Toby, Lucy und ich leben seit 4 Wochen bei meinem Partner und dessen Kater Nelson.
Zur Vorgeschichte: Nelson, 13 Jahre alt, kam mit 5 zu meinem Partner. Er lebte früher mit Kätzinnen zusammen, die er, vermutlich aus Langeweile und weil er eigentlich einen Raufkumpel gebraucht hätte, mobbte. Eine Vergesellschaftung 2021 mit 2 jüngeren Katern scheiterte, weil einer der jüngeren Kater ihn trotz intensiver Arbeit mit allen Katzen nicht akzeptierte und es dann, vermutlich durch umgeleitete Aggression, auch noch zu Attacken durch den anderen Kater kam. Inzwischen haben die beiden ein tolles Zuhause gefunden.
Über Tobys Vergangenheit haben wir wenig verlässliche Angaben, er lebte zwischen 2016 und 2020 bei einer vereinsgebundenen Vermehrerin. Als er ankam, war er sehr ängstlich, inzwischen ist er ein sehr selbstbewusster Kater, intelligent und neugierig. Seit 2021 lebt auch seine Zuchtkollegin Lucy bei uns. Sie haben wir eigentlich als taffes Mädchen kennengelernt.
Seit dem Umzug haben sich die Dynamiken stark gewandelt. Toby hatte früher viel mit Übelkeit zu kämpfen, wir haben ihn beim
tollsten Tierarzt der Welt vorgestellt, der einen großen Fellball im Magen feststellte und Malzpaste „verordnete“. 3 Tage später hat irgendwer ein riesiges Knäuel Haare erbrochen. Seither haben wir einen neuen Toby. Unser früherer eher ruhiger Kater hat wieder Spass am Spielen und 2-3x tgl „Zoomies“. Er war von Anfang an sehr interessiert an Nelson. Das geht inzwischen leider so weit, dass er nicht nur ständig Nelson bedrängt (er möchte unbedingt an dessen Po schnüffelt, Nelson möchte aber lieber mehr Abstand und nicht bedrängt werden), sondern inzwischen auch das Hobby hat, immer in dem
Zimmer zu sein, wo Nelson ist, und ihn penetrant zu beobachten bzw fast schon zu stalken. Nelson hält sich überwiegend im Wohnzimmer auf. Verlässt er es, kann es passieren, dass Toby hinter ihm
herrennt oder ihn jagt.
Nelson hat sich von Anfang an mit Knurren und Fauchen abgegrenzt, wenn wir es nicht mitbekommen und rechtzeitig deeskaliert haben, auch mit Ohrfeigen. Toby ist dahingehend recht friedlich, eine richtige Rauferei mit fliegenden Haarbüscheln gab es noch nie. Wir intervenieren aber auch immer, Anfangs „nein, Nelson möchte Abstand, geh zurück!“ und Toby wegschieben oder wegtragen, inzwischen nur noch mit nein und wegschieben.
Lucy, die bei der Züchterin nach deren Angabe von den potenten Katern gemobbt wurde, sich bei uns aber bisher immer selbstbewusst behauptet hat, zieht sich spürbare zurück (Tierarzt-Termin zum Ausschluss einer Erkrankung ist nächste Woche).
Habt ihr noch Tipps? Wir spielen jetzt mehr mit Toby, um ihn auszupowern, und clickern mit allen Katzen, müssen das alles aber noch konsequenter machen, bisher war’s schwierig, da wir an den Wochenenden meine alte Wohnung renovieren haben.