Revier- und Kampfverhalten von Bengalen

  • Ersteller des Themas nell
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Frigida

Frigida

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Ich meinte nur, dass Rassekatzen normalerweise nicht in den Freigang vermittelt werden.
Die meisten Züchter hängen an ihren "Babys" auch wenn sie sie abgegeben haben und wollen nicht, dass ihnen etwas passiert. Freigang ist halt viel zu gefährlich.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Freigängers liegt bei 1,5 - 2 Jahren.
 
IsiBerlin

IsiBerlin

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Schön ist der Bengale, das muss man ihm lassen!

Ich denke, für sein Bengalenverhalten spielt es keine Rolle, ob er einen Stammbaum hat oder nicht. Und ich denke schon, dass Bengalen anders sind als gewöhnliche Hauskatzen, auch in Generation X. Sicher gibt es wie immer Ausnahmen, aber die meisten Bengalen sind intelligenter, lebhafter, terretorialer etc. als Hauskatzen. Deswegen sind ja viele Halter überfordert mit ihnen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Freigängers liegt bei 1,5 - 2 Jahren.
Tatsächlich? Wo stammt denn diese Zahl her?
 
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WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

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Es gab in den 80 igern eine schwedische u französische Studie, dass Katzen ohne menschliche Fürsorge

Kater 1,4 -3,2 Jahre alt werden
Kätzinnen 3,4 - 4,2


Das habe ich in meinen Unterlagen gefunden.

lg
Verena
 
nell

nell

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Vor 1,5 Jahren wurde hier im Nirgendwo unsere Yeni totgefahren, und das macht mich immer noch fertig.

Trotzdem dürfen meine Katzen weiter Freigänger bleiben, weil ich ihnen ein möglichst perfektes Leben ermöglichen will. In Freiheit und Selbständigkeit und mit allem, was sie da draußen so machen, wenn wir Menschen es nicht mitkriegen.

Wenn sie früher sterben, ist das todtraurig. Aber bis das (möglicherweise) passiert, haben sie ein tolles Leben. Abends ins Bett und in Muttis Arm einschlafen. Frühmorgens wieder losrennen und die Wildschweine im Garten anstaunen oder hundert hoffnungslose Versuche starten, einen fetten, schnaufenden Igel anzugreifen, der unbedingt unter der Terrasse wohnen will.
 
IsiBerlin

IsiBerlin

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Es gab in den 80 igern eine schwedische u französische Studie, dass Katzen ohne menschliche Fürsorge

Kater 1,4 -3,2 Jahre alt werden
Kätzinnen 3,4 - 4,2


Das habe ich in meinen Unterlagen gefunden.

lg
Verena
Ja, davon habe ich auch gelesen. Aber aus diesen Zahlen kann man aber nicht schließen, dass Freigänger im Schnitt nicht älter als zwei Jahre werden. Freigänger leben ja in menschlicher Obhut, bekommen regelmäßig Futter und werden medizinisch versorgt. Das ist etwas anderes.
 
Finny

Finny

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[...] Sicher gibt es wie immer Ausnahmen, aber die meisten Bengalen sind intelligenter, lebhafter, terretorialer etc. als Hauskatzen. [...]
Natürlich sind solche Aussagen immer nur ein Querschnitt und ich kenne auch Freigänger-Bengalen, die die liebsten Lämmer draußen sind. Aber ja, ich würde diese Aussage als Bengalhalter mal so bestätigen.
Bengalen gehören zu den sehr, sehr sozialen Katzen, wenn es um den Umgang mit ihren "Freunden" geht, aber wenn es um das Verteidigen des Territoriums geht können sie schon sehr heftig werden.
Nicht, dass ich grundsätzlich meine Katzen in den Freigang lassen würde, aber mein Bengalkater wäre ganz sicher mit ein Grund, warum ich es auf keinen Fall tun würde. Der würde die Katzen in der Nachbarschaft massakrieren, da bin ich sicher. Mir reicht, wenn ich sehe, wie er sich am Gehege aufführt und die Kämpfe, die ich von dem Vogel schon mitbekommen habe.

nell, ich wünsche dir, dass ihr eine einvernehmliche Lösung mit euren Nachbarn findet. Vielleicht wären feste Zeiten wirklich eine gute Lösung.
 
nell

nell

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Danke, Finny, ich habe heute nochmal nachgefragt wegen der versetzten Ausgangszeiten, weil ich noch keine Antwort hatte.
Wurde um vier Uhr nachts davon wach, dass die beiden sich direkt unterm Schlafzimmerfenster geprügelt haben. Bin heute früh gleich zur Tierärztin. Kalles innerer Oberschenkel ist aufgeschlitzt, plus der üblichen kleineren Wunden.
Ich versuche, Kalle im Haus zu behalten, bis alles verheilt ist. Wie es weitergehen soll, wenn die Besitzer des Bengalen nicht kooperieren, weiß ich nicht.
 
Frau Flausch

Frau Flausch

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Ich denke auch arg viel anderes wird dir nicht übrig bleiben, wenn die Besitzer des Bengalen nicht mitziehen. Du kannst sie ja nicht zwingen, ihren Kater nur zu bestimmten Zeiten raus zu lassen.
Vielleicht lassen sie ja doch mit sich reden, aber was, wenn ihr Kater dann nicht zuhause ist, wenn du Kalle rauslassen willst? Woher weißt du, dass der andere zurück ist um eine bestimmte Zeit? Ich stell mir das schwierig vor, aber ich hatte auch noch nie Freigänger und kann daher auch nicht gut abschätzen, wie einfach oder schwierig das zu realisieren ist. Ich würde mir daher auf jeden Fall schonmal einen Plan B zurechtlegen und schauen, ob ich den Garten zumindest teilweise sichern kann. Echt blöde Situation...
 
nell

nell

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Es gibt Neuigkeiten.

Mein Mann hat direkt mit dem Besitzer des Bengalen telefoniert. Versetzten Freigang lehnt er ab, weil er die Randale im Haus nicht erträgt, die dadurch entstehen. Das kann ich einerseits gut nachvollziehen, denn auch Kalle dreht hier durch, wenn wir ihn einsperren. Andererseits...

In diesem Gespräch haben wir auch erfahren, dass der Bengale doch nicht kastriert ist. Er ist nur sterilisiert. Und eine nachträgliche Kastration kommt nicht in Frage, weil er die OP seines Herzfehlers wegen nicht überleben würde.

Der TA des Bengalen meint, solche Kämpfe seien halt ganz normal, kann man nichts machen, da müssen die durch. Und außerdem klingelt die Kasse hinterher auch immer so hübsch, wenn die Bauchwunde zum x-ten Mal aufgerissen wurde.

Ich frage mich aber auch, wie lange ein Kater mit schwerem Herzfehler ständige Kämpfe - mit tiefen Wunden und bis zur totalen Erschöpfung - überleben soll?

Wir machen jetzt erstmal selbst auf "Bengalenschreck". Da wir beide zu Hause arbeiten, können wir zumindest tagsüber meistens frühzeitig eingreifen. Wir haben zwei Wasserschläuche mit Sprühpistolen "strategisch positioniert". Bislang habe ich vor sowas zurückgeschreckt, aber der Zweck heiligt hier hoffentlich die Mittel. Und die Besitzer des Bengalen raten selbst dazu. Wenn er sich von Kalle nicht fernhalten lässt, dann vielleicht von uns.

König Kalle geht´s übrigens wieder gut. Er darf wieder raus und macht seinem Titel alle Ehre: Er residiert im Gartenpavillon oder in seiner Kratzbaumhöhle und gewährt ab und zu Audienzen.
 
I

Igelfisch

Gast
Die Aussage, dass der Bengale nicht kastriert, sondern nur sterilisiert ist, verblüfft mich. Oder ist der vielleicht gar kein Katermann?:roll:
 
Strexe

Strexe

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Ich lese hier nur still mit und finde den Umgang mit dem Bengalen durch seine eigenen Dosenöffnern schon recht merkwürdig.

So viel ich weiß, kann man auch mit großer Vorsicht und den entsprechenden Mitteln einen herzkranken Kater kurz in Narkose versetzen. Was die Sterilisation angeht, kann ich mir vorstellen, dass der Kater gechipt ist - also hormonell 'sterilisiert'. Ein Suprelorin- ( Kastrations- ) Chip, sozusagen eine Kastration auf Probe oder für eine gewisse Zeit. Dieser wird z.B. auch in der Zucht verwendet, damit der Kater nicht unter hormonellem Dauerstress steht.

Das ist jetzt aber auch nur eine Vermutung.
 
IsiBerlin

IsiBerlin

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Sterilisation und Kastration gibt es bei beiden Geschlechtern. Es sind unterschiedliche Eingriffe.

Kastration
- Keimdrüsen werden entfernt
- Geschlechtshormone werden dann nicht mehr produziert
- Eingriff kann nicht rückgängig gemacht werden


Sterilisation
- Keimdrüsen werden abgebunden
- Geschlechtshormone werden nach wie vor produziert, d.h. Katze wird immer noch rollig, Kater bleibt hormonell Kater
- Eingriff kann rückgängig gemacht werden
 
nell

nell

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Wir haben inzwischen Kalles Puller überprüfen lassen: keine Stacheln oder Haken.

Dann Blut abgenommen und analysieren lassen: Kalle hat 0,02 ng/ml Testosteron, ein nicht kastrierter Kater hat mindestens 0,3.

Das klingt gut, schließt aber nicht völlig aus, dass Kalle doch noch einen verkümmerten Hoden im Bauchraum hat. Um das checken zu lassen, könnten wir nochmal ein paar hundert Euro in die Hand nehmen, für Stimulationstests und Ultraschall in einer Tierklinik.

Wir haben ihn wegen seiner vielen Wunden auch auf übertragbare Krankheiten checken lassen, gegen die man nicht impfen kann. Zum Glück alles negativ.

Wir sind in einer ausweglosen Situation. Leute, lasst eure unkastrierten bzw. nur sterilisierten männlichen Bengalen nicht frei durch die Gegend laufen. Bittebittebitte.
 

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