Hallo alle zusammen,
habe mich nun extra für diese Frage angemeldet.
Kurz zu mir: ich bin Studentin und bin nebenbei Pflegestelle für die Katzenhilfe in meiner Stadt. Wem das nichts sagt, das bedeutet, dass ich heimlose Katzen und Kater bei mir aufnehme, bis sie über die Katzenhilfe in ein neues zu Hause kommen. Ich hatte inzwischen sicherlich schon über zwei Dutzend verschiedenster Fellnasen bei mir zu Hause und würde sagen, dass ich mich ganz gut mit Ihnen auskenne, da von völlig scheuer/ängstlicher Straßenkatze bis hin zum anhänglichen Schmusekater schon alles dabei war.
Nun hatte ich einen sehr lieben Kater, Tommy, bei mir zur Pflege. Er ist 9 Jahre alt, natürlich kastriert und kam von einer Frau, die betreut gewohnt hat (was genau mit ihr war, ließ sich leider nicht rausfinden). Sie hat sich immer gut um ihn gekümmert, war bei Tierarzt mit ihm aber konnte ihn nicht länger behalten und hat ihn also abgegeben. Als er bei mir landete, war er etwas ängstlich, d.h., er hat sich die ersten 2-3 Wochen auf meinem Schrank versteckt und ist nur runter gekommen, um zu fressen oder aufs Klo zu gehen. Nach und nach hat er gemerkt, dass ich ja eigentlich ganz lieb bin und nach etwa einem Monat folgte er mir auf Schritt und Tritt, sprang auf meinen Schoß und ließ sich beschmusen.
Nun haben sich meine Eltern entschieden, Tommy dauerhaft bei sich aufzunehmen. Die Idee kam von meinem Vater, der sich schon extrem auf ihn gefreut hat. Ich habe ihn Anfang Juni zu ihnen gebracht und war dann noch etwa eine Woche dort, um ihm die Eingewöhnung etwas einfacher zu machen. Es war natürlich alles neu für ihn: zwei neue Leute, eine völlig neue Umgebung (vom 40qm-Apartement zum Haus mit Garten, in den er auch darf)... Anfangs saß er in einer Ecke im Regal und hat alles und jeden mißtrauisch beäugt, ab und an gefaucht und geknurrt (hat er bei mir damals auch ab und an gemacht, aber nie absichtlich gekratzt oder gebissen).
Nach einer Weile ließ er sich von meiner Mutter anfassen und bürsten und nach und nach hat er die Angst vor ihr verloren. Er rennt ihr hinterher und wartet an der Tür auf sie, wenn er hört, dass sie nach Hause kommt.
Nur vor meinem Vater hat er immernoch Angst, obwohl er es ist, der ihn füttert und das Katzenklo sauber macht. Er faucht und knurrt ihn richtig 'böse' an und haut ab, sobald er in den Raum kommt. Mein Dad gibt sich alle Mühe, redet mit ihm und versucht sich, mit Leckerlis einzuschleimen (spielen mag er nicht, ist ja schon ein alter Herr, der Kater), aber da ist grade wohl nix zu machen. Angst vor Männern an sich hat Tommy nicht, zB fand er meinen Freund immer richtig toll.
Habt ihr irgendwelche Tipps für uns? Ich weiß, dass Katzen z.T. viel Zeit brauchen, um sich an neue Umstände und Menschen zu gewöhnen, aber mein Dad ist leider nicht so geduldig und ich hab ein wenig Angst, dass er auf die Idee kommt, den Kater wieder abzugeben :/
Danke&viele Grüße,
songbird
(Sorry für den halben Roman...)