Mega Traurige geschichte aus einem Katzenleben

gismo27

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Wie konntest du nur

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich "dein Baby", und, obwohl ich einiges kaputt machte, wurde ich doch deine beste Freundin. Wann immer ich etwas "anstellte", hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: "Wie konntest du nur!?", aber schon einen Augenblick später warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.
Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer und spielte mit meinen Bällchen.
Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon. Von deinem Frühstück gab es für mich immer was vom Schinken, "aber nicht zuviel, das ist für Katzen ungesund!" Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.
Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um "Karriere" zu machen. Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht. Und freute mich, als du endlich "deinen" Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl.
Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne. Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr. Ich liebte die Kinder und wurde "Gefangener der Liebe". Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin.
Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf
wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still. Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden. Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.
Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir. Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes "Ja" zur Antwort und wechseltest dann das Thema. Ich war früher "deine Samtpfote" und bin heute "nur eine Katze".
Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt. Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die aus deiner Sicht bestimmt richtig war. Obwohl einmal ich mal deine Familie war. Die Autofahrt machte Spaß, weil auch die Kinder mitfuhren.

Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst und nach Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wüsstest, dass man ein gutes Heim für mich findet.
Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig. Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand. Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie "Nein, nein! Nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!"
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. Zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen. Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen. Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen "guten Platz" für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: "Wie konntest du nur?"
Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuließ. Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen.
Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du eines Tages zurückkommst und mich hier rausholst. Wünschte mir, dass alles nur ein böser Traum war und ich eines Tages aufwache ... bei dir zu Hause...
Aber du kamst nie. Und wann immer jemand an "meinem" Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte? Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte? Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte. Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf. Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle. Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens. Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus. Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog.
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:" Wie konntest du nur?" Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:" Es tut mir leid!" Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden. Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein "Wie konntest du nur?" nicht an sie gerichtet war. Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.
Und ich werde immer an dich denken und auf dich warten. Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität widerfahren möge, die mir verweigert worden war...




(Dazu einige Worte des Autors: Wenn "Wie konntest du nur?" Ihnen Tränen in die Augen trieb, dann erging es Ihnen genau so wie mir, als ich sie schrieb. Deshalb ist es ausdrücklich erlaubt, diese Geschichte so oft wie möglich weiterzugeben, solange es nicht kommerziellen Zwecken dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen und in eine Familie zu integrieren, wichtig für das ganze Leben sein kann. Dass man ein Haustier nicht einfach aufgeben darf - und wenn es schon nicht anders geht, es wenigstens nicht in ein Tierheim, sondern in eine liebevolle neue Familie geben und sich dankbar von ihm verabschieden muss. Dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen, vielleicht mehr als die meisten Menschen ... )
Jim Wills

:cry: :cry: :cry:

Als ich die Geschichte das erste mal las heulte ich wie ein Schlosshund.Ich schäme mich auch net dafür.Ich hoffe es regt bestimmte personen mal zum nachdenken an..

LG
Melanie, Gismo und Viktor
 
25.02.2007
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
karudo

karudo

466
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:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

Mir fehlen die Worte

Sowas ist für mich unbegreiflich.

Werde jetzt erst mal eine Runde mit meinen Mäusen knuddel

:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:
 
P

Pusabeist

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also, ich kenn die gleiche geschichte nur eben mit nem hund. gleiche wortwahl, nur eben mit hund.

kam bei mir also nicht der gleich effekt hoch.

scheint genausowas zu sein wie die 10 gebote einer katze oder diese regenbogenbrueckensache. erstaunlicherweise gibts all diese drei "klassiker" international.

und tschuldigung.... kitschig sind sie alle.

heike
 
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Inge

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:cry: , :cry: hab jetz nach dem Lesen der Geschichte Tränen in den Augen :( . Wie kann man nur ?
 
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naschi

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..auch wenns kitschig is, mir kamen gerade ein paar tränen...

habe gerade solch ein Exemplar Katze neben mir liegen welches mir die Füsse wärmt.

Meine Schnegge wurde nach zehn jahren von ihrem frauchen aus eben jenem Grund, dass keine Tiere in der neuen Wohnung erlaubt sind, ins Tierheim abgeschoben.

Als ich dann ins Tierheim kam, drückte sie sich wie wild an meine Beine und wollte mich nicht gehen lassen. Nach einigem hin und her, schliesslich wollt auch ich eines der süßen Katzenbabies, hab ich mich von der Tierpflegerin und natürlich auch von der Katze überzeugen lassen und hab mich für die alte Dame entschieden.
Das Tierheim war glücklich, da sie sich nicht sicher waren, ob sie die katze durchgebracht hätten, da sie so stark getrauert hat, dass sie jegliches Futter verweigerte.

Ich hab die Mieze dann mit nach Hause genommen und es waren wirklich harte Zeiten, bis sie endlich wieder normal fraß (und dann nur Thunfisch) und vor allem vertauen zu uns gefasst hatte. Ich muss echt sagen, dass ich nach zwei monaten ständigen Knurrens, Fauchens und Spuckens nahe daran war, sie wieder zurückzubringen obwohl die Katze sich ja mich als Frauchen ausgesucht hatte. Aber dann änderte sich alles ziemlich schlagartig und wir sind seit 7 Jahren unzertrennbar. (Es lohnt sich manchmal ältere Tiere zu holen)

Und wenn ich auch auf eine Wohnung verzichten müsste, dieser Katze werd ich ein Tierheim nicht noch mal antun.

Ganz liebe Grüße
Naschi und Ela
 
I

Inge

17.459
2
Wir standen vor 3 1/2 Monaten auch vor so einem Problem!

Mein Freund und ich hatten einen 2.Zi.-Whng mit 55qm.
Ich hatte noch meinen Hund mitgebracht.

Soweit war es ok,aber dann kam unser Sohn und es wurde ein bißchen eng.

Wir haben 7 Monate gesucht und ich hätte meine alte Maus NIE hergegeben....und wenn ich Jahre gesucht hätte!

LG,Simone
 
M

MissIzColdAzIce

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Als ich die Geschichte las.. fehlten mir die Worte.. schon nach der Hälfte standen mir die Tränen in den Augen.. zum Schluß hab ich geweint.. wenn ich daran denke.. könnte ich schon wieder losheulen.. danach bin ich zu meiner kleinen Stubsi gegangen und sagte zu ihr "Ich werd dich für nichts auf dieser Welt weg geben.. egal wie böse du manchmal bist und Dummheiten anstellst.. du gehörst nun zu meinem Leben und so soll es auch bleiben" anschließend hab ich sie durchgeknuddelt..

Ich hoffe natürlich auch dass diese Geschichte viele Menschen zum Denken anregt.. das Tier ist dein Freund.. und Freunde schiebt man nicht weg..


Pusabeist.. das mag vllt eine erfundene Geschichte sein.. das steht jedoch nicht zur Debatte.. schlimm genug dass diese Geschichte zu oft wahr wird.. Tiere leiden müssen weil manche Menschen nur an sich denken.. sich ein Tier anschaffen.. und es irgendwann in die Ecke stellen wie ein Spielzeug..
 
R

Ratzepuh

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die geschichten sind immer traurig und man schüttelt selbst den kopf dadrüber. meine kleine stand beim lesen vor mir auf dem schreibtisch und drückte mal wieder ihren kleinen kopf an meinen brustkorb und schnurrte leise vor sich hin. ist irgendwie typisch bei ihr in den lernpausen, da sie nicht drauf darf wenn das zeugs hier liegt. naja egal ..

ich kannte die story von hunden, aber es passt zu jedem haustier. sie mag erfunden sein, sie mag auch andere menschen berühren. allerdings wird der text nie menschen berühren die ihr tier abgeben würden, wegen solchen sachen. wenn doch, dann nur kurzzeitig ..

viele menschen sind einfach nur doof, genauso wie sich bei vielen menschen ihre tierliebe nur auf eine tierart beschränkt. man kann ihnen auch nicht helfen oder irgendwie anders das klar machen. mir fallen gerade zum thema intelligenz einige diskusionen mit meinem nachbarn ein wo ich es am ende aufgegeben hab es zu erklären, weil er es einfach nicht verstanden hat (kühler hausflur, fenster bitte zulassen, weil draussen 35° .. keine chance weil muss ja luft reinkommen damit das hier ned so warm wird im hausflur *an kopf pack* (nur um mal nen beispiel zu liefern)).

PS: sry für offtopic
 

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