Plötzlicher Angriff beim schmusen - Kein Liebesbiss

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Leontari

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage. Ich habe hier im Forum häufiger von Liebesbissen der Katzen gelesen. Leider habe ich ein "Problem", dass sich mit Liebesbissen nicht erklären lässt. Meine Katze greift regelmäßig nach dem Schmusen an. Das heißt, sie springt urplötzlich auf und beißt mir in den Arm und verschwindet dann schnell. Ich hatte bislang immer einen Pullover an, sodass ich ihren Biss nicht gespürt habe. Ich glaube auch, dass
der Biss eher sanft ist. Dennoch wirkt der Angriff ansich aggressiv. Ich rufe dabei regelmäßig Stop und die Katze springt direkt weg. Wenn es beim Biss in den Arm bleiben sollte, ist es nicht weiter schlimm. Ich habe aber mittlerweile etwas Sorge, wenn die Katze beim Schmusen plötzlich auf meine Brust möchte und sich in der Nähe meines Gesichts befindet. So einen Angriff ins Gesicht möchte ich nämlich nicht haben.

Es kann eigentlich nicht daran liegen, dass sie genug vom Schmusen hat. Da ich ihr Verhalten kenne, unterbreche ich regelmäßig das Streicheln und "prüfe" ob sie genug hat. Sie steht dann auf und fängt an sich an mir zu reiben und zu schnurren und möchte weitergestreichelt werden. Der Angriff erfolgt dan urplötzlich und ohne Ankündigung.

Meine Katze ist Hardcore Freigängerin und ist mir praktisch zugelaufen. Sie hatte eine Besitzerin (heraugefunden über Tasso-Chip), die sie aber nicht mehr haben wollte, weil sie sich nach der Kastration wesensverändert gezeigt hätte und eben sehr launisch war. Sie war dann wohl auch monatelang alleine auf Tour. Ich habe der Katze praktisch ein neues Zuhause gegeben und bin ihr Rückzugsort bzw. Fütterer und sorge für ihre medizinische Versorgung.

Hat vielleicht jemand eine Idee womit die Angriffe zusammenhängen könnten und wie man es in den Griff bekommen könnte?
 
Lottabine

Lottabine

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Hallo Leontari und herzlich Willkommen hier im Forum.
Ich kann Dir zwar die Zusammenhänge nicht erläutern und habe auch keine Erklärung für diese Liebesbisse...
Meine jetzigen Kater machen das nie.
Allerdings hat unser Wuschel diese"Macke" oder Angewohnheit genauso gehabt.
Ebenso ein hardcore Freigänger, er war sehr verschmust, aber eben nur dann wenn er es wollte und ein ziemlich eigensinniger roter Kater.
Er forderte das Schmusen wehement ein und dann gab es gerne mal einen "Nasenliebesbiss"... Wir waren immer darauf vorbereitet... er hat uns nie verletzt.
Trotzdem war es für Besucher äußerst verwirrend. Verstanden haben wir es nie.
Ich bin gespannt darauf, ob hier jemand eine Erklärung dafür hat.
 
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Leontari

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Danke für das Teilen deiner Erfahrung Lottabine. Bei meiner Katze kommt noch hinzu, dass sie danach auch komisch reagiert. Ihr Futterschälchen mit dem Trockenfutter steht hinter meinem Balkonsessel. Während ich noch eine Zigarette auf dem Balkon rauchte und sie am futtern war, hörte sie plötzlich auf und schaute mit einem durchdringenden Blick über den Sessel, was ich gerade mache. Danach futterte sie weiter. Ist insofern untypisch, als dass sie sich normal beim futtern nicht stören lässt. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir nicht trauen würde nach dem Biss. Schon seltsam.
 
Lottabine

Lottabine

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Seit wann ist Deine Katze bei Dir, ist sie vielleicht noch etwas scheu?
Vielleicht könnte ihr kätzische Gesellschaft helfen, sich sicherer zu fühlen?
 
Motzkatze

Motzkatze

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Bekommt nur sie nur Trockenfutter oder auch Nassfutter?
Trockenfutter ist schlecht für die Katzen. Gutes Nassfutter, also Futter ohne Getreide und Zucker, wäre besser für sie.
 
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Erbse

Gast
Ex Pflegi Leni hat oft mitten beim Streicheln "angegriffen". Sie ist plötzlich aufgesprungen und zack, hatte man sie am Arm hängen. Allerdings war das wohl "nur" heftiges raufspielen. Mit genauem beobachten und deutlichem "Nein" wurde das viel besser.
Cookie knabbert beim Schmusen schon mal an meinem Ohr rum. Aber gaaanz vorsichtig. Man merkt zwar die Zähne, aber die kitzelnden Schnurrhaare mehr.
 
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Leontari

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Katze ist erst wieder seit zwei Tagen hier. Ist eine längere Geschichte. Die Katze ist mir zugelaufen. Sie hielt sich immer auf meinem Balkon auf. Ich gab ihr zuerst nichts zu essen, weil ich davon augegangen bin, dass die ein anderes Zuhause hat. Allerdings war sie irgendann von morgens bis nachts hier, fauchte mich aber an und hielt Abstand. Also stellte ich ihr zuerst Wasser und später was zu Essen hin und baute ihr aus Karton und Styropor ein kleines Häuschen, damit sie bei Regen und Kälte etwas geschützt ist. Danach wollte ich sie einfangen und zum Tierarzt bringen um zu schauen, ob sie gechipt ist. Mit der Zeit fasste sie Vertrauen und kam sogar in die Wohnung. Eines Abends kam ich nachhause und sah sie böse humpelnd ankommen. Sie setzte sich sofort in den Katzenkäfig, den ich mir von meiner Kollegin ausgeliehen hatte, um sie zum TA zu bringen. Allerdings war es schon spät (TÄ waren bereits zu) und deshalb brachte ich sie -weil die Pfote wirklich schlimm aussah- zum Tierschutzverein. Die behielten sie erstmal da. Die Pfote wurde dann mit Antibiotika und Schmerzmittel behandelt. In der Zwischenzeit konnte man herausfinden, dass die Katze jemandem gehörte, der sie aber nicht mehr haben wollte (Wesensveränderung nach Kastration) und sie sich eben schon ein halbes Jahr auf Wanderschaft befand. Eigentlich wollte ich kein Haustier aber sie tat mir so leid und deshalb habe ich sie adoptiert. Und jetzt ist sie halt seit zwei Tagen wieder hier (nach zwei Wochen beim Tierschutz).

Wir hatten früher Katzen in der Familie und ich kenne schon das ein oder andere Verhalten aber so wie diese Katze tickt, dass ist irgendwie nicht normal. Ihr Blick heut war wirklich nicht von der netten Sorte. Ich glaube persönlich nicht, dass sie scheu ist. Sie hat ja den ganzen Tag über recht nett mit mir interargiert wenn sie mal da war und hat auch lange ruhig neben mir in der Wohnung auf der Couch geschlafen. Dann plötzlich aus dem Nichts dieses Verhalten. Ich habe gehofft, dass vielleicht noch andere so ein Verhalten kennen und wissen, wie man darauf reagieren sollte und welche Strategien man ergreifen sollte, um es zu ändern.

Bekommt nur sie nur Trockenfutter oder auch Nassfutter?
Trockenfutter ist schlecht für die Katzen. Gutes Nassfutter, also Futter ohne Getreide und Zucker, wäre besser für sie.
Sie bekommt morgens und abends Nassfutter und auf dem Balko steht ihr immer Trockefutter zur Verfügung. Sie isst von allem etwas. Kein Getreide und kein Zucker. Das Futter was ich ihr verabreiche ist recht hochwertig (Trockenfutter =Wilderness und Nassfutter = real nature)
 
Andrea64

Andrea64

Moderator
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Vielleicht hat sie Schmerzen, die plötzlich auftauchen und die sie dann mit dem verbindet, was gerade in ihrer Nähe ist, oder was sie sieht.
Sind die Zähne mal gründlich untersucht worden?
 
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Igelfisch

Gast
Dieses scheinbar grundlose plötzliche Zubeißen ist ja ein sehr häufiges Phänomen, für das viele Ursachen in Frage kommen. Bei der Vorgeschichte deiner Katze ist es gut möglich, dass sie von den Vorbesitzern einfach zu oft und gegen ihren Willen zwangsgestreichelt wurde und seither mit Bissen ihre Grenzen klarmacht.

Ihr Vorleben bei diesen Besitzern scheint ja nicht gerade glücklich gewesen zu sein, wenn von "Wesensveränderungen nach der Kastration" (was soll das sein?) die Rede ist und sie monatelang schon rumgestreunt ist. Aus der Ferne ist das kaum zu beurteilen, wenn man z.B. nicht weiß, ob sie als Kitten bei diesen Besitzern aufgewachsen ist, ob sie alleine war oder nicht usw.. Vielleicht war sie ein kleiner Raufbold und die Vorbesitzer erhofften sich, dass sie nach der Kastra zum schmusigen Couchpotato mutiert? Was auch immer, fest scheint zu stehen, dass sie die Erwartungen ihrer Besitzer nicht erfüllt hat und damit nicht mehr gewollt war. Ziemlich trauriger Fall.

Aus meinen Erfahrungen könnte ich folgenden Tipp beisteuern: dreh den Spieß einfach um, lass dich vor ihr beschmusen und bestreicheln und bleibe dabei erst einmal weitgehend passiv. Gib ihr einfach die Zeit, dir zu zeigen, was sie möchte und was nicht und bleibe behutsam und gelassen. Sie ist ja noch nicht lange bei dir und mit schlechten Erfahrungen ist es halt nicht einfach, wieder Vertrauen zu fassen. Hilfreich wäre es auf jeden Fall, mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren, wenn sich das bewerkstelligen läßt.

Unsere Süße war ein ganz winziges Notfallbaby, um dessen Leben wir kämpfen mußten und das praktisch in meinem Arm aufgewachsen ist. Heute ist sie draußen eine rotzfreche Bandenchefin, aber drinnen eine anschmiegsame Knutschkugel, die mir bei jeder Gelegenheit kleine Nasenküsschen ins Gesicht rammt. Trotzdem gibt es Tabus. Wo ich früher ständig ihren dicken Babybauch massieren musste, darf ich den heute nicht mehr so einfach berühren. Da ist sie eigen. Bauchknuddeln will sie nur, wenn sie um meine Beine achtert und ich mich dazu herunter beuge. Ansonsten Finger weg! Also total normal!:mrgreen:

Wie alt ist sie eigentlich?

Ich drücke dir und ihr auf jeden Fall die Daumen!
 
Isis Bastet

Isis Bastet

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Selbiges bei unserer Schildpatt-Dame (mehrfache Mutter, Kiiten auf einem Feld geboren und großgezogen, Adoptiveltern nicht bekannt, Umgang mit Menschen aber bekannt und positiv). Diese spezielle Art ist bekannt für einen "schwierigen" Charakter, es scheint einen "Zusammenhang zwischen der Farbe und dem Verhalten von Katzen zu geben".

Aufforderung zum Schmusen etwa durch Reiben an den Beinen, auf den Schoß springen, oder ganz massiv, indem sie sich auf den Boden schmeißt (dabei hört man deutlich den Aufschlag des Schädels). Folgt man diesem Befehl und krault, spricht und spielt mit ihr, war anfänglich mit Sicherheit zu erwarten, dass sie urplötzlich kratzte oder biss, sich dann auch schnell zurückzog, ein Signal also "Schluss mit Schmusen, will meine Ruhe haben" oder "Blödkopf, du machst das nicht richtig, daher strenger Verweis, demnächst besser!".
Reaktion auf diese Attacken: meckern und heftig motzen, eine Zeitlang nicht beachten, "Desinfektion" der Wunde(n) und Pflaster drauf.

Nach nunmehr 1 ½ Jahren hat sich das (meist) gegeben, wird immer mehr ohne Blutverlust geschmust, denn sie hat kapiert und erreicht, dass ich zwar blöd, aber jetzt doch einigermaßen gut erzogen worden sind.
 
rchmiele

rchmiele

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Hallo!

Unsere Suki verhält sich genauso, allerdings nur bei mir.
Meine Frau kann problemlos mit ihr schmusen und hat keine Probleme.

Wir haben sie im Alter von einem halben Jahr von einer jungen Familie bekommen, die mit Katze und Kleinkind plötzlich überfordert war. Evtl. wurde sie dort vom Mann geschlagen.
Sie ist inzwischen 8 Jahre alt und hat ihr Verhalten kaum geändert.

Ich muss immer ihren Kopf und Schwanz im Auge halten, damit ich weiß, wann ich mit dem Streicheln aufhören muss. Sie hat auch schon mal meine Hand angefaucht.

Kleiner Tipp: Wenn sie dich erwischt, nicht die Hand wegziehen! Damit ziehst du dir die Krallen und Zähne nur ins Fleisch. Ich halte die Hand dann still und es bleibt bei Druckstellen.

Seltsamerweise liegt sie oft den ganzen Abend auf meinem Schoß und zeigt auch keine Anzeichen von Aggression. Nur wenn ich sie streichle, geht erst der Schwanz, dann dreht sie den Kopf zur Hand und ich muss aufhören.

Gruß, Ralf
 
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Raubtierrudel

Raubtierrudel

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Wir haben zwei. Die eine will spielen, und man kann dann ausgiebig die Hand verstecken, die Katze angreifen usw. Macht ihr Spass und ist fast der einzige seltene Umang, den wir mit ihr haben, da sie vorwiegend irgendwo draußen poft, gefüttert wird oder weißgottwas. Die andere (ja, Schildpatt) kam später zu uns, war anfangs sehr scheu und weicht einem jetzt nicht mehr von der Seite, legt sich selbst vor einem hin zum Kämmen oder Streicheln.

Aber wenn sie mit dem Maul kommt, soll gefälligst Schluss sein. Ein Spielversuch wie mit unserer Ersten Katze wird mit Kralleneinsatz und Fauchen quittiert. Beide spielen alleerdings sehr gern fangen und lassen sich auf Bäume jagen. Ich würde der Katze mal nachlaufen, wenn sie davonspringt. Ob das eine Ein-oder Ausladung ist, zeigt nur der Versuch. (Und falls man ihr Verhalten falsch interpretiert hat: nachtragend sind Katzen meiner Erfahrung nach nicht, und ich bin ihnen schon oft auf die Füße getreten.
 

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