Doch, sie können sanft einschlafen. Bei meiner Shanti war es so. Bei ihr ging auch alles ganz schnell. Sie hatte in der Nacht eine Aortenthrombose bekommen, als ich sie ein paar Stunden später fand, waren die Hinterläufe gelähmt und sie hat laut nach mir gerufen. Ich bin dann sofort mit ihr zur Tierärztin und schon auf dem Weg dorthin und bei der Ärztin war sie ganz ruhig. Sie hatte wohl auch keine Kraft mehr und wusste ja, dass ich bei ihr war. Sie bekam dann die Narkosespritze und ich habe sie die ganze Zeit im Arm gehalten, gestreichelt und ruhig mit ihr gesprochen. Ich hatte durch Zufall ein paar Wochen vorher ein Interview mit einem Tierarzt gelesen, indem er erklärte, dass die Tiere in diesen Minuten merken, wenn man sehr aufgeregt ist und weint und sich das auf die Tiere überträgt und sie dann eventuell schwerer loslassen können. Meine Shanti hat nur ein paar Minuten gebraucht um über die Brücke zu gehen und war dabei ganz ruhig und hat ganz friedlich ausgeschaut. Ich denke, sie wusste was passiert.
Und wir Menschen könnten doch auch eher loslassen, wenn jemand ruhig bei uns ist.
Dein Oskar ist bestimmt ganz friedlich eingeschlafen, von den Reanimation wird er nix mitbekommen haben. Ich hätte die Zahnreinigung auch gleich mitmachen lassen. Man kann halt leider nicht in die Zukunft schauen. Das Leben ist halt leider nicht immer fair und gerecht, das ist das Leben.
Mein Vater ist im Vorbereitungsraum zu einer ganz normalen einfachen op verstorben (ohne erkennbare Vorerkrankungen).
Du hast deinem Oskar soviele schöne Jahre bereitet und nur das zählt. Er hätte bestimmt nicht gewollt, dass du dir so schwere Schuldgefühle machst. Weine und lache, wenn du an ihn denkst und freue dich, dass er bei dir gewesen ist.
Ich drücke dich mal ganz fest
