Hallo liebe Katzenmamis,
ich habe schon einmal geschrieben und Euren Ratschlag befolgt. Als grenzenlose Tierliebhaberin habe ich nunmehr erreicht, dass mein kleines Kätzchen, ganz allein auf dieser Welt, meine Nahrung annimmt. Heute habe ich ein tolles Erlebnis gehabt, das ich mit Euch teilen möchte.
Vor ca. drei Wochen entdeckte ich die Kleine auf einem Nachbargrundstück. Allein, zurückgezogen im Gebüsch. Vielleicht ist es der Instinkt, dass sie sich permanent verkriecht, unter dem Gestrüpp, denn es gibt hier auf Mallorca viele Möwen, die darauf lauern, hilflose kleine Tiere zu catchen.
Jeden Tag gehe ich mehrmals zu ihr, erzähle ihr Geschichten und wenn mein Gesprächsstoff ausgeht, nehme ich mein aktuelles Buch mit. Glaubt mir, ich bin absolut nicht der Typ, der so etwas macht, doch wenn es um Tiere geht, vergesse ich meine Ungeduld und mein Temperament.
Es wurde belohnt. Endlich, nach so langem Warten, hat sie heute, ihre Ängstlichkeit ansatzweise über Bord geschmissen und sich auf das Tellerchen gestürzt, dass ich ihr wie immer serviere. Meine ruhige Hand blieb aber heute an dem leckeren Essen. Gierig hat die Kleine mit ihren spitzen Zahnnägelchen die Fleischstückchen vertilgt und ganz vorsichtig habe ich mit meinem Zeigefinger sie am Mündchen berührt. Hurra, mit Erfolg.
So, nun müsst Ihr mir Eure weiteren Erfahrungen geben. Die Mizie hat, so sieht es aus, ein entzündetes Auge. Greifen könnte ich sie nie, dafür ist das Vertrauen noch nicht da. Ferner mache ich mir Gedanken, wann sie läufig wird.
Es ist mir einfach ganz, ganz wichtig, dass dieses kleine zauberhafte Kätzchen überlebt.
Herzliche Grüße
Judith Cramer