Frage an Züchter!

  • Autor des Themas hibacki
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hibacki

hibacki

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Huhu

als Kind wollt ich immer schon mal Züchter werden :D
ich habe darüber nach gedacht und werde mir das Ziel setzen irgentwan in 10 Jahren vllt Züchter zu werden wen es meine Lebensituation mal zulässt :)

Deswegen wollt ich euch Züchter fragen


  • Wieso wolltet ihr eigentlich Züchter
    werden? Warum diese eine Rasse?
  • Mit welchen Alter habt ihr angefangen ?
  • Wieviel haben die Seminare,Wissen Beschaffung usw gekostet? Habt ihr darauf gespart? Oder verdient ihr sehr gut? Habt ihr im Lotto gewonnen oder wurdet ihr Erben XD?
  • sonstige Kosten? Vor dem Züchten bzw 1 Wurf.
  • Kostet es etwas im Verein zu sein und wie kommt man da rein?
  • Wieviele Monate,Jahre hat es gedauert um das Wissen anzueignen? Bzw kann man irgentwo lernen Züchter zu werden?
  • Was haben eure Eltern,Freunde dazu gesagt?

Gerne könnt ihr erzählen wie ihr zum (seriösen) Züchter wurdet :) Und wie das Leben als Züchter ist!

Könnte man davon Leben oder ist das eure Nebenverdienst oder spielt Geld keine rolle?

und wieso kann man keine Hauskatzen züchten?

Ich finde Balinesen und Siamesen ganz toll, wen dann würde ich die Züchten *gg*
Oder die Hunderasse American Klee Kai :mrgreen:
 
Zuletzt bearbeitet:
11.12.2012
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
C

Callistocat

Gast
Könnte man davon Leben oder ist das eure Nebenverdienst oder spielt Geld keine rolle?
Ich bin zwar kein Züchter, aber diese Frage kann ich dir beantworten: Man macht wohl eher miese, wenn man seriös züchtet, als daran zu verdiesen, geschweige denn davon leben zu können.

und wieso kann man keine Hauskatzen züchten?
Kann man theoretisch. Europäisch Kurzhaar ist zum Beispiel eine eigene Rasse, deswegen sind die Europäischen Hauskatzen, die man im TH findet, auch keine EKH, sondern EHK. Das wird oft verwechselt. Allerdings gibt es nicht viele Züchter, die diese Rasse züchten, soweit ich weiß. Da wartest du besser auf die Züchter im Forum. ;-)
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Also - auf jeden Fall ist es zu begrüßen, dass jemand sich, offenbar so weit im Vorfeld, darüber Gedanken macht. Ich versuche mal ein paar Antworten.



Tja - wieso will man Züchter sein? Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass mich anfang sicherlich die "niedlichen Katzenbabys" gereizt haben. Was es wirklich heißt zu züchten, wie viel Arbeit da drin steckt ... das habe ich erst mit der Zeit gelernt. Heute ist es der Anspruch einen sinnvollen Beitrag zu leisten, eine seriöse Katzenzucht zu haben, die meine Rasse weiterbringt, mit Zuchtarbeit etwas zu erreichen und hin und wieder Kittenkäufer mit gesunden, gut sozialisierten Tieren glücklich zu machen.



Ich habe mich für die Briten entschieden, damals sicherlich, weil sie mir einfach am Besten gefielen - heute ist für mich die Vielzahl der Möglichkeiten einfach spannend.




Ich war 35. Fertig mit Ausbildung und Studium, stabile Beziehung ohne Kinder, die Zeit und die finanzielle Möglichkeiten ...




Pfft .... das kann ich so nicht sagen ... zumal das ja nie aufhört. Ich habe eine Reihe wirklich teurer Bücher angeschafft und auch diverse Seminare besucht .... addiere ich über die Jahre alles zusammen komme ich vermutlich so auf 700 - 1000 Euro.


Tja - was heißt gut verdienen? Ja - ok - würde ich schon sagen, sicher mehr als der Durchschnitt. Das aber in einem Job, der mir eine flexible Zeiteinteilung ermöglicht.


Die erste Zuchtkatze, Ausstattungen, Möbel (also für die Katze), Wurfkiste, Laufstall, Geburtsutensilien, Ausstellungszubehör, Tests, Vorsorgeuntersuchungen, Ausstellungen, Tierarztbesuche, Deckkatersuche, Fahrt zum Deckkater, Deckkatergebühr .... rechnest du das alles zusammen, wirst du so auf gut 2000 - 3000 Euro kommen ... bevor auch nur ein einziges Katzenbaby in der Wurfkiste liegt.




Das ist noch die Spass-Nummer dabei. Mitgliedsbeiträge liegen jährlich so bei 50 - 100 Euro - für die Papiere und Urkunden zahlt man extra (ca 15 - 20 Euro jeweils)




Ich habe vor 8 Jahren damit angefangen ... und bin mit "aneignen" noch nicht fertig :mrgreen:
Das ist einfach etwas, wo man nie auslernt. Und nur wer die Bereitschaft hat, hier auch immer wieder dazu zu lernen ... wird irgendwann einmal vom Katzenproduzent (was fast jeder bei den ersten Würfen ist) zum ernsthaften Züchter.


Leider gibt es keine "wie werde ich Züchter Seminare". Royal Canin bietet eigentlich jedes Jahr recht interessante Seminare zu verschiedenen Seminaren an, dann empfiehlt sich auf jeden Fall eine Genetikseminar (z.B. hier ), dann findet man idealerweise einen Mentor, bei pawpeds gibt es eine Online Akademie, wo man Seminare machen kann (hier) ... und dann ist vieles einfach Erfahrung, was man so nicht aus Büchern oder in Kursen lernen kann.


  • Was haben eure Eltern,Freunde dazu gesagt?
Tja - gefragt habe ich keinen. Wichtig war, dass mein Mann das mitmacht und unterstützt. Ich könnte mir dieses Hobby so nicht leisten, wenn mir diese Unterstützung fehlen würde. Wenn ich doch mal zum Geburtstermin arbeiten muss, macht er die Hebamme - oder fährt Katzen zum Arzt, wenn es sein muss.

Es gibt viele sehr schöne Momente - keine Frage, ich denke, das kann sich jeder vorstellen. Wichtig ist nur, dass einem klar ist, dass es eben auch die andere Seite gibt: Wenn die Katzen krank sind, ist das als wären die Kinder krank (stelle ich mir jedenfalls so vor - habe ja keine Kinder) ... die durchwachten Nächte und die Nerven, die eine Geburt kostet, wenn dir so ein kleiner Wurm in der Hand wegstirbt nachdem du tagelang gekämpft hast, wenn du missgebildete, lebende Kitten in der Wurfkiste hast und Entscheidungen treffen musst, wenn du diese blöden "was-kostet-eine-Katze-Anrufe" bekommst, wenn Kittenkäufer, die alles falsch machen und sich an nichts halten, was man ihnen geraten haben, die eine Katze zurückbringen, weil die nicht "funktioniert", wenn du mitbekommst, wie dämlich so manche "Mit-Züchter" sind, wenn du mit Neid und Missgunst konfrontiert wirst, wenn eine so lange geplante Verpaarung doch nicht das gwünschte bringt, wenn dir eine Mutterkatze bei der Geburt wegstirbt und du einen Wurf von Hand aufziehen musst, wenn dein teuer aus dem Ausland eingekaufter Neuzugang sich als zuchtuntauglich heraus stellt ...
Diese Liste könnte ich jetzt ewig ergänzen - aber ich glaube, man bekommt einen Einblick

Könnte man davon Leben oder ist das eure Nebenverdienst oder spielt Geld keine rolle?
Der ist wirklich gut!!

Katzenzucht ist ein sehr, sehr teures Hobby, wenn man den Anspruch hat, es ordentlich zu machen. Wenn man nach "Preise" und "Rassekatze" googelt, findet man zum Teil etwas absurde Auflistungen, warum sie so viel kosten. Die fand ich eigentlich immer ziemlich albern.

Aber in einem der oben angesprochenen Pawpeds-Kurse mussten wir dann mal so eine Aufstellung machen ... den Preis für ein Kitten kalkulieren und das war ausnahmsmalsweise mal eine wirklich sinnvolle Kalkulation. Da wurden wirklich nur die tatsächlichen Kosten, die direkt mit den Kitten zusammenhingen berücksichtigt (angefangen vom Kauf der Zuchtkatze, über notwendige Ausstellungen, Decktaxe, Vorsorgeuntersuchungen, Versorgung der Katze ... bis zur Kastration der Katze und alle Kosten, die jedes Kitten verursacht) ... bei mir kam dabei ein Preis von 750 Euro pro Kitten raus - und mein "normler Verkaufspreis" liegt bei 600 Euro. Das heißt, bei jedem Kitten zahle ich so ca. 150 Euro drauf.

Und in der Rechnung war jetzt nicht das Futter für einen einzigen Kastraten, Kratzmöbel, Wurfkisten, Spielzeug und normale TA-Besuche und Imfpungen ... das ist einfach noch zusätzlicher Spaß.

Grob überschlagen würde ich sagen, dass mich meine Zucht ca. 2000 - 3000 Euro im Jahr kostet ... und ich züchte nur im kleinen Rahmen.



Kann man ... bzw. EKH ... nur: wenn man es ordentlich macht, kostet die Zucht eben genauso viel wie die von Rassekatzen ... und dir wird niemand 600 Euro für eine "Hauskatze" bezahlen.
 
hibacki

hibacki

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vielen dank für die schöne ausfürhliche antwort :)
 
Westpark-Nic

Westpark-Nic

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Tja - ich hätte dir ja gewünscht, dass noch ein paar mehr Züchter (auch wenn es hier im Forum nicht soooo viele davon gibt) dazu was schreiben, damit es nicht so einseitig ist.

Andere werden mit Sicherheit auch andere Erfahrungen gemacht haben, als ich.

Grüße,
Nic
 
Borealis

Borealis

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Hallo,
ich finde es klasse, dass Du dich intensiv mit dem Thema auseinander setzt, bevor die erste Zuchtkatze da ist.

  • Wieso wolltet ihr eigentlich Züchter werden? Warum diese eine Rasse?
Ich hatte von klein auf sehr viel Getier um mich herum und hab mich bevorzugt dort aufgehalten, wo es viel davon gab und auch gezüchtet wurde (Pferde, Ziegen, Tauben, Hunde, Kaninchen, ..). So war das irgendwie naheliegend.

Mir haben schon immer Langhaarkatzen gefallen und die sahen in meiner Kindheit alle noch relativ normal aus, d.h. ohne züchterische Extreme. Genau so was wollte ich züchten.


mein Einstieg waren erst einmal 10 Jahre intensive Beschäftigung mit Hundezucht (1 Wurf). Das begann vor gut 17 Jahren mit den Überlegungen zur Anschaffung meines ersten Rassehundes. Damals war ich Mitte Dreißig. Davor hatte ich immer schon Hunde.



Wieviel haben die Seminare,Wissen Beschaffung usw gekostet? Habt ihr darauf gespart? Oder verdient ihr sehr gut? Habt ihr im Lotto gewonnen oder wurdet ihr Erben XD?

Das Grundwissen hatte ich bereits durch mein Studium. Zusätzlich noch viel Spezialwissen durch die Hundezucht und einem Fernstudium Tierhomöopathie und Tierpsychologie. Alles katzenspeziefische kann man sich dann leicht anlesen. Da ich arbeite, ist das nötige Kleingeld vorhanden.


sonstige Kosten? Vor dem Züchten bzw 1 Wurf.

Wie viel man im Vorfeld ausgibt, kommt darauf an, wie aufwändig es ist, die richtige Katze bzw. Katzen zu finden. Hat man einen erfahrenen Züchter mit sehr guten Linienkenntnissen and er Hand, dann ist das relativ einfach. Dann sind die Kosten nicht wesentlich höher als wenn man sich zwei Liebhabertiere kauft. Muss man aber erst Kontakte aufbauen, in hlab Deutschland rumfahren, um Zuchtkatzen anzuschauen und sich in das Thema selbst einarbeiten, dann kann schon die Suche teuer werden.


Kostet es etwas im Verein zu sein und wie kommt man da rein?

Auf fast jeder Homepage eines Vereins findet man einen Mitgliedsantrag. Den füllt man aus, zahlt den Erstbeitrag (60-150 Euro) und dann ist man Mitglied. Dann zahlt man jährlich 30-100 Euro.


Wieviele Monate,Jahre hat es gedauert um das Wissen anzueignen? Bzw kann man irgentwo lernen Züchter zu werden?

Das Fachwissen kann man sich mit halbwegs guten Schul-Bio-Kentnissen und einem Stapel Büchern in 1 Jahr gut aneignen. Dann fehlt aber noch die praktische Erfahrung und das ist viel schwieriger, weil man da auf die Praxis und erfahrene Züchter angewiesen ist. Auch die Rassekenntnis und ein Wissen um die Linien kann man nicht aus Büchern lernen.



Was haben eure Eltern,Freunde dazu gesagt?

die kennen mich nicht anders als mit einem ausgeprägten Tierfimmel


Gerne könnt ihr erzählen wie das Leben als Züchter ist!
das sit einfach ein zeitintensives und teueres Hobby. Andere Menschen gehen täglich in den Stall und reiten aus, ich verbringe viel Zeit mit allem möglichen rund um die Katzen. Urlaub ist nur drin, weil meine erwachsene Tochter gern mal Urlaub auf dem Lande macht und Katzen und Hunde hütet. Da ich mindestens einen halben Tag außer Haus bin und nur in den Schulferien frei habe, geht das mit der Katzenzucht nur, weil mein Mann von zuhause aus arbeitet und recht flexibel ist. Trotzdem ist es manchmal sehr anstrengend, wenn man früh morgens raus muss, aber wegen einem Wurf kaum geschlafen hat. Trotzdem ist es mir das wert.

Könnte man davon Leben oder ist das eure Nebenverdienst oder spielt Geld keine rolle?
will man von Zucht leben (das geht tatsächlich), dann geht das nur auf Kosten der Tiere. Das ist bei Hundezucht so, bei Katzenzucht auch. Da geht es dann rein um die Rentabilität und Tiere, die nur fressen, aber kein Geld reinbringen, kann man nicht behalten. Auch Tierarztbehandlungen muss man dann abwägen. Ist die Behandlung zu teuer, dann kann die Katze das nicht mehr erwirtschaften. Konkret sieht das so aus, dass man richtig viele Katzen (ab 40 aufwärts) hat, die in Käfigen von großen Zuchtanlagen leben und nichts anderes tun als Junge bekommen, sie aufziehen und hin und wieder, wenn sie gerade keinen Jungen haben, auf Ausstellungen gezeigt werden. Sobald die Würfe aus Altersgründen kleiner werden oder die Tierarztkosten zu hoch werden, wird die Katze weggegeben oder eingeschläfert.

Seriöse Vereinszüchter sind in Deutschland in der Regel Hobbyzüchter, d.h. man verdient sein Geld in irgendeinem Beruf und mit viel Glück macht man nicht allzu viele Miese mit seinem Hobby. Aber so unüblich ist das eigentlich nicht, dass Hobbys Geld kosten. Ich bin früher viel und regelmäßg Ski gefahren, das war auch recht teuer.

und wieso kann man keine Hauskatzen züchten?
Kann man doch. In Skandinavien gibt es die als Europäisch Kurzhaar, in der Fife heute Europäer genannt. Auch in der Schweiz gibt es eine Zucht. Das Problem ist, dass man hier in Deutschland dafür keine brauchbaren Käufer findet.
 
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Kisu

Kisu

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Ich hätt da auch noch eine Frage, musstet ihr den §11 auch machen? Das ist ja dann quasi ein Gewerbe was man auch noch anmelden mus. Da wird doch das Veterinäramt auch vorbeikommen und kucken, oder?
vlg Dany
 
Borealis

Borealis

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Gewerbsmäßige Zucht nach §11 TSchG ist etwas ganz anderes als ein Züchter, der das als Gewerbe anmeldet und dann gewerblich züchtet. Das interessiert dann vor allem das Finanzamt. Beim §11 geht es darum, dass Zuchten ab einer bestimmten Größe vom Veterinäramt überwacht werden und die Züchter Sachkunde nachweisen müssen. Das sagt ja schon der Name "Tierschutzgesetz". Die Bestimmungen darin sollen die Tiere schützen und nicht für die Besteuerung von eventuell entstehenden Gewinnen sorgen.

Ab welchem Umfang eine Zucht nach §11 TSchG als gewerbsmäßig einzuschätzen ist, ist je nach Bundesland und Amtvet etwas unterschiedlich, aber meist sind das Zuchten ab regelmäßig 4 und mehr Würfen pro Jahr und der entsprechenden Zahl an Zuchtkatzen.

In den meisten Vereinen sind gewerbliche Züchter ausgeschlossen.
 
Kisu

Kisu

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Danke für die Antwort :)
 

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