Wie wir zu unserem Anton kamen

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Schneetiger

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Hallo liebe Forengemeinde ^^

Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und geruhsame Feiertage ^^
Ich muss erst morgen wieder arbeiten und möchte euch deshalb eine kleine Geschichte erzählen, wie wir zu unserem kleinen Monster kamen:

Vor etwa sechs Wochen, anfang November, hatten mein Freund und ich an einem Samstagmittag einiges zu tun und fuhren deshalb in den nächst größeren Ort in dem ich auch u.a. aufgewachsen bin (ca.5 Autominuten). Als wir los fuhren und am Nachbarhaus vorbei kamen, sah ich dort im Hof auf einer einer Bank zwei Kätzchen aneinander gekuschelt sitzen. Ich machte meinen Freund darauf aufmerksam aber er hatte es nicht gesehen, da er gerade in die andere Richtung geschaut hatte. Da wir gerade eh am rum kaspern waren, drehte ich um und fuhr nochmal an den Hof und hielt an damit er sie auch sehen konnte. Er meinte dass das ja total süß aussieht wie die beiden sich da zusammen kuscheln, aber mir war schon aufgefallen dass etwas nicht stimmte. Beide Kätzchen waren total zerzaust und das weiße Fell sah sehr fleckig aus, beide hatten die Augen halb geschlossen und eines war klatschnass obwohl es nicht regnete. Zur Verwunderung meines Freundes stieg ich aus und ging zu den beiden hinüber. Sie öffneten die Augen, eines maunzte mich leise an und kam auch gleich auf mich zu getappelt, was schon mal sehr ungewöhnlich war da alle Katzen bei uns im Ort verwildert sind und einen nicht mal auf zwei Meter an sich heranlassen.
Als das Kleine um meine Beine strich sah ich, dass sein eines Auge total vereitert war, das andere hatte auch schon eine leichte Entzündung. Das andere kam in der zwischenzeit schon auf meinen Freund zu getappelt und ich sah, dass seine Nase ganz furchtbar tropfte und es sich anscheinend immer wieder mit den Pfoten über das Näschen rieb weswegen es auch so furchtbar durchnässt war an den Vorderläufen und der Brust. Mir taten die beiden Knöpfchen sofort schrecklich leid und ich nahm das eine hoch und schaute ob ich jemanden im Hof fand. Tatsächlich befand sich im Anbau auch jemand der herauskam und den ich fragen konnte wessen Kätzchen das wären. Er meinte, dass die Kätzchen seinem Nachbarn unter ihm gehörten und ich sie mitnehmen könnte wenn ich will. Damit ging er wieder.
Ich war schockiert. Niemand kümmerte sich also um die zwei kleinen, es war Anfang November, vor zwei Wochen hatte es zum ersten Mal geschneit und wir hatten Nachts schon regelmäßig Frost. Die zwei kleinen hatten offensichtlich schlimmen Katzenschnupfen und wer weiß was noch alles. Wäre es nach mir gegangen hätte ich sie sofort eingepackt und nach Hause gebracht. Aber wie so oft hörte ich erstmal auf meinen Freund der damit argumentierte, dass wir noch wichtige Besorgungen machen mussten und so etwas eh nicht ohne Absprache mit unseren Vermietern machen konnten. Also fuhren wir weiter.
Aber
mir gingen die beiden Kätzchen einfach nicht mehr aus dem Kopf. Den ganzen Nachmittag drehten sich meine Gedanken nur um sie und ich stand alle zehn Minuten am Wohnzimmerfenster und schaute in den Nachbarhof hinüber. Die Kätzchen waren mittlerweile verschwunden.
Zuerst diskutierte ich lange mit meinem Freund. Er meinte ich wäre schon wieder zu idealistisch und zu impulsiv und dass ich nicht immer versuchen sollte die Welt zu retten. Ich argumentierte, dass ich vielleicht nicht die Welt verändern kann aber doch die kleine Welt vor meiner Haustür verändern könnte. Wir redeten dann lange nichts mehr aber ich merkte dass er nachdachte und sah ihn ebenfalls des öfteren am Fenster stehen.

Nachmittags sollten wir zu meinen Eltern rüber fahren, da meine Oma und mein Opa zum Kaffeetrinken kamen. Oma hatte am Tag vorher Geburtstag gehabt und sämtliche Verwandschaft hatte sich angekündigt.
Als ich bei meinen Eltern ankam und mir dort unser Kater Lucky um die Beine strich bin ich in Tränen ausgebrochen. Lucky kam vor 11 Jahren zu uns, die Nachbarskinder hatten ihn im Straßengraben gefunden und zogen das handvoll Katze mit sich rum. Meine Mutter konnte den Kindern das Kätzchen abschwatzen und seitdem lebte er bei meinen Eltern. Aus dem kleinen 300 Gramm Würmchen ist ein stolzer 6,5 Kilo Kater geworden, der die passende Größe für sein Gewicht hat und der Boss der Nachbarkatzen ist und ein bequemes und glückliches Katzenleben führt.
Ich erzählte meiner Mutter von den beiden Kätzchen und sie war auch der Meinung, dass man den beiden unbedingt helfen musste. Nach dem Kaffeetrinken fuhren wir mit meiner Oma zu uns rüber in die Wohnung mit dem Vorwand, dass sie unbedingt die Wohnung sehen wollte. Mein Freund war mittlerweile schon genervt wenn er nur das Wort Katze hörte.
Kurz vor der Wohnung musste meiner Mutter bremsen. Eines der Kätzchen saß mit geschlossenen Augen halb auf der Straße und kümmerte sich nicht um die beiden Autos die gerade neben ihm zum halten gekommen waren. Es machte fast den Eindruck als hätte es schon mit seinem Leben abgeschlossen. Ich stieg auf, nahm den kleinen Tropf hoch und sprach nochmal mit dem Mann der wieder im Hof war. Er meinte, dass sein Nachbar jedes Jahr Kätzchen hätte die aber alle irgendwann eingehen. Nur die Stärksten würden überleben und er hätte es bereits aufgeben etwas dagegen zu tun. Ich war unglaublich wütend und traurig und sagte ihm, dass er uns doch bitte die anderen Kätzchen bringen soll wenn er sie sieht.
Ich packte das Kleine in eine Kiste und lief mit ihm nach Hause (ca 20m Luftlinie). Es war das durchnässte, ein Auge war bereits entzündet und es atmete schon durch das Maul.
Zu Hause stellte ich die Kiste ins Bad, machte ihm eine Wärmflasche und baute aus einer Vliesdecke ein Bettchen. Mein Freund zeigte in der zwischenzeit meiner Oma die Wohnung und meine Mutter und ich kümmerten uns um das Kleine. Ein Blick unter das Schwänzchen verriet uns, dass wir es mit einem kleinen Katerchen zu tun hatten der anscheinen furchtbar ausgetrocknet war. Er soff auf einmal fast einen viertel Liter Wasser und machte sich dann sofort gierig über das mitgebrachte Nassfutter her. Als er fertig war guckte er sich kurz um und sprang dann meinem Freund auf den Schoß, womit er dann auch überzeugt war, dass man dieses Bündel Elend nicht einfach sich selbst überlassen konnte. Nur hatten wir immer noch das PRoblem, dass unsere Vermieter eigentlich keine Katzen in der Wohnung haben wollten. Ich rief sie an, erklärte die Situation und der kleine wurde erstmal bis zum nächsten Montag geduldet.
Wir sperrten ihn daraufhin erstmal ins Bad, damit er sich ausruhen konnte und verbrachten den Rest des Wochenendes abwechselnd bei ihm.
Montagfrüh ging es gleich in die nächste Tierklinik. Der kleine hatte ein ganz schönes Paket dabei: Katzenschnupfen, Ohrmilben und eine daraus resultierende Ohrenentzündung, Flöhe und starken Wurmbefall. Ob das Auge wieder wurde konnte die Tierärztin nicht sagen und wir bekamen erstmal eine Batterie Medikamente mit. Geschätzt wurde er auf etwa drei Monate.
Der eigentlich Plan war, dass ich den Kleinen nach dem Tierarztbesuch ins Tierheim bringe, aber das brachte ich einfach nicht übers Herz. Ich nahm ihn erstmal mit auf Arbeit, da wir ihm regelmäßig Ohren- und Augentropfen geben sollten und ihn erstmal beobachten sollten. Dort verliebten sich natürlich alle in ihn ^^ Kein Wunder bei dem hübschen Kerl: ganz weiß mit einem kleinen schwarzen Fleck am Kopf, einem großen am Rücken und einen ganz schwarzen Schwanz.
Die nächsten zwei Tage schlief er fast durch gehend und auch mein Freund wollte ihn mittlerweile nicht mehr weg geben. Er telefonierte nochmal mit den Vermietern und sie wollten sich den kleinen dann auch mal anschauen.
Die nächsten Tage verbesserte sich sein Zustand zusehends. Er begann sich zu putzen und das fleckige graue weiß wurde wieder rein weiß, seine gold-grünen Augen begannen wieder zu leuchten und innerhalb von einer Woche nahm er fast 1 Kilo zu (als wir ihn fanden wog er kaum ein Kilo).
Zwei Tage nahm ich ihn mit auf Arbeit, aber dann begann er aus seinem Gehege zu springen und ich musste ihn zu Hause lassen. Eigentlich wollten wir ihm keinen Namen geben, da ja noch nicht sicher war ob er bleiben darf, aber insgeheim nannte ich ihn schon Anton. Jeden Tag fuhr ich am Nachbarhof vorbei und spähte hinein, in der Hoffnung ich würde sein Geschwisterchen finden, dass wäre dann Pünktchen geworden ^^ Aber ich habe es nicht wieder gesehen, obwohl ich immer noch jeden Tag vorbei fahre. Ein Geschwisterchen wurde noch an dem Tag überfahren als wir ihn holten, aber es war nicht Pünktchen.
Eine Woche nach seiner Ankunft kamen dann unsere Vermieter und sahen sich den kleinen Kerl an. Man merkte ihm zwar noch an dass er krank war, aber er tollte trotzdem durch die Wohnung. Sie war sofort überzeugt aber Er hatte doch so seine Bedenken. Er erzählte uns dann auch, dass sie vor einem Jahr in einem ihrer vermieteten Häuser Mietnomaden hatten die 20 Katzen gehalten hatten und mehrere Hunde. Die Tiere hatten überall hingemacht und Tapeten und Türrahmen demoliert. Als sie Hals über Kopf verschwanden ließen sich auch einige einfach zurück. Unser Vermieter hat alle Wohnungen bzw das Haus liebevoll in Eigenarbeit her gerichtet und dabei wirklich tolle Arbeit geleistet. Nachdem er diese schlechten Erfahrungen machen musste war auch verständlich warum er keine Haustiere mehr in den Wohnungen wollte. Trotzdem wollte er es uns erst einmal erlauben, aber wenn es Probleme gäbe müsste Anton wieder weg.
Wir haben uns riesig gefreut!
Schon beim Einzug stand fest, dass wir eine Katze haben wollten, aber wir wollten eigentlich noch etwas warten und so kam uns das Schicksal schließlich doch zuvor ^^

Mittlerweile ist Anton ein ganzes Stück gewachsen und hat seine Krankheit überwunden. Das Auge ist auch wieder geworden und nur noch ein kleiner dunkler Fleck im Fell am Auge und an der Pfote erinnern noch daran dass da mal was war. Die Flöhe und Würmer sind weg und auch die Ohrenentzündung ist endlich abgeklungen. Letze Woche hat er seine erste Impfung bekommen und im Februar soll er dann kastriert werden.
Er tollt und hüpft den ganzen Tag durch die Wohnung und verlangt zwischendurch lautstark nach Kuscheleinheiten nur um dann wieder seinen Spielzeugen nach zu jagen.
Der kleine Racker macht uns sehr viel Freude, vor allem mir da ich unter der Woche doch immer ein zwei Tage alleine bin und so Gesellschaft habe.
Im Frühjahr wollen wir ihm eine Stiege bauen, damit er über den Balkon raus kann.
Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken. Mein Freund und ich arbeiten beide und der Kleine ist den Tag über alleine. Mein Wunsch waren immer mind. zwei Katzen, aber es war schon eine ziemliche Tortur unsere Vermieter von einer zu überzeugen, abgesehen davon dass mein Freund unheimlich darauf bedacht ist mit ihnen nicht in Klinch zu geraten (ich hätte schon längst einfach eine zweite geholt). Es wird zwar sehr viel mit ihm gespielt und gekuschelt, aber ob ihm das auf Dauer einen Artgenossen ersetzt...
Ich dachte eigentlich, dass ich schon etwas Ahnung von Katzen habe, weil wir schon immer mind. eine Nachbarskatze bei meinen Eltern mit durchgefüttert haben, egal ob jung oder alt.
Trotzdem lerne ich noch ständig etwas neues dazu worauf man achten soll, nicht zuletzt wegen dem Forum hier ^^

Ich hoffe ihr hattet etwas Freude an meinen Roman und verzeiht die eventuell vorhandenen Rechtschreibfehler XD
Vielleicht hat der ein oder andere sogar noch einen Tipp für mich wie wir unseren kleinen Liebling das Leben noch schöner machen können.

Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen Tag :3
LG
Tigerchen & Anton
 
27.12.2012
#1
A

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Larso

Larso

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Huhu !

Wer solch einen "Roman" schreibt, MUSS Katzen lieben !
(Wer solch einen "Roman" auch liest, kann nicht besser sein *g* )
Ich mochte nie nie nie nie Katzen...nu habe ich irgendwie eine...
Kann man nachlessen wie es dazu gekommen ist.
(Auf Wunsch den Link gerne per PN )
Katzen fand ich immer blöd !
Fass ! Nein ! Sitz !
Macht ne Katze nicht...hab ich gewusst und auch gelernt.
In den letzten Monaten relativ mehr Blutverlust als üblich, nicht bei der Katze.:-D
Ohne geht garnicht mehr...und wir wollten uns im Januar nen kleinen schönen
Hund anschaffen, ist ...war schon bestellt bei der Züchterin...
Nicht ohne meine Katze, ich hab sie so dermassen ins Herz geschlossen, ich glaube ich muss mal
in Therapie oder ist das normal ?

Gruß Lars
 
IceVajal

IceVajal

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Hallo!

Wie schön, das du wenigstens Anton retten konntest! Bitte berichte weiter von Anton! Und es wäre schön, wenn er doch noch Gesellschaft bekäme - aber zumindest plant ihr ihm ja nach der Kastra Freigang zu gewähren... Ich drücke euch dir Daumen, das ihr euren Vermieter überzeugen könnt!

Liebe Grüsse,

Claudia
 
E

EKH

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Gänsehaut!!
So eine rührende Geschichte.
Anfangs doch so elendig, doch dann kam das Happy-End.
Solche Menschen wie dich sollte es öfters geben. Ich muss aber gestehen, dass ich die Reaktion von deinem Freund anfangs auch gut nachvollziehen konnte. Dennoch bin ich froh, dass ihr euch einigen konntet, bzw. auch dein Freund weich wurde und ihr dem Kleinen das Leben gerettet habt :)

Ich wünsch euch super viel Glück und Spaß mit Anton.
 
Spaddel

Spaddel

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Hallo,
eine so schöne Geschichte, Anton hatte Glück von dir gerettet zu werden.
Gesellschaft wäre natürlich schöner für ihn aber bei Freigang kann er sich später auch selbst Freunde suchen.
Meinen Micky war auch so ein kleines krankes Gartenfundstück und durfte erst keinen Kontakt zu anderen Katzen haben. Als er gesund genug war und Gesellschaft bekam, hat er sich vor Freude fast überschlagen. Vieleicht kannst du deinen Vermieter ja doch überzeugen.
 
A-Team

A-Team

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Och je, der arme kleine. Froh sein kann er, dass ihr ihn gefunden habt und ihr, dass er euch gefunden hat. Der gehört einfach zu euch, schön dass das auch dein Freund eingesehen hat! Ich drücke euch alle Daumen, dass er sich weiterhin gut macht und ihr viel Freude aneinander habt.
 
Elsa

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Ich freue mich sehr, daß ihr den kleinen Anton gerettet habt.