Hallo,
ich wollte mal kurz (oder auch etwas länger) ein (für mich) eher negatives und ein positives Beispiel für Erfahrungen mit Tierheimen anbringen.
1. Beispiel:
Im März diesen Jahres entschlossen wir, zwei Katzen bei uns aufzunehmen. Nach langer Vorfreude sind wir dann zu einem Tierheim in unserer Nähe aufgebrochen. Wir fanden die Internetseite sehr nett und fanden das Prinzip des "offenen Tierheims" sehr ansprechend. Als wir dort ankamen, waren wir sehr erfreut, dass wir einfach so hereinspazieren konnten und uns die Tiere anschauen konnten. Wir haben auch einige Katzen gefunden, die wir sehr schön und sympathisch fanden. Leider haben wir übersehen, dass Vermittlungen und Auskünfte erst nachmittags stattfanden. Unsere Schuld. Also noch einmal nach Hause gefahren und bis zum Nachmittag über nichts anderes als über Katzen gesprochen. Nachmittags kamen wir dann in das Büro des Tierheims und wurden erst einmal freundlich ignoriert. Nach zehn Minuten hat sich dann doch jemand dazu herab gelassen, mit uns zu sprechen. Eine Frau, die hinter dem Schreibtisch saß, hat uns über unsere Wohnsituation befragt und uns sehr kritisch angeschaut (man hatte fast das Gefühl, dass sie glaubte, wir wären Tierquäler oder so :evil: ). Als wir ihr erklärten, dass wir gerne zwei Katzen hätten, weil wir halt nicht immer zu Hause seien, erklärte sie uns, dass das bei Katzen überhaupt nicht nötig sei und dass es in einigen Fällen sogar besser sei, wenn man nur eine nimmt.
Schließlich hat sie dann eine junge Pflegerin gerufen, die uns im Katzenhaus führen sollte. Immer wenn uns eine Katze gefiel, hat die Pflegerin so negativ von ihr gesprochen, dass wir uns wieder unsicher waren

(z.B. der macht ihnen alles kaputt, der geht die Vorhänge hoch und ist aggressiv, die ist total scheu und kommt überhaupt nicht unterm Sofa oder Bett hervor usw.) Das fand ich schon etwas komisch. Ich finde es gut, wenn die Pfleger die Wahrheit über die Tiere sagen, so dass es zu Hause kein böses Erwachen gibt, aber sie hätten ja auch positive Eigenschaften nennen können oder uns Tips geben können, wie man mit ihnen umgehen sollte. Schließlich kamen wir zu einem Raum, wo zwei kleine schwarze Kätzchen drin waren, die sofort durch das Fenster mit uns schmusen wollten. Total süß. Die Pflegerin erklärte uns, dass eine von beiden wegen Schnupfen behandelt wird, aber dass die Behandlung in zwei Wochen abgeschlossen sei. Wir überlegten schon, ob wir die Katzen nicht nach der Behandlung mitnehmen sollten und redeten mit der Pflegerin darüber, dass wir auch gerne mit der Katze zum Tierarzt gehen und sie auch so zu Hause weiterbehandeln würden, falls dies nötig sei. Da kam auch schon die Frau, die vorher hinter dem Schreibtisch saß und sagte, dass die Katzen nicht zu vermitteln sei. Auch als wir erklärten, dass wir bis zum Ende der Behandlung warten wollten oder dass wir sie gerne zu Hause pflegen und behandeln würden, blieb sie bei einem Nein (und zwar sehr unfreundlich). Schließlich sind wir dann gefahren und haben uns sehr geärgert. Wir hatten den Eindruck, als wollte dieses Tierheim keine Katzen vermitteln. :evil:
2. Beispiel
Gefrustet von dem ersten Tierheim, fuhren wir dann zu einem anderen. Dort haben wir geklingelt und wir sollten im Warteraum Platz nehmen. Wir wurden sehr freundlich dort begrüßt und uns wurde sofort etwas zu trinken angeboten. Immer wieder gingen an uns Leute mit einem Tier vorbei, für dass sie sich entschieden hatten. Wir mussten ca. 1 Stunde warten, konnten uns aber die Zeit damit vertreiben, dass wir uns auf einem Monitor alle Tiere anschauen konnten, die zur Zeit im Tierheim waren. Die Wartezeit war so lang, weil die Leute nur einzeln ins Katzenhaus gelassen wurden, da es sonst zu stressig für die Tiere ist. Als wir an der Reihe waren, kam eine sehr freundliche Pflegerin, die uns sehr viel zu den jeweiligen Katzen erzählte, und über die negativen sowie die positiven Eigenschaften der Katzen redete und uns Tips zur Haltung gab. In einem Katzenhaus waren zwei Kater, die sofort auf uns zukamen und gestreichelt werden wollten. Wir waren beide sehr angetan von den beiden und konnten uns nicht für eine entscheiden. "Dann nehmen sie doch beide", sagte die Pflegerin und erklärte uns, dass es gerade bei den beiden sehr schön wäre, da sie auch in einem Gehege waren. Also entschieden wir uns für beide. :lol: Wir durften allerdings nur den Felix mitnehmen, da der Mecki ein Fundtier war, und diese mindestens eine Woche im Tierheim bleiben mussten. Die Pflegerinnen haben uns sehr bei dem Ausfüllen aller Formulare geholfen und uns gute Tips für die Eingewöhnung gegeben. Zu Hause angekommen, ging das Telefon und das Tierheim teilte uns mit, dass wir Mecki am nächsten Tag abholen könnten. Das hat uns sehr gefreut. Seitdem sind die beiden Racker bei uns und haben sich sehr gut bei uns eingelebt. :lol:
Vor einigen Wochen kam uns ein Mann vom Tierschutzbund besuchen, um zu schauen, wie es den beiden geht. Er war sehr zufrieden und fand es toll, wie die Katzen lebten (mit Freigang, viel Grün, wenig Verkehr).
Ich bin so froh, dass wir die beiden haben und der Frust über das erste Tierheim war schnell vergessen. Ich will auch nicht gegen dieses Tierheim wettern und vielleicht waren die Katzen die dort waren einfach nicht so gut zur Vermittlung geeignet, vielleicht hatte auch die Dame hinter dem Schreibtisch einfach einen schlechten Tag - ich weiß es nicht, ich war nur ziemlich enttäuscht.
LG Heike