ich habe zwei hauskatzen, also keine rassenkatzen. den einen habe ich im park als schreiendes katzenbaby gefunden, den anderen von einem hof gratis "hinterher geschmissen" gekriegt.
beide Katers sind kastiert, und ich bin grosser befürworter für Kastration. gibt ja schon zu viele kitten, die mehr oder weniger human ausgesetzt werden, getötet werden oder als verwilderte Katzen in krankheitsgeprägtes, hungriges dasein fristen. ich schliesse mich also der gängigen denkweise voll an.
das mal vorrausgesagt.
allerdings habe ich in der letzten zeit öfter mal darüber nachgedacht, warum es trotz der kittenflut ok ist, rassenkatzen zu züchten. konkurrieren nicht rassekitten und ungewollte kitten um das gleiche zu hause? kann es nicht sein, dass die züchtung von rassenkatzen, die situation von wald-und-wiesen-kitten verschlechtert?
ich meine, jeder katzenhalter wünscht sich ja tiere, die lange genug bei mutter und geschwistern waren um ausreichend sozialisiert zu sein. jeder katzenhalter wünscht sich doch auch, dass das kitten den besten start im leben hatte, mit liebevoller behandlung, mit impfung und Tierarzt, mit gutem futter. ein guter züchter steht ja genau für solche kitten. für mich persönlich wären dass fast die wichtigsten gründe, ein rassenkitten einem anderen kitten vorzuziehen. und damit ziehen ja wald-und-wiesen-kitten die arschkarte, oder?
als ich einen zweiten wollte, habe ich lange gesucht. ich wollte ein tier, das genau den gleichen guten start im leben hatte wie ein rassekitten. aber ich mag die "rasse" hauskatze. ich wollte kein rassekitten, sondern einen stinknormalen hauskater. die bekommt man zwar hinterher geschmissen für ganz umsonst, aber dann eben meistens von leuten, die meinen das 8 wochen alt genug ist, die ihre kitten nicht impfen etc. sind ja "nur" hauskatzen. ich bin sogar auf leute gestossen, die perser gezüchtet haben, und einen wurf hauskitten hatten. die meinten, das hauskitten nur 8 wochen sozialisierung brauchen, während perserkitten 12 wochen brauchen. (total beknackt, wo ist denn der unterschied bitte?)
worauf ich hinaus will ist, das Hauskatze doch eigentlich auch eine rasse ist. eine rasse, die ich sehr mag und zu schätzen weiss. rassetypisches merkmal ist wohl die unglaubliche variation und vielfalt innerhalb der rasse. und eigentlich würde ich mir wünschen, dass es hauskatzen züchter gibt, die die gleichen richtungslinien habe wie andere katzenzüchter, was also die aufzucht anbelangt. ich als katzenhalter, der sich ein tier wünscht(e), fände es richtig gut, jemanden zu finden, der ernsthafte hauskatzenzüchtung betreibt.
ist klar, dass es bei der heutigen kittenflut keine sinnvolle idee ist. aber ist es bei der heutigen kittenflut eine gute idee, rassenkitten zu produzieren?
und was ist eigentlich der plan von tierschutzorganisationen? wenn es wirklich mal dazu kommen sollte, das jeder katzenhalter aufgeklärt ist und sein wald-und-wiesen-tier kastriert, was passiert dann mit der Rasse "hauskatze"? und könnte man nicht richtungslinien ausarbeiten, für eine eventuelle geordnete und kontrollierte hauskatzenzucht?
mit bitte um diskussion,
Heike