Hallo,
ich habe leider auch schon sehr schlechte Erfahrungen mit einem Tierheim gemacht, und das gleich zweimal.
Das erste Mal haben wir einen Kater geholt, von dem es hieß, er hätte Katzenschnupfen gehabt, der wäre aber wieder fast gut, ansonsten sei er gesund. Denkste. Unsere Tierärztin hat ihn das erste Mal gesehen und sofort auf Leukose getippt, was sich dann leider auch bestätigt hat. Sie meinte auch, man hätte ihn unbedingt im Tierheim darauf testen lassen müssen, da die Symptome recht eindeutig waren. Ich behaupte, dass das Tierheim schon den Verdacht hatte, aber wegen der Kosten für den Test und die Vermittelbarkeit lieber auf den Leukosetest verzichtet hat. Wir hatten drei tolle Jahre mit dem Kater noch, keine Frage, und wir hätten ihn sicher auch mit Leukose genommen - jedoch wäre es schön gewesen, vorab darüber informiert zu sein, allein was an Tierarztkosten so auf einen zukommt, ist nicht ohne. Ganz zu schweigen davon, dass man von einer deutlich kürzeren Lebenserwartung ausgehen muss...
Das zweite Mal, nun nach dem Tod des Katers, wollten wir dem Tierheim noch eine Chance geben und uns zur nun einsamen Katze wieder eine zweite holen. Einzige Bedingung: Wohnungskatze (wir haben 2 abgesicherte Balkone und 100 qm), da wir an einer recht befahrenen Straße wohnen. Das Tierheim war auch voller Katzen, ich schätze mal ca. 80 Stück, die teilweise zu viert auf ca. 4 qm saßen. Doch die Mitarbeiterin beschied unsere Anfrage nach einer Wohnungskatze mit "tut mir Leid, wir haben nur Katzen, die Auslauf benötigen". Punkt. Offen gestanden, kann ich mir das nun nicht vorstellen und ich frage mich zudem, wie man in einer Großstadt 80 Freigänger vermitteln will. Aber scheinbar geht es den Tieren in den engen Räumen im Tierheim besser als bei uns... Naja. Jedenfalls haben wir uns an den örtlichen Tierschutz gewandt und dort eine Katze von privat sofort vermittelt bekommen.
Keine Frage, Tierheime müssen natürlich sehen, dass ihre Tiere in gute Hände gelangen - aber ich denke, das haben wir inzwischen reichlich bewiesen. Und dass es Tierheime gibt und dort engagierte Mitarbeiter, halte ich auch für unheimlich wichtig und richtig. Ich frage mich nur, ob es manchmal nicht ein bisschen falsch verstandene Tierliebe ist...
Ich hoffe, ich hab euch nicht gelangweilt, aber das Thema hat mich aus eigener Betroffenheit angesprochen.
lg
Sonja