Auch wenn ich es sehr sinnvoll fände, wenn der Kater kastriert wäre
und es gut finde, dass du dich um den Kater kümmerst, einschließlich
der Tierarztbehandlungen, sehe ich eine Kastration gegen den Willen
der Besitzer als nicht unproblematisch an.
Du könntest hier eventuell einigen Ärger bekommen:
1. Ist deine Aussage dem Katzenschutzbund gegenüber bewusst gelogen.
Du weißt, dass er Besitzer hat und, dass diese gegen die Kastration sind.
Falls es zu Stress mit den Besitzern kommt, könnte auch der Katzen-
schutzbund dich anzeigen wegen dieser Behauptung, also weil du sagst,
er hätte keine Besitzer.
Der Katzenschutzbund hat sicherlich nicht zu viel Geld, also würde er kaum
die Kastration eines Katers bezahlen, der jemandem gehört.
2. Die Besitzer haben nicht einfach nichts unternommen, wegen einer
Kastration, sondern sie haben ausdrücklich erklärt, dass sie gegen
eine Kastration sind. Wenn sie erfahren, das du den Kater trotzdem
kastrieren lassen hast, können sie nicht nur finanzielle Forderungen
an dich stellen, du riskierst auch, dass sie dir generell das Vertrauen
entziehen und dir eventuell die Weide kündigen oder den Kater ganz
aus deiner Nähe schaffen. Das wäre sicher nicht in deinem Sinn.
3. Jede Operation hat gewisse Risiken - was machst du, wenn es bei
der Kastration Probleme gibt und der Kater eine weitere Operation
benötigt, wenn er nach der Operation krank wird (weil die Narbe sich
entzündet), wenn er vielleicht sogar während der Operation stirbt.
All das muss nicht passieren, aber wenn es Komplikationen gäbe,
müsstest du eventuell auch die Kosten für die weitere Behandlung tragen.
Ich glaube, dass es doch der sinnvollste Weg wäre, mit offenen Karten
zu spielen, den Katzenschutzbund und den Tierarzt über die tatsächlichen
Umstände zu unterrichten und hoffen, dass sie dich trotzdem unterstützen
oder dass sie mit dem Besitzer über die Kastration reden.
Vielleicht könnt ihr gemeinsam die Besitzer überzeugen, dass die Kastration
nicht nur weiteren Katzennachwuchs verhindert, sondern auch vorbeugt kann,
dass ihr Kater nicht durch Beißereien verletzt wird (Revierkämpfe) oder dass er
nicht bei dem Deckakt mit Krankheiten infiziert wird.
Vielleicht sind sie für solche Argumente eher zugänglich.