Hallo SaSa ^^
also ich habe oft die Regel gehört "einmal Freigänger, immer Freigänger", glaube inzwischen aber, dass das nur ein Richtwert ist der hauptsächlich wohl mit dem Alter des Freigängers zusammen hängt!
Jedenfalls musste ich mich vor einem Jahr auch fragen, ob ich Chili mit zu mir in die Stadtwohnung nehme (kein Balkon, 30er Zone, Bahngleis unmittelbar in der Nähe) oder sie lieber in der Obhut meiner Eltern (Land, Wiese, keine Scheunen, katzenfreundliche Nachbarn, nur eine kleine unbefahrene Dorfstraße, Haus) lasse. Chili war damals noch sehr jung, gerade mal ein Jahr alt und hätte ich gewusst, dass ich so schnell ausziehen müsste hätte ich mir zum damaligen Zeitpunkt wohl gar keine Katze geholt, sondern mich erst nach dem Umzug mit einem neuen Fellpopo beschäftigt.
Sei es wie's sei, ich habe mich dann dafür entschieden die etwas kratzbürstige Schildpatt bei meiner Mutter zu lassen, die sich liebevoll um sie kümmert - einen Katzenkumpel hat sie dort im Sinne unserer Katzen-Oma nämlich auch, ganz zu schweigen von der Nachbarskatze die im fast selben Alter ist.
Weil ich den Charakter meiner Katze kannte und auch ihre Widerspenstigkeit sehr gut beobachten konnte und sah, wie sehr sie den Auslauf liebte, konnte und wollte ich ihr die Freiheitssperre nicht antun; so kam ich dann über meinen Tierarzt zu Lily die jetzt eine reine Hauskatze ist. Da wir nächstes Jahr lustiger Weise wieder ins Haus meiner Eltern in die nun freie Dachwohnung ziehen, ist es am Ende sogar eine Win-Win-Situation für uns alle *lol*
Hingegen konnte ich Jackie, die nach dem Tod unseres Katers am Herz erkrankte, bis kurz vor ihrem eigenen Verschwinden zur Hauskatze erziehen. Aber das hatte wohl eher damit zu tun, dass sie krank war und das auch wusste - und wirklich glücklich war sie damit auch nicht. Ich habe sie oft dabei beobachtet, wie sie am Fensterbrett saß und den Vögeln draußen zuschaute - stundenlang.
Dein Kater ist im selben Alter wie Jackie, bevor sie starb - wenn du sagst, er ist ohnehin sehr ruhig und ausgeglichen, solltest du es auf jedenfall versuchen. Du kannst ja, wenn alle Stricke mit dem Balkon reißen, an die Balkontür eine "Mückennetz-Gittertür" anbringen (meine Eltern haben auch so eine) und ihm bei angenehmen Tagen die Frischluft anbieten ohne dich dabei völlig vom Balkon auszusperren. Lily steht zum Beispiel total aufs "Fensterln" (ich freue mich richtig darauf, sie endlich rauslassen zu können)
Alles in Allem wäre die Situation für deinen Kater bei dir die bessere; vielleicht hat ja auf den 80qm noch eine alte Katzendame oder ein anderer Spielekumpel bei dir Platz der dann für den notwendigen Ausgleich sorgt, der ihm fehlt wenn er nicht mehr raus kann!
Auf alle Fälle: toitoitoi!
Grüßle