Hallo an alle,
ich habe ein großes Problem und brauche bitte ganz dringend mal eure Meinung dazu. Möchte aber vorwarnen, der Text ist sehr lang.
Ich habe vier Kater:
Zuerst mein ca. 14-jähriger schwarz-weißer Maine Coon Puschi, wegen seines buscheligen Fells auch mal Dicker genannt ;-), der uns vor 12 Jahren zugelaufen ist. Eines Tages lief er in unserer Straße umher und wurde von verschiedenen Nachbarn gefüttert. Anscheinend gefiel es ihm bei uns am besten, denn irgendwann blieb er einfach. Auf meine Nachfragen meldete sich damals niemand und so behielten wir ihn. Unglaublich, dass niemand dieses herrliche Tier vermisst hat.
Puschi ist zwar ein Freigänger, aber sehr hausgebunden. Wir sind schon dreimal mit ihm umgezogen und das hat er jedes Mal gut gemeistert. Er zieht draußen seine Runden um Haus und Garten wie ein Hofhund und bleibt immer in der Nähe. Wenn man ihn ruft, kommt er sofort. Er ist der Chef von meiner Katertruppe; zwar sehr geduldig, aber wenn ihm mal was nicht passt, faucht er auch mal oder hebt seine Pranke. Er hat die anderen sehr gut im Griff. Auch mit mir meckert er, wenn er mal sauer ist.
Leider merkt man langsam, dass er nicht mehr der Jüngste ist. Manchmal geht er innerhalb von einer Viertelstunde 4, 5, 6 x rein und raus, als wenn er vergessen hat, dass er gerade draußen war. Läuft eine Runde durch die Wohnung, will wieder raus, läuft ein paar Minuten draußen rum und will wieder rein und das Ganze beginnt von vorn. Durch das Katzenforum weiß ich mittlerweile, dass auch Katzen Alzheimer bekommen können und nun hab ich Angst, dass er irgendwann mal weiter weg geht und nicht mehr nach Hause findet.
Der nächste ist mein 5-jähriger schwarzer Liebling Fino, ein „Bahomi“ (Bauernhofmix). Meine Kinder haben ihn 2006 mitgebracht, als er ca. 8 Wochen alt war. Vermutlich weil er Schnupfen hatte und seine Äuglein verklebt waren, wollte die Vorbesitzerin ihn nicht mehr haben und hat ihn meinen Kindern einfach so mitgegeben. Sie selbst hatte ihn und seine Schwester von einem Bauern bekommen. Ein halbes Jahr lang bin ich unzählige Male mit ihm zum Tierarzt gefahren und gemeinsam haben wir ihn wieder aufgepäppelt. Fino ist mir gegenüber sehr anhänglich und sieht in mir wohl seine „Mama“, denn manchmal will er auf den Arm und nuckelt dann an meinem Ohr.
Ansonsten ist er sehr eigenwillig (böse Zungen behaupten, ich hätte ihn verwöhnt :roll

. Wenn irgend etwas nicht nach seiner Nase geht und ihm z. B. keiner die Tür nach draußen aufmacht, pinkelt er schon gerne mal vor Wut irgend etwas an. Er ist sehr schlau, kann z. B. Türen öffnen, obwohl alle meine Türklinken nach oben stehen, oder Katzenklappen aufmachen, obwohl diese eigentlich verriegelt sind (nur 2 Beispiele von vielen).
Auch Fino ist ein Freigänger, leider aber nicht so hausgebunden wie Puschi, sondern eher ein Streuner. Manchmal kommt er auch nachts nicht nach Hause :sad:. 2007 wurde er von einem Auto angefahren und hat sich schwerverletzt wieder nach Hause geschleppt. Glücklicherweise konnte unser damaliger Tierarzt ihn wieder „zusammenflicken“.
Leider ist er inzwischen sehr krank. Anfang des Jahres ist er zusammengebrochen und in der Tierklinik habe ich dann die Diagnose „
HCM“ bekommen. Es sah sehr schlecht für ihn aus. Mit Hilfe meiner ansässigen Tierärztinnen und viel Geduld haben wir ihn aber wieder auf die Beine bekommen. Seither muss er morgens und abends viele Medis schlucken. Der Klinikarzt meinte seinerzeit, wenn Fino die Medikamente regelmäßig nimmt, kann er mit der Krankheit noch 10 Jahre leben. Er sollte nur nach Möglichkeit keinen Stress haben und sich nicht aufregen.
Der nächste in meiner Katerrunde ist Merli

, ein 2-jähriger Kater, der vermutlich von einem Auto angefahren wurde. Was genau passiert ist, weiß man nicht, er wurde schwerverletzt am Straßenrand gefunden. Sein rechtes Vorderbein musste amputiert werden. Eine Pflegestelle hat sich um ihn gekümmert und seit dem 06. Oktober letzten Jahres ist bei mir. Er ist ein supersüßer grau-getigerter Straßenkater. Wie Fino ist auch er sehr anhänglich und folgt mir auf Schritt und Tritt. Ich habe ihm behindertengerechte Katzenmöbel gekauft und er kommt auch gut zurecht.
Merli ist kein Freigänger, ich hatte Angst, dass ihm wegen des fehlenden Beines draußen irgendwas passiert.
Leider ist auch Merli krank, im April wurden bei ihm eine Blasenentzündung und
Struvitkristalle festgestellt. Die Blasenentzündung ist inzwischen ausgeheilt, mit den Kristallen kämpfen wir noch. Aber dank Eva (Streunerhof) sind wir auf einem guten Weg.
An dieser Stelle noch einmal vielen vielen Dank, Eva.
Als letztes kommt unser Nesthäkchen Pünkti, ein weißer Kater mit einem schwarzen Strich auf dem Kopf und zwei verschiedenen Augen. Er wohnt seit Mitte Oktober 2010 bei uns und ist eigentlich der Kater meines ältesten Sohnes. Da dieser aber sehr viel und sehr lange arbeitet, hat sich der kleine Schatz inzwischen mehr mir zugewandt. Pünkti ist fast ein Jahr alt. Er ist sehr aufgeweckt und wirklich supersüß. Wenn man mit ihm spielt, ist er mit Feuereifer dabei. Einfach goldig.
Auch ihn lasse ich nicht raus, weil ich Angst habe, dass ihm was passiert oder er gestohlen wird, weil er so niedlich ist.
Ich hänge wirklich sehr an meinen Tieren. Jetzt, wo meine Söhne erwachsen sind, sind sie umso wichtiger für mich geworden.
So, nun kommt mein Problem:
Da ich immer Angst um meine Lieblinge habe, wollte ich meinen Garten unbedingt katzensicher machen. Fast ein halbes Jahr haben wir daran gewerkelt und seit Sonntag ist der Garten zu und oben rum mit Weidezaun gesichert.
Der große Moment kam, alle Kater konnten raus. Merli sehr vorsichtig, weil ihm die Autogeräusche im Hintergrund Angst machten. Pünkti – voll begeistert – tobt wie verrückt durch den Garten. Ich freu‘ mich so, wenn ich sehe, wie glücklich er ist.
Jetzt das große ABER: Meine Großen sind alles andere als begeistert, dass ihr Freigang nun beschränkt ist. Puschi, als Maine Coon ja eher chillig veranlagt, lässt sich ja noch beruhigen.
Aber Fino ist stinksauer!!! Er streift durch den Garten und sucht ständig nach einer Fluchtmöglichkeit. Dabei hat er auch schon 2 x mit dem Weidezaun Kontakt gehabt.
Oder er kommt in die Wohnung und guckt traurig aus dem Fenster, das nach vorne zur Straße raus geht.
Oder er stellt sich vor mich hin, guckt mich traurig an und mauzt, dass mir das Herz schwer wird.
Oder oder oder …
Alles könnte so schön sein. Statt dessen habe ich so ein schlechtes Gewissen.
Auf der einen Seite: ihm kann nichts mehr passieren, kein Autounfall, kein Katzenhasser, immer regelmäßig seine Medikamente …
Auf der anderen Seite: sein trauriger Blick, sein unruhiges Suchen nach einer Fluchtmöglichkeit, seine Aggressivität den anderen gegenüber, wo er sich doch eigentlich gar nicht aufregen darf …
Was soll ich bloß machen? Was ist das Richtige für ihn? Ich kann an nichts anderes mehr denken. :-

cry:
Was meint ihr?