Wenn du es anfängst und es gefällt ihnen, dann werden sie es auf ihre spezielle Art fordern. Aber ich denke, man kann das Einschränken, indem man für den Spaziergang ein Ritual einführt. Leine und Geschirr in der Transportbox aufbewahren, Transportbox unzugänglich unterbringen.
Ritual: Transportbox holen, Geschirr anlegen, Box ins Auto, auf eine Wiese oder einen anderen gemütlichen Ort fahren. Box auf, Leine anbringen, Katze auf den Arm nehmen, ins Grüne setzen und zuschauen, was sie macht oder Piknick, wie du es nennst. Eine Katze wird im ersten Moment, in fremder Umgebung Angst haben, darauf musst du dich einstellen. Es kann ihr allerdings auch gefallen und sie wird neugierig umherstreifen. Sie wird nur bedingt Leinengängig sein oder werden, das kommt allerdings auch auf die Regelmäßigkeit des Spazierganges und auf die Ausgeglichenheit der Katze an. Wenn sie gern umher läuft und du versuchst sie mit der Leine zu lenken und durch zureden von -Komm- oder dergleichen, kannst du sie durchaus an einen bestimmten Weg gewöhnen, den sie dann gern immer wieder mit dir abläuft.
Bedenke, dass eine Katze, die in der Natur laufen kann, auch an der Leine, unbedingt eine Mehrfachimpfung für Freigänger braucht, du weißt nicht, mit was sie in Berührung kommt. Außerdem muss es ein gutsitzendes Geschirr sein, aus dem sie sich nicht ohne weiteres befreien kann. Billigware ist da sicher nicht geeignet. Eine Zugleine von 5 m ist sehr praktisch, da sie nicht auf dem Boden schleift und sich verknotet. Länger als 5 m kann ich nicht empfehlen, da man sonst die Kontrolle verliert, gerade bei zweien, die in unterschiedliche Richtungen wollen, wird das dann kompliziert.
Es kann auch sein, dass nur eine den "Freigang" genießt und die Andere ihn nicht will und mit Angst reagiert. Du kannst vieles mit Leckerli oder Futterstückchen schmackhaft machen und ein kurzer Freigang kann auch im Schnee und bei schönem Wetter stattfinden, man muss es ausprobieren.
Meine liebten den Schnee, wenn er von ihren Pfoten bewegt wurde und sie den Klümchen nachspringen konnten. 20 Minuten war allerdings genug, eine Erkältung wollte ich nicht riskieren.
Meine Kater waren letztes Jahr 7 Monate alt, als sie das erste Mal ans Geschirr gemacht wurden und wir haben gemeinsam im Schnee den Garten durchstreift. Teils durften die Katzen den Weg selber wählen, teils habe ich sie in die Richtung gelenkt, in die ich wollte, sie konnten nicht überall hin. Mit der Zeit reichte ein leichter Ruck an der Leine und ein -Komm- und sie haben die Richtung gewechselt.
Mittlerweile haben meine Kater gesicherten Freigang, trotzdem finden sie es immer noch toll, wenn ich sie ans Geschirr mache und mit ihnen in die Bereiche des Gartens gehe, wo sie sonst nicht hinkommen, ein netter Ausgleich. Wenn ich keinen Garten hätte, würde ich trotzdem mit den Tieren per Leine irgendwo hingehen. Sie genießen schon 20 Minuten Freigang und sind hinterher ausgeglichen und müde.
Aber die Erfahrung muss jeder selber machen, wie seine Katze reagiert.