Liebe Sylvia,
ich habe erst jetzt gelesen, was gestern bei der OP von Oskar passiert ist. Das tut mir unendlich leid für dich, ich weiß, wie sehr du immer an Oskar gehangen hast. Und der so unerwartete Tod lässt einen hilflos und traurig zurück. All das kann ich gut verstehen und fühle mit dir.
Was du aber nicht machen darfst, ist dir jetzt so viele Gedanken zu machen, was du vielleicht hättest anders machen können, was du falsch gemacht hast, ob du schuld bist... alles was du gemacht hast, hatte einen Grund, dein Krankenhausaufenthalt, die Aufnahme der Pflegis... was immer du jetzt überlegst, lässt dich nur noch mehr verzweifeln.
Du hattest Recht, nach seinen Zähnen schauen zu lassen, denn Zahnentzündungen und Zahnstein können den Körper schwächen und auf Herz und Nieren gehen. Eine so seltene Reaktion auf das Narkosemittel konnte niemand vorhersehen.
Oskar ist aus der Narkose nicht wieder aufgewacht, er hat also keine Schmerzen gehabt, er hat nicht gelitten, er ist eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Und er hat bestimmt die ganze Zeit über gewusst, dass du ihn liebst und sein ganzes Leben lang geliebt hast. Das ist für ihn wichtig gewesen, er wäre dir nie für irgendetwas, was du dir jetzt vorwirfst, böse gewesen.
Kleiner Oskar, komm gut an im Regenbogenland.