Am Freitag ist mein schlimmster Albtraum wahr geworden. Meine geliebte, süße Maus Lucky musste mich verlassen. Sie war 13,5 Jahre alt und fast 9,5 Jahre bei mir.
Angefangen hat alles im Mai, als bei ihr ein Fibrosarkom festgestellt und entfernt wurde.
Ich wusste, dass diese widerlichen Dinger bösartig sind und sehr oft wiederkommen. Aber ich habe gehofft, dass meine Lucky Glück hat. Die OP hat sie gut überstanden und die Sommermonate war sie wieder die Alte. Leider habe ich gemerkt, dass das Fibrosarkom wieder zurückgekommen ist, aber eine zweite OP wollte ich
Im September hat es dann angefangen, sie hat eine Erkältung bekommen, war ganz schwach und hat nichts mehr gefressen. Ich war total fertig. Sie hat dann aber Tabletten bekommen und sich wieder erholt. Ein paar Wochen später das gleiche, wieder eine Erkältung, aber diesmal hab ich die Symptome erkannt und ihr gings nach dem Tierarzt Besuch wieder gut.
In der Zwischenzeit hat sich aber unter dem Fibrosarkom Wundwasser gebildet und die Haut war total angespannt. vor 3 Wochen hat sie sich dann an der Stelle gekratzt und der "Beutel" mit dem Wundwasser ist aufgeplatzt. Ich bin sofort zum Tierarzt, habe wieder das Schlimmste befürchtet. Es war anfangs nur ein kleines Loch, das aber nicht zuheilen wollte, es hat sich entzündet und geeitert. Ich war die letzten 3 Wochen jede Woche 2 mal beim Tierarzt, für Verbandswechsel und Antibiotika. Das Loch wurde aber immer größer, sie hat trotzdem normal gefressen und war einigermaßen fit. Sie war aber nicht mehr die Alte.
Ich hatte jedesmal beim Verbandswechsel Angst, dass das Loch schon wieder größer geworden ist und war jedesmal fix und fertig.
Die letzte Woche hat sie dann aber immer weiter abbgebaut, hat immer weniger gefressen, hat sich ins Wohnzimmer zurückgezogen. Sie war sonst immer bei mir im Zimmer.
Ich musste jedesmal heulen, wenn ich nachgeschaut habe, wies ihr geht.
Am Donnerstag hab ich nochmal den Verband gewechselt, und die Kompresse war wieder vollgesaugt und an die Wunde geklebt. Als ich gesehen habe, dass das Loch jetzt so groß war, wie eine 1€ Münze, war ich komplett am Ende. Ich wusste, dass sie es nicht schafft, sie hatte mittlerweile Schmerzen.
Ich hab den ganzen Abend und die Nacht geheult, ich hatte so Angst vor dem Tierarzt Besuch am Freitag.
Der Tierarzt hat gesehen, wie schlimm es aussah und hat gesagt, es ist besser sie zu erlösen.
Ich weiss, dass sie nicht mehr konnte, sie hat gekämpft, aber sie hätte es nicht mehr lange ausgehalten.
Ich mach mir jetzt aber totale Vorwürfe, weil ich die letzten Tage nicht ständig an ihrer Seite war. Aber ich hab gesehen, dass sie ihre Ruhe wollte, und ich war total fertig. Ich hab immer nur kurz nachgeschaut, was sie macht, hab ihr Köpfchen geküsst und ihr gesagt, dass ich sie lieb hab und bereit bin sie gehen zu lassen, wenn sie nicht mehr kann.
Außerdem mach ich mir Vorwürfe, dass ich sie vielleicht an Donnerstag beim Verbandswechsel zu grob angefasst hab, ich war so fertig als ich das Loch gesehen hab. Ich hab nur noch total verschwommene Erinnerungen an Do und Fr.
Ich vermiss sie so. Ich kann schlecht schlafen, hab am Woende nur geheult.
Aber ich fühl mich heute komplett leer und gefühllos, wie ein Roboter. Ich konnte heut nichtmal mehr richtig trauern, ich fühl mich so herzlos und wie ein schlechter Mensch, das hat sie doch nicht verdient.