mir ist heute morgen eine Katze zugelaufen. Nun nicht richtig zugelaufen, es war eher so:
Ich fuhr zur Arbeit und lief von der Pforte zu dem Bürogebäude, in dem sich mein Büro befindet und auf einmal maunzte was aus dem Gebüsch (da ist so ein Mäuerchen entlang des Weges - also keine Straße, sondern ein Fußweg). Ein recht verwahrlostes Katerchen. Ca 1,5 Jahre alt, Halblanghaar, verfilztes Fell, schiefer Kiefer (ein Zahn schaut aus dem Mäulchen raus). Er hat mich angemaunzt und ich habe mit ihm geredet und er hat mir geantwortet. Er sah sehr hungrig aus. Ich arbeite in einem Betrieb, das entfernt mit Tiernahrung zu tun hat - wir sind sozusagen ein Zulieferbetrieb für Additive. Jedenfalls wusste ich, dass ein Kollege immer Futterproben im Büro hat. Er gab mir einen Pack Trockenfutter von Sanabelle (so ein Starterset im Karton mit Napf). Ich ging zu dem Gebüsch und fütterte ihn. Er frass sofort.
Eine Kollegin erzählte mir, dass der Kater seit ca. 2 Monaten auf dem Firmengelände wäre und dass ihn 2 Produktionsmitarbeiter täglich füttern. Er liess sich zwar nicht streicheln, kam aber bis auf 5cm zu mir her. Er sieht mir nicht so aus, als ob er als Streuner geboren wäre. Ich habe jetzt gerade meine Tierärztin angerufen und sie bringt mir heute Abend eine Lebendfalle mit.
Nur das Problem... sie wird ihn untersuchen und den Kiefer behandeln, falls nötig und ihn dann auch gleich kastrieren (die Kosten übernehme ich). Aber was mach ich dann mit ihm?
Hier sind alle Tierheime in der Umgebung voll (ich bin bei allen Mitglied) und ich weiß auch nicht, ob es gut ist, wenn er eingesperrt wird. Ich glaube zwar nicht, dass er richtig scheu ist, aber er ist doch Freigang gewöhnt.
Ich habe selber 3 Katzen und erst seit November eine über 1 Jahr andauernde misslungene Vergesellschaftung hinter mir und es hat mir da schon fast das Herz gebrochen, unseren Smartie her geben zu müssen, obwohl ich wirklich ein tolles Zuhause für ihn gefunden habe. Nochmal ertrag ich das nicht. Ich weiß über das Katerle wieder nichts, ob er richtig sozialisiert ist und sich mit anderen Katzen verstehen würde etc. Meine sind ja auch reine Hauskatzen und ich kann ihm nur ein Gehege bieten, aber keinen Freigang. Mein Mann ist sehr skeptisch und möchte den Kleinen nicht bei uns aufnehmen.
Jetzt bin ich schon den ganzen Morgen hin und her gerissen... der kleine Mann sucht eindeutig menschliche Nähe und hat sich mich ausgesucht (die, die ihn füttern sagten, er wäre total scheu, das war er bei mir aber nicht. Er hätte sich sogar fast an mich geschmiegt und hat die Bewegung von "Köpfchen geben" gemacht). Ich fühle mich für ihn verantwortlich, weil er mich um Hilfe gebeten hat, aber ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich werde morgen die Lebendfalle mal mit nehmen, aber solange ich keinen Endplatz für ihn habe, kann ich ihn nicht fangen. Ein zweites Mal lässt er sich sonst vermutlich nicht mehr einfangen, nach Behandlung und Kastration...
Kann ein Fundtier, dass monatelang im Freien gelebt hat, sich als reine Hauskatze einleben?
Ich habe hier jetzt alle befreundeten Kollegen informiert und jeder fragt nach, wer ihn aufnehmen könnte.
Es ist echt ein Süsserle. Hauptsächlich weiß mit grauen Flecken und buschigem Schwanz, aber ansonten kürzerem Haar. Ich habe ihn mit meinem Handy fotografiert, aber kann das jetzt nicht hoch laden, weil ich noch im Geschäft bin.
Was würdet Ihr mir raten? Bin gerade total durcheinander!!!
Vielen Dank für Eure Gedanken.
Liebe Grüße
Margit