Hallo Garfild44,
tja, das ist leider so eine Sache...Katzen und Futer...auch ich kann ein Lied davon singen...na ja...
Also eine abrupte Umstellung des Futters würde ich auch nicht empfehlen (das kann z.B. auch eine Darmentzündung hervorrufen)...
Kannst Du vielleicht mal kurz schreiben, was Eure Katze derzeit frisst, (Trockenfutter, Nassfutter...beides?), steht das Futter immer zur Verfügung?
Hier erstmal ein sehr interessanter Artikel, der sicher interessant ist bei diesem Thema:
Katzen haben aus ihrer Herkunftsgeschichte als wildlebende Wüstentiere zwei Verhaltensmuster mitgebracht, die Ihnen heute als Haustiere mehr schaden als nutzen: Neophobie und Futterwechselmechanismus.
Neophobie bedeutet: Ich fress nix, was ich nicht kenne. Ich gewöhne mich an einen Geschmack, eine Konsistenz, einen Geruch, erfahre, dass ich das vertrage und fresse nix anderes mehr.
Dieses Verhaltensmuster macht es uns so schwer, Katzen auf ein anderes Futter umzustellen. „Whiskas und Co“ werden jahrelang weitergefüttert, weil : „Meine Katze mag halt nix anderes“. „Barfen“ ist ne tolle Sache, aber „Meine Katze frisst kein rohes Fleisch“.
Trockenfutter ist nicht gut für die Katze, aber: „Meine Katze frisst nunmal nur Trockenfutter“.
Katzen mögen das, woran sie gewöhnt sind.
Es liegt in unserer Verantwortung, woran wir sie sich gewöhnen lassen.
Ob man nun barft oder industrielles Futter gibt oder beides:
Abwechslung ist das A und O der Katzenernährung!
Katzen müssen an Abwechslung gewöhnt werden!
Dem Verhaltensmuster der Neophobie gilt es, etwas entgegen zu setzen. Einseitige Ernährung ist immer schlecht! Katzen haben leider keinen blassen Schimmer, welches Futter ihnen gut tut und welches ihnen schadet. Neophobie kann sogar tödlich wirken. Erst kürzlich las ich von einer Katze, die sich weigerte, etwas anderes als Thunfisch zu fressen. Sie wäre daran jämmerlich verreckt, hätte die Halterin nicht mit unendlicher Geduld geschafft diese Neophobie zu überwinden. Katzen fressen nämlich auch einfach mal nix, wenn sie nicht das gewohnte Futter bekommen. Das kann allerdings schon nach 48 Stunden lebensgefährlich werden.
Der Futterwechselmechanismus hingegen ist scheinbar das genaue Gegenteil: Katze frisst monatelang mit großer Begeisterung ein bestimmtes Futter und plötzlich…ohne das irgendein Grund zu erkennen wäre, verweigert sie es. Hungrig sitzt sie protestierend vor dem gefüllten Napf. Dosi kramt in seiner Verzweiflung aus der hintersten Schrankecke ne Dose „XY“, dass die Katze immer beharrlich verschmähte… und siehe da: Es wird gierigst verschlungen!
Ab heute will Katze nur noch „xy“!
Der Futterwechselmechanismus wurde erstmalig bei Vogelschwärmen beschrieben. Sie hatten zwei verschiedene Samenarten zur Auswahl, fraßen aber immer nur einige Monate lang die eine Sorte, dann wieder nur die andere. Biologen vermuten dahinter den Sinn, den Organismus für notwendige Futterwechsel flexibel zu halten.
Es liegt in unserer Hand, wie gut unsere Tiere gegen diese beiden Mechanismen ankommen können.
Meiner Meinung nach müssen Katzen zu Vielfalt und Abwechslung im Futter erzogen werden. Nicht, indem man sie hungern lässt, wenn sie ihr bevorzugtes Futter verlangen! Futterwechsel und Gewöhnung an etwas Neues muss immer ganz langsam und in winzigen Schritten geschehen.
Ich bemühe mich, das an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Eine Katze frisst nur Trockenfutter. Sobald man es in Wasser tränkt oder etwas Dosenfutter oder Rohfutter untermischt, verweigert sie die Nahrungsaufnahme.
In diesem Fall würde ich eine Blumenspritze empfehlen. Nein, nicht zu Erziehungszwecken (Davon halte ich übrigens auch nichts ) sondern um das Futter ganz minimal anzufeuchten vor dem servieren. Nicht mehr als ein Nebelhauch Feuchtigkeit liegt über dem Futter. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze es frisst, ist größer, wenn sie wirklich HUNGER hat. Der berühmte Katzenforscher Paul Leyhausen hat geschrieben, wer einer Katze immer den gefüllten Napf stehen lässt, nimmt ihr ein großes Stück Lebensfreude. Die Katze bekommt also echte „Mahlzeiten“, nicht unbedingt zu festen Zeiten, aber eben jeweils nur für eine gewisse Zeit. Nach spätestens 30 Minuten, später wird der Zeitraum noch verkürzt, wird das Futter weggeräumt. Ganz langsam erhöht man nun im Laufe der folgenden Wochen den Feuchtigkeitsgehalt. Verweigert die Katze die Aufnahme, kehrt man zurück zur letzten Stufe und versucht es später noch mal mit der Steigerung. Irgendwann wird die Katze eingeweichtes Trockenfutter fressen. Bis dahin liegen Dosis Nerven bereits blank und man ist kurz vor dem Durchdrehen. Keine Sorge, das ist völlig normal.
Nun kommt die nächste Stufe: In winzigen Dosierungen, sozusagen in homöopathischen Dosen, wird z.B. Dosenfutter untergemischt. Das weitere Vorgehen ist klar….
Das geht so weiter, bis die Katze irgendwann möglichst viele verschiedene Futter annimmt. So beugt man Neophobie und Futterwechselmechanismus vor.
Abschließend möchte ich noch plädieren, für etwas, was ich „Erlebnisgastronomie für Katzen“ nenne. Fressen ist für Katzen mehr als Nahrungsaufnahme! Es ist ein Happening, ein Ereignis, ein Abenteuer! Macht das Füttern zum Happening! Lasst die Katze mitentscheiden, WANN es Futter gibt. Sie darf sagen, wann sie Hunger hat, auf ihre Art! Manche wollen lauthals meckern, andere schnurren einem um die Beine, manche sitzen vor einem und hyptnotisieren ihren Dosi, manche lernen Kunststückchen, erarbeiten sich ihr Futter, erjagen es, um es dann mit besonderem Appetit zu fressen. DAS ist die Lebensqualität, die Leyhausen meinte, glaube ich. Ein dauernd gefüllter Napf ist für Katzen einfach zum gähnen langweilig. Leyhausen führt übrigens sowohl Futterverweigerung als auch Übergewicht bei Katzen darauf zurück, dass wir Dosis einfach eine stinklangweilige Sache aus etwas machen, was der Höhepunkt eines aufregenden Tages sein sollte!
...versuch doch mal folgendes,
-führe zwei-drei feste Futterzeiten ein (falls noch nicht)...z.B. Morgens, Abens, spät Abends
-da ich der Überzeugung bin, je weniger Trockenfutter, desto besser...also eher vielleicht 2x Nassfutter und als Betthupferle eine kleine Portion Trockenfutter?
...ist schweer jetzt da ich nicht weiß was Deine Katze bisher so gefressen hat...mmhhh
Na ja...wie im Artikel schon beschrieben...etwas Abwechslung im Futterplan...das wäre toll!
Nassfutter: vielleicht Petnatur, Grau, Lux/Sha? Und 2x die Woche Almo, Miamor FF... (Abwechslung)
Das Trockenfutter kannst Du ja vielleicht alle 3 Tage mit etwas Hefeflocken bestäuben...dann schmeckt es mal etwas anders...oder weglassen ;-) Vielleicht mag Eure Kleine auch etwas Rohes?
Na ja...wenn Du magst...schreib doch einfach mal wie Ihr das so bisher mit der Fütterung gehalten habt...
Bis dahin erstmal guten Rutsch ins neue Jahr!
LG sendet Anika mit Fabi+Bibi