Katzenliebe? Bin unglaublich sauer

  • Ersteller des Themas petrowna22
  • Erstellungsdatum
P

petrowna22

0
0
Ich bin wirklich stinksauer. Unser Kater ist vor 3 Jahre verstorben. Wir lebten zu dritt glücklich und zufrieden 15 Jahre lang zusammen. Deshalb ist es uns schwer gefallen, den Gedanken zuzulassen, wieder mit einer Katze zusammenzuleben, da wir uns nicht vorstellen konnten, jemals wieder einen so tollen Kater zu finden. Aber nach und nach kam immer öfter der Gedanke auf, dass es eigentlich unverantwortlich ist, den Platz leer zu lassen, zumal alle Gegebenheiten, Katzenklappe, Garten, Katzenerfahrung, gegeben sind. Damit fing die unglaubliche Geschichte an. Wer denkt, dass er im Tierheim oder bei Pflegestellen offene Türen einrennt, der irrt. Im Tierheim stießen wir auf absolutes Desinteresse. Bei unserem Besuch wurden uns nur Tiere gezeigt, die nichts, aber auch gar nichts mit unseren Vorstellungen zu tun hatten. Schon bei der Begrüßung hatte
man das Gefühl ein lästiger Bittsteller zu sein. Auf Fragen über Herkunft und Vorgeschichte der Tiere bekam man überhaupt keine Antwort und schließlich wurden wir einfach bei 2 Katzen geparkt und die Mitarbeiterin ward nicht mehr gesehen. Naja, dachten wir, schlimmer kann es ja nicht kommen, versuchen wir es halt bei Pflegestellen. Es fing ganz gut an, wir wurden freundlich willkommen geheißen, die Katzen wurden uns vorgestellt, aber dann ging die Misere los. Freigang heißt das Zauberwort bzw. das Wort, dass, wie bei Lord Voldemort „"Er, dessen Name nicht genannt werden darf", niemals ausgesprochen werden darf. Katzenliebe bedeutet, man stelle seine Wohnung voll mit Kratzbäumen, raschelnden Tunneln aus Plastik, sinnlosem Katzenspielzeug, dass z.B. unser Kater immer verschmäht hat, weil es ihm zu blöd war und niemals, niemals lasse man seine Katze ins Freie. Lieber riskiere man einen neurotischen Stubentiger, der sich halb zu Tode langweilt, weil seine Menschen eben nicht halb so spannend sind, wie im Garten auf den Apfelbaum zu klettern. In unserer Gegend gibt es tatsächlich Straßen, es gibt aber auch unzählige Katzen, die dort wohnen und die alle Freigänger sind, eine davon ist 15, die andere fast 18 Jahre alt und sie sind jeden Tag draußen ohne dass jemals das geringste passiert ist. Auch unser Kater war draußen, wann und wie es ihm gepasst hat und es ist nie etwas vorgekommen. Es ist ja ok, dass man unter die Lupe genommen wird, wie ein potenzieller Katzenmörder, schließlich kann man ja eine Katze nicht einfach irgendwohin vermitteln. Aber man sollte schon die Kirche im Dorf lassen. Man hüte sich vor Katzenfreunden, die Katzen als ihre Kinder bezeichnen, das ist gelinde gesagt, neurotisch. Katzen sind liebenswerte, wunderbare Wesen, aber es sind keine Kinder! Würde denn jemand sein Kind bis ans Lebensende einsperren, weil ihm dann nichts passierten könnte? Nein, Eltern, die bei Verstand sind, würden das natürlich nie tun. Aber die sogenannten Katzenliebhaber haben damit kein Problem. Ich jedenfalls habe die Wohltäter satt und hoffe für die armen Katzen, dass sie irgendwann aus dem Gefängnis in die Freiheit entkommen. Zu Menschen, die so klug sind nicht zu verraten, dass sie Freigang erwägen. Vielleicht kommt ja auch jemand vorbei, der auf einem Aussiedlerhof lebt oder in einer Hütte mitten im Nirgendwo. Obwohl, da gibt es dann natürlich Traktoren, Wildtiere, Hunde, also viel zu gefährlich, lieber lebenslänglich ins Komfortgefängnis.
 
22.02.2018
#1
A

Anzeige

Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
NinK

NinK

2.677
80
Hallo!

Habt ihr mittlerweile ein Tier bekommen? Ich persönlich würde nie pauschal sagen eine Katze muss Freilauf haben oder eine Katze darf niemals nach draußen. Ich denke das ist eine Elnzelfallentscheidung und sollte von der Wohngegend und dem Tuer abhängig gemacht werden. Sicher ist Freigang artgerecht, an einer Schnellstraße oder bei chronisch kranken/behinderten Tieren unter Umständen ein no go! Ich finde es sehr schräg, dass ihr aus diesem Grund abgelehnt worden seid.

Was für mich allerdings ein Ausschlusskriterium gewesen wäre ist Einzelhaltung. Ich würde (außer in ganz wenigen Ausnahmefällen) niemandem eine Katze vermitteln der nicht schon eine hat oder zwei zusammen aufnimmt. Katzen sind in den meisten Fällen keine Einzelgänger
 
Nelly12

Nelly12

1.018
78
Hallo,
ja, mich würde das auch interessieren. @NinKs Meinung teile ich, auch was die Einzelhaltung anbelangt. Dass Katzen nicht in Freigang vermittelt werden, kenne ich von den Tierheimen, mit denen ich mich befasst habe, nicht, Unfreundlichkeit sehr wohl. Auf den meisten Homepages ist genau beschrieben, ob die zu vermittelnde Katze eine Wohnungskatze ist oder Freigängerin. Ich sehe häufig Sonntags im WDR Drei Tiere suchen ein Zuhause und da werden mehr als 50% der Katzen in Freigang vermittelt, oftmals sogar Perser, obwohl deren Fellpflege bei Freigang schwieriger wird, sie aber nun mal Freigang gewohnt waren. Da scheint Ihr wirklich Pech gehabt zu haben.
 
Noira

Noira

870
21
Ich habe zunächst bei einer Vermittlung von Pflege- und Endplätzen angefragt, wo man nur Freigang Katzen hatte, was ich in einer Etagenwohnung nicht bieten kann.
Dennoch wurde ich freundlich weiter beraten und vermittelt und kam so zu meinen Beiden, die mit Balkon und Katzennetz klar kommen sollen.
Unfreundlichkeit kenne ich nur aus Tierheimen, wo man nicht selten selbst für einen Yorkie einen halben Palast erwartet, über den kaum ein "üblicher" Mieter verfügt.
 
Sanne2018

Sanne2018

182
12
Oder in einer Großstadt wie München, da wird dann ein Platz in Ländlicher Gegend mit Freigang gesucht !
Haha wohl eher unrealistisch, oder ??
 
Tigerstern

Tigerstern

582
31
Oder in einer Großstadt wie München, da wird dann ein Platz in Ländlicher Gegend mit Freigang gesucht !
Haha wohl eher unrealistisch, oder ??
Nö, nicht unrealistisch.
Es holen sich ja nicht nur innerstädtisch wohnende Menschen Katzen. Und die anderen sind ja auch nicht zwingend nur an das nächstgelegene Tierheim gebunden...
 
GigaSet

GigaSet

2.316
43
Nicht ärgern,nur wundern Petrowna……...meine bösen Erfahrungen mit dem hiesigen TH haben jedenfalls dafür gesorgt,dass TH bei uns nie wieder Thema sein wird.....ich konnte bislang wenigstens dabei helfen,dass Abgabekatzen gar nicht erst im TH landen,mein Tierschutzbeitrag.
 
NinK

NinK

2.677
80
Das ist doch ein sehr wertvoller Beitrag @GigaSet ! Damit hilfst du den Tieren schon sehr, auch wenn natürlich nicht alle Tierheime so schlecht sind. Unseres leider schon ?
 
NinK

NinK

2.677
80
Keine Ahnung. Bekommt man eine Benachrichtigung wenn auf einen Tagebuch Eintrag geantwortet wurde? Weiß ich gar nicht
 
TheCoon

TheCoon

167
8
Da ist der Thread damals, wohl irgendwie untergegangen... ABER ein sehr interessantes Thema.

Meine Tante, wohnte in einer Siedlung mit Einfamilienhäusern und schönen Gärten. In der Straße war nur Tempo 30 erlaubt. Und trotzdem wurden all ihre Katzen überfahren. Da diese eben auch ein großes Revier haben können und in der Nähe die Bundesstraße gewesen ist. Auf Nacht fährt auch kaum jemand die 30km. .

Ich selbst würde ein Freigehege bauen wenn ich in einem Haus leben würde. Somit habe ich immer die Gewissheit das es meinem Tier gut geht und ich weiterhin die volle Verantwortung habe und keine Angst haben muss das meine Samptpfote es sich bei Anderen gut gehen lässt, oder ihr sonst etwas wiederfährt.

Die Sache mit dem Tierheim.... . Ich selbst habe 3 Jahre ehrenamtl. in einem Katzen-TH gearbeitet. Am Anfang die Räume und WCs gereinigt, dann hoch "gearbeitet". Am Ende war ich sogar bei der Vermittlung da ich jede Katze kannte und außeinander halten konnte. Sogar eine Haltungskontrolle führte ich durch.

Als ich nach Österreich zog und meine 2 Katzen verstorben sind, wollte ich wieder in einem Tierheim arbeiten. Und so kam es das ich auf 2 Kater aufmerksam wurde. Es hieß das diese Wohnungskatzen sind. Dies war auch notwendig denn wir lebten damals in einer 2 Raum Wohnung ohne Balkon.

Es war jedoch die reinste Katastrophe. Schon am ersten Tag wurde in die Badewanne gepinkelt. An den Türen gekratzt, laut Miaut. Dann unters Menschen WC gepinkelt, am Ende sogar in die Dusche.

Das TIerheim half uns überhaupt nicht, und ich hatte Erfahrungen mit Katzen und wusste das die Beiden auf keinen Fall Wohnungskatzen waren. Aber ich wurde am Telefon ignoriert und als Blöd abgestempelt. Es wurde auch NIE eine Vorkontrolle oder Nachkontrolle durchgeführt. Denen war das iwie kack egal, wohin die Tiere kommen und was aus ihnen wird. Aber in den Vertrag schreiben, das diese nicht weiter gegeben werden dürfen... .

Schweren Herzens brachten wir die Beiden zurück ins Tierheim, und als ich mich von den Beiden verabschieden wollte, fragte die eine am Empfang ob ich nicht meine Transporten spenden möchte. Das war dann die Höhe!

Mein Herz blutete, als ich sie das letzte mal streichelte. Ich habe sehr an den Beiden gehangen, besonders nach dem Verlust meiner 2 Katzen aus Deutschland. Aus dem Tierheim was ich unterstützt hatte. Ich war bitter enttäuscht und es brach eine Welt für mich zusammen. Nie wieder wollte ich eine Katze mehr haben.

Es grüßt

~TheCoon
 
Ankaa

Ankaa

125
16
Der Ausgangsbeitrag ist leider auch alles andere als sachlich. Während ich noch verstehen kann, dass man bei entsprechender unfreundlichen Behandlung im Tierheim und Co. entsprechend gereizt reagiert, sträuben sich bei Formulierungen ala "neurotischer Stubentiger" , "Gefängnis" vs. "Freiheit" und "Katzenfreunden die ihre Katzen als Kinder bezeichnen" alle Haare. Verallgemeinernder geht auch überhaupt nicht? Da hat jemand auch eine eindeutige vorgefertigte Meinung.

Entgegen leider noch immer weit verbreiteter Meinung ist ungesicherter Freigang auch nicht das Non-plus-Ultra oder die einzige wirkliche artgerechte Haltung von Katzen. Davon abgesehen, dass Katzen durchaus domestiziert sind und es auch total auf den kätzischen Charakter ankommt, geht es bei Kritik am Freigang nicht nur um die Sicherheit der Katze. Vielleicht begreift man das auch erst, wenn man an einem Ort mit einem extrem fragilen Ökosystem und außer Kontrolle geratenen Streunerpopulationen lebt....

Während ich den konkreten Frust zum Teil verstehen kann, sind solche Beiträge unnötig und eine ziemlich persönliche Kritik an jeden, der sich für die reine Wohnungshaltung entscheidet. Oft hilft es, ab und zu über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Die TE wird das wohl nicht mehr lesen, aber wer weiß, wer noch so alles über diesen Beitrag stolpert.
 
S

SaJuLi

161
0
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, das ein Tierheim kein Interesse daran hätte, Tiere gut zu vermitteln. Allerdings kann ich mir vorstellen, das ein Tierheim Alltag auch sehr stressig seien kann. Wenn plötzlich viele Tiere sichergestellt wurden und untergebracht werden müssen. Es stellt sich dann die Frage, ob der Tierheimbesucher das vielleicht zu persönlich genommen haben mag...
Obwohl ich Freigänger habe, bin ich immer wieder davon begeistert, wie viel Mühe sich die Katzenbesitzer(in) mit den Wohnungskatzen geben und ihre Wohnungen katzengerecht gestallten. Es gibt viele, die Katzen mit Klickertrainig beschäftigen. An dieser Stelle ein großes Lob an euch, die ihr Wohnungskatzen haltet.
Ich habe jetzt nur noch zwei Katzen. Der Kater ist Freigänger geblieben, während die Katze es im Alter vorzieht, Wohnungskatze zu sein. Klar, war ich anfangs geschockt, als die Katze plötzlich immer ihr Geschäft in einer alten Fußwanne im Bad erledigte. Aber als Dosenöffner ist man ja lernfähig und besorgt dann Katzenstreu....
 

Ähnliche Themen