Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese

Diskutiere Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Fragen an die Züchter / Befürworter der genetischen Auslese Hallo! Mir brennt da eine Frage unter den Nägeln: Wie steht ihr eigentlich zur...
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #1
D

Doro_BY

Beiträge
23
Reaktionspunkte
1
Fragen an die Züchter / Befürworter der genetischen Auslese

Hallo!

Mir brennt da eine Frage unter den Nägeln:
Wie steht ihr eigentlich zur Gentechnik und Genmanipulation beim Menschen?

Da das genetische Wissen bei Zuchttieren dazu dient Krankheiten und ungewünschte Merkmale nicht entstehen zu lassen, wäre es nicht sinnvoll auch im Humanbereich dieses Wissen nutzen zu können? Wenn z.B. ein Gendefekt feststellbar ist, bzw. sogar "heilbar" wäre, sollte dann nicht auch hier Gentechnik, Genmanipulation erlaubt sein?

Würde mich über Eure Ansichten zu diesem "heiklen" Thema freuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #2
Jede Genmanipulation hat sicherlich auch einige Nachteile.
Man muss es schon Zielsicher einsetzen so das es auch hilft, weil viele Genmanipulation ist nur für den Vorteil des Menschen, bei Hund und Katz Aussehen und Triebe....schau dir doch mal die Perser oder Scottish fold Katze an...Klappohren wurden weiter gezüchtet ohne vorher fest stellen zu lassen ob die Tiere dadurch schwerer Hören oder andere Beeinträchtigungen haben. Die Perserkatze hat durch diese Genveränderung schwierigkeiten beim Fressen und mit der Luft.....also da kommt nix gutes bei Rum....warum den Menschen Genmanipulieren ??
Dann gibts irgendwann auch Untote!!!Was?
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #3
Mir machen ehrlichgesagt die Langzeitfolgen in dem Beriech bedenken. Du weißt ja nie wie sich solche Veränderungen, und sei es nur gezielte "Menschenzucht", ohne technische Veränderungen, im endeffekt auswirken.
Schau dir z.B. die Sichelzellenanämie an, eine Erbkrankheit beim Menschen. An und für sich ist sie schädlich. In Malariagebieten in Afrika leben aber Menschen mit Sichelzellenanämie länger, weil die Malariaerreger sich nicht mit den Blutkörperchen kurzschließen können.

Mal ehrlich, welcher menschliche Genetiker denkt an solche Ausnahmefälle?
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #4
AW: Fragen an die Züchter / Befürworter der genetischen Auslese

Wie steht ihr eigentlich zur Gentechnik und Genmanipulation beim Menschen?

ganz deutlich ablehnend, vor allem was Genmanipulation betrifft.
Nimmt man allein die Zucht so erkennt man wie unbedenklich oft negativ manipuliert wird, Menschen züchtet man aber nicht, und ich traue der Ethik und Selbstdisziplin der Wissenschaft genau so wenig, wie der mancher Züchter
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #5
Mhm
kopfkratz.gif


Also erstmal bin ich eigentlich gegen die Genmanipulation beim Menschen.
Aber andererseits ... wenn man viele Dinge, ausschließen könnte, weil schlechte Gene gar nicht erst in den Pool gelangen, hätte es vlt. auch Vorteile.
Aber wie sollte das denn funktionieren? Wenn ich weiß, dass ich eine Erbkrankheit weitergeben kann, muss ich halt einschätzen, ob ich das Risiko tragen will oder auf Kinder verzichten. Tiere können diese Entscheidung nicht treffen, sie vermehren sich wie es kommt - ähm, tun viele Menschen aber auch oder? Aber man sagt doch dann nicht, ihr müsst euch alle auf Defekte testen lassen und nur wenn ihr ganz gesund seid, dürft ihr euch paaren. Da gibt es glaube ich irgendwas in den Menschenrechten, dass das nicht erlaubt ist.
Bei Tieren darf sich der Mensch da in seinem Schöpfungswillen ausleben. ;-)
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #6
Bei Tieren darf sich der Mensch da in seinem Schöpfungswillen ausleben. ;-)

und genau vor diesem 'Schöpfungswillen' habe ich eine höllische Angst, wenn er auch auf Menschen erweitert wird.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #7
Nutzung von Gentests und eine Selektion von Zuchttieren hat für mich absolut nichts mit Genmanipulation oder genverändernden Verfahren zu tun. Meine Meinung: Zucht ja - Genmanipulation an Tieren und Pflanzen nein.
Bei Bakterien seh ich das noch mal ein bisschen anders, weil die bietechnologische Herstellung von Medikamenten wie z.B. von Humaninsulin schon sehr große Vorteile hat.

Diagnostische Verfahren beim Menschen können sinnvoll sein, gehen aber sehr nahe an die Frage ran, ob es richtig ist, ungeborene Kinder auf Erbkrankheiten zu untersuchen. Das muss meiner Meinung nach eine Mutter entscheiden, ob sie das wissen will und ob sie ein schwerst geschädigtes Kind abtreiben lassen würde oder so annehmen kann wie es zur Welt kommt.

Kämen in meiner Familie schwere Erbkrankheiten vor, dann würde ich wissen wollen, ob meine Mann und ich Träger sind und hätte in diesem Fall auf Kinder verzichtet.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #8
Aber wenn man jetzt mal von der Manipulation absieht aber beim Menschen selektieren würde, käme dann nicht irgendwann auch eine bessere Variante heraus. Bzw ist es so verwerflich zu sagen, ich als frau will das Genmaterial erst mal prüfen, um das für mich beste Ergebnis zu erzielen?
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #9
das wäre vielleicht in Zukunft möglich, aber heutzutage noch nicht. Man kann im besten Fall auf einige Erbkrankheiten testen.
Bis vor ein paar Generationen war die Selektion beim Menschen durch die schlechteren Lebensumstände gewährleistet. Es ist noch nicht so schrecklich viele Generationen her, dass Kinder nur dann das Jugendalter erreichten, wenn sie eine robuste Gesundheit mitbrachten. So gesehen ist der Mensch eine optimierte Variante, die z.B. an alle möglichen Krankheitserreger und die Lebensumstände angepasst ist. Es ist z.B. kein Zufall, dass vor allem Europäer relativ problemlos auch als Erwachsenen Milch trinken können. Wer in einer Ackerbau- und Viehzüchtergesellschaft in kargen Zeiten keine Milch vertrug, verhungerte einfach schneller. In Ostasien hatte diese Fähigkeit keinen Überlebensvorteil, so dass die meisten erwachsenen Chinesen keine Milch vertragen.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #10
Es ist noch nicht so schrecklich viele Generationen her, dass Kinder nur dann das Jugendalter erreichten, wenn sie eine robuste Gesundheit mitbrachten. So gesehen ist der Mensch eine optimierte Variante, die z.B. an alle möglichen Krankheitserreger und die Lebensumstände angepasst ist.

Naja, ob ich das behaupten würde? So optimiert ist der Mensch auch nicht. Schau dir mal de Zahl der Brillenträger an. Die Steinzeitmenschen die schlecht sahen, sind einfach verhungert. Und haben sich nicht fortgepflanzt. Also auch wenig bis keine Kurzsichtigkeit.
Heutzutage ist das kein Problem mehr --> mehr kurzsichtige Menschen.
Als Verbesserung seh ich das nicht, im Grunde wird da der Mensch ja verschlechtert. Bei Krankheiten sehe ich das ähnlich. Erbkrankheiten, die früher sehr früh tödlich waren, können verlangsamt werden und die Möglichkeit besteht, dass wiederum kranke Kinder gezeugt werden. Aber man darf den Menschen doch trotzdem nicht verbieten, Kinder zu bekommen. Das müssen die entscheiden, die direkt den Bezug dazu haben, also dann die potentiellen Eltern, ob sie ein Kind in die Welt setzten wollen, das eventuell sehr früh stirbt.

Und als Frau kannst du ja theoretisch den Vater deiner Kinder auch ausfragen was Erbkrankheiten, Allergien etc. betrifft, und dann von einem ein Kind krigen, bei dem alles "stimmt". Ob du dann auch sozial mit dem zusammenpasst, oder ob du einen anderen Partner hast, hat ja im Grunde damit nichts zu tun. Aber wer würde das machen?
Also obwohl die Möglichkeit theoretisch besteht, muss man sie ja nicht nutzen.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #11
und genau vor diesem 'Schöpfungswillen' habe ich eine höllische Angst, wenn er auch auf Menschen erweitert wird.

Mir reicht der Gedanke beim Tier auch schon völlig.
Zum "Gott spielen" ist der Mensch nicht göttlich genug.

Wobei ich einfach mal sagen will, dass es einen Riesenunterschied zwischen Selektion und Manipulation gibt. Das sollte man nicht in einen Topf werfen. Rein faktisch, nicht gewertet.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #12
Du sagst es, ein bißchen Gott spielen tut der Mensch beim Züchten ja schon. Er kreiert Lebewesen nach seinem Maßstab und Vorlieben in Aussehen, körperlichen Eigenschaften und Charakter.
Ganz gut, dass das per Gesetz beim Menschen noch sehr eigeschränkt ist. Aber ich denke, wenn die, von alten (kirchlichen) Ansichten geleiteten Gegner immer weniger werden, wird sich irgendwann die Wissenschaft durchsetzten und das Machbare wird auch umgesetzt werden.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #13
Du sagst es, ein bißchen Gott spielen tut der Mensch beim Züchten ja schon. Er kreiert Lebewesen nach seinem Maßstab und Vorlieben in Aussehen, körperlichen Eigenschaften und Charakter.
Ich finde, der Unterschied zwischen genetischer Manipulation und herkömmlichen Zuchtmethoden wie sie im Pflanzenanbau aber auch in der Tierzucht eingesetzt wird, ist doch eigentlich gar nicht so groß. Der größte Unterschied bei der Gentechnik liegt meines Erachtens hauptsächlich darin, daß man sehr viel Zeit einspart. Die Einzelheiten und Details sind für mich eher nebensächlich. Letztendlich schafft man etwas, daß auf natürlicher Weise niemals zustande gekommen wäre. Das trifft auf gentechnisch veränderten Mais ebenso zu, wie auf einige von Menschen gezüchteten Katzenrassen.

Ganz gut, dass das per Gesetz beim Menschen noch sehr eigeschränkt ist. Aber ich denke, wenn die, von alten (kirchlichen) Ansichten geleiteten Gegner immer weniger werden, wird sich irgendwann die Wissenschaft durchsetzten und das Machbare wird auch umgesetzt werden.
Ich glaube nicht, daß das etwas mit der Kirche oder der Religion überhaupt zu tun hat. Das klingt so ein wenig, also ob ausgerechnet die christliche Religionen, sozusagen die einzige moralische Instanz überhaupt ist, was meines Erachten einfach nicht stimmt.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #14
Gentechnik und Zucht sind sowohl von den Methoden als auch von den Zielen her sehr unterschiedlich. Bei der Gentechnik werden Fremdgene in Zellen eingebracht, d.h. Gene die dort normalerweise nicht hingehören. Die Zucht arbeitet mit dem natürlich vorhandenen Genpool.
Die heutige Gentechnik ist nicht in der Lage, gezielt irgendwelche Gene am richtigen Ort einzuschleusen. Deshalb funktioniert auch Gentherapie noch nicht und die Auswirkungen bei der Manipulation der Gene von Tier und Mensch sind heute noch nicht abschätzbar.
Das Klonen von Tieren, das in der Zucht von Nutztieren schon üblich ist, ist verglichen mit Genmanipulation harmlos. Funktioniert ein Versuch in der Gentechnik mit Nutz- oder Versuchstieren nicht, wird das Tier einfach eingeschläfert, wenn es überhaupt zur Welt kommt, was bei den meisten genmanipulierten Embryonen erst einmal gar nicht der Fall ist.
Vielleicht wäre es gut, sich erst einmal das entsprechende Wissen anzueignen, ehe man bei diesem sehr schwierigen Thema mitdiskutiert.
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #15
Es ist schon ein gewaltiger Unterschied zwischen Selektion und Manipulation. Selektion ist ja heute schon möglich - Stichwort PDI - .Die sogenannte Präimplantationsdiagnostik bezeichnet zellbiologische und molekulargenetische Untersuchungen, die der Entscheidung dienen, ob ein künstlich gezeugter Embryo in die eingepflanzt werden soll oder nicht. Die PID wird hauptsächlich zur Erkennung bestimmter Erbkrankheiten angewendet.

So weit hört sich das natürlich toll an ... wenn Eltern beispielsweise Träger einer Erbkrankheit sind, können sie damit sicher gehen, dass nur aus den Embryonen Kinder werden, die auch gesund sind. Ethisch bedenken, sollte man aber hier ganz klar, dass hier vom Menschen die Entscheidung über "lebenswert" und "unwertes" Leben getroffen wird. Dass Krankheit, Behinderung usw. als nicht "wert" betrachtet werden, geboren zu werden.

Die PDI kann aber auch zur Erzeugung eines Babys, das als Organspender für ein erkranktes Geschwisterkind geeignet ist, eingesetzt werden („Retterbaby“) oder zur Auswahl des Geschlechts oder bestimmter erblicher Eigenschaften des Kindes.

Spätestens hier sollte es dann wohl wirklich aufhören. Und da Wissenschaftler schon immer gemacht haben, was wissenschaftlich machbar war ... von da zur Manipulation ist es nicht mehr weit. Wo soll denn da die Grenze sein??

Grüße,
Nic

P.S.: Es gibt zu dieser Thematik einen sehr gut gemachten Film für alle interessieren GATTACA .... die Geschichte über zwei Geschiwster in der Zukunft - der eine noch "normal" gezeugt, der andere genetisch optimiert .... ganz schön gruselig!!
 
  • Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese Beitrag #16
eben wegen der von Nic geäußerten Bedenken ist die PID in Deutschland erst seit Ende letzten Jahres ausschließlich in Fällen, in denen schwerste Fehlbildungen oder Erbkrankheiten zu erwarten sind, erlaubt.
 
Thema:

Fragen an die Züchter / Berfürworter der genetischen Auslese

Oben Unten