5 Tage ist es jetzt her, dass ich meinen knapp 14 Monate alten Kater habe einschläfern lassen müssen ...
Da, wo ich bis vor kurzem gearbeitet habe, gab es ständig Katzenbabys, die keine Überlebenschance hatten. Einige dieser Katzenbabys, um die sich die Mutter nicht mehr gekümmert hat und die ich gefunden habe (manchmal zufällig, manchmal nach intensiver Suche), habe ich mit dem Fläschen großgezogen. 2 dieser Katzenbabys haben bei mir ein neues Zuhause gefunden - Mogli und Tabby.
Als ich Mogli mit zu mir nachhause genommen habe, das war im Juni 2009, war er erst ein paar Tage alt und alle sagten, dass ich ihn nicht "durchbringen" würde. Aber wir haben es trotzdem geschafft! Mogli entwickelte sich prächtig, war nie krank und er und Tabby, den ich im August 2009 bei mir aufgenommen habe, sind aufgewachsen wie "Brüder". Tabby ist nur 2 Wochen jünger als Mogli.
Vorige Woche dann fing Mogli plötzlich an, sich ständig zu übergeben und fraß nicht mehr. Wie so oft passieren Notfälle ja abends oder am Wochenende, wenn der eigentliche Tierarzt nicht zu erreichen ist. So bin ich mit Mogli abends als Notfall zu einem anderen Tierarzt. Auf die Einzelheiten möchte ich hier jetzt nicht eingehen, aber es ist offensichtlich, dass dieser Tierarzt sich nicht sonderlich viel Mühe gegeben und eine falsche bzw. überhaupt keine Diagnose gestellt hat. Jedenfalls bin ich seinem Rat gefolgt und Mogli erholte sich erst sichtlich. Doch nach ein paar Tagen lag er apathisch in seinem Schlafkörbchen und das Atmen fiel ihm sichtlich schwer, so dass ich ihn sofort zu unserer Tierärztin gebracht habe. Während der sonst 40-minütigen Autofahrt verschlechterte sich sein Zustand plötzlich so dramatisch, dass ich alle Verkehrsregeln außer Acht gelassen und nur noch Gas gegeben habe, so dass die Fahrt wesentlich kürzer als üblich war. Endlich bei der Tierärztin angekommen - sie hatte sofort alles stehen und liegen gelassen, um sich um Mogli zu kümmern - konnte diese mir aber nur noch sagen, dass er in akuter Lebensgefahr schwebte. Es war bereits zu spät, eine Röntgenaufnahme zeigte, dass Moglis Lunge voller Wasser war und es war auch schon zu spät, ihn zu beatmen. Ich hatte die Wahl: entweder Mogli qualvoll ersticken zu lassen oder ihn zu erlösen. Trotz doppelter Dosis des Narkosemittels hat Mogli sich noch heftig dagegen gewehrt. Ich habe ihn fest in meinen Armen gehalten, als er "eingeschlafen" ist ... Mogli ist nur knapp 14 Monate alt geworden.
Hätte ich nur diesem Tierarzt ein paar Tage vorher nicht vertraut! Bei mir hätten die Alarmglocken ganz laut läuten sollen, als er mich mit guten Ratschlägen, aber ohne Blutuntersuchung mit Mogli nachhause geschickt hat! Mit absoluter Sicherheit werde ich es nie wissen, aber Mogli ging es ganz offensichtlich nicht wegen einem Darmverschluss so schlecht, sondern weil er eine Vergiftung hatte.
5 Tage ist es jetzt her und Tabby sucht immer noch nach seinem "Bruder" - er vermisst ihn genauso sehr wie ich! Wir werden dich nie vergessen!
PS: Nach vielen Versuchen, zum Katzenschutz Kontakt aufzunehmen, sind im Frühjahr 2010 alle Katzen bei meiner früheren Arbeitsstelle kastriert worden.