ich möchte gerne verstehen aber ich verstehe nicht wirklich, warumKatze unbedingt so viel Fleisch fressen muss.
Ganz einfach, weil der komplette Organismus der Katze auf Fleisch bzw. Beutetiere eingestellt ist und gegenüber z.B. einem Allesfresserorganismus wie dem des Menschen einige Spezialanpassungen hat.
Zum Beispiel steuern Katzen ihren Blutzuckerspiegel nicht über Kohlenhydratverbrennung (die meistens in großen Schüben abläuft, direkt nach der Nahrungsaufnahme steigt der Blutzuckerspiegel kräftig an und sinkt später wieder ab), sondern über die Neubildung von kleinen Mengen an Glucose (= Blutzucker) aus bestimmten Aminosäuren. Gluconeogenese nennt sich das.
Die Gluconeogenese ist beim Menschen und bei den meisten anderen Säugetieren ein Prozess, der je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden kann. Bei Katzen nicht, da läuft er immer und ist quasi verpflichtend.
Das heißt erstens, dass Katzen ständig kleine Mengen an verdaulichem Protein brauchen, um ihren Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten.
Das heißt aber zweitens auch, dass der Blutzuckerspiegel bei Katzen von Natur aus weniger stark schwankt als bei Säugetieren, die mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen. Und es gibt Hinweise darauf, dass sie die starken Schwankungen, die durch kohlenhydratreiches Futter kommen, auf Dauer schlecht vertragen, speziell dass diese Schwankungen Diabetes begünstigen.
Außerdem können diese großen Mengen an Glucose in der Leber kaum abgebaut werden, weil ein bestimmtes Leberenzym (die Glucokinase) bei Katzen im Vergleich zu anderen Säugetieren fast inaktiv ist. Sie brauchen dieses Enzym bei ihrer natürlichen, fast kohlenhydratfreien Ernährungsweise einfach nicht. Deshalb können Katzen nur geringe Glucosemengen auf einmal in Energie umwandeln - der Rest wird bei kohlenhydratreichem Futter im Körper gespeichert, und zwar vor allem in Form von Fett.
Und deshalb werden Katzen, die sich hauptsächlich von Trockenfutter ernähren, sehr leicht übergewichtig ... mit allen Risiken, die man vom Menschen auch kennt (Diabetes, Gelenkbeschwerden, Herzprobleme, und so weiter).
Des weiteren haben Katzen im Lauf der letzten paar Jahrhunderttausende einen ziemlich "faulen" Stoffwechsel bekommen.
Dazu muss man wissen, dass Pflanzenfresser pflanzliche Proteine und Fette ja in tierische Proteine und Fette umwandeln, und dass die Endprodukte dem Körpergewebe eines anderen Tieres natürlich ähnlicher sind als die Ausgangsprodukte. Die Katze als von-Natur-aus reiner Beutetierfresser hat also quasi im Lauf der Evolution "gelernt", sich drauf zu verlassen, dass ihre Beutetiere den größten Teil der Umwandlung ihrer Nahrung in körpereigenes Gewebe für sie erledigen und sie da selbst nicht mehr viel machen muss.
Katzen können z.B. die Aminosäuren Methionin, Arginin und Taurin nicht in ausreichenden Mengen selbst herstellen, sondern müssen sie mit der Nahrung aufnehmen. Und genau diese Aminosäuren sind nur oder hauptsächlich in tierischem Gewebe enthalten, nicht in pflanzlichem.
Das Gleiche gilt für mindestens eine Fettsäure (Arachidonsäure) und für die Vitamine A und D3. Menschen (und z.B. auch Hunde) können Vitamin A aus pflanzlichem Beta-Carotin synthetisieren und Vitamin D3 aus pflanzlichem Vitamin D2, Katzen nicht.
Wenn das Futter viele pflanzliche Zutaten enthält, dann sind die kritischen Nährstoffe nicht oder in zu geringer Menge enthalten und müssen künstlich zugesetzt werden ... und das ist auch bei Menschen"futter" schon nicht unumstritten (Stichwort Bioverfügbarkeit).
Ich hoffe, das reicht erstmal an Begründung

Wenn nicht, kannst du z.B. hier weiterlesen:
http://haustiger.info/die-katze-–-anatomie-und-physiologie-eines-wahren-fleischfressers/