Vielleicht ist noch jemand um diese Uhrzeit wach und spendet mir etwas Trost :'(...
ich bin so unendlich traurig... Heute musste ich meine Mimi erlösen... Sie hatte 8 schöne Jahre bei uns. Ich kann nicht aufhören zu weinen und fühle mich so schuldig. Ihr ging es schon länger nicht so gut, ca. ein halbes Jahr. Wir waren an Weihnachten bereits außerplanmäßig bei einer Tierärztin (die gab ihr eine Aufbauspritze und sagte etwas wegen Nieren). Zuvor und danach waren wir mehrere Male bei unserem regulären Tierarzt, der uns immer wieder vertröstete: sie hätte eine faule Maus verspeist, Magenverstimmung... etc. Es gab seit Dezember immer nur Spritzen und mal ein Röntgenbild, worauf er aber nichts erkennen konnte. Auf eine Blutabnahme sind weder er noch wir gekommen - weswegen ich mir heute die schlimmsten Vorwürfe mache. Achso: Die Symptome unserer Mieze waren: Erbrechen, manchmal Durchfall, Gewichtsabnahme, Appettitlosigkeit, kein Durst.
Es ging ihr immer mal wieder etwas weniger gut und dann wieder sehr gut, so dass wir uns irgendwo auf den Tierarzt verließen (bei dem wir seit 20 Jahren mit all unseren Katzen waren) und uns auch dachten, dass es evtl. wirklich etwas sei, was sie draußen (Freigängerin) gefressen haben könnte.
Seit Anfang dieser Woche ging es ihr schlecht. Am Donnerstag so sehr, dass sie sich kaum noch bewegen konnte, also sind wir wieder zu einer anderen Tierärztin, die unsere Mieze an einen Tropf hing und sie gut versorgte. Sie sagte, dass der gesamte bisherige Krankheitsverlauf auf eine Schilddrüsenüberfunktion hindeutet und man schon viel früher was hätte machen sollen. Nun könnten auch Leber und Nieren geschädigt sein. Wir sollten den nächsten Tag zum Haustierarzt fahren, Blut abnehmen lassen und checken lassen, ob es dies nun ist oder doch die Alternative (Tumor). Jedenfalls ging es Mimi danach wieder einigermaßen und ich fuhr am nächsten Tag beruhigt in die Uni. Ich dachte mir, wenn wir das Ergebnis haben, sehen wir weiter, es wird alles gut, wie immer. Meine Mutter fuhr mit ihr zum ursprünglichen Tierarzt - WAS EIN FEHLER WAR!!!! Dieser wollte ihr Blut abnehmen, sie zappelte, er betäubte das 2,4 kg leichte, schwer kranke Tier um ihr das Blut abzunehmen... Ich könnte ausrasten!!!! Ich wünsche ich wäre dabei gewesen. Nie wieder verlasse ich mich auf Tierärzte!
!!Durch diese Narkose hatte unsere geschwächte Mimi heute morgen ein Lungenödem...!! Schnappatmung... Körpertemperatur 35,5 Grad. Das hat ihr kleiner Körper nach all den unbehandelten Symptomen einfach nicht mehr geschafft und dieser Typ hätte es wissen müssen!!!! Sie war erst 11 Jahre alt. Ein durchweg vitales Tier... Wir mussten sie erlösen und taten es auch.
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Ich fasse das alles nicht. Ich heule mir den ganzen Tag die Augen aus. Ich habe dieses Tier so geliebt. Und auch, wenn der Text evtl. den Anschein erweckt, dass wir das Ganze vllt. nicht so ganz ernst genommen haben, wir haben es!! Und dennoch mache ich mir Vorwürfe. Ich werde mit Sicherheit Montag immer noch der Meinung sein, bei diesem Irren vorbeizufahren und ihn anzuschreien, was er sich dabei denkt, ein so schwer krankes Tier zu narkotisieren!!
Ich bin mit meinen Nerven wirklich am Ende...
Durch meinen Kopf hämmern lauter Fragen. Hätten wir nur früher den Tierarzt gewechselt. Hätten wir etwas mehr über den Tellerrand geschaut. Ich wette, es wäre nicht soweit gekommen.
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Ich kann nicht mehr... Ich liege in meinem Bett und grübele und weine, habe Angst.
Habe ich das richtige getan? Hätten wir sie vielleicht doch noch retten können? Aber sie hatte doch so eine niedrige Körpertemperatur, Erbrechen, abgemagert, Lungenödem. Ich wollte sie nicht leiden lassen. Die (kompetente) Tierärztin sagte, sie würde wahrscheinlich heute noch ersticken. Ich wünschte, ich hätte früher die Initiative ergriffen: anderer Tierarzt, früher aus der Uni heim zum Streicheln, für sie da sein...
Immerhin war ich bei ihr, als sie die Spritze bekam. Ihr Körbchen ist leer. Ich bin vor einiger Zeit von zu Hause aus in Uninähe gezogen. Mimi ist immer nach oben vor meine Zimmertür gelaufen und hat gewartet. Aber ich war so selten da. Wenn ich mal da war, hat sie sich so sehr gefreut, ganz laut geschnurrt und gekuschelt... Das bricht mir ebenfalls das Herz. Ich bereue es im Nachhinein, nicht öfters nach Hause gekommen zu sein.
Entschuldigt den langen Text. Ich bin einfach nur fix und fertig und möchte am liebsten laut schreien :'''(
Meine arme Mimi...
Es tut so schrecklich weh... bitte helft mir... :sad::sad::sad::sad::sad:
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Mein Freund ist Saufen, keiner da, der mich trösten könnte. :'(
Es fließen nur Tränen über Tränen und es hört nicht auf. Omg Mimi... es tut mir so leid... Ich liebe dich meine süße Katze!!!
War das die richtige Entscheidung? Hätten wir ihr vielleicht noch helfen können? Hatten wir das Recht ihr Leben zu beenden und wollte sie das überhaupt?
Ich weiß, dass sie das letzte halbe Jahr genossen hat. Sie hatte ein sehr schönes Leben.