Felix (R.I.P.): Mein Freund der Zeitungsmann

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Tschikitta

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Hallo, ihr lieben Menschen!
Ich möchte euch heute die Geschichte über mein kurzes Leben (endete leider am 31.12.2012) erzählen. Natürlich geht es auch um meinen Freund, dem Zeitungsmann.
Meine Geschichte beginnt natürlich mit meiner Geburt vor 3,5 Jahren. Damals lebte meine Mutter bei einer alten Frau. Als meine Mutter uns ( ich habe noch 2 Schwestern und einen Bruder) geboren hatte, wurden wir ins Tierheim gebracht. Dort verbrachte ich die ersten 8 Wochen meines Lebens. Dann kam mein Frauchen und nahm uns alle 5 mit zu sich nach Hause. Das war ein Bauernhof. Wir 5 durften im Wohnhaus leben. Wir bekamen dort auch unser Essen. Auch durften wir in das Bett unseres Frauchen und ins Bett des Bauern. Jedoch nicht bei der Frau des Bauern. Auch nicht bei den anderen Menschenkindern. Immer wurden wir gestreichelt und geknuddelt. Natürlich wurde auch mit uns gespielt. Nach draussen konnten wir durch eine Klappe die sich in einer Tür zum Hof befand. Natürlich konnten wir auch dort wieder hinein. Ich wartete jedoch jeden Morgen gegen 6 Uhr an der Eingangstür des Hauses auf den Bauern. Um diese Zeit holte er seine Zeitung aus der Zeitungsrolle und nahm mich dann mit ins Haus. Diese Zeitung wurde von einem bösen Mann gebracht. Obwohl ich immer einige Meter von seinem Auto entfernt saß, jagte er mich weg. Wir hatten ein schönes Leben. Mich stundenlang streicheln durfte nur mein Frauchen (Tochter des Bauern) und der Bauer. Natürlich ließ ich mich auch von den anderen Menschen streicheln. Aber immer nur sehr kurz.

Ende September 2012 saß ich wieder mal auf meinem Stammplatz und wartete auf mein Herrchen. Als ein Auto auf den Hof fuhr.
"Aha, der böse Mann hat ein neues Auto" dachte ich. Der Motor wurde ausgestellt und ein mir fremder Mann stieg aus dem Auto. Er steckte die Zeitung in die Rolle und dann sprach er mich an.
"Hallo Kätzchen! Wartest du auf mich?" fragte er und kam einige Schritte auf mich zu. Ich wich natürlich zurück. Da blieb der Mann stehen und sagte ( Er hatte eine sehr sanfte Stimme): " Vor mir brauchst du keine Angst haben, kleines Kätzchen. Ich tu dir nichts." Dann griff er in die
Tasche und holte ein Leckerchen daraus hervor. Das warf er mir dann zu.
Er stieg wieder in den Wagen und fuhr davon. Erst da nahm ich das Leckerchen und fraß es auf. Ich weiß das man das nicht soll. Auch meine Mutter hatte immer davor gewarnt von Fremden was anzunehmen. Aber ich vertraute dem fremden Mann. Warum auch immer!
Dieses ging über mehrere Tage so. Dann sagte er zu mir: "Morgen komme ich nicht, dann gibt es keine Zeitung. Aber übermorgen bin ich wieder da." Ich verstand nicht was er wollte. Immer sprach er auch im gleichen Tonfall mit mir.
Trotzdem wartete ich auf ihn, aber er kam nicht.

Am nächsten morgen kam er wieder. Diesmal machte ich ein paar Schritte auf ihn zu. Auch dieses mal griff er wieder in die Tasche. Jedoch behielt er das Leckerlie und lockte mich. Ich ging dann zu ihm hin. Jedoch immer zur Flucht bereit. Ich nahm das Leckerlie aus seiner Hand. Sollte er mich jetzt anfassen, dann würde ich ihm aber eine derbe reinhauen. Doch nichts geschah. Als ich das Leckerlie genommen hatte, freute er sich und sagte:
"Na siehst du es jetzt. Ich tu dir nichts!" Dann stand er auf und sagte noch "Bis morgen, kleines Kätzchen."
So ging das über mehrere Tage. Niemals berührte er mich, sondern sprach immer nur mit seiner sanften Stimme zu mir.

Eines morgens wollte ich nun wissen, ob er auch so sanft mit seinen Berührungen ist. Dabei stieß ich mit meinem Kopf mehrmals gegen seine ausgestreckte Hand. Er streichelte mich dann ganz sanft. Nun war das Eis zwischen uns gebrochen. Ich ließ mich von ihm knuddeln und Streicheln. Auch durfte er mich auf seinen Arm nehmen. Dabei passte er immer auf, das ich jederzeit von seinem Arm springen konnte.
Eines morgens, ich war gerade wieder auf dem Arm des Mannes, kam mein Herchen dazu. Er war ganz erstaunt als er das sah.
Er sagte: "Das hat der Felix noch nie bei einem Fremden gemacht! Sonst läßt er sich nur von meiner Tochter und mir Streicheln und auf den Arm nehmen!"
Die beiden redeten noch einige Zeit zusammen. Dann fuhr der Mann wieder weg. Er kam jeden Tag und brachte die Zeitung. Nur einmal die Woche nicht. Auch brachte er immer ein Leckerlie. Mein Frauchen kam auch einmal zu uns, weil sie es nicht glauben wollte das mich der Zeitungsmann auf den Arm nehmen konnte.
Einmal brachte ich ihm eine Maus.. Nimmt er sie? Er holte Papier aus dem Auto und legte die Maus darin. Er sagte: "Danke für dein Geschenk Felix. Ich nehme die Maus mit nach Hause."
Ich freute mich riesig darüber und von diesem Tag an, war er mein Freund.
Ich wäre auch ohne die Leckerlies zu ihm gegangen. Nur aufgrund der sanften Stimme. Wenn er mit meinem Frauchen und auch mit meinem Herrchen sprach, hörte sich seine Stimme ganz anders an.
Dann kam der Unglückselige 31 Dezember 2012. Ich hatte ganz die Zeit vergessen, als ich das Auto meines Freundes hörte. Wenn er in Kurven fuhr hörte man immer ein leichtes Knacken. Daran erkannte ich ihn immer.
Schnell über die Strasse rennen um ihn zu begrüssen. Ich vergaß vor lauter Aufregung zu schauen ob ein anderes Auto kam. Es kam eins.
" Das Auto! Nein! AUAAAAA!" Das tut so weh. Ich Schreie vor schmerz. Da höre ich wie mein Freund wieder weg fährt.
"Nein, bitte nicht! Komm zu mir und helf mir"
Er scheint mich gehört zu haben, denn der Motor geht wieder aus. Ich sehe eine Lampe bltzen! Nein, es sind zwei!
Er ruft: "Heh, wo bist du?"
Dann ist er da!
"Felix, was machst du nur für Sachen? Ich laufe schnell zu deinem Herrchen und sage ihm Bescheid"
"Nein bleib bei mir! Geh nicht weg!" rufe ich.
Ich schreie immer noch vor Schmerzen.
Da sagt er: "Ich bleibe besser hier. Hoffentlich holt dein Herrchen auch heute die Zeitung so früh rein. Ah, da ist er schon!"
Er ruft nach meinem Herrchen, das auch sofort antwortet und angelaufen kommt.
Inzwischen schiebt mein Freund seine linke Hand unter meinen Kopf und redet immer wieder auf mich ein. Sofort umklammere ich seinen Arm mit meinen Vorderpfoten. Ich halte ihn ganz doll fest. Ich werde immer ruhiger. Auch die Schmerzen lassen etwas nach.
Dann ist mein Herrchen da. Er sagt was und rennt wieder davon. Was er gesagt hat, habe ich nicht verstanden. Weil mein Freund immerzu mit mir redet.
Kurze Zeit später ist auch mein Frauchen da. Die will Tierärztin werden. Sie untersucht mich ganz vorsichtig. Dann schüttelt sie mit dem Kopf. Ich sehe das sie weint. Auch mein Freund wischt sich ab und zu über seine Augen.
Seit dem mein Freund bei mir ist habe ich an seinem Daumen geleckt, ích höre damit auch nicht auf als mein Frauchen da ist. Da kommt auch mein Herrchen wieder.
Ich höre jemand fremden reden und mein Herrchen antwortet. Wieder redet der Fremde. Da sagt mein Freund plötzlich: "Verp.... dich, sonst hau ich dir einen vor den Latz!"
Die fremde Stimme war wohl nicht sehr lieb.
Ich werde immer schwächer.
Auf einmal steht ein fremder Kater neben mir. Wo der hergekommen ist, weiß ich nicht. Er war plötzlich da!
" Hey, wer bist du denn?"
"Ich heiße Momo! Ich kenne deinen Freund. Er war sechszehn Jahre lang mein Herrchen, dann bin ich noch für drei Jahre bei meinem Frauchen gewesen. Ich soll dich ins Regenbogenland holen!"
"Ins Regenbogenland? Was ist das?"
"Dort ist es sehr schön! Immer was zu futtern, immer spielen oder auch faulenzen. Dort hast du auch keine Schmerzen mehr. Dein Frauchen und dein Herrchen siehst du dort auch irgendwann wieder."
"Auch meinen Zeitungsmann?"
"Ja, auch deinen Zeitungsmann! Nun knabbere noch mal an seinem Daumen, dann weiß er das ich hier war. Und nun komm! Es wird Zeit!"
"Hey Momo warte! Wenn wir im Regenbogenland sind erzähle ich allen von meinem Frauchen und meinem Herrchen und von:
Mein Freund, der Zeitungsmann"
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Anmerkung des Verfassers:
Die Lebensumstände (Bauernhof, Essen im Wohnhaus, schlafen im Bett) waren wirklich so wie beschrieben. Waren die Katzen krank ging es zum Arzt. Auch bekammen sie Katzenfutter. Natürlich waren alle 5 Katzen steriliesiert.
Die Gedanken die Felix hier hatte, sind reine Fantasie des Verfassers. Aber kann Felix nicht genauso gedacht haben? Es ist schließlich nicht wissentschaftlich bewiesen, das Tiere nicht denken können. Natürlich auch nicht, das sie es können.
Warum Momo? Der Bauer und seine Tochter sagten, mir das Felix noch nie an einem Daumen geknabbert hat. Also kann es sein, das Felix von Momo geholt wurde.
Leckerlies für Katzen und Hunde habe ich immer dabei. Es warten morgens schon mehrere Katzen und auch zwei Hunde auf mich.






Irgendwann im Jahre 2012 saß ich früh morgens
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
06.01.2013
#1
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Tinaho

Tinaho

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Huhu,

es ist immer eine große Freude für mich Deine Geschichten zu lesen, auch wenn mir bei einigen die Tränen kommen. Du hast echt Talent.

LG
 
Pistentiger

Pistentiger

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Ein wirklich schöner Beitrag, danke!
 
Tschikitta

Tschikitta

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Hallo Tinaho,
in meiner langjährigen Laufzeit mit Tieren, hier speziell Katzen und Hunde, habe ich viel erlebt.
Trauriges wie Lustiges, aber auch Dinge die zum Nachdenken anregen. :c020::g025::?:
Über alles werde ich so nach und nach mal etwas Schreiben.
Als vorankündigung schon mal: deutsche Dogge und Katze
Bis Bald
Gruß Helmut
 

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