In Gedenken an meinen geliebten Herzenskater Wilhelm

  • Ersteller des Themas malena
  • Erstellungsdatum
malena

malena

240
4
Diese Rubrik des Forums habe ich bisher nur in seltenen Momenten betrachten können. Zu groß das Leid aller, die ihre Fellnasen verloren haben. Und zu groß die Angst und die Gewißheit eines Tages auch dazu zu gehören.

Am Mittwoch, den 11.07.2018 mußte ich meinen über alles geliebten Herzenskater Wilhelm im Alter von 14 Jahren und 3 Monaten über die Regenbogenbrücke gehen lassen und ich finde erst heute die Kraft, diese Zeilen zu schreiben.

Wilhelm war schon in sehr jungen Jahren an CNI erkrankt, welche ich dank guter tierärztlicher Versorgung, gutem Futter, homöopathischen Mitteln und viel Liebe Gott sei Dank lange stabil halten konnte. Selbst vor 3 Monaten waren seine Blutwerte und auch sein Allgemeinbefinden so gut, daß wir eine dringend notwendige letzte Zahnsanierung durchführen konnten, bei der bis auf einen Eckzahn und ein paar wenige Vorderzähnchen die restlichen noch vorhandenen 5 Backenzähne entfernt wurden.

Dank einer hervorragenden Tierärztin und unter Berücksichtigung aller Risiken aufgrund seiner CNI, hatte er die OP sehr gut überstanden und fraß schon am nächsten Tag wieder ganz von selbst. Ich war so glücklich und erleichtert. Nun war endlich dieses unliebsame "Damoklesschwert" Zahnsanierung mit Vollnarkose Vergangenheit und ich freute mich auf einige schöne stressfreie Jahre mit meinen süßen Rabauken.

Wir verabredeten eine weitere Kontrolle der Blutwerte wie üblich nach drei Monaten, wenn keine anderen akuten Beschwerden auftreten würden.

Er war voller Lebensfreude, fraß gut, spielte, war übermütig und verschmust.

Bis Sonntag, 3 Tage vor seinem Tod. Morgens früh im Bett tanzte
er mir noch wie wild auf der Nase herum, weil er fressen wollte. Er fraß mit großem Appetit.

Danach wurde er ruhig. So ruhig, daß ich im Laufe des Tages schon merkte, daß irgendetwas nicht stimmte. Abends fraß er nichts mehr, hatte glasige Augen und wirkte irgendwie schlapp. Ich dachte zuerst an verschluckte Haarballen o.Ä.

Am nächsten Morgen rief ich sofort die Tierärztin an und in der Praxis stellten sie 40 Grad Fieber und ein schleifendes Herzgeräusch fest. Wir nahmen Blut ab, der Blutdruck wurde gemessen und während die Auswertung lief, bekam er intravenöse Infusionen mit Elektrolyten und ein fiebersenkendes Mittel.

Nach ca. einer Stunde hatten wir die Blutwerte. Kreatinin 6,53mg/dl und Harnstoff 51,82. Die Werte hatten sich innerhalb der letzten 3 Monate nach der Zahnsanierung mehr als verdoppelt. Auch sein Blutdruck war inzwischen zu hoch.

Wir beschlossen, am nächsten Tag, wenn es ihm besser gehen würde, einen Herzultraschall sowie einen Ultraschall von allen inneren Organen zu machen. Das hatten wir schon vor der Zahnsanierung gemacht. Da war noch alles in Ordnung.

In der Nacht ging es ihm wieder besser. Er lag verschmust neben mir im Bett, ließ sich sein Bäuchlein kraulen und hatte großen Appetit. Ich stand alle 2 Stunden auf, um ihm kleinere Mengen zu füttern. Ich war voller Hoffnung, daß es bergauf ging.

Am nächsten Morgen sahen sich dann sogar 2 Tierärztinnen den Ultraschall an. Alle Organe waren unauffällig. Sogar die Nieren, obwohl er schon so viele Jahre eine CNI hatte.

Aber sein Herz war nicht ok. Er hatte eine bei Katzen sehr seltene Herzbeutelentzündung unklarer Ursache. Da nicht geklärt werden konnte, ob die Herzbeutelentzündung durch Viren, Bakterien oder einen inneren Entzündungsprozeß hervorgerufen worden war, bekam er zusätzlich zur Infusion noch an Antibiotikum, in der Hoffnung, daß es gut anschlägt und einen Blutdrucksenker.

Das Fieber war inzwischen weg. Auch wurde darauf geachtet, daß nicht zu schnell und nicht zuviel infundiert wurde. Aber wir mußten die Nierenwerte herunter kriegen.

In der Nacht wurde sein Zustand wieder sehr schlecht. Ich war verzweifelt und dachte, er schafft es nicht mehr. Aber er wachte wieder auf.

Am nächsten Morgen wurde dann ein erneutes Blutbild gemacht, um zu sehen, ob die Nierenwerte inzwischen etwas runter gegangen waren. Außerdem wurde ein Röntgenbild von der Lunge gemacht, um zu sehen, ob sich dort Wasser gesammelt hatte.

Ein erneutes Blutbild zeigte, daß sich die Nierenwerte nicht verbessert hatten und das Röntgenbild ergab, daß die Lunge bereits zur Hälfte voll Wasser war. Wir mußten jetzt zweigleisig fahren. Infusion, um die Nierenwerte in den Griff zu bekommen, und Entwässerungsmittel, um die Lunge wieder frei zu bekommen.

Wilhelm war inzwischen schon sehr geschwächt und ich war nur noch in Tränen aufgelöst, weil ich mittlerweile schon eine böse Vorahnung hatte.

Nachmittags um 17.00h wurde nochmal ein Röntgenbild von der Lunge angefertigt. Leider hatte sich die ganze Lunge inzwischen mit Wasser gefüllt und seine Atmung war sehr erschwert. Das Entwässerungsmittel hatte nicht angeschlagen. Das AB hatte nicht angeschlagen. Die Infusionen hatten nichts bewirkt.

Es gab keine Chance mehr. Ich hätte gerne noch weiter für ihn und mit ihm gekämpft, aber ich wollte ihn nicht unnötig leiden lassen. Irgendwann kommt einfach der Punkt, an dem man loslassen muß, auch wenn es einem das Herz bricht. Nach langen Gesprächen mit der Tierärztin mußte ich die schwerste und bitterste Entscheidung meines Lebens treffen. Aber es war eine Entscheidung aus tiefer Liebe.

Um so schwerer fiel mir dieser Schritt, als ich ihn wieder mit nach Hause nahm, damit wir ihn in seiner vertrauten Umgebung erlösen konnten. Trotz seines schlechten Zustandes freute er sich so sehr, wieder zu zuhause zu sein und sah mich mit seinen wachen lieben Augen so fragend an.

Ich trug ihn noch ein letztes Mal durch die ganze Wohnung. Dann kam die Tierärztin.

Um 19.00h schlief er für immer in meinen Armen ein.

Am Donnerstag, den 12.07. haben wir ihn auf seiner letzten Reise begleitet und ihm im Tierkrematorium einen würdigen Abschied bereitet. Seine Urne steht jetzt wieder bei mir zuhause.

Als ich Wilhelm zum ersten mal vor über 14 Jahren auf der Homepage der Züchterin sah, war es Liebe auf den ersten Blick. Als er dann mit seinem Bruder Ludwig bei mir zuhause einzog, war es der schönste Tag in meinem Leben.

Der Schmerz ist unerträglich aber ich bin dankbar für die wundervolle Zeit, die ich mit Dir verbringen durfte. Du wirst immer in meinem Herzen bleiben.

Run free, mein zauberhafter Engel!
 
claudiskatzis

claudiskatzis

6.154
138
Hallo Malena,
Es tut mir sehr leid das ihr Wilhelm gehen lassen musstet.
Dank dir hatte er schöne Jahre mit euch. Du hast alles für ihn getan was ging und ihm einen würdigen Tod ohne Qualen ermöglicht. Danke

Run free Wilhelm
 
Tinaho

Tinaho

11.645
109
Liebe Malena,
Es tut mir so leid um deinen Wilhelm. Wir alle trauern mit dir.
Er hat bestimmt deine Liebe gespürt als er gegangen ist.
Du hast ihm schlimme Schmerzen und Leiden erspart.
Wilhelm ist jetzt ein Sternenkater der seinen Platz immer in deinem Herzen haben wird.

Traurig Grüße
Tina
 
mennemaus

mennemaus

Ehren-Mitglied
7.647
34
Liebe Malena!
Dein Wilhelm war ein großer Kämpfer. Jahrelang hat er gegen die CNI gekämpft,
hat die Zahnoperation trotz des schwierigen Gesundheitszustandes gut überstanden
und du konntest hoffen, dass ihm jetzt noch einige schöne Monate oder Jahre bleiben.

Leider hast du deinen Wilhelm nun doch kurz nach der Zahn-OP verloren.
Du hast alles versucht, um ihm noch zu helfen, leider war das vergeblich.

Am Ende hast du das einzig richtige getan, dass du ihn erlösen lassen hast.
Diese Entscheidung ist so schwer, aber du hast ihm damit unnötiges Leiden erspart.

Er hat gewusst, dass du ihm helfen willst und durch deine Liebe und deine Nähe konnte er friedlich einschlafen.

Kleiner Wilhelm, komm gut an im Regenbogenland. Dort geht es dir wieder gut.
 
malena

malena

240
4
Ich danke Euch für die tröstenden Worte. Es tut gut, hier auf Verständnis zu treffen!
 
Ilvy

Ilvy

5.807
63
Liebe Malena,
du schreibst so liebevoll.. dein Katerchen spürt deine Liebe auch jetzt noch; und du seine.
Ich wünsch dir viel Kraft für die kommende Zeit.
Wir alle haben immer Angst vor dieser Entscheidung; aber letzendlich ist es der letzte Liebesbeweis..:-(
Alles Gute; Maja
 
Basije

Basije

15.102
17
Es tut mir so leid dass du deinen Herzenskater erlösen lassen mußtest. Ich weiß wie furchtbar weh es tut. Mein Micky mußte vor einem Jahr erlöst werden. Ich weine noch immer um meinen Schatz.
Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.

Lieber kleiner Wilhelm lebe wohl.

Traurige Grüße Kathi.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.388
171
Herzenskatzen wenn sie gehen ... hinterlassen eine große Leere. Da ist auch der Verstand eher stimmlos .... weil das Bauchgefühl so einen beherrscht. Aber 14 Jahre geschenkte Lebenszeit erfreuen einen, wenn die Tränen nicht mehr so fließen. Denn dann hat man sie, die schönen Geschenke der Erinnerungen.

Aber was wir unseren Tieren niemals antun werden ist sie nicht leiden zu lassen. Auch wenn für uns das Einlösen dieses Versprechen so unendlich Schmerzhaft ist.

Du hast dich für den Schmerz entschieden, damit Wilhelm nicht mehr leiden muss.

Alles Liebe für die kommende Zeit.
 
malena

malena

240
4
Der Schock, ihn so plötzlich und unerwartet gehen lassen zu müssen, weicht nun langsam dem Gefühl einer unsäglichen Leere. Einer durchdringenden Traurigkeit, die ständig präsent ist. Er fehlt mir so sehr. Und ich hoffe, daß eines Tages die schönen Erinnerungen den Schmerz erträglicher machen.:cry:
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.388
171
Der Schock, ihn so plötzlich und unerwartet gehen lassen zu müssen, weicht nun langsam dem Gefühl einer unsäglichen Leere. Einer durchdringenden Traurigkeit, die ständig präsent ist. Er fehlt mir so sehr. Und ich hoffe, daß eines Tages die schönen Erinnerungen den Schmerz erträglicher machen.:cry:
Das werden sie, es dauert halt bis man bereit ist es zuzulassen. Dafür gibt es kein Zeitfenster oder einen guten Spruch.

lg
Verena
 
Ralle

Ralle

311
1
War das ein netter Katermann. :sad:

Kein Wunder das dein Herz so blutet. Ja, das dauert leider etwas bis man darüber hinweg kommt.
So sehr es auch schmerzt, genau das ist der Beweis der ewigen seelichen Liebezu deinem Kleinen.
Dennoch.....viel Kraft das zu überwinden. :d038:

Trauergruß


Ralle
 
malena

malena

240
4
War das ein netter Katermann. :sad:

Kein Wunder das dein Herz so blutet. Ja, das dauert leider etwas bis man darüber hinweg kommt.
So sehr es auch schmerzt, genau das ist der Beweis der ewigen seelichen Liebezu deinem Kleinen.
Dennoch.....viel Kraft das zu überwinden. :d038:

Trauergruß


Ralle
Ja, er war war ein netter Katermann und einfach das liebenswürdigste Wesen, was mir bisher begegnet ist. Er hat nie gekratzt oder gebissen. Wenn er was nicht mochte, nahm er schnell reißaus aber er war nie aggressiv. Er streichelte mein Gesicht mit seinen weichen Puschelpfoten, gab Köpfchen ohne Ende und hatte die besten Manieren, die man sich vorstellen kann. Mekn kleiner Prinz...
 
Janine-

Janine-

60
3
Mein herzliches Beileid. Ich habe meinen Herzenskater Smokey auch manchmal Prinz/Königstiger genannt. Es ist schon erstaunlich welch gute Manieren die geliebten Samtpfoten haben. Wahre Gentlecats. Mein Katerchen war auch immer total sanft, nie hätte er mich gekratzt oder sonstiges. Beim Spielen bleibt ja mal ein Krallchen hängen, aber das ist ja was anderes. Ein sehr schönes Foto von deinem Wilhelm. Lg Janine
 
malena

malena

240
4
Ja, manche Fellnasen haben die guten Manieren schon in die Wiege gelegt bekommen. Der Bruder von Wilhelm ist genau das Gegenteil. Aber trotzdem genauso liebenswert. Sie sind einfach authentisch und wir lieben sie, wie sie sind. Ohne Wenn und Aber.
 
Katzenfrau

Katzenfrau

1.341
2
Mit Tränen in den Augen habe ich gerade deinen Beitrag gelesen. Es tut mir sehr sehr Leid um deinen Wilhelm. Er war wirklich ein hübscher Kater :cry:

Es ist so schwer, wenn man machtlos ist und dem geliebten Schatz nicht mehr helfen kann. Das habe ich selbst schon mehrmals erleben müssen. Von daher weiß ich, wie du dich fühlst.

Die Trauer wird nie ganz vergehen, aber irgendwann wird es leichter und du kannst mit einem Lächeln an Wilhelm denken.
 
malena

malena

240
4
Ja, dieses Gefühl der Machtlosigkeit läßt einen total verzweifeln. Man kann im letzten Moment, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, nur alles dafür tun, unsere Fellnasen nicht leiden zu lassen. Trotzdem bleibt der Schmerz und auch immer wieder die Zweifel, ob man nicht irgendetwas übersehen hat. Ob man nicht doch noch irgendwas hätte anders oder besser machen können.
 
Patentante

Patentante

25.642
112
Ich war gerade erst in der Lage, Deinen Eingangsbeitrag ganz zu lesen. Und weine bittere Tränen. Um all unsere Sternchen. Die wir so sehr lieben und doch gehen lassen mussten.

Ja, es ist wie eine bleierne Trauer, die man mit sich rumträgt :-(
 
malena

malena

240
4
Mein Engel,
14 Jahre mit Dir sind wie im Flug vergangen.
6 Monate ohne Dich unerträglich lang und leer.
Seit Du gegangen bist kein Tag ohne Tränen, kein Tag ohne Trauer.
Und immer noch die quälende Frage : Warum mußtest Du so plötzlich gehen?

Wir vermissen Dich unendlich!
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.388
171
Das vermissen wird bleiben.... aber 14 Jahre Zusammenleben hat dir ein Füllhorn von Erinnerungen, Anekdoten und schönen Gedanken geschenkt. Wenn du sie zulässt, werden sie dir den irdischen Verlust nicht ersetzen aber sie werden dich irgendwann erfreuen.

Neun Jahre konnte ich kein Bild von meinen Herzenskater anschauen und jetzt freue ich mich ihn täglich zu sehen und ich hatte keine 14 Jahre.

Drücke dich

Verena
 

Neueste Beiträge

Ähnliche Themen