Wenn dir von dem seriösen Tierheimteam das so eindringlich geschildert wurde, würde ich unbedingt darauf hören.
Ich bin auch immer der Meinung, dass man z.B. kein Kitten alleine halten sollte und ganz besonders die sozialen Rassen auch lebenslang von einem oder mehreren Kumpeln profitieren, aber die Katze, die du dir geholt hast, hat wer weiß was durchgemacht und seelische Narben zugefügt bekommen, die sich nun so äußern, dass sie anscheinend wohl mit keiner anderen Katze (mehr) kann, deshalb fände ich das dann eine Qual für deine Katze (und für eine potentielle, soziale Zweitkatze) wenn du dennoch eine Zusammenführung angehen würdest.
Ich kann es sehr gut verstehen, dass du gerne zwei (oder mehr) Kuschelkatzen hättest.
Es ist sehr, sehr schön, wenn man mehrere Katzen hat und die lieb miteinander umgehen und sich gegenseitig putzen oder pfötchenhaltend schlafen, miteinander spielen, sich streiten und wieder vertragen, die Näpfe tauschen oder wild Fangerles spielen.
Wenn du so eine "Katzenfamilienmami" bist, wäre es vielleicht für euch beide das beste, du suchst für deine Katze einen Einzelplatz, an dem sie als Einzelprinzessin erwünscht ist?
Weißt du, man liest in so vielen Foren von Leuten, die wollen un-be-dingt nur eine einzelne Katze, aus den unterschiedlichsten Gründen, und ganz viele machen leider aus sozialen, ganz normal entwickelten Kitten dann verstörte, vereinsamte Einzelkatzen - weil sie einfach ihre Wünsche höher einschätzen als die Bedürfnisse einer normalen, jungen Katze nach artgenössischem Mitbewohner.
Ich denke, bevor du immer irgendwie ein bisschen unglücklich bist mit deiner Einzelprinzessin, obwohl du doch (anscheinend) so gerne die "Mama" von einem halben Kindergarten wärst, ob es nicht besser wäre, du gibst dein Prinzesschen dorthin ab, wo man so etwas sucht (bevor wieder ein Kitten unglücklich gemacht wird) und statt dessen nimmst du dann gleich von Beginn an zwei sozial normal entwickelte Katzen, die sich am besten schon kennen und schon zusammenleben zu dir und machst einen auf glückliche Katzenfamilie?
Wir haben auch mit einer Katze angefangen, die krankheitsbedingt nicht sonderlich an sozialer Interaktion interessiert war und als sie aus dem schlimmsten heraus war, dachten wir, ihr etwas gutes zu tun indem wir ihr einen sehr sozialen jungen Kater beigegeben haben.
Es war aber so, dass sie sich einfach nicht für ihn interessierte. Jahrelang. Es gab keinen Streit, aber sie hat ihn einfach ignoriert - bis sie erblindet ist. Dann ist er richtig aufgelebt, und als sie dann starb, brach ihm völlig der Boden unter den Füßen weg. Obwohl er da schon fast 8 Jahre war, haben wir junge Kater der gleichen Rasse dazu geholt und nun ist er so glücklich mit seiner "Familie" und alle haben den "Opi" so lieb und beim Spielen ist er eigentlich das größte Kitten von allen mit seinen nun bald 11 Jahren...
Wenn bei deiner Katze aber nun auch noch Aggressivität gegenüber Artgenossen hinzu kommt, dann denke ich nicht, dass man so etwas erzwingen sollte. Wohnungskatzen (ich gehe mal davon aus, dass es sich um eine solche handelt?) sind einander 24/7 ausgesetzt. Da muss die "Chemie" einfach stimmen.
Bei Freigängern ist es so, dass sie einander aus dem Weg gehen können, wenn sie sich nicht leiden mögen.
Was aber dann auch bedeuten kann, dass wahlweise deine jetzige Katze beschließt, auszuziehen oder sie die neue Katze wegmobbt...
Ich fände es kein "Versagen" wenn du nun, nach 2 Monaten feststellst, dass diese Katze mit diesem Charakter nun doch nicht zu dir passt.
Wenn deine Sehnsucht nach einer "Familie" so groß ist, dann wird dir immer etwas fehlen mit ihr.
Höre dich doch mal im Bekanntenkreis um, es gibt so viele, gerade ältere Leute, die haben gerne nur eine Katze weil sie es von früher nicht anders kennen. Bestimmt gibt es einen guten Platz für die Prinzessin, wo man genau auf so eine Katze wie sie wartet!