Kater terrorisiert unsaubere Kätzin

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triple

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Hallo zusammen,

nachdem ich schon so manche Katze kennen gelernt habe, bin ich hier mit meinem Katzenlatein am Ende.

Wir besitzen drei Katzen:
* Alfred: 3 Jahre, kam direkt von der Mutter zu uns, zu der Zeit gab es noch einige Monate einen alten Kater, der dann verstarb
* Berta: 2 Jahre, kam ebenso direkt von der Mutter zu uns
* Carla: ca. 1-1,5 Jahre, wir holten sie im Juli aus dem Tierheim, Herkunft unbekannt

Alfred und Berta verstanden sich von Beginn an gut, legen sich manchmal zusammen schlafen und putzen sich gegenseitig. Alfred ist kastriert, hat aber so ganz katertypisch oft Schübe wo er sehr, nun ja, hitzig spielen will. Beispiel: bevor er kastriert wurde, hatte ich ihn mit allen Vieren krallend und fest zubeissend am Arm hängen -- komplett in der Luft. Er ist zwar ganz deutlich ruhiger geworden, aber auch jetzt beisst er uns manchmal im Spiel oder wenn ihm etwas nicht passt und er weg getragen wird. Sonst ist er jedoch extrem anhänglich, will herum getragen werden und schläft bei seinen Menschen.

Berta ist ein wenig scheu und es dauerte sehr lange, bis man sie gelegentlich mal für eine halbe Minute auf den Arm nehmen durfte. Die beiden spielen regelmässig, laufen sich nach etc. Hin und wieder überkommt es Alfred auch hier und sie wird unserer Meinung nach etwas heftig gebissen. Sie scheint ihm das aber kaum übel zu nehmen. Wird er in einer solchen Situation zum Runterkühlen ins Badezimmer "gesperrt", geht Berta nach einigen Minuten hin und befreit ihn wieder, da sie Türen öffnen kann.

Carla ist nun seit einigen Monaten bei uns, die ersten Tage standen sich die Katzen noch recht vorsichtig gegenüber. Wir hatten uns vorab beim Tierheim, beim Tierarzt und im Internet informiert und auf anraten dann dazu entschieden,
die drei unmittelbar zusammen zu führen. Vom Tierheim aus waren wir zuvor nur noch kurz zu einem Check beim Tierarzt, der sein OK gab.

Alle drei sind Wohnungkatzen (rund 100qm + Balkon, der tagsüber zeitweise zugänglich ist). Lediglich Berta will aber eigentlich nur regelmässig mit Nachdruck dort raus, um etwas die Umgebung zu beobachten. Die drei haben mehrere Kratzbäume und sonstige Klettermöglichkeiten.

Carla verzog sich die ersten Tage meist unter das Bett im Schlafzimmer, traute sich dann immer öfter kurz dort hinaus. Über mehrere Wochen entwickelte sich das so, dass Berta gelegentlich Nachlaufen mit ihr spielte, dabei etwas Faucherei aufkam, das aber ganz gut zu funktionieren schien bzw. scheint.

Carla ist im Tierheim kastriert worden, hatte vorher bereits einen Wurf Junge bekommen. Sie ist sehr verschmust, solange man ihr Kopf und Hals streichelt, lässt sich aber quasi gar nicht auf den Arm nehmen und reagiert aggresiv, sobald man ihr seitlich den Bauch streichelt. Wir hatten sie zwischenzeitlich nochmals beim TA untersuchen lassen inkl. Kotprobe, jedoch ist köperlich wohl alles OK.

Insgesamt wirkt sie oft irgendwie leicht hyperaktiv. Zum Beispiel: man geht langsam auf sie zu, um sie zu streicheln dabei wandert ihr Blick dann zuckend zwischen allen möglichen Zielen, die sich bewegen: Hand, Gesicht, Köper, sonstiges im Raum. Sobald sich irgendwer bewegt, muss sie sich auch bewegen, liegt sie bspw. auf einer Decke mit auf dem Sofa (was sie durchaus tut), springt sie sofort auf, wenn man sich bewegt.

Vermutlich durch die dominante Erscheinung des Katers und ihre Hektik stellte es sich schnell ein, dass zwischen den beiden Spannungen entstanden. In Momenten, wo er nur vorbei kam (oder auch mal spielen wollte) und sie sich erschreckte fauchte und krallte sie -- etwas, was er von Berta gar nicht gewohnt ist.

Auf der Katzentoilette stellte sie sich irgendwie etwas ungeschickt an, vergrub ihren Kot nicht. Alfred fing quasi an, sie bei jedem Toilettengang zu kontrollieren und auch zu bedrängen, weil ihm das offensichtlich nicht passte.

Je mehr sie bedrängt wurde, je mehr entwickelte sie offensichtlich eine Furcht vor ihm. Es kam schnell dazu, dass sie in der Wohnung etwas voll pinkelte. Mutmaßlich aus Angst, da ja nicht köperliches vorlag. Diese Pinkelei weitete sich so weit aus, dass wir alle möglichen gefährdeten Dinge weggeräumt haben. Der Uringeruch schien wiederum Alfred aggresiv zu machen, man konnte quasi beobachten, wie er das irgendwo roch und sie dann kurz später direkt wieder anging.

Es kann jedoch auch passieren, dass sie dann Abends doch recht nah aneinander beide auf der Couch schlafen. Sobald sie dann am Morgen wach sind, kommen sie sich jedoch wieder recht schnell in die Haare.

Phaseweise wurde es dann mal wieder etwas besser, jetzt wiederum hat sie in den letzten Tagen mehrfach gepinkelt. Selbst bei der eigentlich so ruhigen, lieben und meist scheuen Berta kann man gelegentlich beobachten, wie sie von sich aus, Carla aggressiv angeht, sie anfaucht und krallt. Es wirkt, als sei auch sie durch gelegenlichen Uringeruch angestachelt. Fauchen und Krallen ist ein Verhalten, dass zwischen Alfred und Berta völlig unbekannt war.

Versucht haben wir in der Zeit nun alles mögliche: Futter in diversen Variationen, Spiele gemeinsam, Katzenklos an diversen Orten (insgesamt existieren 5!) etc. Auf verschiedene Ratschläge bekamen die drei die Mittel Zylkene und Relaxan und es wurden irgendwelche Pheromon-Zerstäuber aufgehangen. Bei Berta scheint die Relaxan-Gabe auch in irgendeiner Form anzuschlagen, sie ist uns gegenüber zutraulicher und verschmuster. Bei den anderen beiden kann man da nichts mit Sicherheit sagen, es war halt phasenweise besser, in den letzten Tagen jedoch wieder schlechter.

In der Wohnung ist die Küche der dem "Katzenraum" gegenüber liegende, sprich am weitesten entfernte Raum. Im Katzenraum stehen die Haupt-Toiletten. Vor rund zwei Wochen hat Carla in der Küche vor einen Trinknapf gekotet -- dieser steht separat von den Futtertöpfen weg. Gestern passierte nun das Gleiche: als wir nach Hause kamen, fand sich ein stinkender Kothaufen vor dem Wassertopf. Es war ein anderer Wassertopf als zuletzt und morgens war das Wasser erneuert worden. Da wir während dessen abwesend waren, wissen wir natürlich nicht, was passiert ist. Denkbar wäre, dass sie sich nicht aus der Küche heraus getraut hat und einfach dort ihre Not verrichtet hat.

Auf der anderen Seite: zuletzt, in einer sehr ruhigen Situation, als auch zuvor an dem Tage nichts vorgefallen war, war Carla im Wohnzimmer und kratze an einer Decke herum, die als Bedeckung auf dem Sofa lag, es wirkte als wolle sie dort hin urinieren. Ich habe sie dann genommen und (unter Protest) zum Katzenklo getragen, das sie auch sofort genutzt hat. Einen Tag später das gleiche Spiel bei einem Katzensofa. Und kurz später hat sie genau in dieses Katzensofa doch noch hinein gepinkelt. Jeweils in Sitationen, wo kein Stress bestand. Seit dem haben sich die Ereignisse wieder gehäuft: nachdem das Kissen aus dem Katzensofa zum Waschen entfernt war, hat sie dann nochmal in das Gestell gepinkelt, das zuvor noch sauber war. Letzte Nacht hat sie irgendwann in einen Pappkarton im Schlafzimmer gepinkelt.

Was man gegen sie Zappelligkeit dieser Katze noch unternehmen könnte, ist mir ein Rätsel. Mittlerweile bin ich der Auffassung, dass sie wahrscheinlich in einem ruhigen Haushalt als Einzelkatze besser zurecht käme.

Und komplett ratlos bin ich, wie man wohl diesen Teufelskreis durchbrechen könnte: Unsauberkeit macht den Kater aggressiv und diese Aggression verunsichert die Katze.

Danke schon mal, falls jemand Vorschläge hat.

triple
 
18.11.2012
#1
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Gast

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Monterosa

Monterosa

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Hallo und willkommen,
Du schreibst, dass die Herkunft von Carla unbekannt ist;
vielleicht weiß sie einfach nicht, wie Katze das Klo benutzt,
weil sie es nicht gelernt hat ?
Weißt Du ob sie dieses Verhalten ( nicht vergraben der Hinterlassenschaft ),
schon im Tierheim hatte ?
Irgendwie wirkt ihr Verhalten (wie Du es beschreibst) sehr unsicher,
dazu kommt, das sie so jung schon Mutter war.
Ich denke das es wichtig wäre zu versuchen ihr Selbstbewusstsein zu stärken,
und vielleicht könnt ihr (wenn ihr zu Hause seid) ihre Hinterlassenschaft
gleich entsorgen, (bzw. ihr zeigen wie man sie vergräbt), damit Alfred keinen Grund hat
aggressiv zu reagieren.
Das Carla ganz gesund ist, ist ganz sicher ?
 
T

triple

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Zum Vergraben sollte ich noch ergänzen, dass sie das nun etwas besser im Griff hat. Anfänglich hat sie sich so ungeschickt angestellt, dass sie hin und wieder Kot an den Pfoten hatte -- womöglich aber auch in Situationen, wo sie von Alfred gestört wurde. Das wissen wir nicht genau.

Grundsätzlich weiß sie sicherlich, dass sie das Katzenklo nutzen soll, was sie ja auch tut. Fraglich ist halt, warum sie trotzdem -- selbst wenn die Klos just komplett frisch erneuert sind -- dann woanders hin geht. Zwischenzeitlich wurden auch diverse Streus durchprobiert, derzeit verwenden wir so ein extrem teures Naturprodukt. Wir erinnern sie halt mitunter an die Toilette, indem wir sie dort hin bringen.

Im Tierheim konnten wir kaum Infos bekommen, da völlig überbelegt und man zwischenzeitlich die Katze sogar mit einem anderen Tier verwechselt hatte.

Gesund sollte sie wohl sein. Das TH hat sie uns als gesund abgegeben, der Tierarzt, der sie dort im TH behandelt hat, ist der gleiche, zu dem wir eh schon mit den anderen Katzen gingen. Nach der Abholung aus dem TH sind wir gleich zu ihm hin, um die Zusammenführung absegnen zu lassen und nach ein paar Wochen haben wir die Katze nochmals vorgestellt und eine Kotprobe untersuchen lassen.
 
Monterosa

Monterosa

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Ja, es ist schwierig und der einzige Tipp, den ich Dir
geben kann ist einfach weiter Geduld zu haben.
Ich habe das Gefühl, dass ihr ein sehr Katzen liebender Haushalt seid,
und deshalb glaube ich nicht, dass es für Carla besser wäre
wenn sie schon wieder wo anders hin käme,
dass sie sich nicht am Bauch streicheln lässt, ist normal.
Das ist ihre empfindlichste Stelle und sich dort berühren zu lassen,
braucht es sehr viel Vertrauen, ich fände es schön wenn ihr es weiter
versuchen würdet-
 
F

fuzzy

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Hallo,

wann wurde ein großes Blutbild gemacht - mit allen Organwerten?

Katzen können sehr gut verbergen, dass sie Schmerzen haben.

Urin wurde kürzlich untersucht und somit eine Blasenentzündung ausgeschlossen?
 

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