Hallo Kathy,
hat die TÄ denn vor der Zahn-OP die Kiefer geröngt? Ohne Grund wird sie das ja nicht gemacht haben. Es gibt eine ziemlich schlimme Zahnkrankheit, über deren Ursachen bislang lediglich Vermutungen angestellt werden können. Diese Krankheit heißt FORL. Zu den vermuteten Ursachen gehören eine Autoimmunerkrankung (d.h., der Körper kämpft tatsächlich gegen die eigenen Zähne, jetzt mal ganz laienhaft formuliert) oder auch ein Ungleichgewicht im Ca/Ph-Verhältnis bzw. ein Ca-Mangel. Es wird auch überlegt, ob Veranlagung eine Rolle spielen kann. Das Gemeine an FORL (feline odontoklastische resorptive Läsionen) ist, nicht immer muss es von "oben" (also bei einem Blick ins Mäulchen) sichtbar sein. Manchmal ist der einzige Hinweis ein leicht gerötetes/entzündetes Zahnfleisch. Gina hatte beim letzten Mal nicht mal großartig Zahnbeläge/Zahnstein. Ich würde Dir empfehlen, dass Du Dir die Sache von Deiner TÄ noch einmal ganz genau erläutern lässt, inkl. möglicher Röntgenaufnahmen.
Bei FORL ist es leider nicht möglich, den Zahn zu erhalten und oftmals sind (nach und nach) beinah alle Zähne betroffen. Gina zB hat mittlerweile nur noch ihr "Vampirgebiss", also die Eckzähne. Sollte bei Deinem Kater FORL die Ursache gewesen sein, dann musst Du damit rechnen, dass die Backenzähne auch noch befallen werden. Daher ist es wichtig, dass hier immer genau nachgeschaut wird (und ggf. geröngt). Katzen zeigen ja leider erst sehr spät, wenn überhaupt, wenn sie Schmerzen haben. Bei Gina habe ich es nur daran erkannt, dass sie den Kopf beim Fressen schief gehalten hat, Nassfutter verweigert und Trockenfutter ohne zu kauen hintergeschlungen hat. Als ich dem nachgegangen bin, war der Zustand der Zahnwurzeln schon eine Katastrophe und mir wurde klar, was für unglaubliche Schmerzen Gina gehabt haben muss. Und während der OP stellte sich das Ganze dann noch einmal schlimmer dar als es die Röntgenbilder ohnehin schon vermuten ließen. Die Gefahr besteht übrigens, dass ihre letzten Zähne in ca einem Jahr auch noch rausmüssen.
---Ergänzung---
Es ist arg unvollständig, nur auf die nicht von oben sichtbaren Zahnläsionen hinzuweisen. In den meisten Fällen sind sie nämlich recht gut zu erkennen, selbst wenn sie sich noch "nur" im ersten Stadium befinden. Auch hier kann ich Gina wieder als Bsp. anführen, denn sie musste wegen FORL ja 2x "unters Messer". Das erste Mal war im Juni vergangenen Jahres. Damals zeigte mir der Tierarzt den auch für mich gut zu erkennenden Zahnabbau an 2 Zähnen. Er sondierte die Zähne noch, um sehen zu können, ob weitere Zähne "von unten" betroffen sind und dann kamen die beiden kaputten Zähne raus.
Beim zweiten Mal, das war im April dieses Jahres, dann fand die 2. OP statt, diesmal, wie oben beschrieben, war den Zähnen selbst nichts anzusehen, der Zahnabbau kam von unten...
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Wegen der fehlenden Zähne musst Du Dir eigentlich keine Sorgen machen. Katzen können wunderbar auch ohne Zähne auskommen. Evtl. sollte man von Trockenfutter Abstand nehmen, da sie es nicht mehr kauen können und auch kein zähes Fleisch oder dergleichen mehr anbieten, Nassfutter sollte auch keine großen Stücken enthalten (wobei Dein Kater ja immerhin noch die Backenzähne zum Kauen hat!). Aber leben können die Miezen ansonsten damit gut - es ist eigentlich mehr der Dosi, dem das wirklich etwas ausmacht.
Naja, langer Rede kurzer Sinn: bitte lasse Dich von Deiner TÄ nochmal eingehend informieren über die Zahnbehandlung und deren Ursache (die Erkrankung). Evtl. hat sie die "Allergie" nur als Umschreibung gewählt, weil FORL eine komplexe und schwer zu erläuternde "Sache" ist. Aber korrekt ist das natürlich nicht. Evtl. tust Du gut daran, Dir alle Deine Fragen und Bedenken vorab zu notieren, damit Du nichts vergisst. Wenn Du etwas nicht verstehst, hake nach - sie hat Dir gegenüber eine Informationspflicht. Lass Dir auch alle Befunde und Röntgenaufnahmen zeigen und erläutern, sofern vorhanden.
Liebe Grüße