Ich hatte lange überlegt ob ich meine traurige Geschichte hier auch schreiben soll, aber ich muss es einfach mal erzählen, weil mich das immernoch so sehr mit nimmt. Es fing alles 95 an (ich war 13) und wir bekamen unsere erste Katze. Wir holten sie vom Bauernhof, da ich nicht wollte, das sie getötet wird. Sie war rot getigert und wir nannten sie Felix, da wir alle dachten es sei ein Kater. (im nachhinein stellte sich heraus das es eine Katze ist) sie lebte sich gut bei uns ein, war aber nie richtig eine Schmusekatze geworden, aber ich hatte sie trotzdem sehr lieb! Fast ein Jahr später bekam sie Nachwuchs nur 1 Baby, das rot, schwarz, weiss und grau getigert zur Welt kam. Sie hiess Moritz (auch ein Weibchen) und beide hatten bei uns eine wunderschöne Zeit bei uns. Sie gingen raus und kamen wann sie wollten, schliefen in meinem Bett und ließen es sich richtig gut gehen. Der 26.12.96 wurde der 7 Monaten alten Moritz zum Verhängnis. Wir waren bei Bekannten und feierten Weihnachten, als wir nach Hause kamen steckte Moritz im gekippten Fenster vom Schlafzimmer meiner Eltern und hatte die Gardinen und die Tapeten zerrissen. Ich verstand das damals alles nicht so richtig. Das ging so schnell... Meine Eltern sind mit ihr sofort in die 20 km entfernte Tierklinik gefahren. Sie waren fast 2h weg und als sie kamen hatte ich gedacht das alles noch gut werden würde. Aber sie brachten die Katze in ihrem Körbchen mit. Der Tierarzt hatte sie eingeschläfert, da ihr Rückgrad durchtrennt war und sie ab der Häfte vom Bauch nichts mehr gespürt hatte. In dieser Nacht hat mein Papa sie im Garten noch begraben! Von dem Tag an wurde Felix immer anhänglicher, sie war in den ersten Tagen so verwirrt und suchte ihr Kind. Ich hatte mich so sehr an die Katze gebunden mir ging es so langsam besser. Im August 99 (wir waren sonntags gerade am frühstücken) bekamen wir von unserer Nachbarin einen Anruf und sie sagte bei ihr am Haus würde eine rote Katze im Gras liegen. Ich ahnte nichts gutes und als ich zu dieser Stelle gegangen bin brach ich in Tränen aus! Meine süße Maus lag tot im Gras, warum sie gestorben ist weiß ich bis heute nicht. Sie sah nicht aus als wäre sie angefahren worden, vielleicht hat sie Gift gefressen. Sie wurde also neben Moritz im Garten begraben und ich konnte aus meinem Fenster immer zu ihnen schauen. Ca. 3 Jahre später bin ich samstags nichtsahnend aufgestanden und sehe aus dem Fenster und die Gräber sind weg. Mein Vater hatte sie einfach weggemacht weil er im Garten mehr Rasen sähen wollte und die Gräber hätten also gestört. Ich war so enttäuscht von ihm und habe die Steine und das Kreuz wieder an diese Stelle gelegt. Er begreift bis heute nicht wie wichtig mir das war und das ich immernoch darunter leide. Mittlerweile sind die Gräber wieder weggemacht und anscheinend denkt niemand mehr an die Katzen bei mir zu Hause, da wird fröhlich über den Rasen gegangen, gemäht etc. Ich mache bis heute einen Bogen um die Stelle und fange immer wieder an zu weinen wenn ich daran denke. Letztens ist dort eine rote Tulpe aufgegangen! Ich war ziemlich nach dem Tod von Felix auf Klassenfahrt und als ich nach Hause kam, lag eine 8 Wochen alte Katze im Körbchen, sie sah aus wie Felix und das warf mich dann wieder zurück. Meine Mutter hatte sich nie mit dem Thema auseinander gesetzt. Ich hatte nie Zeit richtig zu trauern, deswegen geht mir das heute nach 5 bzw. 8 Jahren immernoch so nach. Sie wollte die Katze ersetzen, aber das darf und kann man nicht machen. Es ist wichtig das man sich Zeit nimmt zu trauern und sich von den Katzen zu distanzieren und anfängt das richtig zu begreifen. Ich werde die beiden nie vergessen. Sie sind in meinem Herzen und ich hoffe da wo sie jetzt sind geht es ihnen gut und vielleicht sind sie ja wieder zusammen. Sie waren so ein hübsches Pärchen. Wenn ich die Augen schließe sehe ich sie genau vor mir, wie sie immer zusammen gekuschelt in ihrem Karton schliefen.