Hallo,
vor circa 2 Wochen stellte ich das erste Mal fest, das eine kleine Katze durch unseren Garten läuft, jede Nacht, nicht tagsüber.
Ich schätze sie auf 3 bis maximal 5 Monate. Sie ist also noch relativ klein und dünn und hat extrem kleine Pfoten.
Selbst bei den frostigen Temperaturen der letzten Wochen war sie jeden Nacht draußen, tagsüber hab ich sie wie gesagt nie gesehen.
In der Nachbarschaft gibt es auch Katzen, die sind allerdings alle ausgewachsen und ein wenig dick und lassen sich jetzt im Winter eigentlich gar nicht blicken.
Seit eineinhalb Wochen stelle ich Futter vor die Tür und sie kommt jeden Abend zwischen 6 und 7.
Sie ist furchtbar scheu und rennt immer erstmal weg, wenn sie mich sieht. Meißtens lasse ich die Haustür ein wenig auf und sie kommt auch immer mal kurz rein und schaut sich um, allerdings in einer sehr geduckten Haltung. Sie ist eigentlich ständig auf der Hut und erschrickt bei jedem Geräusch, egal ob von drinnen oder von draußen.
Je länger ich die Tür offen habe (das geht nur bei den Temperaturen nicht so lang), desto mutiger wird sie und desto öfter und weiter kommt sie rein.
Als wir -10 Grad draußen hatten, hab ich einmal einfach die Tür zugemacht und sie die Nacht dabehalten, obwohl ich wusste, dass das aufgebaute Vertrauen dadurch wieder hin ist. Erstmal ist sie natürlich rumgelaufen und wollte wieder raus. Dann hat sie sich in der hintersten Ecker verkrochen.
Ich habe mich 2 Meter von ihr entfernt hingesetzt und habe wie vorher, wenn sie vor meiner Tür fraß, leise und ruhig mit ihr geredet.
Sie hat ständig die Augen langsam zugekniffen und sie sah furchtbar mitleiderregend aus. Aber
-10 Grad sind einfach zu kalt.
Nach einer halben Stunde bin ich immer näher auf sie zu und habe sie gestreichelt und dabei mit ihr geredet. Ich dachte eigentlich, sie würde fauchen und kratzen und beißen, aber nichts.
Es war fast so, als würde sie sich ihrem Schicksal ergeben, denn geschnurt hat sie auch nicht.
Doch danach hat sie sich endlich getraut direkt an mir vorbeizustreichen und zur Tür zu gehen. Ich konnte sie sogar auf den Arm nehmen, ohne, dass sie weglief. Nach dem Streicheln hatte sich also doch irgendetwas verändert.
Miaut hat sie im Übrigen auch nicht. Sie hat keinen Laut von sich gegeben.
Am nächsten Morgen habe ich sie wiederrausgelassen. Morgens und abends habe ich die nächsten 2 Tage die Tür zugelassen, damit sie keine Angst hat, dass ich sie wieder einsperre, sie kann ja nicht wissen, dass ich es nur gut gemeint habe. Dann habe ich die Tür wieder offen gelassen. Sie kam natürlich erstmal nicht mehr rein, aht aber gefressen. War ja klar.
Doch seit vorgestern fängt sie wieder an reinzukommen und ich kann ziemlich nah bei ihr stehen, wenn sie frisst.
In der Nachbarschaft gehört sie wohl keinem, das hab ich erfragt.
Sie ist wirklich so scheu und scheint nichts gewohnt zu sein.
Im Übrigen wiegt sie auch nicht viel, aber so richtig abgemagert scheint sie auch nicht zu sein. Doch im Gegensatz und zu unseren Katzen, die wir hatten, hat sie einen gesegneten Appetit. Vor allem in der ersten Nacht als ich sie gefüttert habe, hat sie extrem viel gegessen.
Ist das nun eine wilde Katze?
Ich will sie nicht ins Tierheim geben. Denn so scheu wie sie ist, würde sie bestimmt gleich wieder zurück gegeben werden.In der Nacht, als sie drin war, hab ich geguckt, on sie tatowiert ist, aber ich hab nichts gesehen.
Vielleicht ist sie gechipt, aber wenn sie auch in der "Freiheit" aufwuchs, wird sie das wohl nicht sein.
Also, glaubt ihr, ich liege mit meiner Vermutung richtig? Ist es eine wilde Katze?
LG Eva