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Inge

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Leider verstarb vor ein paar Tagen ein großartige alte Dame, die meine Mädels seit einigen Jahren täglich besucht haben, um Einkäufe zu erledigen und im Haushalt zu helfen.

Obwohl sie schon weit über achtzig Jahre alt war, kam der Tod doch sehr überraschend. Sie war geistig extrem fit und eine bemerkenswerte Person. Glücklicherweise konnte sie Zuhause sterben.

Zurück blieben Enrico und Maria (Nach Enrico Caruso
und Maria Callas benannt, die Dame war sehr opernbegeistert). Zwei Miezen, die wir ihr vor ein paar Jahren vermittelt haben.

Da die Mädchen Alleinerbinnen sind, gehören ihnen jetzt ein großes Haus, eine Kunstsammlung, viel Geld und eben Enrico und Maria.

Vorgestern abend haben wir sie geholt und jetzt werden sie in die Katzen-Community integriert.

Da beide schon mal im Tierheim saßen (daher hatten wir sie geholt), sind sie nicht sonderlich scheu. Nur mit Luise, meiner Schäferhündin hatten sie anfangs ihre Schwierigkeiten.

Zuerst sind sie bei ihrem Anblick sofort geflüchtet. Nach und nach haben sie dann aber abwechselnd mal vorsichtig einen Blick auf Luise gewagt; mit einem Gesichtsausdruck, der stark nach "Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was ist das denn für ein Viech?" aussah.

Inzwischen ist das aber überstanden und sie haben kapiert, dass Luise das Gegenteil von Gefahr bedeutet. Mit den anderen Katzen gab es bisher noch keinen Ärger, aber auch keine bemerkenswerten Annäherungen. Die Beiden bleiben derzeit lieber noch unter sich. Nur unsere kleine spanische Dramaqueen Xsie hat sich - wie immer - sehr, sehr echauffiert: Fauchen, spucken, bis hin zum kotzen.:) Aber das kennen wir schon.

Enrico Caruso: http://de.youtube.com/watch?v=e3LDPMhJ3sU

Maria Callas: http://de.youtube.com/watch?v=nqExm7YDlQA
 
28.12.2007
#1
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F

Flohteppich

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Obwohl sie schon weit über achtzig Jahre alt war, kam der Tod doch sehr überraschend. Sie war geistig extrem fit und eine bemerkenswerte Person. Glücklicherweise konnte sie Zuhause sterben.
Schön, daß sie zu Hause gestorben ist. Ich hoffe, daß sie nicht lange leiden musste !

Respekt für Deine beiden Mädels. Leider sind solche Bemühungen um ältere Menschen recht selten geworden. Vor allem, wenn sie nicht zur Familie gehören !

Meine 90jährige, geliebte Großmutter liegt unten. Sie ist seit einigen Wochen ein schwerer Pflegefall. Für mich ist es selbstverständlich, daß ich mich um sie kümmere. Aber was in dieser Gesellschaft ein alter, pflegebedürftiger Mensch größtenteils für eine mickrige und elendige Bedeutung hat, habe ich in den letzten Wochen mit Erschrecken festgestellt.
 
I

Inge

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Ja, das ist ein Riesenproblem. Sobald es Probleme gibt, werden die Alten abgeschoben. Die allerwenigsten kümmern sich darum. Das liegt aber in erster Linie daran, dass die Menschen es nicht mehr gewöhnt sind und nicht daran - wie sehr oft vorgeschoben - dass sie keine Zeit hätten.

Wir haben unsere Kinder schon früh mit solchen ganz natürlichen Dingen konfrontiert. Für sie ist das ganz selbstverständlich. Als meine Frau - ihre Mutter - gestorben ist, haben wir sie auch 2 Tage lang im Haus aufgebahrt.

Damit ein paar Menschen mehr die Möglichkeit haben, im Kreise ihrer Familie und in einer schönen Umgebung sterben zu können, wollen wir hier in ein paar Jahren auch auf dem Gelände ein Sterbehospiz für unheilbar kranke Alte und Kinder einrichten.

Früher bin ich sehr oft im Nahen und Mittleren Osten gewesen und habe dort viel Einblick in das Privatleben der Menschen bekommen. Eine Frage, die man dort sehr oft gestellt bekommt, ist die nach Altenheimen etc. Die Leute dort können sich das einfach nicht vorstellen. Es wäre eine unglaubliche Schande für jede Familie, wenn sie ihre Alten weggeben würden.
 
F

Flohteppich

Gast
Etwas flau wird mir dabei schon.
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Nur vor der Art und Weise, wie es passieren wird.

Ich denke, jeder wünscht es sich, nicht lange leiden zu müssen. Doch einige werden genau dieses ertragen müssen. Wahrscheinlich sogar abgeschoben in ein Heim, weil es keine Angehörigen mehr gibt oder diese einfach keine Zeit/Lust dazu haben.

Im Krankenhaus habe ich einige schwere Fälle gesehen, bei deren Anblick man schnell aus der Fassung geraten kann. Alte, geistlose Menschen, die vor sich hinvegitieren. Festgeschnallt im Bett. Die nach ihrer längst verstorbenen Schwester rufen. Gebete aus Leibeskräften brüllen, den Heiland um Hilfe bitten. Deren Tochter einmal die Woche für 5 Minuten genervt am Bett sitzt und an die Decke starrt. Krankenschwestern, die das Rufen dieser Menschen nach Wasser ignorieren.
Hart und schwierig zu ertragen.

Diese Gleichgültigkeit und Gewissenlosigkeit der Menschheit macht mir persönlich sehr zu schaffen. So sehr ich auch versuche, diese Verhaltensweisen nachzuvollziehen, schaffe ich es beim besten Willen nicht.

Da kann man nur versuchen vorzubeugen, sich abzusichern.
Holland, Sterbehilfe beispielsweise. Oder eine Pille im Haus verstecken. Oder einen Pakt mit seinem besten Freund schließen. Irgendetwas.... aber nicht dieses erbärmliche Vegetieren !
 
Bienie

Bienie

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Die Art und Weise....ja, das stimmt.

Aber da wird nur jeder für sich selbst vorsorgen können und auch müssen. Die Geburtenrate sinkt, die Pyramide verschiebt sich. Wir werden später auf einem Berg alter Menschen sitzen und die Jungen sind nicht zahlreich genug.

Wer mich heute nach einer sicheren Anlagemöglichkeit für Geld fragt - dem sage ich: Investiert in Altenheime.

Mein Freund arbeitet seit 2 Monaten in einem, nicht in der Pflege, welches einen sehr guten Ruf hat. Jeden Tag kann er eine neue Geschichte erzählen was dort so abgeht mit den Alten. Die bieten 2 Betreuungsarten an, einmal das klassische Heim, einmal sogenanntes Service Wohnen. Hier können sich z.B. Paare eine richtige Wohnung mieten, sind völlig selbstständig wenn sie möchten und bekommen lediglich die Getränke angeliefert und haben eine Notfallklingel.

Leider gibts immer wieder die senilen Leutchen, und die erzählen auch ne Menge Unsinn. Mein Freund hat in seiner ersten Woche dort eine Frau im Rollstuhl im Keller rumfahren sehen - die hat ihm allen erstes erzählt sie würde schon 40 Jahre dort wohnen - und er soll ihr doch mal bitte alles zeigen....

Eine Frau erzählt jeden Tag sie würde auf Besuch ihrer Mutter warten...sie verwechselt ihre Tochter mit ihrer Mutter...


Im Endeffekt können wir heute nur soviel Geld zurücklegen wie irgend möglich damit wir später wenigstens aussuchen können in welches Heim wir kommen...
 
I

Inge

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mit der "abschiebung" der alten leutchen muß man aber auch unterscheiden. hat man die möglichkeit, einen alten und vieleicht schwerkranken menschen zuhause zu betreuen? mein opa war querschnittsgelähmt, lag über 20 jahre nur im bett zuhause, konnte nicht mal in rollstuhl. meine oma hat ihn gepflegt, einfach weil sie da war und keine arbeit hatte-
was macht aber jemand, der vielleicht alleine da ist und seine mutter/vater pflegen muß? wir mußten uns damals bei meinem urgroßvater leider fürs altersheim entscheiden. beide elternteile haben gearbeitet und meine oma war mit der pflege ihres mannes zu 100% eingespannt.
allerdings finde ich es auch eine schweinerei, wenn aus bequemlichkeit die Alten abgeschoben werden.
ich hab immer gesagt, das ich das auch nicht könnte, so mit pflege und so. aber als meine andere oma krebskrank war, konnte ich es auch. man gewöhnt sich einfach an die unangenehmen dinge!

ich hoffe, mein kauderwelsch war verständlich
 

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