Die Freude war kurz. Gerade hab ich sie unterm Bett hervorgezerrt, weil ein ganzer Tag dadrunter mehr als genug ist, und sie hat auf den Boden gepinkelt, wo ich sie hingesetzt hab. Sie wäre wahrscheinlich nicht mal aufs Klo gegangen damit. Ich hab ihr ein Döschen von dem Päppelfutter vorgesetzt, kein Interesse. Hängt apathisch in meinem Arm. Auf dem Rücken, was sie immer hasste.
Es kann doch nicht wirklich sein, dass sie sich vor Eifersucht auf Orli-Pompom sterben lässt? Die Tierärztin meinte, es läge an der Neuen, aber Orli ist total zurückhaltend und nicht EIN Mal auf Miichen zugegangen. Ich vernachlässige mein Miichen ja auch nicht deswegen. Ich ruf sie jeden Abend in der Hoffnung, dass sie wie gewohnt zu mir ins Bett kommt, sing ihr Schlaflieder (das mochte sie immer), schenk ihr Katzenmilch ein, teil mein Essen mit ihr, würde ich jedenfalls, wenn sie wollte, sie ist und bleibt meine Allerliebste. Aber sie liegt unterm Bett, den ganzen Tag. Ich muss ihr die Spritze ins Maul rammen, um sie zum Trinken zu zwingen. Sie reagiert auf keine Provokation, nicht mal, wenn ich an ihr Schwänzchen komme. Sie verblasst vor meinen Augen und ich weiß nicht, warum.
Was, außer Bluttests und Herzabhören, kann man denn noch unternehmen, um zu wissen, was los ist? Kann eine Katze wirklich SO depressiv werden?? Seit Miichen kamen 10 neue Katzen hinzu und 4 Hunde, davon ein unerträglicher Kläffer und Zerstörer, war nie ein Problem. Warum sollte sie der bisher friedlichste aller Neuzugänge so sehr fertigmachen?? Moshe hatte sie täglich gejagt, verprügelt, belästigt, und sie hat sich nicht aus ihrer Routine werfen lassen. Es fing außerdem schon kurz vor Orli-Pompoms Ankunft an. Vorher wurden ihr 3 Geschwüre und Zahnstein operativ entfernt. Aber nach einer OP wird man doch mit der Zeit wieder fitter, nicht schlapper.
Wie lässt sich eigentlich die trockene FIP feststellen? Ihr Sohn starb im Alter von 9 Monaten daran.