Hallo an alle,
vor ein paar Tagen habe ich mich und meine drei Männer schon vorgestellt. Jetzt wollte ich mal von meinen ersten Tagen mit den "Neuen" erzählen.
Also, vor drei Tagen haben wir uns zwei Katzen aus dem Tierheim geholt - Karl und Heinz -. Sie waren dort als Problemkatzen schon seit knapp einem halben Jahr. Wir haben uns in sie verliebt und es uns auch gut überlegt, ob wir es wagen sollten, gleich zwei Problemkatzen zu nehmen. Sie sind knapp zwei Jahre alt und sehr scheu. Sie haben wohl sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Heinz ist dabei jedoch der etwas "munterere", er hat im Tierheim nach Gabe von Leckerlies schon etwas mit mir geschmust
Karl ist sehr ängstlich, er hat sich im Tierheim eigentlich nicht gezeigt. Aber mir wurde versichert, dass er sehr lieb sei, also weder kratzen, beissen oder fauchen etc. würde. Das stimmt auch.
Ich habe die beiden also eingepackt und mitgenommen. Kaum waren wir zu Hause, da sind die beiden auch schon wie von der Tarantel gestochen ab ins Schlafzimmer und unters Bett. Da blieben sie auch zunächst. Am Abend schliesslich kam der Heinzi tatsächlich unter dem Bett hervor zu uns ins Wohnzimmer und schaute sich schon einmal schüchtern um. Aber bei jedem Geräusch und jeder Bewegung von uns ist er abgezischt. Naja, das war immerhin schon ein erster Schritt, der uns sehr gefreut hat und mit dem wir so schnell nicht gerechnet hätten. Irgendwann sind wir dann ins Bett. Die Katzen lagen zusammen unter uns. Ich hatte schon ein wenig Sorge, dass wir sie damit überfordern würden, aber auf mein Bett wollte ich nicht verzichten :wink:
Das Licht war keine 10 Minuten aus, da sprang auf einmal der Heinzi laut schnurrend aufs Bett und kuschelte sich zu mir. Ich war extrem baff, da er im Tierheim wirklich sehr schüchtern war und es so aussah, als würde es mit ihm und dem Karli schwierig werden. Aber egal, ich habe mich super gefreut. Ab da war dann das Eis zwischen uns gebrochen. Seit dieser Nacht "klebt" Heinzi mir förmlich am Hintern. Er ist supersüß und fühlt sich anscheinend superwohl bei uns.
Gestern abend kam dann das zweite Erfolgserlebnis: Der Karli taut auch langsam auf. Bei ihm hatte ich zunächst große Sorgen, da er sich auch im Tierheim mehr als extrem zurückgezogen hatte und dort auch als sehr schwierig galt. Ich bin eigentlich (bei beiden) vom Schlimmsten ausgegangen und hatte schon alles zurechtgelegt, um Hinterlassenschaften jeglicher Art beseitigen zu können etc. Besonders bei Karli hatte ich Sorge, da ich nicht wusste, ob er bis dahin schonmal was gefuttert oder getrunken hatte. Ich bin aber zunächst dabei geblieben, dass Geduld das Beste ist und ich ihn einfach in Ruhe lasse. Anscheinend war das genau richtig. Gestern abend nun das wirklich Unfassbare: er kam plötzlich zu uns ins Wohnzimmer, zwar ganz schüchtern und etwas ängstlich, jedoch neugierig. Wir waren tierisch baff und haben ihn einfach machen lassen und gar nicht so beachtet, nur ab und an mal leise mit ihm gesprochen. Er ist dann den ganzen abend zwischen Schlaf- und Wohnzimmer gependelt. Außerdem hat er richtig gut gefressen und das Katzenklo benutzt.
Nachts bin ich dann mal aufgestanden (muss man ja mal :wink: ). Heinzi ist natürlich gleich wieder hinter mir her. Als ich mich dann mal im Dunklen umschaute sah ich noch einen Katzenschatten. Der Karli fogte mir auch. Ich habe mich dann hingehockt un ihn gelockt. Da brach wohl bei ihm auch das Eis. Er kam auf mich zugerannt und hat mich fast umgeworfen vor Schmuserei. Es hat so laut gechnurrt und mich dabei bekuschelt, als müsste er was nachholen oder als wenn er noch nie gekuschelt hätte und nur darauf gewartet hätte. Er tat mir so leid, da er so süß und anhänglich war und ich immer daran denken musste, was ihm wohl vorher angetan wurde, dass er so ängstlich aber dann doch so schmusig ist.
Ich bin auf jeden Fall total happy, dass die beiden so schnell so zutraulich werden. Karli ist zwar noch immer schüchtern und versteckt sich, aber er kommt zum Fressen und Katzenklo erledigen raus. Gekuschelt hat er heute auch schon mit mir. Besonders beeindruckt hat mich, dass die beiden "noch" nirgendwo hingemacht haben, sondern immer brav das Katzenklo benutzen. Ich war eher darauf vorbereitet, dass die zwei erst mal irgendwohin machen, da sie angst haben. Dies ist aber nicht der Fall. Klar, ein paar kleine Macken haben sie noch. Diese sind jedoch nicht so schlimm. Ich werde in einem anderen Post vielleicht noch mal fragen, ob jemand im Forum auch Katzen mit diesen Macken hat. Aber wie gesagt, es ist nicht, was mir das Leben besonders schwer macht
So jetzt habe ich hier einen Roman gepostet, aber vielleicht kann ich hiermit dazu beitragen, dass auch die Problemkatzen aus dem Tierheim mal eine Chance bekommen. Mir ein paar kleinen Tricks kann man anscheinend einiges hinbekommen. Ich liebe meine zwei schon jetzt und werde sie nicht mehr wieder hergeben! Und ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.
Bis demnächst, Mia
