Der erste Tag war bei beiden Katzen ziemlich schlimm... naja schlimm vielleicht nicht, aber doch schwierig.
Zur Vorgeschichte von Minke: Unsere Nachbarin hatte erzählt, ihr sei vor ein paar Monaten eine Katze zugelaufen, sie hat sie gefüttert - und zwei Tage später hat die Katze ein Junges nach dem anderen hergeschleppt. Eigentlich wollte die gute Dame eine Katze aufnehmen, nicht vier.
Wir beschlossen, eins der "Kleinen" zu nehmen. Einziges Problem: die waren erstens nicht mehr soo klein (mittlerweile schon ein dreiviertel Jahr alt) und ziemlich kratzbürstig.
Transportkiste?? Wozu, sind ja nur ein paar Schritte...
Also, Korb mitgenommen, Katze reingesetzt, Katze rausgehüpft. Katze auf den Arm genommen, Katze so lange gekratzt, bis sie losgelassen wurde. Lederhandschuhe und dicke Jacke geholt, Katze festgehalten und ihrer Freiheit und ihrer Familie beraubt.
Viel gestreichelt und nur Fauchen geerntet. Nächster Tag: Katze plötzlich verschwunden. Kann doch nicht sein, sind doch alle Türen zu???
Gesucht und gefunden: unterm Gefrierschrank. Stecker gezogen damit sie keinen Schlag bekommt, eine Stunde lang versucht, Minke mit Leckerli unterm Gefrierschrank vorzulocken, während das Gefriergut vor sich hin schmolz, endlich geschafft mit blutigen Fingern aber lebendiger Katze...
Kellertür zugemacht, völlig fertig auf den Boden gesetzt. Plötzlich kam sie her, ließ sich streicheln und wir ernteten das erste Schnurren...
Inzwischen ist sie so verschmust, dass man sich ihr Verhalten von vor elf Jahren gar nicht mehr vorstellen kann.
Bei Floh, unserem Findelkind, war alles anders: er war noch sehr klein (viel zu klein, wie ich inzwischen weiß). Er hat sich nicht gewehrt, hat aber natürlich seine Mutter vermisst, wollte erst nichts trinken oder fressen, hat nur leise gepiept. Abends hat er dann seine erste Kondensmilch mit Haferflocken geschlabbert, und ein paar Tage später wollte er von Milch nichts mehr wissen und fand Minkes Trockenfutter viiiel leckerer :wink: .
Tja, das ist jetzt ein bisschen ausführlicher geworden als ich dachte... Beides sind eben keine Katzen, die von Geburt an bei Menschen waren und darum stelle ich mir den ersten Tag auch viel positiver vor, wenn man Katzen hat, die schon wissen, dass sie den Menschen einigermaßen vertrauen können.
Gruß Daniela