Zur Erklärung: die oberen 3 Bilder stammen aus der staatlichen Perrera in Jerez de la Frontera. Daneben gibt es noch eine private Perrera, Gesser genannt. Beide Perreras haben Angestellte, die für die Reinigung zuständig sind. In beiden Fällen heisst das, dass die Katzenklos an 5 Tagen (Mo-Fr) 1 x täglich gereinigt werden. Ab und zu werden die Käfige gereinigt, und das heisst: sie werden ausgespritzt und zwar während die Katzen drin sind. Der Unterschied zwischen beiden Perreras besteht darin, dass Gesser bis zu einem gewissen Grad mit den Tierschützern zusammenarbeitet, d.h. die Tierschützerinnen füttern zu, putzen zusätzlich, dürfen Decken usw. in den Käfigen unterbringen. Natürlich werden diese Sachen rasch verschmutzt und müssen dann weggeworfen werden. Ein Bericht eines Vereinsmitgliedes von einem Besuch in der Perrera Gesser kann hier nachgelesen werden:
http://www.sieben-katzenleben.de/berichte.php
Das kleine Holzhaus steht genau neben der privaten Perrera Gesser. Es wurde von Ana mithilfe von Spendengeldern,
auch aus Deutschland, finanziert. Das Häuschen ist peinlich sauber, aber leer, Ana hatte für die Einrichtung schlicht kein Geld mehr. Die Katzen haben ein paar Spielsachen aus einem früheren Transport, aber keine Schlafplätze etc. Durchschnittlich leben hier 15 Katzen, die sie aus der Perrera geholt hat, in der Mehrzahl sind dies junge Katzen.
Was passiert mit den Spenden? Nahrung und Vitamine können direkt für die Perrerakatzen in den Käfigen verwendet werden. Auch Handtücher und Bettwäsche können zumindest in Gesser zum Einsatz kommen. Die Bettchen und Höhlen werden überwiegend dazu verwendet, den Katzen, die aus der Perrera geholt werden konnten, über den Winter zu helfen. Für deutsche Verhältnisse klingt das unwahrscheinlich, aber: die meisten Privatdomizile sind in Südspanien nicht mit einer Heizung ausgestattet. Dort ist es kalt, auch für die Pflegekatzen, die unterernährt und krank aus der Perrera kommen. Es ist auch nicht so, wie hier, dass dort die Pflegestelle über eine gewisse Katzenausstattung verfügt oder defekte Stücke selbst austauscht. Die Pflegestellen werden meist von den Tierschützern ausgestattet, auch mit Streu, Futter, Vitaminen... Dasselbe gilt auch für Katzen, die vor Ort in Pensionen untergebracht werden können. Die Pensionspreise liegen deutlich unter den deutschen (so kostet eine erwachsene Katze € 40.- / Monat), aber dafür sind auch diese Pensionen sehr mager ausgestattet. Dort wird gut saubergemacht und die Tiere werden versorgt, aber Futter muss extra bezahlt werden und auch die spartanische Einrichtung muss auf eigene Kosten aufgebessert werden. Hier 2 Beispiele aus Pensionen:
Eine für Kitten:
Und eine für erwachsene Katzen:
Die Katzen sitzen auf nacktem Stein und die Pension für die erwachsenen Katzen ist zusätzlich nach einer Seite offen.
Wieso wird nicht mehr getan? Es gibt nur eine Handvoll Tierschützer, zwei von ihnen kümmern sich um die ganzen Katzen. Ana pendelt täglich zwischen zwei Perreras, Pflegestellen, Pensionen und dem Tierarzt. Zusätzlich versorgt sie zwischen 40-60 Katzen in ihrer eigenen Wohnung, darunter die kranken Miezen, die nicht beim Tierarzt bleiben müssen. Sie muss Endplätze finden für ihre Schützlinge, in Spanien und im Ausland... und sie muss Spendengelder auftreiben, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Ich weiss ohnehin nicht, wie sie es schafft...