Ein Gefährte ist gegangen ...

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Real_Kasimir

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Gestern um 10:30 Uhr haben wir nach längerem zögern den Beweis unserer Liebe und Verantwortung unserem Kater Kasimir, welcher 17 Jahre lang fester und nicht weg zu denkender Bestandteil unserer Familie war, gegenüber angetreten und ihn schweren Herzens von seinen Leiden mittels eines letzten Ganges zum Tierartzt erlöst.

Diagnostiziert wurde 2 Wochen anfänglich ein Nierenversagen, zu dem sich noch eine Herzschwäche resultierend aus dem fortgeschrittendem Alter hinzu gesellte. Nach dem sich unser Kasimir tagelang durch rasanten Gewichtsverlust, "röchelndem" Atemnot und rapide zunehmenden Schwächeanfällen (trottete in wellenlinie nur noch 3-4 Meter und sackte dann erschöpft zusammen) nur noch sichtlich quälte, sahen wir keinerlei Lösung mehr, als ihn von seinem Liden zu erlösen und ihm die Methode
der Euthanasie zu gute kommen zu lassen.

Da wir uns vorher vom Tierartzt wegen Unwissenheit berieten ließen, wie solch ein "letzter Gang" in der Tierartztpraxis verläuft, so war der tatsächlich und unvorhersehbare Ablauf für uns um so erschreckender und grausam gewesen.

Zuerst sollte ein harmloses Narkotikum verabreicht werden, so das er sanft einschlafen sollte und nach dem jenes geschehen ist, sollte eine zweite Injektion mit einer Überdosis Narkotikum erfolgen.

Grausam war es für alle anwesenden Beteiligten mit an zu sehen, das unser Liebling nach setzen der ersten Injektion noch nicht einmal die Gelegenheit hatte, die Augen zu schließen und bereits von uns gegangen war, bevor er auf die Seite gerollt war. Als meine Frau das sah, erlitt jene einen Weinkrampf, da sie den Raum vor setzen der zweiten Injektion verlassen wollte. Der Tierartzt war auch über diesen nicht geplanten Verlauft überrascht gewesen und teilte lediglich mit, das Kasimirs Herz bereits schwächer gewesen ist als er bei der letzten Voruntersuchung Minuten vorher angenohmmen hatte.

Anschließend sind wir alle nach Hause gefahren und haben unseren Kasimir aufgebahrt, damit unsere beiden anderen Stubentiger ebenfalls noch einmal abschied nehemen konnten. Seine letzte Ruhe fand er in unserem Garten gemäß der gesetztlichen Vorschriften gemäß Auskünfte des Veterinäramtes.

Meine Frage sei nun folgende:
Auf Grund einer OP in seinen jungen Tagen konnte Kasimir niemals schnurren. Als ich aber in der Nacht (wenige Stunden vor dem letzten Gang) zu ihm ins Wohnzimmer ging und mit ihm noch einmal richtig geknuddelt habe, war er seltsamerweise laut am schnurren, was mir die Tränen in die Augen trieb und Zweifel an unsere Entscheidung auf kommen ließ. Als meine Frau am Morgen auf den Arm nahm, um ihn in die Transportbox zu helfen, schnurrte er dort das zweite mal so laut, das auch meine Frau sich erschrack.

Wusste Kasimir, was ihm bevor stand, obwohl wir uns stets die größte Mühe gegeben haben, uns nichts anmerken zu lassen? Wie ist das mit dem schnurren Möglich gewesen? Wir können uns keine Erklärung dafür geben und sind an unserere getroffene aud nun ausgeführte Entscheidung im nach hinein sehr am zweifeln ...
 
11.01.2005
#1
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russian

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Hallo,

mein aufrichtiges Mitgefühl für Euren Verlust, einen Gefährten zu verlieren, der Euer Leben so lange begleitet hat ist schwer.
Aber macht Euch bitte keinen Vorwurf Ihr hättet falsch oder übereilt entschieden. Wenn bereits eine Narkose reichte um Kasimir einschlafen zu lassen, war sein Herz- oder Nierenleiden schon weit fortgeschritten.
Zudem schnurren Katzen nicht nur wenn sie sich wohlfühlen, auch im Krankheitsfall tun sie dies um sich selbst zu beruhigen.
Ganz sicher wußte Kasimir nicht was ihm bevorstand, aber er hat wohl die Schwere seiner Krankheit gefühlt, nehmt daher sein Schnurren als Gewissheit, daß Ihr richtig entscheiden habt ihn nicht länger leiden zu lassen.
17 Jahre ist ein langes Leben, und ihr dürft dankbar dafür sein, auch wenn der Kummer das jetzt überschattet. Es erfordert viel Mut über den letzen Weg eines geliebten Tieres zu entscheiden, aber Kasimir wird Euch dankbar gewesen sein für Eure Kraft.

Tröstende Grüße
Russian
 
KerstinM

KerstinM

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Es tut mir auch sehr leid wegen eurem Kater.
Ich habe auch innerhalb 5 Monate 3 geliebte Katzen verloren. Könnt ihr auf meiner homepage www.tinker-training.de nachlesen.
Es ist furchtbar schlimm, vor allem bei Lukas, meinem Kater, der wie alle anderen wegen FIP eingeschläfert werden musste. Der benötigte 3 Spritzen bis er tot war. Er hat gekämpft wie ein Irrer und am liebsten hätte ich alles rückgängig gemacht. Er riss die Augen auf, streckte die Zunge raus und fing an zu Schreien! Das war furchtbar...
Aber ihr braucht euch in keinster Weise Vorwürfe machen.
Zum Thema Schnurren: Wir hatten mal ein Pferd, das nicht mehr richtig laufen konnte aufgrund einer Beinverletzung. Monatelang haben wir alles versucht. An dem TAg als der Tierarzt kam um sie einzuschläfern ging sie wieder lahmfrei...
 
lisbonlioness

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Hallo,
mein herzliches Beileid zu Eurem Verlust. Eine wirklich todtraurige Geschichte.
Aber bitte macht Euch keine Vorwürfe. Ich selber habe schon viele Ratten auf ihren letzten Weg bringen müssen, und glaub mir, wenn Du selber spürst, dass es hat sein müssen, dann war es auch so. Niemand wird Dir sagen können, Du hast falsch gehandelt. Ein leidendes Tier kann ja auch nicht der Sinn Deiner Tierliebe sein, oder? Es geht im Grunde nur darum, die besch... Verantwortung zu tragen und die letzte Entscheidung treffen zu müssen, was auch mir irgendwie immer wieder wie eine Anmassung erscheint. Aber sieh es als die Chance, Deine Freundschaft auch in der miesesten nur möglichen Zeit zu beweisen, indem Du Deinem besten Freund viel erspart hast.
Ich hoffe, Eure Trauer wird irgendwie erträglich werden.
Gruss von
Steffi
PS: Bitte entschuldige, wenn ich wie Pfarrer Fliege oder Mama Theresa klinge, ich weiss nicht recht, wie man sowas formuliert, ohne pathetisch zu werden.
 

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