Hihihi... Musste erstmal Kaffee kochen :-D
Fortsetzung folgt!
Also: Fortsetzung:
Ich kam heil und sicher mit dem Kleinen zu Hause an. Sie lagen in der nagelneuen Katzentransporttasche auf dem neuen Katzendeckchen und ignorierten die nagelneuen Mäuschen und Leckerlis, die ich ihnen reingepackt hatte, damit sie die Fahrt besser überstehen.
Irgendwann kamen wir dann zu Hause an.
Die Katzentasche im Wohnzimmer auf den Boden gestellt, Reißverschluss auf und mich gezwungen, auf dem Sofa zu sitzen und so zu tun, als wären keine Katzen da. Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich so willensstark sein kann, das überhaupt auch nur 10 Sekunden lang auszuhalten.
Aber auch bei den Ratten war ein in Ruhe ankommen lassen Pflicht!
Es dauerte nicht lang, da streckte einer der Beiden die Nase aus der Tasche. Peanut. Peanut war immer schon der Neugierigere von Beiden. Er kletterte aus der Tasche - und verschwand unter dem Sofa!
Collin, der sich alleine fürchtete, flitzte hinterher.
Ich wusste: Die Kleinen hatten seit Stunden nichts gefressen und getrunken (meine Schwester hatte ihnen zwar auch während Pausen unterwegs und auch in Limburg Futter und Wasser angeboten, sie hatten aber nichts angerührt). Auch waren sie nicht "auf dem Klo" gewesen (sowohl die Box meiner Schwester als auch meine Tasche waren sauber).
Also holten wir die beiden nach einiger Zeit unter dem Sofa vor und zeigten ihnen die Näpfe mit Futter, Wasser und der Katzenmilch, die sie bei meiner Schwester schon bekommen hatten.
Als die Bäuche voll waren, "rollten" die beiden wieder unters Sofa.
Nach einer guten Stunde Verdauungspause haben wir sie wieder hervorgeholt - unter viel gefauche und gespucke versteht sich. Vor allem Collin hat meinem 1,84m großen Hauptmann der Luftwaffe ganz schön Angst eingejagt :lol:.
Wir zeigten ihnen die Katzenklos (den gefährlichen Collin durfte ich tragen) und ließen sie kurz allein. Als hätte es ihnen ihre Mama genau so beigebracht, verrichteten sie ihr Geschäft im Klo, verbuddelten die Schätze und flüchteten unters Sofa. Sobald wir uns ihnen näherten, wurden wir mit lautem Gefauche, aufgestelltem Fell und Bürstenschwanz von Collin begrüßt.
Ich wurde nicht so ganz schlau aus ihnen. Einerseits traute sich Collin nichts, was Peanut nicht schon vorgemacht hatte. Andererseits verteidigte er sich und seinen Bruder mit einer Entschlossenheit, die mich echt beeindruckt hätte, wenn das bei einem so kleinen Fellknäul mit rundem Babybauch nicht so niedlich ausgesehen hätte...
Am nächsten Tag (Sonntag) mussten wir die zwei auch schon wieder einen ganzen Tag allein lassen: Meine Oma feierte 90sten. Da durften wir natürlich nicht fehlen.
Aber so hatten die beiden Zeit, sich ohne störende Zweibeiner in der Wohnung umzusehen. Und meine Oma hatte zum ersten Mal verständnis, dass wir nicht über Nacht bleiben konnten.
Am Montag hatte Sascha frei. Da ich arbeiten musste, musste ER mit MEINEN Katzen zum Tierarzt. Deshalb haben wir am Abend vorher erst versucht, den beiden ein Halsband anzulegen, damit er sie unterscheiden kann. Die Kleinen fanden das doof. Sie versuchten immer wieder, sich die lästigen Dinger auszuziehen und blieben mal mit der Vorder-, mal mit der Hinterpfote oder aber aucvh mit dem Unterkiefer im blauen bzw. roten Halsband hängen. Also hab ich sie ihnen wieder abgemacht und wir mussten bis zum nächsten Tag lernen, sie auseinander zu halten.
Sascha, der nun doch nicht mehr ganz so abgeneigt war, fand auch schnell einen neuen Namen für unsere kleine Giftspritze Collin: Er nannte ihn Mr. Bigglesworth, nach dem Kater des bösen Dr. Evil aus dem Film Austin Powers.
Diesen Namen drohte er, beim Tierarzt anzugeben.
Ich aber stellte mir vor, wie ich nachts durch die Straßen laufe und meinen Kater mit "Mr. Bigglesworth" nach Hause rufe....
Am nächsten Tag also der Besuch beim Tierarzt zur ersten Kontrolle. Auch der war sehr eingeschüchtert von unserem kleinen Collin, der vor lauter Fauchen nicht abgehört werden konnte. Aber das Geschlecht wurde bestätigt, sie wurden auf Flöhe und Milben untersucht und gegen Würmer behandelt. Das Alter wurde auf 6 bis 8 Wochen geschätzt. Viel zu jung also.
Im Laufe der Zeit verbrachten die beiden immer weniger Zeit unter dem Sofa.
Aber immer, wenn wir ihnen begegneten, wurden wir - vor allem von Collin - böse angefaucht.
Deshalb suchte ich im Internet nach Informationen und fand dabei das Katzenforum.
Ich startete meinen ersten Tread:
https://www.katzen-forum.de/verhalten-erziehung/39575-lange-dauert-handzahm.html
Mir wurde Mut gemacht, dass das ganz normal ist und dass sie sich schon noch zu Schmusern entwickeln können.
Und tatsächlich. Den einen Tag komm ich heim, mein Schatz steht mit einem Grinsen von A nach B im Gesicht und sagt: "Weißt du, was vorhin passiert ist?" Nein, weiß ich natürlich nicht. Woher auch. "Peanut kam vorhin zu mir aufs Sofa und hat sich streicheln lassen. Und er hat sogar dabei geschnurrt!"
Wie kann das sein???? Spüren die treulosen Biester denn nicht, dass er sie eigentlich gar nicht will?? Wissen sie nicht, dass ICH es bin, die sie hergeholt hat, die sie füttert, versorgt und liebt????? Die sich im Forum die Augen wund liest um ihren Katzen ein gutes Leben zu ermöglichen???
Und wie zum Beweis, dass das alles gar nichts zählt was ich für die Monster tu, kuschelt sich Peanut noch am selben Abend zu Sascha aufs Sofa, lässt sich streicheln und schnurrt, während er vor mir reißaus nimmt.
Am nächsten Tag versuche ich, meinen Freund mit einem ähnlichen Glanzstück bei Collin zu beeindrucken. Doch statt meine Zuwendung zu genießen, faucht er mich an und zieht sich rückwärts unters Sofa zurück. Sascha sieht das, grinst breit, und versichert mir, dass zumindest er mich ganz doll lieb hat!
Na toll. Ich hasse ihn! Und die verräterischen Katzenbiester auch!! Fühle mich ungeliebt. Es dauert Tage, bis ich Peanut anfassen darf.
Collin tut mir leid. Peanut, der sonst immer von ihm beschützt mit ihm unterm Sofa saß, liegt nun mit Sascha (und ab und zu auch mit mir) AUF dem Sofa und lässt sich kraulen.
Collin sitzt einen Meter entfernt und schaut aus seinen großen Augen zu. Er sieht so traurig und verlassen aus... Jetzt ist er allein. Sein einziger Bruder, der ihm noch geblieben ist, hat sich mit dem Feind verbrüdert. Ich kann Collin gut verstehen und würde ihn so gern trösten... Doch er lässt noch lange Zeit keine Nähe zu.
Irgendwann aber empfange ich meinen Freund mit breitem Grinsen: Collin hat sich von MIR streicheln lassen. Und er hats genossen. Und er hat es wieder getan und wird es immer wieder tun.
Bis Sascha ihn anfassen darf, sollte es noch eine ganze Weile dauern.