Ist das ein Vermehrer ?

  • Ersteller des Themas sunshine 12
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sunshine 12

sunshine 12

2.901
18
Hallo ?
Ich habe mal eine Frage .
Habe die Tage einen Bericht gesehen, wo es um die Qualzuchten bei Hunden ging. Ja, ich weiß, ich bin im Katzenforum.?
Zu meiner Frage...
In dem Bericht hat ein Züchter eine bestimmte Labrador Rasse gezüchtet und wollte, zur Gesunderhaltung, Border
Collie mit einkreuzen.
Antrag beim Verein gestellt, welcher aber Auflagen vorgegeben hat, welche nicht umsetzbar waren, wenn es der Gesunderhaltung dienen soll.
Also ist der Züchter aus dem Verein ausgetreten und hat diese Verpaarung, ohne Verein, vorgenommen.
Nun meine Frage, wie ist das für euch, zählt er damit bereits zu den Vermehrern ?
Weil Papiere gibt es ja nicht für diese Welpen...
Und bitte nicht falsch verstehen, ich bin absolut gegen sinnloses vermehren, egal von welcher Tierart.
Ich hab mich nur selbst gefragt, würde ich dort einen Hund kaufen.
Und ich könnte jetzt nicht, sofort mit ja oder nein antworten.
Auf einer Seite, kein Verein, kein Stammbaum, zumindest für diese Welpen . Auf der anderen Seite liegen ja sämtliche Untersuchungsergebnisse der Elterntiere vor und diese Verpaarung ist ja eigentlich was
"positives" für diese Rasse.
Wie seht ihr das ?

Liebe Grüße
Anja
 
Puschel_92

Puschel_92

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Guten Morgen :)

Für mich würde schon dieser Satz reichen und die Tatsache, dass er aus dem Verein ausgestiegen ist.

Auf einer Seite, kein Verein, kein Stammbaum, zumindest für diese Welpen .
Der Verein gibt halt die Vorgaben und dann den Verein zu verlassen, weil einem die Vorgaben nicht passen, das ist für mich nicht seriös.

. Auf der anderen Seite liegen ja sämtliche Untersuchungsergebnisse der Elterntiere vor und diese Verpaarung ist ja eigentlich was
"positives" für diese Rasse.
Und das erschließt sich mir auch nicht. Was ist positiv daran, den Borer Collie beim Labrador einzukreuzen?

LG Pia
 
sunshine 12

sunshine 12

2.901
18
Sorry, ich muss mich korrigieren, es ging nicht um den Labrador , sondern um den Duck Tolling Retriever.
Da ging es um den geringen Genpool, weil quasi fast alle Hunde untereinander verwandt wären. Daraus resultieren wohl verschiedene Krankheiten.
Der Verein verlangte wohl, neben noch anderen Dingen, quasi Beweise des Nutzens, bezüglich der Verpaarung dieser beiden Rassen.
Da leuchtet selbst mir ein, das dies kaum, in dem Umfang, der gewünscht wurde, möglich ist, da der Züchter ja, laienhaft ausgedrückt, es erstmals probieren wollte.
Aber der Züchter will ja eigentlich erstmal nur gesündere Tiere züchten, der Verein sagt nein oder stellt Bedingungen auf, welche, zumindest in diesem Fall, schwer zu realisieren sind.
Heißt ja im Umkehrschluss, er züchtet mit kranken Tieren weiter oder gibt die Zucht komplett auf. Bringt beides den Tieren aber nix.
Doch ohne Verein, geht's ja irgendwie auch nicht. Stimmt der Verein dieser Verpaarung nicht zu, wird sich ja nie etwas für diese Rasse ändern oder ? Aber sollten nicht gesunde Tiere das oberste Ziel sein ?

Vielleicht denke ich da auch zu laienhaft und naiv. ?
 
Frigida

Frigida

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Mal abwarten, was unsere Züchter oder Heike dazu sagen. ;)
 
GigaSet

GigaSet

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Um eine Rasse gesund zu erhalten kreuzt man keine fremde Rasse ein,ich halte sowas für kompletten Unfug.

Wir hatte lange Jahre auch 2 Kurzhaarcollies und die verschiedenen Züchter kenne ich sehr gut was deren Vorgehensweise und Sachverstand betrifft. Die eine Züchterin hat inzwischen Zuchtkontakte in der ganzen Welt um die genetische Gesundheit dieser eher seltenen Collierasse zu gewährleisten. Und nur SO finde ich das richtig. Ich würde jeder Zeit wieder von den mir bekannten KHC Züchtern einen Hund nehmen.
 
Linette

Linette

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Um eine Rasse gesund zu erhalten kreuzt man keine fremde Rasse ein,ich halte sowas für kompletten Unfug.

Wir hatte lange Jahre auch 2 Kurzhaarcollies und die verschiedenen Züchter kenne ich sehr gut was deren Vorgehensweise und Sachverstand betrifft. Die eine Züchterin hat inzwischen Zuchtkontakte in der ganzen Welt um die genetische Gesundheit dieser eher seltenen Collierasse zu gewährleisten. Und nur SO finde ich das richtig. Ich würde jeder Zeit wieder von den mir bekannten KHC Züchtern einen Hund nehmen.
So lange es noch irgendwo auf der Welt passende, gesunde Hunde der gezüchteten Rasse gibt, gebe ich dir recht: Der Züchter muss dann in den sauren Apfel beißen und versuchen an diese Zuchttiere heranzukommen, koste es was es wolle...

Aber wenn es tatsächlich zu wenig "Zuchtmaterial" gibt? Bevor ich die Rasse dann komplett krank züchte oder aussterben lasse, würde ich als Züchter eine ähnliche Rasse als Outcross nehmen z.B. in dem Beispielfall eine andere Retriever-Art.
Ich habe die Sendung auch gesehen, da war die Outcross-Rasse für den Nova Scotia Duck Tolling Retriever der Australian Shepherd, diese Kombi fand ich dann doch zu weit hergeholt - im wahrsten Sinne des Wortes. ;-)
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Da ging es um den geringen Genpool, weil quasi fast alle Hunde untereinander verwandt wären. Daraus resultieren wohl verschiedene Krankheiten.
Ein geringer Genpool erhöht natürlich den Inzuchtkoeffizienten. Jetzt ist es aber so, dass Inzucht keine Krankheiten erzeugt (wenn wir Immundepression mal außen vor lassen), sondern lediglich in den Linien vorhandene Krankheiten aufdeckt. Diese Tiere haben dann grundsätzlich nichts mehr in der Zucht zu suchen. Die Linie wird nicht gesünder, wenn ich ein krankes Tier mit einem gesunden verpaare. Gesunde Tiere bekomme ich nur, wenn ich gesunde Tiere mit gesunden Tieren verpaare.

Der Verein verlangte wohl, neben noch anderen Dingen, quasi Beweise des Nutzens, bezüglich der Verpaarung dieser beiden Rassen.
Das finde ich absolut nachvollziehbar - wenn man eine Rasse züchtet, geht es eben um REINrassigkeit. Und nicht so ein Mischlingsproduzieren.

Da leuchtet selbst mir ein, das dies kaum, in dem Umfang, der gewünscht wurde, möglich ist, da der Züchter ja, laienhaft ausgedrückt, es erstmals probieren wollte.
Nein - leuchtet mir nicht ein. Wenn ich so etwas vorhabe, dann "probiere" ich nicht. Sondern habe eine Theorie - und die kann man dann auf genetischer Grundlage begründen. Nehmen wir einmal an, alle Tiere einer Rasse hätten einen Defekt auf einem (erfunden) Gen Z. Der Defekt richtet aber nur Schaden an, wenn alle Tiere reinerbig für den Defekt ZZ sind. In Mischerbiger Form (Zz) ist der Defekt harmlos. Dann wäre es ein Grund, diese Tiere mit solchen zu verpaaren, die reinberbig für zz sind, um aus der Verpaarung nur mischerbige Zz-Tiere zu bekommen. Im Folgenden würde aus der Verpaarung von Zz-Tieren auch reinberige zz-Tiere fallen und die mischerbigen könnten man nach und nach aus der Zucht nehmen.

Das wäre jetzt ein belegbare Begründung. (ja - ich weiß, so einfach ist es in der Realität selten)

Doch ohne Verein, geht's ja irgendwie auch nicht. Stimmt der Verein dieser Verpaarung nicht zu, wird sich ja nie etwas für diese Rasse ändern oder ? Aber sollten nicht gesunde Tiere das oberste Ziel sein ?
Etwas ähnliches hat man vor Jahren mit den Möpsen im VDH gemacht. Hier ging es um die immer kürzer werdenen Kiefer und die damit verbundenen Atemproblem der Tiere und der Tatsache, dass fast alle Möpse irgendwann in einer OP das Gaumensegel gekürzt bekamen. Eine Züchterin hat einen Antrag auf Einkreuzung einer anderen Rasse (ich glaube es waren Terrierer) gestellt, was vom VDH abgelehnt wurde.

Da sie eben nicht ohne Papiere und Verein züchten wollte, hat sie gemeinsam mit anderen Züchtern einen neuen Verein gegründet. Sie nannte das Ergebnis ihrer Kreuzung Retro-Mops (weil der wohl ursprünglich mal so ausgehen hat) und züchtet jetzt (natürlich nicht unter dem Dachverband VDH) mit Verein und mit Papieren.

Zur Schwarzzucht ist tatsächlich niemand gezwungen.
Grüße,
Nic
 
sunshine 12

sunshine 12

2.901
18
Danke für die Aufklärung @ Westpark-Nic.
Das leuchtet mir ein.
Klar, er hätte " einfach " einen eigenen Verein gründen können und somit wäre es dann keine Schwarzzucht.
Zucht ist echt kein einfaches Thema.
Die Sendung hat mich echt schockiert, klar weiß man, das einige Rassen Probleme haben aber wenn alles so in geballter Form zu sehen ist ... schwer zu ertragen.
Und auch, für mich, nicht nachvollziehbar, warum man solche Extreme züchtet.
Gilt aber nicht nur für Hunde, ist bei anderen Tierarten sicher, teilweise ähnlich.


Und zwei Exemplare dieser Retro-Möpse dürfte ich sogar vor kurzem kennenlernen.
Ganz tolle agile und süße Hunde. ?
 

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