• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Molly (15) ist tot

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easy77

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Hallo Ihr alle,

in den letzten Tagen bin ich auf dieses Forum gestossen und mich nun selbst registriert. Ich habe das Gefühl, hier Menschen zu "treffen", die mich verstehen können....
Donnerstag wurde meine geliebte Katze Molly (15) eingeschläfert und ich bin einfach unendlich traurig. Auch, wenn ich sie sehr liebte, hatte ich keine Ahnung, dass es mich so hart treffen würde. Es ging auch alles so schnell.... Ich habe Angst, etwas falsch gemacht zu haben, zermatere mir das Hirn, ob ich sie vorher (da wirkte sie aber immer fit), mal hätte durchchecken müssen,.... Ich schreibe hier erst einmal, was passiert ist, damit ihr eine Vorstellung davon habt.
Montag fuhr ich mit Molly zum Tierarzt, weil sie in den zwei vorherigen Tagen so ruhig und appetitlos wirkte. Die Tierärztin sagte, dass sie schon ziemlich dehydriert wäre und spritzte Flüßigkeit unter die Haut. Ihr wurde Blut abgenommen und eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt. Die sollte man mit zwei Pillen täglich behandeln können und das ließ hoffen. Das größte Problem war: Sie aß einfach nichts. Die Pillen sollten wichtig sein, aber sie konnten (entsprechend der Nebenwirkungen) noch die Appetetlosigkeit fördern. Sämtliche Tricks und Leckereien wurden angewandt, aber sie schleckte allenfalls an der Nahrung. Nach dezentem Herumgeschlecke wendete sie sich immer, regelrecht angewiedert, ab. Ich kaufte eine Spritze und dachte über "Zwangsernährung" nach. Allerdings war meine Partnerin absolut dagegen und wenn man die nun dürre
Katze (Dünn war sie schon vorher und in der letzten Zeit habe ich ihr häufig Leckerlies gegeben und, zwischenzeitlich, hatte sie dann auch etwas mehr Gewicht.) noch zwingt. Sie wirkte so zerbrechlich und die Eingabe der Schilddrüsentabletten konnte auch schon nur mit Zwang bewältigt werden. Sie schluckte auch immer erst nach einer Weile und wahrscheinlich hätte sie die Nahrung größtenteils ausgespuckt. Abgesehen von dem Gewaltakt und der schon schlimmen Kraftlosigkeit, nachdem sie ihre Tabletten bekam, erschien es wirklich wie Gewalt, sie zu zwingen. (Trotzdem mache ich mich nun fertig und überlege, ob sie dann ggf. überlebt hätte)Molly erhielt dann Dienstag und Mittwoch mehrere Infusionen, um sie mit Flüßigkeit zu versorgen und Übelkeit vorzubeugen. Dienstag sah es auch nach Besserung aus. Sie wirkte bemüht, am Futter zu schlecken (nahm dabei aber nur so wenig auf, dass sie davon nicht ernährt werden konnte). Wasser trank sie auch, wenn ich sie aufs Waschbecken hob und den Wasserhahn aufdrehte (das liebte sie). Sie wirkte etwas hilflos, wie sie den Kopf ansetzen sollte, um dabei nicht nass zu werden. Ganz, als würde sie langsam "tüddelig"; wahrscheinlich war es die Entkräftung. Mir fiel auf, dass sie beim Wasser trinken kurzweilig Schaum im Maul hatte. Überhaupt schluckte sie immer heftig nach, wenn sie ein wenig getrunken oder gegessen hatte. Nachdem ich Dienstag noch auf Besserung hoffte, weil Molly dankbar für meine Hilfe zu sein schien, verschlechterte sich ihr Zustand Donnerstag sehr. Sie erhielt wieder ihre Infusionen beim Tierarzt, war aber nach dem Tierarztbesuch völlig wackelig auf den Beinen und noch schwächer. Sie wollte weder am Essen lecken noch was trinken. Sie schüttelte regelrecht mit dem Kopf und machte das Maul auf und zu, als sei ihr übel davon. Jedes Mal schleppte sie sich dann mit ihren letzten Kräften weg vom Futter. Ich habe sie dann auch ein wenig gewähren lassen und es nicht noch tausendfach versucht. Sie hatte auch Mittwoch schon mehrere tage wenig bis gar nicht gegessen. Mir war klar, dass die Organe das nicht ewig mitmachen... Ich fühlte mich so verdammt hilflos und habe dann auch angefangen, mich mit dem Gedanken "einschläfern" auseinanderzusetzen. Es ist so schrecklich, vor dieser Entscheidung zu stehen und nicht zu fassen, warum es so schnell gehen konnte. Hätte ich sie Montag direkt in eine Tierklinik bringen sollen? Bin ich schuld, weil sie nicht öfters beim Tierarzt war? Vielleicht hätte der schon vor 6 Monaten etwas gefunden und sie könnte noch weiterleben,....
Donnerstag hätte Molly wieder eine Infusion bekommen sollen, aber ich war mir ziemlich sicher, dass die Tieräztin mit meinem Eindruck, dass Molly mehr tot als lebendig ist, übereinstimmt. Was ich weiß ist, dass Molly in den letzten Stunden nicht allein war. Sie hat meine Nähe gesucht, mit mir auf dem Kopfkissen gelegen und -größtenteils- auf meine Berührungen reagiert und diese scheinbar auch gemocht. Unweigerlich waren diese letzten Tage eine Art Sterbebegleitung. Es ist so schrecklich, nicht zu wissen, was konkret zu diesem unausweichlichen Ende geführt hat. Schon als die Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde, hat die Ärztin gesagt, dass es möglicherweise andere organische Schäden gibt, die gerade überdeckt sind. Hinzu kam nun das nicht-Essen. Sie war auch, obwohl sie ja zunächst getrunken hat, in den letzten Tagen gar nicht auf dem Klo. Als die Tierärztin Molly sah, war sie sicher, dass eine Erlösung Sinn macht. Sie hatte nur noch 33 Grad Temperatur und wäre mir Zuhause weggestorben. Ich habe Molly noch gestreichelt, als die Spritze schon gewirkt hatte. Es war schon ein sehr bewusster Schritt...
Ich hätte nie gedacht, was einem nach solch einem Verlust alles durch den Kopf geht. Das Schlimmste siend die Selbstvorwürfe und "was wäre, wenn..." Fragen. Außerdem bedauere ich so verdammt, dass sie "nur" 15 wurde. Das ist doch nocht nicht sooo ein hohes Alter, oder? Ich stehe total unter Schock und kann gar nicht klar denken. Es gibt noch einen Kater (Stanny). Es ist der Kater meiner Partnerin. Obwohl er Molly nur 1 1/2 Jahre kannte, trauert er mit uns. Nun ist er (14) alleine. Es gibt Leute, die raten mir zu einer neuen Katze, aber a) ist Molly nicht zu ersetzen und b) weiß ich nicht, ob ich diesen Schmerz nochmal durchleben möchte.

Liebe Grüße

Isabel
 
11.11.2012
#1
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russian

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Hallo Isabel,

es tut mir sehr leid um Deine Molly, aber mache Dir bitte keine Vorwürfe, denn Du warst mit ihr beim TA.
Nicht immer ist auch für einen TA erkennbar woran ein Tier wirklich leidet, und 15 Jahre sind schon ein schönes Alter, Molly hat diese Jahre ganz sicher glücklich bei Dir verbracht.
Die letzte Entscheidung ist immer sehr schwer für uns, aber wird dürfen sie treffen um unseren Tieren Leid zu ersparen, gewisser Massen ist das ein Geschenk.

Es gibt noch einen Kater (Stanny). Es ist der Kater meiner Partnerin. Obwohl er Molly nur 1 1/2 Jahre kannte, trauert er mit uns. Nun ist er (14) alleine. Es gibt Leute, die raten mir zu einer neuen Katze, aber a) ist Molly nicht zu ersetzen und b) weiß ich nicht, ob ich diesen Schmerz nochmal durchleben möchte.
Zu ersetzen ist Molly sicher nicht, aber in unserem Herzen ist immer Platz für eine neue Liebe, und Stanny, der so lange eine Partnerin hatte wäre bestimmt glücklich künftig nicht allein zu sein.
Es ist immer Schmerz wenn ein Tier geht, aber man sollte nicht auf ein Tier verzichten weil man ihn fürchtet, der Schmerz vergeht, was aber immer bleibt ist die Erinnerung an alles Schöne und die Liebe zu den Tieren.
Ich habe immer auch ein sehr alte Katze hier, und deshalb schon viele gehen lassen müssen, aber bei allem Schmerz möchte ich die Zeit mit ihnen nicht missen, sie ist etwas ganz besonderes
 
Sky Eyes Lara

Sky Eyes Lara

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Liebe Isabel,

ich kann deine Trauer nachvollziehen, mir ist es gerade erst im August passiert, meine Lara war auch erst 15 Jahre alt. Ich habe mir das Einschläfern auch nicht so vorgestellt, war schon eine extrem harte Nummer für mich. Ich sollte sie im Arm halten, sodass die Hinterbeine noch auf dem Tisch liegen und der Körper wurde vom Muskelrelaxan ganz schlaff, nach der zweiten Spritze setzte sie Urin ab. Ich war total entsetzt von dem schlaffen Katzenkörper, den ich noch im Arm hielt... ich bin da ein wenig ausgerastet und man musste mir Lara vom Arm nehmen. Ich war anschließend auch überhaupt nicht ansprechbar, das war schon der totale Horrortrip. Wäre mein Freund nicht so taff und besonnen gewesen sich um alles zu kümmern, würde ich wohl immer noch heulend beim TA sitzen.

Fühl dich mal ganz fest gedrückt... wirf dir keine Fehler vor, die du nicht mehr korrigieren kannst. Du hast nach besten Wissen und Gewissen gehandelt und das war richtig - alles andere zählt nicht mehr.

LG
SEL
 
Tinaho

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Huhu,

tut mir unendlich leid, dass Deine Molly gestorben ist.

Sie ist bestimmt gut über die Regenbogenbrücke gekommen. Im Regenbogenland kann sie wieder unbeschwert herumtollen und spielen. Sie ist jetzt eine Sternenkatze, die ihren Platz immer in Deinem Herzen haben wird.

Ansonsten möchte ich mich gerne russian anschließen.

Liebe Isabel, jeder Katzenbesitzer der seinen Liebling einschläfern lassen muss wird von Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen geplagt. Manchmal ist man einfach macht- und hilflos und muss die Katze gehen lassen. Du hast alles für Molly getan und nachher ist man immer schlauer.

Eine andere Katze/Kater kann natürlich Molly nicht ersetzen, aber den Schmerz erträglicher machen.

Kennst Du eigentlich den Text "Testament einer Katze" es hat mich auch in der Entscheidung bestärkt mein Herz für eine neue Katze zu öffnen:

Testament einer Katze

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"

Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.

(Margaret Trowton)



Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

LG
 
E

easy77

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Danke für Eure lieben Worte!!!
Sie tun gut, auch wenn die "Was wäre, wenn...?" Fragen sicher noch andauern.
Es ist schwer, zu akzeptieren, dass sie an einer Diagnose gestorben ist, die letztlich behandelbar gewesen wäre... Wohlmöglich war da noch was anderes, das sie so schwächte. Ich hoffe einfach, das richtige getan zu haben. Im Prinzip wäre es auch schlimmer, wenn sie in der Tierklinik gestorben wäre und wir diese letzten Tage/Stunden nicht so intensiv geteilt hätten. Die Tierärztin hat auch zu keiner Zeit empfohlen, sie in eine Klinik zu bringen. Bis zum Tag der Einschläferung wirkte es so, als sähe sie das weniger dramatisch, als ich. Erst im Nachhinein kam der Gedanke, wie so viele andere.

Ich denke auch, dass ich nicht dauerhaft ohne Katzen sein möchte. Stanny soll nicht leiden. Er bekomt gerade viel Liebe. Ich habe ein paar Tage frei. Ich kann das heute nicht entscheiden, aber vielleicht, kriegt er bald eine neue Freundin.

LG

Isabel
 

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