von Züchter und normalem Tierhalter vielleicht auseinander. Ich könnte doch niemals ein Tier abgeben, dass schon zig Jahre bei mir wohnt - einfach weil ich ein neues Weibchen will.
Das ist in der Regel ein heikles Thema und nicht einfach zu erklären. Zum einen kann man eine Katzengruppe bei einem Züchter nicht mit einer kastrierten Gruppen bei einem Liebhaber vergleichen. Wenn ein Tier, das ein paar Jahre potent war, innerhalb dieser Gruppe kastriert wird, dann kann es sein, dass es massive Probleme bekommt. Und dann muss man im Sinne des Tieres entscheiden - fühlt es sich wohler, wenn es als Liebhaber zu neuen Dosis in eine kleine Gruppe kommt - oder wenn es hier bleibt, wo es von den anderen permanent gemobbt und gejagt wird, unsauber wird, das Futter verweigert und krank wird? - auch wenn das Herz blutet ... so ein Tier ist woanders einfach besser aufgehoben.

Das ist aber immer nur ein Teil der GEschichte ... die, die ZÜchter noch erzählen, weil sie für den Liebhaber nachvollziehbar sind. Der andere Teil ist wesentlich schwerer zu begreifen und als ich anfing zu züchten, konnte ich es auch nicht verstehen.
Zu einer Zucht gehören einfach bestimmte Bedingungen. Und ist auch die maximale Gruppengröße, die in einem bestimmten Rahmen möglich ist. Jetzt bedeutet Zucht vor allem Weiterentwicklung. Ich nehme ja nicht eine Katze und einen Kater und produziere ohne Ende Babys, die ich dann verkaufe, sondern ich plane, erhoffe mir etwas und behalte nach Möglichkeit etwas aus dieser Verpaarung. So ... dann habe ich schon eine Katze mehr - und auch mit dieser mache ich wieder einen Wurf und behalte etwas. Nur wenn ich mit den eigenen Tiere weiterarbeite kann ich auch Ergebnisse erzielen. Alles andere ist reine Vermehrung und dann kann man es gleich bleiben lassen.

Wenn man sich jetzt aber nicht von einem Tier trennt, dass kastriert und aus der Zucht genommen ist, dann ist die Bude irgendwann voll. Entweder höre ich jetzt auf zu züchten (und an dem Punkt bin ich unter Umständen bereits nach wenigen Jahren) oder ich gebe Kastraten ab. Mir fiel das am Anfang auch unglaublich schwer - und ich muss zugeben, dass alle meine Kastraten, die ich abgegeben habe, bei guten Freunden leben - die habe ich nicht an Fremde verkauft. Aber akzeptiere auch, dass ich nicht die Einzige bin, bei der es ihnen gut geht. Meine Kastraten fühlen sich im neuen Zuhause absolut wohl.

Das ist zwar eher eine der unschönen Seite des Züchtens, aber eine die dazu gehört.
 
K

Kunichen

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Danke :)

Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir das alles ausführlich zu erklären.


Eins noch, die Gesundheit meiner Kater ist mir nicht egal. Allerdings verfüge ich nicht wirklich über medizinisches Fachwissen, dass mir Tabellen mit Blutergebnissen etwas sagen würden. Ich finde das natürlich toll, dass die Züchter sich darum kümmern - aber umgekehrt muss man auch Tierhalter verstehen, für die das alles nur Zahlen sind :) Und da mache ich zwischen mir und meinen Katzen auch keinen Unterschied. Wenn mir mein Arzt was von Blutwerten erzählt, da schalte ich auch ab, weil ich ja doch nicht weiß, was es bedeutet. :)
 

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