"Todunglückliche" Wohnungskatze

  • Ersteller des Themas Ankaa
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abvz

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Patin
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War es nicht letzens noch was maritimes?

Willst Du allen Ernstes behaupten Delphine im Delphinarium sind
glücklich?:cautious:
Sie leiden. Ob das nun ein Leiden ist was an dem Gefühl Glück ausgemacht wird ist mir persönlich da völlig egal. Gerade Delphine haben doch ein so ähnliches Verhalten wie wir Menschen, warum ihnen dann unsere Gefühle absprechen. Das einzig mir bekannte Tier was erwiesener Maßen zu Selbstmord fähig ist...

Und das stereotype Verhaltensweisen dafür zeugen, dass ein Tier unausgelastet ist wird wohl heutzutage keiner mehr leugnen können.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Ich möchte erst noch sagen, dass ich diese Diskussion sehr spannend finde.(y)
Also Anka, danke dafür.
Ich habe ja mal so eine ähnliche Diskussion gestartet und auch dort kamen interessante Meinungen und Ansichten zusammen.:)
Hier soll es ja jetzt darum gehen, woran wir erkennen wollen, dass unsere Tiere "glücklich" sind und/oder ob wir nicht zu sehr vermenschlichen.
Richtig?

Dazu eine Anekdote. Der Bruder unserer ersten Hündin, lebensfrohe durchgeknallte immer fröhliche und energiegeladene Golden Retriever deren Lebensinhalt ihr Will-to-please und apportieren ist, war das krasse Gegenteil von ihr. Ruhig, besonnen, langsamer. Er war kerngesund. Wurde artgerecht gearbeitet. Nur Spass hat es ihm nicht wirklich gemacht. Er hat es halt aus Gehorsam gemacht. Er war trotzdem ein glücklicher Hund, er hatte lediglich ein anderes Wesen und andere Ansprüche. Jemand, der ihn und seine Familie und deren Beschäftigung mit ihm nicht kennt würde schnell schlussfolgern, dass er sich nicht natürlich, retrievertypisch Verhält.
Mit Hunden kenne ich mich zwar nicht sonderlich gut aus, aber klar, lässt sich das auch auf unsere Katzen übertragen.
Meine drei Kater sind auch alle unterschiedlich. Der Eine etwas (zum Beispiel) aktiver, schlauer, als der Andere.
Also darüber müssen wir nicht reden, dass sie alle unterschiedliche Vorlieben und Wesenszüge haben.
Aber wie wäre es dem Hund ergangen, wenn er in seinem Leben niemals hätte eine Pfote vor die Tür setzen dürfen?
Wenn ihm nie ermöglicht worden wäre, seine bemerkenswerte Nase mal in die Welt zu halten?

Zu deinem ersten Absatz, es ist absolut in Ordnung, die Worte zu benutzen. Du hast recht, sie sind halt Teil unserer Möglichkeit uns auszudrücken. Nur sollte man sie dann eben auch mal "definieren" und nicht davon ausgehen, dass schon jeder wisse, was damit gemeint ist. So wie ja jeder der seine Katze kennt auch sieht, ob es ihr gut geht .... auch diese Aussage finde ich schwierig bis gefährlich, weil eben da immer die subjektive eigene Erwartungshaltung mit reinspielt.
Klar, sollten wir auch mal definieren.
Das machen wir ja jetzt hier.:)
 
Ankaa

Ankaa

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War es nicht letzens noch was maritimes?

Willst Du allen Ernstes behaupten Delphine im Delphinarium sind glücklich?:cautious:
Sie leiden. Ob das nun ein Leiden ist was an dem Gefühl Glück ausgemacht wird ist mir persönlich da völlig egal. Gerade Delphine haben doch ein so ähnliches Verhalten wie wir Menschen, warum ihnen dann unsere Gefühle absprechen. Das einzig mir bekannte Tier was erwiesener Maßen zu Selbstmord fähig ist...
Man kann kein Verhaltensökloge mit maritimen Lebewesen sein? :unsure: Ich erforsche Wale und Delphine für meinen Lebensunterhalt und habe meine Ausbildung in Ökologie/Zoologie mit u.a. Schwerpunkt Verhaltensökologie.

Das geht hier jetzt wirklich zu weit, aber nein, Delphine sind nicht zu Selbstmord fähig. Das ist eine urban legend die sich leider sehr hartnäckig hält.
Ergänzung ()

Hier soll es ja jetzt darum gehen, woran wir erkennen wollen, dass unsere Tiere "glücklich" sind und/oder ob wir nicht zu sehr vermenschlichen.
Richtig?
Richtig! :) Bzw. wirklich mehr auf den negativen Schwerpunkt von Formulierungen, die einem im Zusammenhang mit Diskussionen zum Thema artgerechter Haltung immer wieder begegnen. Unglücklich. Depressiv. Gelangweilt. Es gibt sicher noch mehr.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Okay, ich habe versucht zu erklären, warum ich diese Worte in dem Zusammenhang nutze.:)
 
Tigerstern

Tigerstern

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Dein Beruf basiert, wie auch alle Verhaltensforschungen, auf dem, was wir zum heutigen Zeitpunkt über Tiere herausgefunden haben (aber das betrifft alle Wissenschaften).
Das ist m. E. nach zu wenig und wird ihnen nicht gerecht.
Man hat herausgefunden, daß Katzen mindestens 16 Stunden im Voraus planen können.
Wie lange sie wirklich im Voraus denken und planen können, weiß kein Mensch.

Descartes hat im 17. Jh. Tieren Gefühle und das Bewußtsein abgesprochen. War halt der damalige Stand der Wissenschaft.

Ich halte es für kindisch und unwissenschaftlich, etwas mit den heutigen Methoden zu erforschen und zu sagen: Genauso ist das. Das ist vielleicht das, was wir heute sagen können, aber stimmt das überhaupt?

Und wenn ein Tier nicht reden oder schreien kann wie Fische, kann man sie entgegen ihrer natürlichen Gegebenheiten halten wie man will?
Die hohen Sterberaten in Delphinarien sprechen da übrigens eine deutliche Sprache.
 
Nelly12

Nelly12

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Du sprichst von dem Bruder Deiner ersten Hündin und bezeichnest ihn als glücklich. Das ist genau die menschliche Sichtweise, die Du als negativ darstellst. Im Übrigen sind Diskussionen dieser Art immer subjektiv. Eine objektive Wahrheit gibt es nach meinem Dafürhalten in diesem Zusammenhang nicht. Wobei eine Diskussion darüber, ob es in den sogenannten weichen Wissenschaften Objektivität gibt, wohl hier den Rahmen sprengen würde.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

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Eine Katze im unkontrollierten Freigang lebt sicher inspirierender als in einer reinen Wohnungshaltung. All das, was ihr Katzenverhalten ausmacht kann sie ausleben.
Sie entscheidet über die Größe ihres Bewegungsradius, Zäune und Straßen sind keine Grenzen. Sie markiert ihr Revier und macht was ihr gefällt. Artgerecht heißt für mich nicht absolute Sicherheit.

Auch früher war das Leben für Katzen nicht ungefährlich, zumal sie eher nur als teilzeit Haustier gehalten wurde. Wenn sie krank wurde hat man sie entweder verrecken lassen oder erschlagen. Waren zu viele Kitten geboren wurden die Nester weggenommen und auf übliche Art entsorgt.

Für mich persönlich kommt nur gesicherter Freigang in Frage, obwohl ich früher anders gedacht und auch gehandelt habe. Doch seit dem Unfalltod von Winston und dem schweren Unfall vom Draußenkai, kommt er für meine Tiere nicht mehr in Frage.

Auch wenn meine drei keine Auffälligkeiten zeigen, sie haben genügend Raum, ein Außengehege und doch ich empfinde es ist nicht artgerecht.

lg
Verena
 
Ankaa

Ankaa

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Du sprichst von dem Bruder Deiner ersten Hündin und bezeichnest ihn als glücklich. Das ist genau die menschliche Sichtweise, die Du als negativ darstellst.
Erwischt! :) Recht hast du.

Mir ging es in dem Beispiel wirklich nur konkret um die unterschiedlichen Charaktere und wozu halt so Verpauschalisierungen führen können.

Noch ein Beispiel aus der Richtung: Unsere zweite Retrieverin hat nicht gerne apportiert. Hat man sie einfach machen lassen, hat sie für ihr Leben gern Mäuse gebuddelt. Fragt man aber Retrieverleute wird dir jeder sagen, dass Apportieren für diese Rasse DIE WELT ist und sie diese Art der Beschäftigung brauchen um rassegerecht ausgelastet zu werden. Wie mit Huskies, die ja alle rennen rennen renne müssen. Und sollte es mal einen geben, der das, wenn man ihm die Wahl lässt, einfach nicht macht, werden dir Aussenstehende vermutlich auch sagen, dass er depressiv ist, weil er kann sich ja unmöglich wider seiner Natur verhalten.
 
Tigerstern

Tigerstern

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Aber man kann Rassen, die mit bestimmten Merkmalen gezüchtet wurden auch nicht mit Wildtieren vergleichen.
Auch sind Katzen nicht so weitreichend verzüchtet worden wie Hunde.
 
Ankaa

Ankaa

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Aber man kann Rassen, die mit bestimmten Merkmalen gezüchtet wurden auch nicht mit Wildtieren vergleichen.
Richtig, kann man nicht. Aber auch Katzen sind keine Wildtiere.

Sie mögen nicht so verzüchtet sein wie Hunde, dennoch gibt es auch bei Katzen deutliche Charakterunterschiede, die bei Rassekatzen auch Teil des Rasseprofils sind.

Und: es war ein BEISPIEL. Ich könnte auch von den sehr unterschiedlichen Charakteren meiner 4 Katzen sprechen.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Noch ein Beispiel aus der Richtung: Unsere zweite Retrieverin hat nicht gerne apportiert. Hat man sie einfach machen lassen, hat sie für ihr Leben gern Mäuse gebuddelt. Fragt man aber Retrieverleute wird dir jeder sagen, dass Apportieren für diese Rasse DIE WELT ist und sie diese Art der Beschäftigung brauchen um rassegerecht ausgelastet zu werden. Wie mit Huskies, die ja alle rennen rennen renne müssen. Und sollte es mal einen geben, der das, wenn man ihm die Wahl lässt, einfach nicht macht, werden dir Aussenstehende vermutlich auch sagen, dass er depressiv ist, weil er kann sich ja unmöglich wider seiner Natur verhalten.
Für mich beschreibt das aber auch nur Charaktereigenschaften.
Ragdolls sagt man nach, dass sie gerne umhergetragen werden und absolute Schoßkatzen sind.
Mein Smee (Ragdoll) mag absolut gar nicht getragen werden und auf dem Schoß mag er auch nicht liegen.

Nichtsdestotrotz ist er eine Katze.
Er mag jagen, rennen, klettern, sich putzen, Kleintiere töten usw

Also nur weil ein Husky nicht rennen, rennen, rennen mag, bleibt er doch ein Hund, der auch an die frische Luft gehört.
 
Frigida

Frigida

30.017
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Den Verhaltensforschern von heute haben neurologische Untersuchungen und Gentests ein großes Feld geöffnet, das die Forschung zu einer ziemlich genauen Wissenschaft macht.
Verhaltensforschung beruht nicht mehr allein auf Beobachtung von Tieren.

Ich finde, es ist eine sehr spannende Wissenschaft, in der sich gerade in den letzten Jahren viel getan hat.
 
Ankaa

Ankaa

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Er mag jagen, rennen, klettern, sich putzen, Kleintiere töten usw
Vorsicht vor Vermenschlichung :)

Und bevor ich jetzt wieder Haue bekomme, nein, selbstverständlich sind Katzen keine biologischen Maschinen. Dennoch darf man bei allem nicht außer Acht lassen wie Evolution und Ökologie funktionieren.

Da wird "stereotypes" Verhalten bei Wohnungshaltung (zurecht - in der Zootierbiologie heißt das "ticks" wenn es neurotisch wird) als etwas negatives aufgeführt, gleichzeitig findet man stereotypes Verhalten in Freiheit was keinem biologischen Nutzen mehr dient als etwas positives. Beispiel: Eine Katze die jemanden gehört, braucht sich kein Futter jagen. Macht sie aber aus Instinkt heraus. Stereotypes Verhalten. Auch damit kann man sich Verhaltensstörungen heranziehen. (die meisten Hunde lässt man doch auch nicht jagen, obwohl das nach wie vor in ihrer Natur ist)

Jagen, rennen, klettern und sich putzen geht auch in der Wohnung.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Dennoch darf man bei allem nicht außer Acht lassen wie Evolution und Ökologie funktionieren.
Was genau meinst Du denn damit?
Ich meine, eine Katze ist eine Katze, ist eine Katze.:D
Ja, sicher hat sie sich uns angepasst und muss nicht mehr unbedingt in der Wüste leben.
Aber alles was eine Katze ausmacht, können wir doch nicht "wegzüchten" und ihre Instinkte sind auch nicht im Laufe der Evolution verloren gegangen.

Eine Katze die jemanden gehört, braucht sich kein Futter jagen. Macht sie aber aus Instinkt heraus. Stereotypes Verhalten. Auch damit kann man sich Verhaltensstörungen heranziehen. (die meisten Hunde lässt man doch auch nicht jagen, obwohl das nach wie vor in ihrer Natur ist)
Genau, sie muss kein Futter mehr jagen, sie jagt aber trotzdem allem hinterher, was in ihr Beuteschema passt.
Weißt Du worauf ich hinaus will?

Bleiben wir noch kurz beim Hund.
Warum kommt man nicht auf die Idee, Hunde ausschließlich in der Wohnung zu halten?
Sein Geschäft, kann er sicher auch auf dem Katzenklo erledigen.
Und wenn Du jetzt dagegen bist, wüsste ich gerne warum.

Letztendlich können wir bestimmt so ziemlich jedes Tier in einen Käfig stecken, ohne dass es direkt stirbt.
 
Emil

Emil

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Zu virras Beitrag kann ich noch ergänzen, dass hier sogar Stunk (untereinander) gemacht wird, wenn das Wetter schlecht ist.
Ach ja, das kommt mir bekannt vor :LOL: Gerade zur Zeit, wo es ständig regnet und die Terrasse geschlossen bleibt. Das artet dann schon mal in leichte Kloppereien aus. Emil sitzt vor der Tür und jammert, weil er trotz Sturm und Dauerregen raus will , Rasmus ist davon anscheinend genervt und greift seinen Bruder an :rolleyes: Im Frühling und Sommer sind die Beiden definitiv entspannter und ausgelastet, auch wenn sie draußen manchmal nur stundenlang in oder auf den Katzenhütten pennen. Hauptsache draußen :giggle:
Ergänzung ()

Geht mir genauso, auch wenn meine Beiden nicht gerade viel miteinander kuscheln und total unterschiedlich sind. Um Rasmus mehr auszulasten hatte ich auch schon an einen dritten charakterlich ähnlichen Kater gedacht, habe aber Angst, dass es womöglich ins Gegenteil umschlägt und Emil dann zwei Kumpels hat, die sich gegen ihn verbünden.
 
Stefanie-

Stefanie-

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Ich hätte da mal eine neue Seite des Freigangs, bisher sehen ja alle anscheinend nur glückliche Freigänger, der einzige Nachteil wäre also die Sicherheit.
Ich kenne einen Kater der fast den kompletten Tag unter einem Auto kauernd verbringt, in der Nähe der verschlossenen Haustür, da seine Dosis den ganzen Tag arbeiten und er erst abends wieder rein kann. Glücklich sieht er in meinen Augen nicht aus.
 
yodetta

yodetta

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@Stefanie- wenn mich nicht alles täuscht, wurde auch hier schon zu Beginn gesagt, dass Ausnahmen immer die Regel bestätigen und man natürlich keine Katze in den Freigang zwingen darf/soll/muss.
 
Patentante

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Unterm Auto hocken gehört leider tatsächlich zu den LIeblingsbeschäftigungen von Katzen. Völlig egal, ob sie jederzeit freien Zugang zum Haus haben oder nicht. Ist einfach ein toller Beobachtungsposten (und ja, meine Begeisterung hält sich auch in Grenzen. Aber unglücklich sind sie deswegen sicher nicht).
 
abvz

abvz

Patin
3.521
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Sein Geschäft, kann er sicher auch auf dem Katzenklo erledigen.
Bei Taschenhunden ist das mittlerweile tatsächlich nicht unüblich. :rolleyes:
Ergänzung ()

Für mich gilt Instinkt im übrigen nicht als Instink nach draußen sein. Sondern im gemäß von die gegebenen Sinne und Fähigkeiten und Bedürfnisse sinnvoll auszunutzen/auszulasten.

Ein Haustier hat nahezu noch die Fähigkeiten des ursprünglichen Wildtieres nur werden die fast nicht mehr benötigt. Wenn man diese Fähigkeiten aber nicht auslastet oder umleitet ist das Tier geistig untergordert also gelangweilt. Klar denkt das Tier jetzt nicht "Boah ist mir langweilig" das Gefühl von geistiger und körperlichet Unterforderung wird es aber genauso spüren wie wir.
 
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Linette

Linette

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Bei Taschenhunden ist das mittlerweile tatsächlich nicht unüblich. :rolleyes:
Ähm, etwas Offtopic, aber warum sieht man es bei Hunden kritisch, wenn die in der Wohnung so wie Katzen eine Möglichkeit haben sich zu lösen?
Nicht als Ersatz für Spaziergänge natürlich, aber auch die würden doch mehr Spaß machen für Mensch und Hund, wenn nicht das "Gassigehen" im Vordergrund steht?
 

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