Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

  • Ersteller des Themas Dagny
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Dagny

Dagny

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Mich würde mal interessieren, ob es hier jemanden gibt, der es tatsächlich geschafft hat seiner Katze beizubringen, daß sie sich hochheben läßt, in dem er es einfach immer wieder gemacht hat. Wenn nötig auch mit Zwang.
Kann eine solche Vorgehensweise gerade bei ängstlichen Katzen tatsächlich funktionieren?



Hintergrund: Mir wurde im Rahmen eines Telefonates mit einer der hiesigen Katzenhilfen erzählt, daß ich viele Fehler mit den Katzenmädchen gemacht hätte. Anstatt sie in einem kleinen Zimmer zu halten
und dann nach einer Woche die Tür zum großen Flur zu öffnen, hätte ich sie in einem Kennel halten sollen, und täglich oft anfassen, streicheln, hochheben, etc. bis beide richtig handzahm sind. (Das war eine Vorgehensweise, die mir bis dato ungeläufig war. Ich hatte bei Katzen immer die Philosophie ihnen geduldige, liebevolle Freundlichkeit und Respekt entgegenzubringen, und sie antworten darauf dann ggf. irgendwann mit Vertrauen.)
Meine einzige Möglichkeit jetzt, sie gut händelbar zu machen, sei sie täglich mindestens 5 Mal hochzuheben, im Genickgriff und mit dicken Handschuhen, bis sie verstanden haben, daß "nichts passiert".
Ich bekomme die Logik dahinter nicht in meinen Kopf, weil es passiert doch etwas? Etwas, das den Katzen Angst macht, nämlich daß sie hochgehoben werden, und dann auch noch im Genick. Mit fast 13 Wochen?

Die Tatsache, daß ich Frieda seit 2 Tagen kurz anheben kann, um sie beispielsweise vom Boden auf meinen Schoß, oder vom Boden auf's Bett setze, und sie dabei weiterschnurrt und sofort weiterschmust, zeigt mir, daß auch die geduldige Methode zum Ziel führt.

Nur Floki ist eben noch sehr schüchtern, und läßt sich nur selten streicheln (wenn sie träge ist oder sowieso schon mit ihren Geschwistern kuschelt). Ich habe die Befürchtung, daß sie nach mehrmaligem Hochheben trotz Gegenwehr dann gar niemanden mehr an sich heran läßt.
Bin ich da irgendwie blöd, oder sehe ich was nicht?
Wie ist eure Meinung?
 
Ilvy

Ilvy

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Hallo, hier melden sich sicher noch Experten zu deinem Thema.
Mein Gefühl sagt mir, dass du es richtig machst. Ich würde niemals die Katzen- außer in einer Notsituation, mit Zwang und so einem Griff hochheben.
Unser Kater Ludwig war total ängstlich, als wir ihn vom TS bekamen.
Nach einer Woche " unter dem Bett wohnen" haben wir da dicht gemacht, dass er sich nicht mehr so weit verkriecht;( 2 Höhlen hatte er natürlich noch )um ihn besser sehen zu können und mit ihm zu spielen. nach 3 Wochen war er zutraulich und heute ist er der größte Schmuser!
Geduld ist wichtig. Alles Gute!
 
Patentante

Patentante

24.072
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Gehören die Katzen dem TS? Falls nein würde ich sagen: vergiss einfach was dort gesagt wurde :mrgreen:

Meinem Oskar versuche ich tatsächlich seit einer Weile beizubringen, dass auf den Arm genommen werden nicht schlimm ist. Der Hintergrund ist aber ein ganz anderer (und würde jetzt zu weit führen). Er lebt von Geburt an bei mir, ist eigentlich verschmust, nur sehr unsicher. Beim geringsten Anzeichen, dass er runter will setze ich ihn auch wieder runter.
Niemals würde ich eine Katze ohne Not mit Gewalt anfassen :shock:. MEIN Gedanke dazu ist, dass sie jedesmal wenn Du das tun würdest lernen würden, es passiert was schlimmes! Denn eine solche Behandlung wäre ja jedesmal ein schlechtes Erlebnis. Wie das zu Vertrauen führen soll ist mir echt nicht nachvollziehbar.

Dass man Katzen manchmal ein wenig "zu ihrem Glück zwingen" muss stimmt schon. Darunter versteh ich aber eher, dass man im richtigen Moment mal anfasst. Kanns grad schlecht erklären. Aber festhalten ist für Katzen immer Horror.
 
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Dagny

Dagny

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Danke für deine Antwort, Ilvy.

Ja, das sehe ich auch so, mit der Geduld. Wie alt war dein Ludwig denn, als er zu euch kam?

Mich hat dieser Vorschlag total überrascht, gerade von jemandem, der in der Katzenhilfe arbeitet, bzw. eine betreibt. Andererseits bin ich die typische "eigentlich bin ich eher der Hundetyp..."-Frau, die als Hundetrainerin gearbeitet hat und zur ersten Katze gekommen ist wie die Jungfrau zum Kinde. Da gibt es bestimmt viele Aspekte der Katzenhaltung (und besonders der Pflege und Erziehung von Jungtieren), die ich einfach nicht auf dem Schirm habe. Und ich bin nicht zu stolz, um mich belehren zu lassen, wenn ich Fehler mache, und an mir zu arbeiten. Deswegen freue ich mich immer über Erfahrungsberichte und Tipps von Menschen, die mehr Katzenerfahrung haben als ich. Einiges davon kann ich dann vielleicht umsetzen.

Daß sich ein Haustier irgendwann anfassen und hochheben läßt halte ich für wichtig; aber ich bezweifele, daß man das mit Hauruck erreicht.
Ich hätte da Sorge, daß alles an Vertrauen, was bis dato aufgebaut wurde, wieder futsch ist.
 
Andrea64

Andrea64

Moderator
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Mit Ruhe, Liebe und Geduld erreicht man bei Katzen das meiste. Zwang führt doch nur zum Widerstad oder zum Brechen des Tieres.
Mein Scheuchen Flori wollte sich zu Anfang auch nicht hochheben lassen. Kein Boden mehr unter den Pfoten? Hilfe, Alarm, Panik!
Ich habe es in sehr kleinen Schritten mit ihm eingeübt. Ihn nur kurz angehoben (cm), gleich wieder mit den Pfoten auf den Boden runter = Leckerchen. Das war dann alles überhaupt nicht schlimm und ich konnte die Übungen immer weiter ausbauen. Er schätzt es nicht so besonders, hat jetzt aber keine Angst mehr und ich habe keine Probleme, ihn z.B. In die Transportbox zu setzen.
 
Dagny

Dagny

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Nein, sie gehören nicht dem TSV. ;)

Richtig, Patentante, da stimme ich dir zu. Es würde die Erwartungshaltung bestätigen.

Und ja, manchmal muß man sie zu ihrem Glück zwingen. Ich habe sie ja auch von Anfang an auf dem Boden sitzend ganz dicht neben mir gefüttert, und dabei gestreichelt. Und das hat auch gut geklappt. Von daher schließe ich nicht aus, daß es auch mit dem Hochnehmen solche Lösungen gibt.
Floki beispielsweise ist sehr verfressen, und ich bin dazu übergegangen, ihr täglich Leckerchen zu füttern. Um dranzukommen muß sie aber auf meinen Schoß klettern (ich sitze da auch auf dem Boden). Sie springt inzwischen auch schonmal hoch, ohne daß es etwas gibt, und schnurrt ein bißchen und tretelt. Nur beim gestreichelt werden ist sie oft noch skeptisch.

Wie kommst Du denn mit Oskar vorran? Und wie übst du mit ihm?
 
Elvira B.

Elvira B.

1.607
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Mich würde mal interessieren, ob es hier jemanden gibt, der es tatsächlich geschafft hat seiner Katze beizubringen, daß sie sich hochheben läßt, in dem er es einfach immer wieder gemacht hat. Wenn nötig auch mit Zwang.
Kann eine solche Vorgehensweise gerade bei ängstlichen Katzen tatsächlich funktionieren?
Ehrlich, ich halte nix von Zwang, das hab ich schon bei meinem Hund nicht gemacht, denn es geht auch anders.

Bei meiner Elli hätte das eh nicht funktioniert, sie ist mir ja zugelaufen und hat sich nur sehr langsam angenähert, wer weiß was sie als Streunerchen alles erlebt hat.

Ich hatte ehrlich gesagt, auch "null" Ahnung von Katzen und so haben wir uns halt langsam Schritt für Schritt auf einander zubewegt. Ich hab nie was versucht, was Elli nich freiwillig sich hat gefallen lassen und nein, ich hebe sie noch immer nicht hoch, ich weiß nicht, ob sie das tolerieren würde und ich wills auch nicht versuchen, sie hat mittlerweile so großes Vertrauen aufgebaut, welches ich mit Zwangsmaßnahmen nicht zerstören werde.

Man geht ja eigentlich davon aus, das die Leute vom Tierschutz Ahnung haben, das scheint wohl doch nich so zu sein, jedenfalls wenn ich das so lese, komme ich zu diesen Schluß.
 
Dagny

Dagny

350
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Genau, Andrea, das sehe ich auch so. :) Mit Zwang zeigt man ihnen nur ständig, daß wir nicht vetrauenswürdig sind.
Ich finde es auch total wichtig, was Du schreibst: Den Unterschied zwischen Hochheben und Herumschleppen. Ich respektiere das absolut, wenn ein Tier es nicht mag, herumgetragen und gemuckelt zu werden. Aber Haustiere müssen sich meines Erachtens nach prinzipiell anfassen und hochheben lassen.
Es müssen ja nicht gleich so dramatische Situationen sein wie ein Wohnungsbrand, weswegen man eine Katze händeln muß. Allein ein Tierarztbesuch ist realistisch, oder ein Umzug. Wenn dann die Katze mit Decken, Keschern und 8 Personen in Schutzkleidung eingefangen werden muß, ist das ja nicht nur schlimm und super stressig für's Tier.
Das mit dem kurz hochheben und dann ein Leckerchen geben ist eine gute Idee, das werde ich auch so machen, wenn Floki ein bißchen mehr Vertrauen hat. Ich habe Frieda beim streicheln eher beiläufig gelupft, auf den Schoß, auf's Bett, auf den Stuhl, und dabei einfach weitergestreichelt. Vor lauter Schnurren war sie glaube ich einfach zu überrumpelt, um Angst zu haben. ;)

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Ich weiß es nicht, Elvira. Ich will um Himmels Willen auch gar nicht so weit gehen, daß ich ihr Kompetenz abspreche. Sie wirkte auf jeden Fall sehr engagiert (wenn ich auch das Gefühl hatte, daß sie viel Wert darauf gelegt hat ausgiebig aufzuzeigen, wer alles welche Fehler gemacht hat mit den Kätzchen; von der Vermittlerin über mich bis zu unserem Tierarzt?) und hat so viel und lange geredet, bis der Akku von meinem Telefon leer war.

Vielleicht hat sie ja Erfolg mit dieser Vorgehensweise, wenn es um scheue, wilde Kätzchen geht. Sie war auch dafür, solche Kitten so früh wie möglich von der Mutter wegzuholen und im Kennel aufzuziehen. Vielleicht hat das ja alles bei ihr in der Vergangenheit funktioniert? Deswegen frage ich, ob jemand dabit Erfahrung hat, weil es mich prinzipiell interessiert, nicht weil ich es umsetzen will.
Sie hat ja den Schwerpunkt der Katzenvermittlung, und das ist sicherlich leichter mit schmusigen, händelbaren Katzen.

Bloß gut, daß unsere Samtpfoten im häsulichen Umfeld die Zeit haben, die sie brauchen, und nicht mehr um Interessenten buhlen müssen.
 
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Elvira B.

Elvira B.

1.607
20
Gut, Elli ist ja meine Erste Katze und ich hatte gar keine Erfahrung, halte aber schon über 40 Jahre HT und habe die auch fast immer aus Notstationen geholt, von daher weiß ich das es eben Solche und Jene gibt und genau die, die meinen alles perfekt machen zu müssen, schießen oft übers Ziel hinaus.

Egal ob Hund, Katze oder Maus, sie sollen vertrauen aufbauen und nicht gebrochen werden, es sind doch alles kleine Persönlichkeiten, wer will schon ein Tierchen, welches unsicher bleibt.
 
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abvz

abvz

Patin
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Vermutlich gibt es sehr hartnäckige Fälle in denen ein leichter Zwang sinnvoll sein kann, aber die sind dann doch sehr sehr selten?

Die Methodik die dir da vorgeschlagen wurde halte ich für sehr bedenklich, es wird etliche Katzen geben die dadurch nur unsicherer werden oder ganz in sich zusammenfallen.

Gib ihnen Zeit und Liebe, das ist das A und O. Es immer wieder zu versuchen und zu trainieren ist trotzdem wichtig, aber eben mit einer Intensität die einfühlsam ist statt der Holzhammer. ;-)
 
Ilvy

Ilvy

5.414
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Danke für deine Antwort, Ilvy.

Ja, das sehe ich auch so, mit der Geduld. Wie alt war dein Ludwig denn, als er zu euch kam?

Mich hat dieser Vorschlag total überrascht, gerade von jemandem, der in der Katzenhilfe arbeitet, bzw. eine betreibt. Andererseits bin ich die typische "eigentlich bin ich eher der Hundetyp..."-Frau, die als Hundetrainerin gearbeitet hat und zur ersten Katze gekommen ist wie die Jungfrau zum Kinde. Da gibt es bestimmt viele Aspekte der Katzenhaltung (und besonders der Pflege und Erziehung von Jungtieren), die ich einfach nicht auf dem Schirm habe. Und ich bin nicht zu stolz, um mich belehren zu lassen, wenn ich Fehler mache, und an mir zu arbeiten. Deswegen freue ich mich immer über Erfahrungsberichte und Tipps von Menschen, die mehr Katzenerfahrung haben als ich. Einiges davon kann ich dann vielleicht umsetzen.

Daß sich ein Haustier irgendwann anfassen und hochheben läßt halte ich für wichtig; aber ich bezweifele, daß man das mit Hauruck erreicht.
Ich hätte da Sorge, daß alles an Vertrauen, was bis dato aufgebaut wurde, wieder futsch ist.
Der Ludwig war 8 Monate alt ( geschätzt).
Du machst das sicher super. Alles Liebe!!
 
Nelly12

Nelly12

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Hat dir der Tierschutz wirklich gesagt, dass du deine Beiden mehrmals täglich im Genickgriff mit dicken Handschuhen hochheben sollst. Das macht mich jetzt sprachlos. Auch Katzen anfänglich nur im Kennel zu halten und immer wieder zwangsstreicheln und hochnehmen, widerspricht doch Allem. In einem Zimmer ist doch absolut ok und sich dann liebevoll annähern, mit Geduld, vorlesen etc.. Sicher ist es gut und nötig, wenn man Katzen hochheben kann ohne dass diese in Panik verfallen aber dazu müssen sie doch erst einmal Vertrauen gefasst haben. Wenn das Vertrauen hergestellt ist, kann man sie ja gelegentlich spielerisch hochnehmen, etwas mit ihnen schmusen und dann vorsichtig wieder absetzen, so dass sie wissen, dass ihnen nichts Böses geschieht. Meine Nelly ließ und lässt sich problemlos hochnehmen, sie genießt es sogar, mein Obelix hingegen findet es nicht toll, lässt es aber eine kurze Zeit geschehen bis er sich wieder entwindet. Die Zeit reicht aber aus, um ihn z. B. zu säubern, wenn mal auf der Toilette was daneben gegangen ist, ihm Tabletten zu geben und, und, und. Aber zwangsweise im Genickgriff mit dicken Handschuhen bei eben eingezogenen Katzen, da erstickt man ja jedes aufkeimende Vertrauen und erzieht sich verstörte, schreckhafte Katzen. Mach so weiter, wie du begonnen hast, mit Liebe und Geduld, das ist genau richtig. :smile:
 
Dagny

Dagny

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Naja, sie hat viel gesagt. Sie war ungehalten darüber, daß ich mich nicht bei ihr gemeldet habe, bevor ich die Kleinen geholt habe (obwohl sie nirgends involviert war; ich hatte lediglich angerufen um zu fragen, ob sie Tipps zur Vergesellschaftung der zwei Mädchen und dem Katerchen hat). Und darüber, daß ich von Anfang quasi alles falsch gemacht habe.
Der Raum, in dem sie zuerst waren, war unser kleinstes Zimmer (2 x 3m). Das ist ihrer Meinung nach zu groß, es müßte ein Gästeklo sein, wo "die Kleinen nie aus der Reichweite können", oder eben eine Hundetransportbox bzw. ein Zimmerzwinger. Und dann habe ich nach einer Woche die Tür zum Flur und dem großen Kratzbaum gemacht. Ich hätte ihnen erst mehr Freiraum bieten sollen, wenn sie zahm waren.
Ich hätte sie nur vom Löffel füttern dürfen, und vom ersten Tag an nur auf dem Schoß.
Und sie hätten am besten um die 6. Woche rum von der Mutter getrennt werden sollen (obwohl sie mich zuerst angeranzt hat, warum ich so junge Kätzchen nehme), damit sie sich noch prägen lassen. Das sei mit der 8. Woche abgeschlossen. Und da sie ja schon 9 Wochen alt waren, als ich mit ihr telefoniert habe, müßte ich das eben jetzt so machen, daß ich sie mindestens 5x täglich hochnehme. Damit sie merken, daß ihnen nichts passiert. Und wenn sie kratzen und beißen eben mit dicken Handschuhen und im Genickgriff. Die Mutter würde sie auch so tragen (obwohl ich dachte, daß nur ganz, ganz kleine Kätzchen so von ihrer Mutter getragen würden).
Wenn ich das bis zur 12. LW nicht in den Kitten drin hätte würden sie gar nicht mehr zahm. *schulterzuck
 
abvz

abvz

Patin
3.118
94
Wie bist Du denn an die ,,Dame,, geraten? Nie und nimmer würde ich solch rabiate Tipps mit Tierschutz in Verbindung bringen.
 
goya

goya

4.281
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Hallo, ich habe mir nicht alles durchgelesen, möchte dir jedoch von Erfahrungen mit unserem Sternchen erzählen. Sie war Streunerin und kannte anscheinend Menschenkontakt, aber keinen engen.
Da man die Tiere doch hin und wieder hoch heben muss haben wir das mit ihr geübt. Nicht täglich, aber immer wieder und sie einfach zwischendrin mal hoch gehoben und am Anfang sofort wieder runter gesetzt. Das Halten auf dem Arm wurde mit der Zeit immer länger. Gehoben haben wir sie aber nicht mit dem Genickgriff. Eine Hand hatte ich unter dem Brustkorb und auf der anderen sützte ich die Katze mit den Hinterpfoten. Meiner Meinung nach ist es wichtig das die Katze mit den Hinterpfoten sich abstützen kann, da sie als potentielle Beute den Verlust der Bodenhaftung instinktiv mit dem Packen von einem Raubtier gleichsetzt.
 
Dagny

Dagny

350
32
abvz, ich habe nach Katzennothilfe + meine Heimatstadt gegooglet. Das ist eine der größten Katzennothilfen hier im Umkreis. Meine Theorie war, daß Katzennothilfen öfter mal fremde Katzen vergesellschaften, und deswegen einige Kniffe und Tricks kennen. (Bis zu meiner eigentlichen Frage sind wir gar nicht gekommen...) ¯\_(ツ)_/¯

___

Das macht alles absolut Sinn so, goya. So war es bei meiner alten Katze auch.
Frieda läßt sich inzwischen schon ganz relaxt lüpfen, aber nur, solange man sie nur zart um's Bäuchlein greift. Sobald sie irgendwas unter den Tatzen hat fährt sie den Schredder aus.
 
Finny

Finny

5.741
223
Hallo Dagny,

[...]
Floki beispielsweise ist sehr verfressen, und ich bin dazu übergegangen, ihr täglich Leckerchen zu füttern. Um dranzukommen muß sie aber auf meinen Schoß klettern (ich sitze da auch auf dem Boden). Sie springt inzwischen auch schonmal hoch, ohne daß es etwas gibt, und schnurrt ein bißchen und tretelt. Nur beim gestreichelt werden ist sie oft noch skeptisch.
[...]
Ich finde, hier hast du selbst ein sehr schönes Beispiel angeführt, wie man die Tiere ein bisher herausfordern kann über ihren Schatten zu springen, ohne ihnen gleich Zwang antun zu müssen.
Ich würde sagen bleib bei deinen Methoden, die klingen für mich sehr viel besser als die Vorschläge der Dame von denen du hier berichtet hast.

[...] Und wenn sie kratzen und beißen eben mit dicken Handschuhen und im Genickgriff. Die Mutter würde sie auch so tragen (obwohl ich dachte, daß nur ganz, ganz kleine Kätzchen so von ihrer Mutter getragen würden). [...]
Katzenmütter tragen ihre Kitten aber nur in den ersten Wochen im Genick. Nimmt die Katzenmutter die Kätzchen im Genick, dann setzt ein Reflex ein und die Kitten rollen sich zusammen und ziehen die Beine und den Schwanz an den Bauch und machen sich starr. Dieser Reflex lässt aber irgendwann nach und ab diesem Zeitpunkt ist es in meinen Augen nur noch Quälerei die Katzen im Genick zu halten, um ihnen irgendwas Unnötiges aufzuzwingen. Denn, klar hat man sie auf diese Weise "gut im Griff", weil man an dieser Stelle nun einmal viel Fell zu packen bekommt, und relativ wenig Zähne und Krallen in der Nähe sind, aber das hat absolut nichts mehr mit dem Sinn und Zweck des Tragens durch die Mutterkatze zu tun und verursacht bei den meisten Katzen enormen Stress.

[...] Wenn ich das bis zur 12. LW nicht in den Kitten drin hätte würden sie gar nicht mehr zahm. *schulterzuck
Es gibt etliche Gegenbeispiele für diese Aussage. Auch drei meiner Katzen sind ehemalige Scheuchen, die mit 6 Monaten bei mir eingezogen sind (wild geboren und bis zum Einzug bei mir an einer Futterstelle lebend). Auch die drei sind zahm geworden und haben sich zu Schmusekatzen entwickelt. Zwei von den dreien lassen sich sogar von Fremden anfassen, was sicher nicht, bei nicht auf den Menschen geprägten Katzen, selbstverständlich ist. Denn ja, die Prägephase datiert man grob zwischen der 2.und 7. Woche (auch wenn sie natürlich nicht einfach vom einen Tag auf den anderen endet) und die meisten Katzen, die in der Prägephase nicht mit verschiedenen Menschen in Kontakt gekommen sind, tun sich schwer damit, Menschen im allgemeinen als harmlos zu bewerten und fassen nur Vertrauen zu "ihren" Menschen. Aber auch hier spielt noch ganz viel der Charakter mit.

Ich habe mit meinen Katzen auch ein bisschen geübt, damit ich sie zumindest hochnehmen kann, ohne das sie Panik bekommen, ähnlich wie es hier ja schon mehrfach beschrieben wurde, in kleinen kurzen Einheiten mit Belohnung und immer sofort runter, wenn Katze gesagt hat, sie möchte nicht mehr. Ansonsten werden Katzen, die es nicht mögen, auch nicht rumgetragen und fertig.
Wirklich mehrmals am Tag 2 Sekunden hochnehmen, habe ich nur bei meiner Finny gemacht. Sie hatte nach 3 Wochen alle 2 Tage TA wirklich Panik, sobald sie das Gefühl hatte nicht mehr weg zu können,wobei sie vorher absolut kein Problem damit hatte. Sie hat einfach die Erfahrung gebraucht, dass es jetzt nicht mehr in den Kennel geht, wenn man sie mal auf den Arm nimmt, sondern nur Schmuseeinheiten. Mittlerweile ist auch alles wieder gut :).
 
Patentante

Patentante

24.072
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Als ich damals auf der Suche nach einer geeigneten Drittkatze war hat eine Dame vom TS hinter meinem Rücken eine "Tierpsychologin" eingeschaltet. Die mir dann, ohne mich je auch nur gesprochen zu haben, mitteilen ließ dass ich gänzlich und zu 150 % unfähig wäre irgendein Tier zu halten! :shock::shock: Das schloß sie aus der Tatsache, dass ich einen unsauberen Kater hab :roll:
Insofern: vergiss einfach was Dir da so "fachkundig" erzählt wurde!

Mein Oskar und sein "Training" *seufz* Ich mach das seit einer Weile, weil ich glaube dass er es mögen würde wenn er es verstünde. Inzwischen kann ich manchmal andeutungsweise erahnen ob er es jetzt toll findet oder runter möchte. Leider ist er so gut wie unfähig zu irgendeiner "Meinungsäußerung" :sad:
Die anderen beiden teilen mir das sehr unmißverständlich mit (nein, sie kratzen nicht oder so, wissen aber genau was sie wann mögen).

Genau so meinte ich das mit dem "zu ihrem Glück zwingen" wie Du es beschreibst. Das finde ich dann aber auch schon das Maximum. Zwang macht bei Katzen einfach keinen Sinn.
Ob oder auf wieviel Platz man Wildlinge anfangs hält kann man vielleicht noch diskutieren. Das Thema ist ja aber eh längst Geschichte bei Euch.
 
_hannibal_

_hannibal_

7.815
55
Oh man, also beim lesen der Tipps gruselt es mich. Gut, dass du hier auf dein Bauchgefühl hörst.

Ich wüsste nicht einen Grund, warum eine Katze daran gewöhnen muss, auf den Arm genommen zu werden. Wir haben vier Kater und Loui ist der einzigste der das mag. Marvin kann man hochnehmen aber toll findet er es nicht und Hank und Fuzzi rasten völlig aus. Also wird keinen von den ihnen auf den Arm genommen.

Ich kann dir auch nur geduld und Belohnung ans Herz legen. Strafe und Zwang schlägt bei einer Katze ins Gegenteil um. Wenns blöd läuft werden sie dadurch ihr ganzes Leben lang angst vor dir haben.

Du machst das schon richtig ;-)
 
T

Taskali

4.174
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Diese Methoden sind leider tatsächlich unter einigen Tierschützern verbreitet. Kleine Kitten kann man zu einem gewissen Prozentsatz auf die Art tatsächlich sehr schnell zähmen, da sie eben noch keinen so starken eigenen Willen haben und so sich dem Zwang beugen und dann tatsächlich merken, dass es ja nicht schlimm ist. Aber ich persönlich finde diese Methode einfach nur furchtbar - und es gibt eben einen gewissen Prozentsatz von Kitten sowie ab einem bestimmten Alter, wo eben diese Methode genau zum Gegenteil führt. Das sind dann "böse" und "unzähmbare" Katzen, die wieder ausgewildert gehören - was totaler Quatsch ist, denn es sind schlichtweg entweder besonders ängstliche oder besonders Charakterstarke Tiere, die entweder unter dem Druck zusammenbrechen oder auf den Druck hin mit Aggression reagieren.
Mit positiver Bestärkung, langsamer schrittweiser Gewöhnung, liebevoller Schubser und viel Geduld kann man dagegen ohne großen Streß bei jedem Tier ein Vertrauen aufbauen und so eigentlich fast jede Katze zähmen - egal welchen Alters. Und dann bekommt man glückliche zufriedene Katzen, die ihrem eigenen Charakter entsprechend sich entfalten - was eine tolle Erfahrung ist.

Auf Deutsch: du hast alles richtig gemacht - weiter so :)