Informationen zu felinem Asthma

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Dieser Thread ist ein reiner Informationsthread
Mir liegt auch am Herzen, felines Asthma bekannter zu machen. Und ich hoffe, ich kann helfen.

Wenn die Katze hustet...
kann es durchaus Asthma sein...
und es kann auch Asthma bestehen, wenn das Symptom Husten nicht vorhanden ist! Zum Husten können entsprechende rasselnde Atemgeräusche sowie tränende Augen und eine laufende Nase auftreten.
(andere Ursachen, wie Fremdkörper und andere Atemwegserkrankungen, Wasser in der Lunge, sonstige Erkrankungen, Thoraxverletzungen usw.) können möglich sein.
Ratsam ist auf jeden Fall, die Katze dem TA vorzustellen; nur er ist in der Lage, die Husten- und Lungengeräusche richtig zu deuten.
Nicht zu verwechseln mit Haarballen herauswürgen!

Ich beginne mal mit 3 sehr guten Links:

http://www.pfotenhieb.de/2010/11/08/felines-asthma/
(verweist auf weitere Links)
http://de.fritzthebrave.com/
(verweist auf weitere Links)
http://de.groups.yahoo.com/group/Asthmakatzen/
(Mailinglist, Anmeldung zur Nutzung erforderlich; Informationsdateien aufrufbar)
auch dieser hier ist noch interessant:
http://www.vitalitys.ch/PDF/Husten_A...krankungen.pdf

Für ein erstes Einlesen in diese Thematik sind diese Links gut geeignet. Hier sind Videos sowie auch anatomische Bilder zu finden.

hier mal eine komplett veterinärmedizinische (wissenschaftliche) Zusammenfassung:
(Was passiert aus rein medizinischer Sicht im Körper der Katze bei Asthma)
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/12504...erg_Ulrike.pdf
Für mein Empfinden nicht ganz Anfänger-geeignet. Aber wer es sich zutraut
Anmerkung: Alle Links Informations- und auch Quellenangabe!

Felines Asthma ist chronisch, die Katze wird ihr Leben ab Diagnosestellung damit zu tun haben. Heißt, auch wenn eine Katze aktuell Beschwerdefrei ist, bleibt der entzündliche Prozess im Körper "aktiv"!
Meist wird es im Alter zwischen 1 bis 3 Jahren diagnostiziert, kann aber Katzen jeden Alters betreffen. Siamkatzen sagt man nach, sind überdurchschnittlich betroffen (=vermutl. genetische Veranlagung).

Wer Besitzer einer an Asthma erkrankten Katze ist/wird/sie betreut, wird sich im Alltag auf die Bedürfnisse/Erfordernisse der Katze individuell einstellen müssen.

Eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem behandelnden TA und regelmäßige Allgemeinuntersuchung inklusive Abhören der Atemwege/Lunge und BB ist erforderlich.

Asthma hat verschiedene Schweregrade, von ganz leichter Symptomatik bis hin zur lebensbedrohlichen Atemnot-Status asthmaticus! Sofortiges Handeln durch TA ist dann erforderlich! Kennzeichen des Status asthmaticus sind: hochgradige Atemnot, Maulatmung, blaue Schleimhäuten und eine geduckte Haltung mit vom Körper abgespreizten Ellbogen.

Asthmakranke Katzen husten vorwiegend in den abend-, nacht- und frühen morgenstunden. Dabei spielt wohl der körpereigene Cortisonspiegel eine Rolle.

Bewährt hat sich auch die Führung eines Asthma-Tagebuches,
wo z.B. die Hustenanfälle mit Uhrzeit, Ort, Dauer, Beschwerdegrad, Medikamentegabe, Umgebungsklima (Reize wie sehr trockene oder feuchte Luft, Gräser-, Pollenflug?, auslösende Gerüche, Schimmel etc.) aufgeschrieben werden. Siehe Post # 4.="Giftliste". Nicht immer einfach, zugegeben, aber jeder Hinweis kann für die Behandlung nützlich sein.
So ergibt sich ein individuelles Krankheits- und Behandlungsbild und bietet für Besitzer und TA wertvolle Informationen!

Ist die Katze gut mit Medikamenten eingestellt, kann sie eine durchaus gute Lebensqualität haben.

In den weiteren Posts zu lesen:
Post #2 Was ist Asthma?, Diagnostik/Untersuchungen:
Post #3 Kurzübersicht Medikamente
Post #4 Der tägliche Umgang mit der Asthma-Katze u. "Giftliste"
Post #5 Tipps, der Katze das Inhalieren beizubringen

Ich bin bemüht, hier alle wesentlichen (wenigsten etwas gebündelte) Informationen einzustellen, sie sind jedoch sehr vielfältig und komplex. Wiederholungen nicht vermeidbar.

Was ist Asthma?
Asthma ist , kurz zusammengefaßt, eine Krankheit der mittleren und kleinen Atemwege. Durch die Bronchien gelangt die Atemluft zu den Alveolen (Lungenbläschen), wo der
Gasaustausch stattfindet. Wenn diese Atemwege durch eine Verengung der Muskulatur, übermässige Schleimproduktion oder Entzündung eingeengt werden, kommt nicht mehr genügend Luft durch – die Katze leidet an Atemnot. Durch die dauernde Reizung kommt es zu einer chronischen Entzündung der Bronchien, zur Einwanderung von Entzündungszellen und einer nicht reversiblen Veränderung des Lungengewebes.

Wenn ein Reizstoff in die Lunge gelangt (oder auch bei grossem psychischem Stress), reagiert der Körper darauf. Die glatte Muskulatur der Atemwege zieht sich zusammen, damit der Reizstoff nicht tiefer in die Lunge eindringen kann. Die Drüsen sondern Schleim ab, in denen sich der Reizstoff verfängt. Durch den übermässigen Schleim entsteht ein Hustenreiz, der dazu dient, den Reizstoff zusammen mit dem Schleim aus der Lunge zu transportieren. Die Katze hustet und kann dabei weißlichen "Schaum spucken".

Diagnostik:
Felinem Asthma sagt man nach, ist nicht eindeutig bzw. schwierig nachweisbar, deshalb wird mit einer Ausschlußdiagnostik gearbeitet. Andere Erkrankungen werden also ausgeschlossen, um widerrum Asthma zu bestätigen oder auszuschließen.

Untersuchungen:
Je nach körperlichem Zustand der Katze und nach Vorgeschichte/Absprache mit dem Tierarzt (es müssen auch nicht unbedingt alle Untersuchungen erfolgen) werden meist folgende Untersuchungen durchgeführt, die felines Asthma ausschließen oder bestätigen:

Großes Blutbild u.a. Eosinophile Granulozyten bestimmen lassen.
Allergietest, da felines Asthma und Allergien oft einander bedingen (wird von mir angeraten)
(per BB oder Haaranalyse)
Röntgenbild der Lunge
Bronchoskopie der Lunge
Herzdoppler (Untersuchung auf Lungenwürmer)
Kotuntersuchung auf Würmer

Der TA wird die Katze einschätzen und die individuellen Untersuchungen festlegen.

Verabreicht/Verordnet der TA Cortison (Spritze, Tablette, Inhalation), und es stellt sich eine Besserung der Beschwerden sein, kann dieses auch ein erster, wichtiger, evtl. sogar der einzige Hinweis auf Asthma sein. Kriterium ist alleine dann, ob das Cortison Wirkung zeigt.
Oft wird Prednisolon 5 mg. als Anfangsdosis gegeben.

Bronchodilatatoren
(Bronchenerweiterer, wirken erweiternd auf die Lungenbläßchen und begünstigen den Gasaustausch)
Bronchienerweiternde Mittel
Eine Verringerung des Atemwegsdurchmessers von 50% führt zu einer 16-fachen Reduktion des Atemflusses. Deshalb bewirken Medikamente, die auch nur eine geringe Erweiterung der Atemwege verursachen, eine dramatische Verbesserung der Symptome. Es gibt schnellwirksame und langwirksame Bronchodilatatoren. Schnellwirksame Mittel werden als „Notfallmittel“ in einer akuten Krise eingesetzt. Solche Medikamente sind z. B. Sultanol® (als Dosieraerosolspray) oder Bricanyl® (als Injektion oder Tablette). Achtung: Serevent® ist KEIN Notfallmittel! Serevent® (Dosieraerosol) kann zusätzlich bei der inhalativen Therapie eingesetzt werden, wenn das Cortisonmedikament allein nicht genügt.
Bronchienerweiternde Mittel stellen nur eine Zusatztherapie dar; die Haupttherapie besteht aus cortisonhaltigen Präparaten. Nur in Fällen von ganz leichtem Asthma (wenn die Symptome an weniger als 2 Tagen in der Woche auftreten) genügt die Gabe eines Bronchodilatators nach Bedarf – bei Auftreten der Symptome.

Entzündungshemmende Medikamente (üblicherweise Corticosteroide)=Cortisonhaltige
-diese beiden Medikamente können oral oder per Inhalation verabreicht werden.
Meines Wissen gibt es keine Alternative zu Cortison, leider.

Corticosteroide („Cortison“)
Cortisonpräparate sind die Haupttherapie bei Asthma, sowohl beim Menschen als auch bei der Katze. Es gibt sie in Form von Injektionen (langwirksame Depotspritzen, z. B. Depo-Medrol®), Tabletten oder Tropfen (z. B. Prednisolon®) und als inhalative Medikamente (Dosieraerosolspray, z. B. Axotide® (Flutide®).
Corticosteroide bekämpfen die Entzündung in den Luftwegen sehr wirksam und erweitern die Bronchien, indem sie die Alpha-2-Rezeptoren sensitivieren.
Moderates bis schweres Asthma soll immer mit Cortisonpräparaten behandelt werden. Überwiegend wird 250 µg via Inhalation gegeben.

Das Dosieraerosol jeweils rechtzeitig wechseln, da zum Schluß der Wirkstoffausstoss nachlässt.

Wirkungseintritt:
Cortison als Tablettengabe: mind. 1 Woche
Cortison als Inhalativ: mind. 2 Wochen/14 Tage
(gemeint ist nicht die Akut-Nofallbehandlung durch einen TA)

Schleimlöser
z.B. Bisolvon® werden bei akuter Bronchitis oder manchmal auch zur Langzeitbehandlung eingesetzt. Manche Tierärzte verordnen sie, andere nicht. Es scheint, dass Bisolvon® bei akuter Bronchitis die Wirkung des Antibiotikums verstärken kann.

Antibiotika (bei zusätzlichem Infekt)

Die Dosis muss der TA bei jedem Tier individuell festlegen, und es ist auch vom Besitzer zu beobachten, ob ausreichend oder neu eingestellt werden muss.

Wirkungsweise der Inhalation:
Die inhalative Gabe (AeroKat) hat den Vorteil, daß das betreffende Medikament direkt in die Atemwege/Lunge gelangt, dort verbleibt, und nur wenig in den Blutkreislauf übergeht. Es erfolgt also kein Abbau des Cortisons über Leber und/oder Niere
Die Dosis kann somit (meist) auch etwas niedriger sein. Erforderlich ist, alle ca. 12 Stunden die Inhalation durchzuführen (Wirkungsdauer).
Die Inhalation kann insgesamt als sehr Nebenwirkungsarm beschrieben werden, wenn sie auch auftreten können.

Voraussetzung ist eine Katze, die sich die inhalative Gabe natürlich gefallen lässt. Eine geduldige, liebevolle, aber äußerst konsequente, schrittweise Gewöhnung daran hilft. Belohnung durch Leckerlie nicht vergessen, Katzen lassen sich ja oft bestechen , also ausnutzen Bei sanfter Gewöhnung, so die Erfahrung der TA, werden die meisten Katzen mitmachen. Ich gehe in Post # 5 näher darauf ein.
Trotzdem wird es einfach Katzen geben, die nicht kooperativ sind.
Evtl., besser als nichts, kann man z.B. einen Vernebler (Pari) einsetzen.

Cortison (auch die inhalativen, wenn auch nebenwirkungsärmer) hat insbesondere die Nebenwirkung der Gewichtszunahme, Diabetes. Übergewichtigen Katzen ist die Atmung zusätzlich erschwert. Übergewichtige Katzen sollten dringend abnehmen, ggfs. unter Aufsicht des TA.
Regelmäßige Gewichtskontrolle ist daher notwendig!

Unterstützend können homöopathische Mittel gegeben werden, sollte jedoch immer über den TA oder TH erfolgen. Die Therapie gerade durch Cortison sollte aber dadurch nicht ersetzt werden.
Unterstützen kann man die Katze auch mit dem alternativen Inhalieren (Katze im Kennel, Schüssel mit heißem Wasser davor und Handtuch) mit Thymian, Salbei; Kapuzinerkresse (bitte Rücksprache mit TA!), als Tee. Schauen, ob die Katze die Wirkstoffe verträgt.
Ersetzt aber nicht die Inhalation per AeroKat mit dem Cortison!

Das Immunsystem der betroffenen Katze ist auf Dauer geschwächt. Das Cortison wirkt Immununterdrückend.
Die Gabe von immunstimmulierenden Medikamenten sollte nur nach Rücksprache mit dem TA oder TH erfolgen. Von einer Selbstbehandlung rate ich ab, da Asthma ja chronisch ist und sich der Krankheitsprozess zusätzlich beschleunigen/verschlimmern kann.
Mit zunehmenden Alter, durch das nachlassende Immunsystem und der fortgeschrittenen Krankheitsdauer, sowie der vielleicht schon jahrelang erfolgten Medikamentengabe (evtl. nachlassende Wirksamkeit) ist insgesamt mit einer Verschlechterung des Krankheitsbildes zu rechnen.

Angedacht werden kann auch:
Eigenbluttherapie
Desensibilisierung
(betr. der allergieauslösenden Stoffe, die Asthma begünstigen, sofern bei der Katze bekannt).

Das Wichtigste zuerst:
Asthma-Katzen vertragen keinen Stress, in jeglicher Form.
Auch eine gestresste Stimmung des Halters kann sich schon negativ auswirken. Katzen sind emotinal ja sehr sensibel und nehmen die Stimmung sehr schnell auf.
Eine ruhige Atmosphäre im Haushalt ist erstrebenswert.
Lässt sich nicht immer vermeiden, nein, jedoch jeglicher Bemühungen wert, möglichst sehr ruhig und besonnen mit der Katze umzugehen.

Ruhe geben:
Sehr wohltuend und entspannend können Akupressur, TTouch, klassische Musik, Reiki oder grünes Licht auf Katzen wirken.
Übrigens: auch die Katze zum Schnurren zu bringen, soll ihr angeblich Erleichterung bei der Atmung verschaffen.

Belastbarkeit:
Asthma-Katzen sind meist nicht so belastbar und ausdauernd wie gesunde Katzen, ermüden schneller usw. Also immer mal die Atmung beobachten, auch im Spiel.

Die "Giftliste":
Für die Giftliste gilt: Nicht unbedingt wissenschaftlich erwiesen, jedoch sollen viele Asthma-Katzen auf diese Stoffe reagieren bzw. durch diese gereizt werden.
Für Katzen, die zusätzlich Allergiker sind, gilt:
Die Allergene möglichst meiden bzw. ausschalten, so gut es möglich ist.
Allergene können wie beim Menschen auch sein: Gräser, Pollen, Staub.

Folgenden Reizen sollte die Asthma-Katze nicht ausgesetzt werden:
Rauch jeglicher Art
(Zigarette, Zigarre, Pfeife)
(auch Besuch-bitte nach draußen bitten!)
Ofen/Kamin (Holz), Osterfeuer (Fenster zu)
Kerzen, Duftkerzen, sonstige Raumdüfte
(als Ersatz für echte Kerzen gibt es flammenlose Echtwachskerzen)
Parfum
(auch Besuch!)
Haarspray
(wenn es denn sein muss: Außenanwendung)
parfümierte Seifen an der Hand
Haushaltsreinigungsmittel u. Waschmittel
-je parfum-bzw. duftfrei arbeiten!
Bitte „asthmafreundliche“ Haushaltsreiniger auszuwählen: statt parfümierter Reinigungsmittel kann man Neutralreiniger wie Alkohol oder Essig verwenden; Backpulver hilft beim Weisshalten der Fugen im Bad; es gibt noch diverse andere natürliche Reinigungsmittel, die man anwenden kann, z. B. Waschnüsse statt herkömmlicher Waschpulver.
Aus: http://www.vitalitys.ch/PDF/Husten_Atemwegserkrankungen.pdf
Schimmel (soweit erkennbar u. behandelbar, meiden)
Besonderes Augenmerk sollte Schimmel in der Wohnung zukommen: Bitte die Blumentöpfe kritisch betrachten – bei Schimmelbildung sollten die Töpfe zugunsten der Katze (und der eigenen Lunge!) weichen
Aus: http://www.vitalitys.ch/PDF/Husten_Atemwegserkrankungen.pdf
staubende Katzenstreu
(Offene Toilette ohne Deckel, am besten Silikat-, Holzstreu)
Staubbelastung (=aufgrund Allergie?)
(Hausstaubmilbe-Kot), (Innenraum asthmatiker-freundlich, ohne Teppich, ggfs. auch auf Bettausstattung achten)
Aus: http://www.vitalitys.ch/PDF/Husten_Atemwegserkrankungen.pdf
starke Koch-Küchendünste (Zwiebel, Knoblauch etc.) können reizen
Vögel im Haushalt-Federn!

Immer bedenken: Zur Empfindlichkeit durch Asthma ist bei Katzen ja der sehr gute Geruchssinn bekannt. Soll auch beim Asthma-Tagebuch s. Post #1 helfen, herauszufinden, auf was die Katze reagiert.

Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen:
Ca. 50% bis 60%, es ist immer ein Kompromiss, da wir als Mensch mit der Katze zusammen leben.
Regelmäßige Lüftung aller Räume, am besten täglich
Im Winter wg. Heizungsluft , da meist zu trocken, aufpassen!
Zugluft sowie zu kalte Luft sollte vermieden werden.

Zur Verbesserung des Raumklimas kann es günstig sein, einen Luftentfeuchter anzuschaffen. Von einem Luftbefeuchter ist dagegen eher abzuraten, da sich evtl. asthma-förderliche Stoffe bilden und an die Raumluft zurückgegeben werden. Alternativen sind z.B. nasses Handtuch über der Heizung (immer wieder nass machen nach Bedarf), Wasserverdampfer an der Heizung, Zimmerbrunnen usw.

Fütterung:
laut Empfehlung meines TA am günstigsten NaFu, wg. der Feuchtigkeit für die Lungen

Für den täglichen Umgang möchte ich Mut machen:
Wie bei jeder chronischen Erkrankung ist die Anfangsphase die Belastendste, so nach und nach wird alles ein bißchen mehr Routine und fügt sich immer mehr in den Alltag ein.
Und: Wir wissen ja, wie Katzen so sind, manchmal - dennoch denke ich, werden sie uns unsere Bemühungen mit mehr Lebensfreude und Gesundheit danken
__________________
Mit vielen freundlichen Grüßen
HanseatenCats

Vielen Dank an Hanseatencats für diese tollen Beiträge
 
Zuletzt bearbeitet:
14.10.2011
#1
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Der TA hat die Diagnose felines Asthma gestellt, eine Inhalation soll erfolgen, und nun Wie kriege ich die Inhalation in die Katz´?

Ziel aller Übung ist, daß die Katze die Inhalationsmaske ca. 30 Sec. duldet.
Ggfs. muss in der Übergangszeit mit Tabletten oder Depotspritze gearbeitet werden, bis die Katze das Inhalieren erlernt hat.

Die wichtigsten "Zutaten" sind:
Mensch, Katze, AeroKat, Zeit!
Geduld, Geduld und nochmals Geduld, es können mehrere Tage/Wochen vergehen. Die Katze sollte das Übungstempo vorgeben dürfen, sie soll möglichst angstfrei lernen, bis das Inhalieren "sitzt".
Zeit einplanen, Ruhe ausstrahlen! (Ca. 10-15 Min.) pro Übung!, gerade am Anfang, 2 mal am Tag üben, am besten dort, wo später immer die Inhalation stattfindet.
Sanftes, aber konsequentes Durchhaltevermögen ;
immer selber die Inhalation beenden, nicht die Katze die Inhalation beenden lassen. Wird die Katze unwillig, noch ca. 1 Sec. länger durchhalten.
(aber: Stresssymptome beachten!)
Leckerlie (immer mit Belohnung arbeiten, nie strafen etc.!)
ggfs. ein Clicker (Je nach Belieben mit oder ohne)

Bedenken: Erstmal ist die Maske auf dem Gesicht schon bedrohlich aus Sicht der Katze.

Ich würde die Hau-Ruck und drauf-Methode meiden. Einmal geht das per Überrumpelungstaktik vielleicht gut, aber dann? Und bitte: keine Gewalt!
Wichtig: Für das Inhalieren braucht die Katze großes Vertrauen, so gut sie es aufbauen kann. Erst dann kann ich mit einem Behandlungserfolg rechnen.

Meine persönliche Erfahrung: Mit vielen kleinen Einzelschritten zum Erfolg. Wir teilen die Einübung des Inhalierens also auf:

1. Schritt:
Katze mit Namen rufen (locken), wenn Katze kommt (Clickern), Leckerli
(außer, sie hat das schon gelernt)
beherrscht die Katze diese Übung, dann Schritt 2

2. Schritt:
Den AeroKat zusammengesteckt auf den Boden legen, ggfs. Schritt 1, und die Katze den AeroKat einfach gründlich untersuchen lassen, (Clicker), Leckerlie. Wenn die Katze den Gegenstand ausführlich begutachten konnte und sie keine Scheu mehr zeigt, Schritt 3.

3. Schritt:
Nun wird es kniffeliger. Die Katze sollte es sich gefallen lassen, festgehalten/angefasst zu werden für wenigsten eine kurze Zeit. Tut sie dieses nicht, vorher üben! Damit sie lernt, ihr passiert nichts, bei kurzem festhalten. Ansonsten wird es jetzt sehr, sehr schwierig, denke ich. Aber vielleicht klappt das ja schonmal, dann weiter:

Nun den AeroKat auseinander bauen, die für das Gesicht passende Silikonmaske auswählen. Die sollte gut das Gesicht (Nase, Fang) abdecken. Nun wird nur mit der Silikonmaske gearbeitet, für das Erste.

3.1 Die Silikonmaske in die eine Hand nehmen und Leckerlie parat haben
3.2 Katze rufen (locken)
3.3 Katze umfassen/kurz festhalten und mit der anderen Hand für ca. 1 Sec. die Maske auf das Gesicht halten (evtl. schon Leckerlie oder Paste in der Maske "verstecken", ausprobieren)
3.4 Die Maske wieder sofort vom Gesicht nehmen
3.5 sofort (Clickern), Leckerlie geben

Immer und immer wieder wiederholen, ggfs. tagelang, bis die Katze auch nun möglichst keine Scheu mehr hat. Diesen Schritt sollte die Katze angstfrei eingeübt haben! Dann Schritt 4

Schritt 4:
Sind die Schritte 3.1-3.5 gut eingeübt, heißt es:
langsam aber sicher die Zeit erhöhen, über Tage einüben:
auf 2, 3, 4... bis ca. 30 Sec. erhöhen
(man kann auch ca. 20, 25 Atemzüge einüben), über den AeroKat zählen (Klappventil in der kleinen Ausbuchtung, bei den neueren Modellen)
Wer will, nun auch ein Kommando-Wort überlegen und der Katze damit signalisieren, daß nun inhaliert wird.
Auch hier: Die Katze sollte sich das angstfrei gefallen lassen.
Schritt 5

Schritt 5:
Üben mit dem AeroKat zusammen, also Maske auf den AeroKat aufgesteckt (noch ohne Medikament!) Wieder sollte sich die Katze das recht entspannt gefallen lassen. Schritt 6

Schritt 6:
Nun wird es nochmal ein bißchen kniffelig. Nun wird mit dem komplett zusammengesteckten AeroKat plus Medikament geübt. Zunächst noch ohne Einsprühen des Medikamentes. Die Katze soll sich einfach an die Optik gewöhnen. Ist die Katze soweit angstfrei, kann dann mit dem Medikament gearbeitet werden.
Ich habe es zu Anfang so gehalten, daß ich das Medikament ca. 1 Armlänge von der Katze entfernt aufgeschüttelt, eingesprüht, das Kommando-Wort sagte und dann sofort die Inhalation gab. Leckerlie natürlich nicht vergessen.
Inzwischen lässt es sich aber meine Katze gefallen, wenn ich direkt, wenn der AeroKat auf der Nase ist, einsprühe.

Mit dem Einsprühgeräusch ist es etwas heikel, manche Katzen mögen das Geräusch nun gar nicht (dumpfes Zischen). Es ist dem Fauchen einer anderer Katze ja ähnlich.
Und der Geruch des Medikamentes ist zunächst natürlich ungewohnt, manche Katzen haben da dann eher ein Problem mit.
Aber mit ruhigem Zureden/ruhiger Ausstrahlung lernt sie vielleicht, daß ihr nichts passiert.

Bitte mit viel Einfühlungsvermögen daran gehen, lehnt es eine Katze absolut ab, zu inhalieren, dann ist das so! Immer den Mittelweg zwischen resoluter Konsequenz/sanften Druck und den Angst-/Stresssymptomen suchen und schauen, wie es der Katze geht.

Schritt 7:
Geschafft, im Idealfall duldet die Katze nun den AeroKat bis 30 Sec. Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht fordert sie das Inhalieren nun sogar ein (hat man nun davon )!*g*
Ob mit, oder ohne Dosieraerosol, das Inhalieren sollte als Ritual morgens und abends beibehalten werden. Um so weniger Stress hat man, sollte das Aerosol wieder eingesetzt werden.

Ich hoffe, ich konnte mit meiner Auseinandersetzung mit dieser Erkrankung bei Katzen ein bißchen helfen.
__________________
Mit vielen freundlichen Grüßen
HanseatenCats
 

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