• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Mammatumor

  • Autor des Themas Mimi2012
  • Erstellungsdatum
Mimi2012

Mimi2012

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Hallo zusammen,

am 20. Juni dieses Jahres habe ich die kleine Annie aus einem Tierheim zu mir genommen. Sie ist schon etwas älter (geschätzt 12-14 Jahre) und hatte einen bösartigen Mammatumor. Sie wurde ca. ein halbes Jahr bevor ich sie zu mir nahm (also ca. im Januar), operiert. Dabei wurde ihr die gesamte Milchleiste entfernt. Die erste Kontrolluntersuchung im August 2012 brachte zum Glück keine Auffälligkeiten ans Licht.
Vorgestern war ich nun wieder bei der Tierärztin. Diese entdeckte unter dem rechten Arm einen festen Knubbel und meinte, sie möchte diesen wegoperieren. Ich sprach daraufhin von sporadisch auftretendem Schnaufen und Niesen. Es soll nun erstmal (nächsten Mittwoch, den 28.11.) ein Lungenbild gemacht werden, um zu schauen, ob es Methastasen in der Lunge gibt. Bei negativem Befund (also keinen Methastasen) soll der Knoten raus. Falls auf dem Bild etwas gesehen wird, wars das mit der OP, weil es ja keinen Sinn mehr machen würde, sagte die TÄ. Kann ich leider nachvollziehen... Dann würde ich mich um ein weiteres schönes Leben der kleinen Annie bemühen.

So... ich war mir zwar bewusst, dass ich eine Katze zu mir nehme, die bereits einen Tumor hatte und immer wieder daran erkranken kann. Allerdings ist Annie in den vergangenen 5 Monaten bei mir so aufgeblüht und lieb geworden, dass ich ihre "Vergangenheit" automatisch ausgeblendet habe, d.h. ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass es wieder ausbrechen könnte (natürlich habe ich sie regelmäßig zur Kontrolle gebracht). Ich wollte einer armen Katze, die keiner haben wollte, ein Zuhause geben.

Doch nun ist alles so nah!... Ich habe Angst. Ich habe mich für sie entschieden, damit so eine ehemals kranke Katze eine Chance auf ein schönes Leben bekommt und nicht im Tierheim sterben muss. Und sie hat ja ein sehr schönes Leben bei mir, das weiss ich, das sehe ich an ihr, an ihrem Verhalten, dem glänzenden Fell, ihrer Zutraulichkeit, etc.

Am Tag der Nachricht, dass der Knubbel entfernt werden sollte und man zuvor Methastasen in der Lunge ausschließen müsste, war ich realtiv gelassen. Seit gestern allerdings weine ich ständig... Ich weiß, dass es ihr gut geht und ich womöglich auch nichts falsch gemacht habe. Dennoch tut es echt weh. Ich verwöhne sie jetzt mit ganz viel Futter, Streicheleinheiten, Kuscheln.

Das war jetzt sehr viel zur Vorgeschichte ;)

Meine Frage ist: Habt ihr Erfahrungen mit solchen Erkrankungen gemacht und könnt mir mitteilen, wie hoch die Lebenserwartung eures Tigers war? Habt ihr neben einer OP noch etwas unternommen? Das würde mir wirklich sehr helfen.

Lieben Gruß,
Mimi2012
 
23.11.2012
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Hey Mimi!

Ich hatte eine Katze - meine Joy - aus dem TH geholt. Als wir zuhause waren, habe ich Knubbel unter ihrem linken Arm entdeckt. Vier Monate später - die Knubbel hatten sich nicht verändert - haben wir die TÄ draufgucken lassen. Biopsie - Lymphdrüsenkrebs. Wir haben es mit Chemo versucht, die super angeschlagen hat. Danach zur Tierheilpraktikerin.

Dann wurden die Knubbels wieder größer, die fast verschwunden waren. Wir ließen sie entfernen. Bei der pathologischen Untersuchung des Gewebes kam raus, daß es ein Rezidiv eines Mamatumores war, den sie vor unserer Zeit hatte. Nach der Präventiv-Chemo (Post-OP) wollte sie nicht mehr richtig futtern und hat innerhalb einer Woche Lungenmetastasen entwickelt. Das wissen wir so genau, weil sie die Woche zuvor für eine Nacht in der TK war, eben wegen des schlechten Essens. Joy wurde 5 Jahre alt.

Mit diesem Wissen würde ich heute höchstwahrscheinlich die OP zuerst machen und dann die Chemo. Ein schattenfreies Lungenbild bedeutet keine sichtbaren Metastasen. Mikrometastasen können da nicht erkannt werden. Nur so als Info. Wir können uns eben nie sicher sein.

Wo seid Ihr in Behandlung? Ist dort ein Veterinäronkologe? Ansonsten geh´ mit der Süßen in eine TK mit Fachleuten und laß´ Dich dort gut beraten.

Alles Liebe für Dich und Dein Schätzchen!
Sisja
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hallo Sisja,

vielen Dank für deine Antwort! Die hat mir schonmal etwas Mut gemacht :)
Wir sind in bei einer netten Tierärztin in Pulheim (Gut Bergerhof). Dort gehen wir hin, weil Annie schon immer dort behandelt wurde (sie hat ihr damals auch die Milchleiste entfernt). Ich habe sie noch nicht gefragt, ob und was genau sie spezialisiert ist. Aber sie kennt Annie schon länger und ich denke, sie weiß was sie tut (hoffe ich jedenfalls). Sie hat einen sehr guten Eindruck gemacht und sich Zeit genommen, alle Fragen zu beantworten.

Naja, ich habe mir noch ein paar weitere Fragen für morgen aufgeschrieben, damit ich mich nicht so ganz verrückt mache und Annie mit einem guten Gefühl in ihre Hände gebe.

Ich habe nur Angst, dass sie die Narkose nicht verkraftet (nach wie vielen Tagen sind die Miezen denn über den Berg?) oder gar, dass der Tumor nach der Entfernung des Knubbels erst recht streut. Das habe ich irgendwo gelesen :-|

Ich melde mich morgen mal zurück und gebe Bescheid, wie die OP gelaufen ist.

Lieben Gruß,
Julia
 
lorel

lorel

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Schau Dein Tier ist ja schon älter, so schnell wird der Tumor nicht wachsen, ich würde den Lympknoten auch unabhänig entfernen und bei Lungenmetastasen eine Chemo machen und begleitend eine Mykotherapie machen. Ich sende Dir gern einen Link. Es wird auf jeden Fall wirkt es Lebenverlängernd.
 
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WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Hey Julia!

Was die Narkose betrifft - das ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Es gibt Miezen, die sind am gleichen Abend noch fit, andere haben am nächsten Tag noch zu kämpfen.

Gut, daß Du Vertrauen zu Deiner Tierärztin hast und Dir im Vorfeld Notizen machst. Man bekommt dann oft so viele Informationen, daß man vergisst, manche Sachen zu fragen.

Klar, die Gefahr einer Streuung auch durch die OP besteht immer. Aber es gibt Möglichkeiten zur Nachbehandlung, eben Chemo oder auf naturheilkundlichem Weg.

Wie war der Termin heute?

Alles Liebe für Dich und Annie!

Sisja
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hi,

der Termin war gestern und ist gut verlaufen. Wir haben sie um 18:00 Uhr abgeholt und hatten eine recht stürmische Nacht. Sie hat den "Trichter" überhaupt nicht akzeptiert und war ja auch noch völlig benebelt. Wir haben sie dann in ihre Box eingesperrt, weil uns irgendwann unweigerlich die Augen zugefallen sind :/ Das verlief zunächst gut und sie ist immer wieder eingeschlafen. Mitten in der Nacht hörten wir dann aber einen Radau... sie hat sich in der Box den Trichter abgerissen und eine Kralle mit dazu :/ Jedenfalls war das Bad voller kleiner Blutflecke nachem ich sie aus der Box entließ.

Ich habe sie dann den ganzen morgen ohne Trichter beobachtet, dass sie an der Wunde auch ja nicht leckt. Bin ich müde... Sie hat auch was gegessen und getrunken. Danach habe ich ihr den Trichter wieder angebracht (bzw, wieder anbringen können). Es stört se zwar immer noch, aber momentan geht's.

Was der Befund betrifft: Das herausoperierte Teil wird erstmal eingeschickt. Die TÄ konnte mir nichts genaues sagen, meinte aber, dass es Tumor-untypisch ausgesehen hätte etc.

Sie ist zum Glück "wieder auf den Beinen" und man kann sie in Ruhe mit Trichter herumlaufen lassen :)

PS: Die Lunge sah übrigens gut aus.

Liebe Grüße
 
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WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Fein! Du kannst ihr ein Baby- oder Puppenhemdchen anziehen, die Dinger, die am Rücken offen sind. Über den Rücken kannst Du das Teil auf Figur tapen. Mit Leukoplast oder Gaffatape. Einfach die Flügelchen von dem Hemd übereinanderlegen, bis das Teil nicht verrutschen kann und auf dem Stoff festkleben.

So haben wir´s bei Joy gemacht, damit sie nicht an die Wunde kam. Hat bestens gefunzt. Jeden Tag das Hemdchen gewechselt, damit keine Infektion entsteht und die Wunde kontrolliert.
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hi,

Annie hat den Trichter zum Glück bereits am 2. Tag akzeptiert. Übermorgen werden die Fäden gezogen und das Ding kommt ab :)
Leider habe ich heute auch das Ergebnis des Befundes (der Knoten, der rausoperiert wurde) erhalten. Es handelt sich um ein Rezidiv des Mammatumors, der vor knapp einem Jahr entfernt wurde. Die TÄ meinte, dieser sei sehr böse und wohl auch stark streuend. Daher würde sie sie auch nicht mehr operieren, falls nochmal ein Knoten entsteht.
Das möchte ich der kleinen Annie auch nicht mehr zumuten.
Ich werde ihr nach dem Fäden ziehen noch ein weiteres schönes Katzenleben ermöglichen :) Was mich tröstet, ist die Tatsache, dass ich sie davor bewahren konnte, im Tierheim zu sterben und ihr damit etwas Gutes getan habe. Leider bekommen solch arme Katzen ja nur sehr selten eine Chance...
Aber es geht ihr momentan recht gut :)))

Falls es etwas neues gibt, poste ich nochmal.

Liebe Grüße!!
 
WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Schön, daß Annie das erstmal überstanden hat. Genießt Eure gemeinsame Zeit. Paß´ gut auf ihre Atmung auf. Dieser Krebs streut in die Lunge.

Vielleicht kannst Du ihr Immunsystem unterstützen, damit sie solange wie möglich frei von Metastasen bleibt.

Alles Liebe für Euch!
Sisja
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hallo zusammen,

ich habe eine traurige Mitteilung:
Ich musste die kleine Annie vor knapp 4 Stunden erlösen. Als ich heute nach Hause kam, war ihre Atmung (die seit Wochen schon nicht mehr einwandfrei war) sehr schnell und schnappartig. Ich bin dann gegen kurz vor 21:00 Uhr zur TÄ, die als Ursache die vom Krebs gestreuten Metastasen feststellte und sagte, ich solle sie gehen lassen. Sie machte in der Klinik aber einen solch vitalen Eindruck, dass ich dachte, es wäre besser, sie bei mir zu Hause gehen zu lassen (am nächsten Tag). Nicht zu meinem eigenen Wohle, sondern zum Wohle des Tieres. SIe bekam eine Kortison-Spritze und ich fuhr wieder nach Hause. Dort bereute ich meine Entscheidung zutiefst, denn Annie atmete schwerer als vorher. Zwei Stunden habe ich mit mir gerungen, ehe ich den tierärztlichen Notdienst anrief (dieselbe TÄ wollte ich nicht wieder um ihren Feierabend bringen - klingt doof, aber ich war zu dem Zeitounkt eh schon fertig mit den Nerven). Wir fuhren dorthin und ich erlöste sie.

Gestern war noch alles in Ordnung. Sie futterte mir meinen Käse weg und kletterte auf meinen Schoß, schnarchte mir vorgestern noch die Ohren voll... Und heute... zack.. war es soweit. Ich dachte mir schon, dass es schnell gehen würde aber so schnelll?! :((((

Sie war in den letzten Wochen irgendwie nicht mehr so zutraulich, d.h. sie kam nicht mehr so oft oder so lange zu einem, die Atmung wurde "zäher" und sie zog sich etwas mehr zurück, hatte ich das Gefühl. Also ich dachte mir schon, dass es nicht mehr lange sein würde (max. 6 Monate), aber das war mir heute doch zu schnell.... Immerhin war heute ein Ausnahmetag, wo ich knapp 12 Stunden aus dem Haus war (sie konnte eh immer sehr gut alleine bleiben). Gerade heute, wo ich keine Zeit hatte, ging es ihr so schlecht, dass ich sie einschläfern musste. Ich hatte Angst, dass sie heute Nacht erstickt... Und trotzdem fühle ich mich furchtbar... Einem Lebewensen sein Leben nehmen ist eine schwere Entscheidung und ich wünschte, ich hätte dies und jenes besser gemacht... Aber ich wollte nur das beste für sie. Schlimm, dass sie so urplötzlich weg ist und mir nicht mehr in der ganzen (kleinen) Wohnung hinterherläuft.

Der Tumor war zwar an einer kleinen Stelle nachgewachsen (Rezidiv - auch am Gesäuge), aber letztlich waren es die Lungenmetastasen, die ihr schwer zu schaffen machten.

Ich hoffe nur, ich habe alles erdenklich richtige gemacht und sie hatte bei mir noch ein schönes Leben.

Ich vermisse die kleine schrecklich! :(
 
WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Liebe Mimi!

Mach´ Dir bitte keine Vorwürfe. Du hast alles richtig gemacht. In solchen Situationen muß man immer von Tag zu Tag entscheiden. Annie hatte bei Dir ein schönes Leben. Sie hätte keine Chance auf ein neues Zuhause gehabt bei der Erkrankung. Sie ist bei Dir aufgeblüht und wurde geliebt. Das ist das Entscheidende. Fühl´ Dich ganz lieb gedrückt.

Diese Metastasen können sich innerhalb kürzester Zeit entwickeln. Bei Joy ging das innerhalb einer Woche. Es ist eine fürchterliche Erkrankung, gegen die wir machtlos sind. Natürlich vermisst Du sie schmerzlich. Wie sollte es anders sein, wenn eine geliebte Seele geht? Vielleicht möchtest Du Annie´s Vermächtnis ehren, indem Du einer anderen Katze oder vielleicht auch zweien ein warmes, liebevolles Zuhause gibst? Annie hilft Dir von drüben!

Liebe Annie, hab´ viel Spaß auf der anderen Seite. Es freut mich sehr, daß Du ein feines Zuhause hattest. Geliebt zu werden ist das, was uns alle trägt. Und Du hast - wenn auch für eine kurze Zeit - diese Liebe erfahren. Grüß´ bitte meinen lieben Whisky und meine liebe Joy von mir. Irgendwann sehen wir uns alle wieder!

Herzlichen Gruß,
Sisja
 
Mimi2012

Mimi2012

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Liebe Sisja,

vielen Dank für deine aufmunternden Worte! Die helfen mir zumindest etwas gutes in dem ganzen zu sehen, was mir momentan echt schwer fällt. Ich fahre gleich ins Tierheim und gebe ein paar Sachspenden (nur das, was sie eh nie mochte ;)) und Futter ab.

Ich hätte einfach nicht gedacht, dass es so schnell ginge... von heute auf morgen... knall auf fall... ich fasse das noch nicht, ich will das einfach nicht.
 
Basije

Basije

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Es tut mir unendlich leid und du hast mein tieftes Mitgefühl. Meine Jenny hatte das gleiche. Sie wurde operiert und ein halbes Jahr ging es ihr so gut, dass ich dachte sie schafft das. Dann ging es ziemlich schnell bergab.
Laß dich mal ganz lieb in den Arm nehmen. Deine Kleine ist jetzt für immer in deinem Herzen und irgendwann werden wir alle unsere kleinen Lieblinge wiedersehen.

Lebe wohl liebe kleine Anni, jetzt hast du keine Schmerzen mehr. Im Katzenhimmel kannst du mit all unseren Sternenkätzchen spielen und wieder glücklich sein.
Grüß bitte meine vier Lieblinge von mir.

Traurige Grüße Kathi.
 
WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Hey Mimi!

Weißt Du - bei uns war es die Holzhammermethode. An Joy´s Todestag - morgens hielt ich sie noch in den Armen - fuhren wir nachmittags ins TH, nur um mal zu gucken. In dem TH waren wir noch nicht, aber sie hatten viele Minitiger zu der Zeit aus den Herbstwürfen. Männe meinte ja nach der Diagnosestellung, wenn sie nicht mehr sei, würden wir uns doch zwei kleine Miezen holen.

Der Tag war eh gelaufen, also standen wir kurz vor Öffnung vor dem Tor. Ich war noch völlig fertig, hatte zuhause alles geputzt und war einfach nur traurig. Wir traten durch das Tor, ich sah die ersten Katzen und hatte erstmal Tränen in den Augen. Wir wurden ins Katzenhaus geschickt. Die Mitarbeiterin hörte sich an, was wir zu bieten hatten und führte uns rum.

Irgendwie sprang bei keiner Miez der Funke so recht über. Dann überlegte sie und meinte, sie hätte da zwei Kätzchen, die sehr schlechte Chancen hätten, weil sie so ängstlich seien. Sie hießen Erna und Willi. Ich: Geile Namen, die müssen wir kennenlernen. Und da saßen sie, in der hintersten Box unter Decken versteckt.

Die Mitarbeiterin öffnete die Box, nahm eine Decke hoch, Erna fauchte uns an. Männe und ich starrten sie ungläubig an. Dann nahm sie die hintere Decke hoch. Da steckte in der hintersten Ecke eine kleine, gestreifte Miez und guckte ganz ängstlich. Sie hatten die gleichen Fellfarben wie Whisky und Joy. Männe und ich waren wie vom Donner gerührt. DIE beiden waren es!

Wir hatten nichts dabei und waren total überrascht, als die MA meinte, wir könnten sie direkt mitnehmen, wenn wir wollten. Wir wollten und bekamen eine Box aus dem TH, die wir zum Impfen und Kastra wieder zurückbringen würden. Eine halbe Stunde später saßen wir mit zwei aneinandergekuschelten Minitigern im Auto. Zuhause übernahm Männe dann die Kleinen. Ich kümmerte mich um Klobefüllen, Futter, Wasser und so. Ich war noch etwas überfordert mit der Situation.

So liegen Trauer und Freude einfach wahnsinnig eng zusammen. Heute haben wir drei Katzen aus jenem Tierheim, Leo zog noch ein, ein Seniorkater mit Hüftschaden, um den Mädels zu helfen, da sie einfach total verstört waren, wohl zu früh von der Mama weg und nicht sozialisiert.

Was ich Dir damit sagen will: Wenn Du heute ins TH gehst - vielleicht magst Du Dich mal nach einem Erben umgucken? Es ist kein Verrat - Du ehrst das Vermächtnis Deiner Freundin!

Lieben Gruß,
Sisja
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hey!

Vielen Dank für die aufmunternden Worte.

@Sisja:
Tja, ich habe mir auch schon überlegt, was ich mache, wenn Annie mal nicht mehr ist (und das ist gerade mal ein paar Tage her). Da schaute ich schon auf der Seite unserer Tierheims und fühlte mich dabei und danach furchtbar schrecklich, als würde ich Annie schon als tot ansehen... :-/ Gestern bin ich im Tierheim gewesen, um ein paar Sachspenden abzugeben. Annie's Sachen habe ich behalten, wir hatten aber noch ein altes Katzenklo und das ganze Streu... Zu den Katzen bin ich nicht gegangen, weil das TH noch nicht aufhatte und ich auch nicht wollte. Es hat mich zu sehr an Annie erinnert, der Gang Richtung Katzenhaus... eine Qual... ich weiß noch genau, wie wir sie abgeholt haben. Sie war freiwillig in die Box gestiegen, machte auf der Autofahrt keinen Mucks. Ich denke, sie wusste, dass ich sie jetzt endgültig zu mir hole.

Und das Komische ist, 9 Tage zuvor war meine Mimi verstorben. Meine Güte, ich habe in meinem Leben lange nicht mehr so gelitten. Mimi lebte aber bei meiner Mutter und Annie kam zu mir in meine bescheidene Wohnung. Irgendwie war das für mich, so glaube ich, auch eine Rechtfertigung. Es war ok, denn sie würde ja einen "neuen" Platz bekommen und keinen alten besetzen.

Ich habe es die erste Woche - um ganz ehrlich zu sein - bereut. Nicht, dass ich sie zurückgebracht hätte, um Himmels Willen. Aber es war natürlich recht anstrengend und sie hat mich in der ersten Woche jede Nacht um den Schlaf gebracht. Irgendwie hat sie mich einfach etwas genervt. Ich wollte ihr auch nicht Mimi's Schlafkissen geben, sondern stellte neue Sachen hin. Als meine Mutter mit meiner Tante mal da waren (ich war gerade woanders), holten sie Mimi's Kissen raus und legten es Annie hin, natürlich legte sie sich gerne darauf (war ja auch ein super Kissen ;)) Ich war zunächst entsetzt. Ich weiß nicht mehr genau, ob ich es nicht sogar wieder versteckt habe. Aber ich habe es ihr irgendwann wieder hingelegt und gewöhnte mich an den Gedanken, dass nun Annie darauf schlief.

Heute war es für mich das normalste auf der Welt.

In den ersten Wochen war ich sogar etwas sauer auf Annie, weil ich noch um Mimi trauerte. Ich weiß nicht mehr genau, was ich empfunden habe, ich habe es mir aufgeschrieben. Das mache ich, damit ich mich genau an sowas dann wieder erinnern kann. Erinnerungen verfälscht man ja so schnell. Auch habe ich ganz viele Fotos und vor allem Videos (!) gemacht. Von Mimi hatte ich kein einziges, was mich im Endeffekt sehr traurig gemacht hat.

Annie war am Montag noch putzmunter (abgesehen von der schnellen Atemfreuquenz) und Dienstag war es schon soweit. Sie konnte nicht mal mehr trinken... Sie knurrte mich an und zog sich total zurück. Aber warum wurde sie auf den Autofahrten wieder munterer? Das war der Grund, weshalb ich sie das erste Mal nicht einschläfern konnte. Wie schon geschrieben, zu Hause "normalisierte" sich ihr Zustand wieder zu "sehr schlecht". Das verstehe ich nicht...

Naja, also ich habe mir auch überlegt, ob ich nicht wieder eine Mieze zu mir nehme, wollte davon aber doch erstmal Abstand gewinnen, gerade weil Annie die erste Katze bei mir in der Wohnung war, sie ist mir den ganzen Tag hinterhergelaufen, konnte Türen öffnen, war einfach eine super liebe Katze... Und so intelligent^^ Die Wohnung verbinde ich einfach nur mit Annie. Deswegen fällt mir der Gedanke an eine neue Katze in DIESER Wohnung unfassbar schwer. Alle anderen Katzen wohn(t)en bei meiner Mutter. Ich habe das Gefühl, ich kann das nicht. Und leider fühlt es sich nach Verrat an :-/ Ich glaube, das tat es auch, als ich Annie ganz frisch zu mir geholt hatte.

Es ist noch so frisch, auch haben mir alle davon abgeraten, die immer mitbekommen, wie schlecht es mir geht, wenn eine meiner Katzen stirbt. Ich kann seit Dienstag nicht mehr in meiner Wohnung schlafen, es geht einfach nicht, sie ist überall, ich habe sie nach der Einschläferung sogar noch gehört, wie sie über den Boden tapst und wie sie frisst mit ihrem Seniorengebiss. Da dachte ich mir, ich bin verrückt. Oder ist dir das auch mal so ergangen?

Ach ne... ich fühle mich einfach nur mies... Warum war ich an dem Tag gerade nicht da? Warum habe ich ihr kurzes Miauen an dem morgen nicht oder nicht richtig gedeutet? Hätte ich das gewusst, wäre ich zu Hause geblieben. Aber ich war immer oft zu Hause, weil ich fürs Examen lerne... Und ich bin letzte Woche krank gewesen, vielleicht hatte das ja seinen Sinn?! Hätte ich es nur gewusst... aber als ich nach Hause kam, wusste ich es als ich sie ansah, als ich zuvor den vollen Napf sah und dann musste alles ganz schnell gehen :'( Dass ich an dem Tag morgens evtl. nicht aufmerksam genug war liegt mir schwer im Magen.

Traurige Grüße
 
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B

BibiLilliEmma

Gast
Du hast mein tiefes Mitgefühl! So Gedankengänge sind in deiner Situation wohl normal. An dem was du schreibst, sehe ich nicht, was du hättest anders machen können. Du hast alles für Annie gemacht, was du konntest. Und vergiss nicht, was du für sie getan hast, indem du sie aus dem Tierheim geholt hast. Es mag jetzt etwas herzlos klingen, aber ich würde mir schon sehr bald wieder ne neue Katze holen. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass du Zeit brauchst und es sich im Moment wie verrat anfühlt (obwohl es das nicht ist).
Ich wünsche dir viel Kraft und dass du irgenwann wieder einer Tierheimkatze die Chance gibst dich zu finden.
Alles Gute für dich!
 
WhiskysMensch

WhiskysMensch

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Ich habe nach Whiskys Tod gedacht, ich höre Gespenster. Alle seine Geräusche waren da. Wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, dachte ich, er steht in der Tür und wartet auf seine Leberwurst.

Als Joy nicht mehr da war, die Mädels lebten zunächst im Wohnzimmer, hat sie mir so gefehlt. Ihr lieber, warmer Körper in meinem Arm unter der Decke, oder Joy zusammengerollt vor meinem Bauch. Wir haben uns jede Nacht das Bett geteilt. Sie war so verschmust und wollte nur bei mir liegen.

Es ist kein Verrat, Du ehrst Annie damit, indem Du einen warmen Platz neu vergibst.
 
Mimi2012

Mimi2012

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Es tut so gut, zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.

@Sisja
Ach, das kenne ich alles zu gut. Diese leeren Plätzchen... Annie hat auch immer bei mir im Bett geschlafen. Morgens hat sich mich mit ihrer Schnauze geweckt, wenn der Wecker klingelte und ich trotzdem nicht aufstand. Auf einmal hockte sie auf meinem 2. Kopfkissen und schaute und schnurrte mich an. Sie stand meist auch erst auf, wenn ich das Bett verließ.

Heute morgen traf mich beim Aufwachen der Schlag - Annie ist nicht mehr da. Ich habe eher das Gefühl, es wird zwar nicht von Tag zu Tag, aber von morgen zu morgen (also beim Aufwachen) schlimmer. :-?:-?:-?

Ich war gestern übrigens im TH, weil ich das starke Bedürfnis hatte, mal nachzugucken, ob da nicht etwas lauert, für das ich in ein paar Wochen vielleicht bereit wäre. Außerdem wollte ich ein paar Katzen um mich herum haben.

Alle Mitarbeiter erinnerten sich an die kranke Annie und waren gleichsam betroffen (sie war ja immerhin ein halbes Jahr dort, weil sich keiner für sie interessierte...) Dabei war sie soooo eine tolle, liebe und einzigartige Katze. Ich erzählte ein bisschen von ihr und streichelte die ein oder andere Katze. Zwei fielen mir ins Auge, ein Senior, 18 Jahre, blind und eine Mieze, keine 10 Jahre alt und dieselbe Erkrankung wie Annie. Rein prinzipiell habe ich damit keine Probleme, doch habe ich Furcht vor dem nächsten Todesfall. Wenn ich wenigstens wüsste, dass ich 1-2 Jahre mit einer der Miezen hätte, würde ich es warscheinlich wieder wagen. Aber wenn ich die 3. Katze innerhalb eines Jahres begraben muss, gehe ich irgendwann emotional unter.

Ich bin wirklich unschlüssig. Ich würde so gerne wieder einer armen Katze ein Zuhause geben, aber meine Seele verkraftet das gerade wohl nicht. Vielleicht finde ich ja eine, die zwar nicht ganz gesund ist, aber noch eine vernünftige Lebenserwartung hat.

Bei Annie wusste ich es ganz schnell - sie war unter der Rubrik "Notfälle" geführt. Da konnte ich nicht anders als sie zu mir zu holen.
 
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WhiskysMensch

WhiskysMensch

12.857
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Schatz, Du weißt niemals, was Du bekommst. Nach Whiskys Tod wollte ich einfach eine gesunde Katze, egal wie alt, egal, ob behindert. Dann kam Joy. Ich war so unendlich glücklich. Ich habe den ganzen Tag ihren Namen gesungen und konnte es kaum erwarten, bis wir endlich zusammen wohnten.

Dann die Krebsdiagnose, schon wieder nach Whiskys Krebstod. Ich dachte, der Boden öffnet sich und verschluckt mich. Wir haben so gekämpft und doch verloren. Das hat mich zu einem Entschluß gebracht: Alles kommt, wie es soll und auf Manches haben wir keinen Einfluß. Das gab mir die Gelassenheit, die erste, schwierige Zeit mit den Mädels gut zu überstehen.

Und es brachte mich dazu, mich vorbehaltlos in Leo zu verlieben. Der Opifundkater mit dem Mördergeschwür im Gesicht, wo man nicht wußte, ob es Krebs ist. Er zog ein, erholte sich sichtlich und macht hier nen prima Job. Seit seiner letzten OP wissen wir, daß er keinen Krebs hat und pumperlgesund ist. Dafür hat er sich letzten Sonntag den linken Hinterfuß verstaucht.
Und er hat nen Hüftschaden, wußte auch keiner.

Ergo: man weiß nie, was man kriegt. Aber man sollte sich deswegen nicht von schönen Dingen abhalten lassen. Wir nehmen nur noch TH-Tiere, gerne Senioren. Und wir genießen unsere gemeinsame Zeit!
 
Mimi2012

Mimi2012

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Hey,

ich weiß, man kann nie wissen, was einen erwartet. Leider habe ich dazu aber keinerlei positive Rückmeldung aus meinem Freundeskreis. Von wegen "dir geht es dann immer so schlecht, blabla".
Alle um mich herum raten mir von einer neuen Mieze ab. Keiner davon hat so eine enge Verbindung mit seinem Haustier, sofern überhaupt eins vorhanden ist. Auch mein Freund hat einfach keine Ahnung von Plüschis. Keiner versteht einen so wirklich.
Nicht mal meine Mutter will jetzt noch eine gesunde Katze haben (als Gesellschaft für den noch vorhandenen Kater Tommy). Wenn ich sie darauf anspreche, wie viele arme Seelen im TH warten, erzählt sie mir immer, dass sie keine mehr begraben möchte. Dabei wollte sie Annie, die ich eine Woche bei ihr gelassen hatte, als ich im Urlaub war, danach kaum noch hergeben!

Ich habe diesbezüglich einfach keine Unterstützung und alle schauen nur ungläubig und verständnislos, wenn ich erzähle, dass ich im TH war; die schauen mich an wie ein kleines Kind und fangen an mich zu belehren!! :-( "Du wolltest doch nicht mehr; du willst doch auch mal verreisen; etc." Als ob das alles mit Annie nicht funktioniert hätte.

Ich will Annie zurück! Wenn ich doch nur in der Zeit zurückreisen könnte...
Mein Herz blutet...

Ich kann nicht schlafen... jetzt habe ich mich heute abend wieder in mein altes Bett gelegt, runter von der Couch, weil es so einigermaßen ging. Es tut einfach nur weh! Sie ist mir auch noch gar nicht wirklich im Traum erschienen um mich zu trösten.

PS: Whisky und Joy sind ja wirklich wunderschöne Katzen - vor allem Joy's Blick auf dem Signatur-Foto ist wirklich rührend. Sie waren bestimmt ein paar ganz liebe...
 
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